"Also sprach Baba"

(Teil II)

 

23. Juni 2002

 

OM…OM…OM…  

Ich verbeuge mich vor den Lotusfüßen Bhagavans

Sai Ram euch allen!

 

 

 

Geht nach Innen

Unser aufrichtiger Dank geht an Bhagavan Baba, der uns heute Morgen wohlbehalten hierher geführt hat.

 Ich möchte mit euch einige von Bhagavan Sri Sathya Sai Babas Lehren teilen. Viele sind hierher gekommen um Bhagavan zu sehen und dann wieder nach Hause zurückzukehren. Einige bitten hier bleiben zu dürfen. Viele fühlen sich nicht wohl bei dem Gedanken, dass sie  nicht  bleiben  können. Wir planen jahrelang unser Kommen   und reisen dann wieder ab. Wir kennen Bhagavans Plan nicht und wissen deshalb nicht, wie unser Aufenthalt verlaufen wird. Die Reise nach Puttaparthi war ein Ziel in meinem Leben; ich habe sie mir ein Leben lang gewünscht und von ihr geträumt. Wir sind hier, um Seine Gegenwart zu genießen. Aber was sagt Bhagavan über unser Hiersein?

“So lange die Reise nach Innen nicht stattgefunden hat, ist es bedeutungslos, ob die äußere Reise angetreten wird oder nicht.” Welch wunderbare Aussage! So lange wie wir uns nicht nach Innen wenden, ist die Reise nach Puttaparthi nicht von Wichtigkeit. Dann kann man auch gleich zu Hause bleiben. Mit anderen Worten will Bhagavan von uns, dass wir nach innen gekehrt sind, wenn wir hier sind. Wir sollen Ihn mit unserem Inneren erleben.

Vor vielen Jahren sagte Howard Murphet vor seiner Abreise: “Bhagavan, es tut mir leid Dich verlassen zu müssen. Es macht mich so traurig jetzt diesen Ort zu verlassen. ” Bhagavan sagte: “Du gehst nicht für immer! Du gehst nur um zurückzukommen.” Sich zu trennen heißt nicht, dass man sich nicht wieder sieht. Wir trennen uns, um uns wieder zu sehen. Diese Art von Gefühl, das Bhagavan zeigt , diese Art von Gefühl, das jeder hier hat, nämlich Bhagavan im Inneren zu erfahren, ist viel wichtiger als die Reisen zu diesem Ort. Das meinte Bhagavan mit dem, was Er Howard Murphet sagte.

Es ist gleichermaßen bedeutend zu wissen, dass ihr wichtiger seid als der Weg, dem ihr folgt. Es gibt viele Menschen, die Dinge sagen wie: “Sir, meditieren sie?” Eine Dame fragt eine andere: “Wie viele Male gehst du um den Gayathri Tempel? Wie viele Male gehst du um die Lord Ganesha Statue? Wie viele Male nimmst du an nagarsankirtan teil?”

Wir bemühen uns eifrig herauszufinden, welchem  Weg andere folgen, welcher Form von Anbetung andere nachgehen. Diese Details bin ich sehr bemüht von Freunden und Devotees zu erfahren.

 

Der Reisende ist viel wichtiger als der Reiseweg

Was will Bhagavan damit sagen? Er will euch wissen lassen, dass ihr viel wichtiger seid als der Weg, den ihr eingeschlagen habt. Der Reisende ist viel wichtiger als die Reise an sich. Es nicht der Weg, der den Reisenden zum Ziel führt , es ist der Reisende selbst , der die Wahl trifft.

Ja, ich  habe mein Ziel im Auge. Dieses ist der Weg, der mich zu den Nord-Gebäuden dort drüben führt. Ja, den Weg kenne ich. Aber um zu den Nord-Gebäuden zu kommen muss ich mich, nicht der Weg, in Bewegung setzen. Der Weg wird nicht für mich gehen, nein - unmöglich! Um an mein Ziel zu kommen muss ich das schon alleine machen. Richtig? Bhagavan möchte uns verständlich machen, dass wir an unser Ziel ankommen müssen. Der Weg ist nur eine Hilfe für uns und wir müssen ihn beschreiten. Insofern ist der Reisende viel wichtiger, als der Reiseweg.

In diesem Zusammenhang möchte ich doch bemerken, meine Freunde, dass wir so mit dem Weg beschäftigt sind, dass wir das Reisen vergessen. Wir kennen den Weg, aber wir fangen die Reise nicht an. Das ist der Grund, warum wir auch weiterhin da bleiben, wo wir gerade sind. Wir machen auch nicht einen Millimeter Fortschritt. Wir kommen auch nicht einen Schritt vorwärts. Wir kennen den Weg, aber wir denken, dass das Wissen darum schon alles ist. Wir glauben zu wissen und wir sind überzeugt, dass schon das uns ans Ziel bringt. Nein!

Ich gebe euch hier ein einfaches Beispiel: Bhagavan sagt, dass wir unsere Bücher über wissenschaftliche Themen, die wir zu Hause im Bücherschrank haben, wiederholt durchlesen können. Wir können ein Kochbuch studieren und dessen köstliche Rezepte und Zubereitung. Wir werden aber mit lesen und studieren nicht unseren Hunger stillen können. Stimmt's?

Also, meine Freunde, ähnlich verhält es sich mit dem Weg, dem Wissen, der Technik oder dem Können - nichts von all dem kann dich an das Ziel bringen, wenn du nicht anfängst die Reise anzutreten, denn du musst das Ziel erreichen.

Bhagavan gab noch ein anderes Beispiel: Eine Mutter liebt ihr Kind sehr. Wenn es sich aber das Bein bricht, kann sie nicht sagen: "Herr Doktor, bitte, ich möchte nicht, dass mein Kind leidet, deshalb bandagieren sie bitte mein Bein.” Kann eine Mutter sich zu Gunsten ihres Kindes das Bein bandagieren lassen? Unmöglich! Obwohl die Mutter ihr Kind sehr liebt, kann sie nicht sagen: “Mein Kind isst nicht genug, deshalb esse ich jetzt an seiner Stelle für ihn.” Das ist einfach nicht möglich!

Deshalb sind wir diejenigen, meine Freunde, die die Reise antreten müssen.  Wir  müssen den Anfang machen, früher oder später.  Das bloße Wissen oder Können, das bloße Bewusstsein - hilft uns keinen Schritt weiter. Wenn wir erst einmal die Strecke kennen, brauchen wir früher oder später auch keine Karte mehr.

Wir sollten auch eine andere, grundlegende Tatsache erkennen. Wenn wir erst einmal unsere Reise angefangen haben, dann erreichen wir auch unser Reiseziel. Wenn wir einen Versuch starten, genießen wir den Zustand der Glückseligkeit. Warum? Weil wir den Versuch unternommen haben. Wir können unsere Kräfte nicht an irgend jemand anderen überschreiben oder übertragen um sie für uns einzusetzen. Wir sind das Samenkorn. Das Samenkorn sprießt und entwickelt sich zu einem Schössling, der sich dann zu einem Baum in voller  Blütenpracht entfaltet. Wenn die Blüten ihren Duft verströmen, sind wir in diesem Blütenduft. Wenn der Baum Früchte trägt, sind wir in der Süße der Frucht. Ja!

Wir sind das Samenkorn und wir sind der Baum. Heute ein Samenkorn und morgen ein Baum. Ich verbreite selbst diesen Duft. Ich bin die Süße. Ich bin alles. Dieses ‘Ich’ haben alle gemeinsam. Nehmt es bitte nicht zu wörtlich! ‘Ich’ ist das ‘Ich’, das in uns allen wohnt. Also bin ich alles. Ich bin die Glückseligkeit. Das möchte Bhagavan uns wissen lassen.

 

                         Wer ist ein idealer Schüler?

Wie ist es nun möglich zu wissen, dass ich alles bin? Woher weiß ich, welchen Weg ich zu gehen habe? Was habe ich zu tun? Bhagavan sagt: “Sei ein Schüler.“ Was muss ein Schüler tun?  Bedeutet es, dass man sich in der physischen Nähe des spirituellen Meisters aufhalten soll? Bedeutet es, dass man sehr oft hier ist? Nein! So verhält sich kein idealer Schüler.

Wer ist ein idealer Schüler? Wie verhält man sich als Schüler? Ein idealer Schüler zu sein ist eine Kunst für sich, es erfordert Geschick. Von einem Meister als Schüler angenommen zu werden ist ein Geschenk. Es ist eine Segnung, die nicht freizügig vergeben wird. Deshalb  antwortet Bhagawan, wenn ich sage: “Ich bin Dein Schüler,"  „Gewiss nicht, das habe Ich niemals gesagt!” Mich selbst als einen devotee (Schüler oder Anhänger) Bhagawans zu bezeichnen ist eine Sache des Egos, -   nur Er sollte uns das bescheinigen.

“Ich bin ein Schüler von Bhagawan.“ Wer hat das gesagt? Du verkündest das. Es ist ein Status, den du dir selbst gegeben hast. So sollte es nicht sein. Es sollte keine Ankündigung sein, keine Selbsternennung, kein Vorschlag, sondern eine Bestätigung von Gott, - von Bhagawan. Deshalb lasst uns lernen Schüler zu sein. Das ist hier der springende Punkt. Wie geht das? Wie ich schon anfangs sagte, ist es eine Kunst, eine Fertigkeit.

Eine Person muss lernen, sich vor dem Göttlichen Meister zu verbeugen. Wissen wir, in welcher Form das zu geschehen hat? Ich glaube nicht.  Sich zu verbeugen bedeutet Demut und Disziplin zu haben und folgsam zu sein. Man sieht Menschen, die sich in Ehrerbietung und voller Respekt verbeugen. Vor dem  spirituellen Lehrer hat man respektvoll und ehrerbietig zu sein. Seid also bereit, euch zu verbeugen.

Ihr werdet feststellen, dass buddhistische Mönche sich wiederholt verbeugen. Die Schüler von Zen Meistern tun das auch. Zu jeder Zeit, wo immer sie ihren Meister sehen, verbeugen sie sich vor ihm. Das ist keinesfalls ein Ritual, auch keine Zurschaustellung. Sie tun es auch nicht weil sie eine Schau abziehen wollen. Es ist ein Ausdruck von Ehrerbietung und Respekt seinem eigenen Meister gegenüber. Die vornehmlichste Eigenschaft eines Schülers ist einfach und demütig zu sein. Da gibt es keinen Platz für Ego und Arroganz - aber auch rein gar keinen.

Die Kunst und die Fertigkeit des Lernens erwirbt man, indem man Schüler ist. Wenn jemand Bürgermeister werden will, dann muss er sich bewähren, um diese Position zu erreichen. Um ein Ingenieur zu werden, muss man ein Studium absolvieren um diesen Titel zu erwerben. Das ist auch so, wenn man den Doktortitel anstrebt. Ähnlich verhält es sich, wenn man ein guter Schüler seines Meisters werden will. Man muss studieren und sich bewähren und hart dafür arbeiten. Man wird nicht als guter Schüler geboren. Er ist nicht verborgen in uns, sondern er entwickelt sich durch lernen und studieren. Man muss sich aneignen ein guter Schüler zu sein. Um diese Kunst und Fertigkeit zu erlernen, sei bereit dich zu beugen.

Der Schüler sollte bereit sein Weisheit zu erwerben. Weisheit ist wichtiger als das eigene Ego. Ich kann euch das ganz einfach illustrieren: Bhagavan ist so voller Gnade mir ein Interview zu gewähren. Ich gehe in den Interviewraum und was mache ich da? Ich sage: “Bhagavan, dieses sind meine Probleme. Bhagavan, wann bekomme ich Geld? Wann werde ich Millionär? Wann werde ich wenigstens Premier Minister?”

Ich bin so beschäftigt die lange Liste meiner Wünsche vorzutragen. “Oh mein Gott, befreie mich von Krankheit, mach, dass meine Kinder zu den Größen dieser Welt gehören -  unübertroffen, ungeschlagen, unvergleichbar. Oh mein Gott, lass mich niemals sterben, damit ich ewig lebe. Oh mein Gott, lass mich keine Gelenkschmerzen haben, keine Arthritis oder Bronchitis.” Wahrscheinlich werden nach dem 60. Lebensjahr diese kleinen Unpässlichkeiten an der Türschwelle warten und wir werden sie als reguläre Gäste willkommen heißen müssen, ob es uns gefällt oder nicht, wir müssen damit leben.

 

Die Seele zahlt die Miete für die Krankheiten

Der springende Punkt ist also der, wenn ich erst einmal weiß, dass Bhagawan da ist um auf meine Forderungen einzugehen, kommt mir die Weisheit abhanden. Ich gebe euch ein Beispiel: Es gab da einen großartigen Mann in Andhra Pradesh. Sein Name war Sri Rama Sharan und in ganz Andhra Pradesh kennt man ihn als großen Gelehrten. Es gibt etwa 100 Bücher über Sri Rama von ihm. Er lebte 90 Jahre und war ein großer Anhänger von Bhagawan.  Er konnte den Inhalt der Veden sehr genau wiedergeben, besonders den Teil über den Rama Avatar. 

Er hatte Probleme mit seinen Gelenken und seine Füße waren geschwollen. Er war wirklich krank. Ich ging zu ihm, berührte seine Füße und sagte: “Sir, warum bitten sie Bhagawan nicht sie zu heilen? Warum bitten sie Bhagawan nicht um Medizin? Warum bitten sie Bhagawan nicht um vibhuti? Warum nicht? Wir wollen, dass sie lange leben. Wir wollen, dass sie gesund sind, denn sie sind ein hervorragender Redner und jemand, der dem folgt, was er sagt. Sie sind für uns alle ein Vorbild und ihr Leben liegt uns allen am Herzen. Warum, Sir, bitten sie Bhagawan nicht um Hilfe?”

Wisst ihr was Sri Rama Sharan darauf geantwortet hat? Es ist mir wichtig, dass ihr alle hört, was er dazu gesagt hat, nämlich folgendes: “Herr Anil Kumar, man muss Leid und Schmerzen erfahren. In einem Mietshaus zu wohnen bedeutet Miete zu bezahlen.  Wohnst du aber in dem Haus und bezahlst keine Miete, dann bist du der Schuldner und wirst verklagt. Das Gericht verurteilt dich dann deine Miete zu zahlen. Wenn du in dem Mietshaus wohnst, musst du auch regelmäßig deine Miete entrichten, so wie es im Mietvertrag vereinbart ist."

"In ähnlicher Weise kann der Körper mit einer Mietwohnung verglichen werden. Der Körper ist die Wohnung, in der die individuelle Seele wohnt - nicht als Besitzer der Wohnung, sondern als Mieter. Also muss die individuelle Seele regelmäßig die Miete bezahlen. In welcher Form geschieht das? Die Miete wird nicht in englischer, amerikanischer oder indischer Währung bezahlt, nein, sondern in Form von Krankheiten, Beschwerden und Leiden. Die individuelle Seele bezahlt also ihre Miete in Form von Krankheiten und Beschwerden, weil sie in dieser gemieteten Wohnung wohnen durfte - dem menschlichen Körper.”

Also wenn wir Bhagawan nicht bitten: “Swami, ich will dieses und jenes, bitte kuriere mich”, wenn wir das nicht sagen, dann werden Worte der Weisheit von Ihm zu uns fließen. Weise, philosophische und spirituelle - viele, äußerst kostbare Worte werden wir glücklicherweise von Ihm hören.  Aber wenn wir anfangen von unseren Krankheiten zu sprechen, den Problemen mit unseren Kindern, dann wird Er sagen: “Manchidi bangaroo, sehr gut! Ich werde Mich um dich kümmern. Es ist Zeit darshan zu gewähren, geh jetzt.” Aber eigentlich ist es immer noch eine Stunde bis zum darshan! (Lachen)  “Es ist jetzt die Zeit für bhajans, geh jetzt.” Aber eigentlich sind es noch anderthalb Stunden bis dahin!

Er möchte, dass wir Seinen Weisheiten Aufmerksamkeit schenken. Er möchte, dass wir auf dem spirituellen Weg wachsen. Er möchte, dass wir mit spirituellen Übungen anfangen, -  sadhana - und uns nicht nur immer um die Gelenke, den Körper, den Kopfschmerz und den Magenschmerz Sorgen machen. Die Schmerzen sind da wegen des Körpers. Auch wenn dieser oder jener Teil unseres Körpers schmerzt, - wir können es nicht ändern.

Sri Rama Sharan sagte also: “Wenn ich zu Bhagawan bete und Ihn bitte mir meine Krankheit oder die Schmerzen zu nehmen, dann würde Er sie mir nur für den Augenblick nehmen um sie auf einen anderen Zeitpunkt zu verschieben.  Anstatt heute zu leiden, wird Er gestatten es im nächsten Jahr zu tun. (Die Miete muss bezahlt werden). ”OK? Prüfungen können verschoben werden - aber spätestens nach einem Jahr müssen sie nachgeholt werden, denn sie können  nicht aufgehoben oder ganz abgesagt werden.

Ähnlich ist es mit dem Leid - es wird auf einen anderen Zeitpunkt verschoben, aber niemals aufgehoben werden. Warum? Weil das Leid (egal ob es physisch oder psychisch ist) auf Grund unserer Handlungen entsteht. So wie die Handlungen ist auch deren Ergebnis. Wenn die Handlung gut ist, ist auch das Ergebnis gleichermaßen gut. Sind Handlungen bösartig, dann ist das Ergebnis Leiden. Wurden schlechte Handlungen während verschiedener Lebensabschnitte ausgeführt, dann muss als Konsequenz Leid ertragen werden. Nun ja, dann kann nicht gesagt werden: "Ich will aber nicht leiden.” Wenn ich schuldig bin gestohlen zu haben, wenn ich einen Bankraub begangen habe und nicht hinter Gitter gebracht werden möchte, was würden die Leute wohl über mich sagen? Sie würden sagen: "Ob es ihm nun passt oder nicht, er gehört hinter Gitter.”

Genauso hat jeder die Konsequenz seines eigenen Handelns zu tragen. Man nennt es auch die Früchte des Handelns (karma) oder prarabdha, die Konsequenz bzw. der Preis, der für die eigenen Handlungen bezahlt werden muss. Schmerz und Freude kommen also nicht von Gott.

 

Man ist selbst für seine Schmerzen verantwortlich

Ich erzähle euch jetzt eine Begebenheit: Vor einigen Jahren wurden einige der Studenten gebeten vor Bhagawan zu sprechen. Einer nach dem anderen erzählte seine Erfahrungen mit Bhagawan. Sie erzählten von den Wundern, die Er bewirkte und sie priesen Ihn, wie sie durch Seine Gnade, - schon auf der Schwelle des Todes, -  entkamen. Sie nutzten diese Gelegenheit ihrer Hingabe und Loyalität Ausdruck zu geben und wir erfuhren, wie sie durch Bhagawans wunderbare Hände gerettet wurden. 

Danach hielt Bhagawan Seine göttliche Rede: “Denkt  immer daran, Gott wird niemals retten und Gott wird niemals bestrafen.”

Was soll das heißen? Du bestrafst nicht und du rettest nicht? Was machst Du denn hier? Welche Aufgabe kamst du zu erfüllen? Warum sollte ich hierher kommen und aus vollem Halse Dich lobpreisen? Soll mir das nur Schmerzen im Hals oder anders wo einbringen? 

Wisst ihr was Bhagawan uns sagte? Er sagte: “ Der Schmerz und die Freude sind nicht  Mein Geschenk an euch. Sie kommen nicht von Mir. Freude und Schmerz sind das Resultat eurer Handlungen. Ihr seid verantwortlich für euren Schmerz und ihr seid verantwortlich für eure Freude. Ihr tragt die Verantwortung für euer Glück und ihr tragt die Verantwortung für euer Leid. Die Verantwortung dafür liegt nicht bei Gott.”

Welche Rolle spielst Du dabei, Gott? “Ich bin der Zeuge.” Gott ist der unbeteiligte Zeuge. Der ewige Zeuge, der an der Peripherie Stehende, der Überbringer, der Erfahrende. Er sorgt dafür, dass du vor der Konsequenz der Handlungen nicht davonläufst. Er ist nicht bestechlich. Er trägt Sorge dafür, dass du dich den Handlungen des Lebens stellst.  Gott ist also der ewige Zeuge und nicht verantwortlich für Schmerz und Freude. Das sind wir alleine.

 

Ich gebe dir Kraft das Leid zu ertragen

Wie kommen wir aus dieser Situation heraus, Bhagawan? Swami gab ein kleines Beispiel: Obwohl wir Einkommenssteuer zahlen müssen, gibt es die Möglichkeit der Steuerermäßigung oder sogar der Steuerbefreiung. Es ist wohl klar, dass Steuerhinterziehung und Steuerbefreiung nichts mit einander zu tun haben. Steuerhinterziehung ist kriminell, während Steuerbefreiung legal ist. Ja, so ist das! Wenn es im Februar oder März an der Zeit ist die Steuererklärung zu machen, dann sind die Leute sehr beschäftigt herauszufinden, wie sie Steuern sparen können. Ähnlich, wie mit der Steuerschuld, die wir an den Staat zu zahlen haben, ist es auch mit der hohen Steuerschuld des Leides, die wir für alles Unrecht, das wir begangen haben, für alle Sünden, die wir begangen haben, bezahlen müssen.

“Swami, was sollen wir tun?”

“Ich gebe euch Steuerermäßigung!”

 “Wie sieht das aus?”

“Erwirb dir Steuerermäßigungen durch Dienst am Nächsten. Erinnere dich an Gott durch Wiederholung Seines Namens (Namasmarana)  und erwirb dir dadurch eine Steuerermäßigung.  Führe Handlungen der Nächstenliebe aus, hilf den Bedürftigen, zeige Initiative und erwirb Steuerermäßigung oder Steuerbefreiung.”

“Swami, all das mache ich doch schon und dennoch leide ich! Ich diene den Menschen. Ich gebe den Armen Geld, denen, die es wirklich brauchen. Ja, ich diene und dennoch leide ich.  Was ist das für eine Ermäßigung, die Du mir gewährst? Im Gegenteil, Du legst mir noch eine zusätzliche Steuerschuld auf! Wenn ich nicht hier wäre, würde ich glücklicher sein!” Manchmal denke ich so.

Dann sagt unser geliebter Herr: “Mein liebes Kind, vergiss nie, dass ich dir die Kraft gebe dein Leid zu tragen.” Menschen leiden, jedoch sollen sie das Leid mit dem Wissen ertragen, dass Gott an ihrer Seite ist und der festen Überzeugung sein, dass Gott ihnen hilft. Das macht es einfacher.

Welche Rolle spielt Gott dabei? Gott hilft, indem Er uns die richtige Einstellung zum Leid gibt.  Die richtige Einstellung wird uns daran hindern nachtragend und rachsüchtig zu sein; sie wird uns daran hindern mit Gewalt und emotionell zu reagieren; sie wird uns helfen das Gefühl von Gleichmut zu entwickeln. Die richtige Einstellung verhilft dem Geist zu Ausgeglichenheit. Haben wir die richtige Einstellung erlangt, dann werden wir in der Lage sein Freude und Schmerz in der gleichen Weise zu empfangen. Sie ist ein Geschenk Gottes. 

Meine Freunde, wenn wir bereit sind die Dinge so zu akzeptieren, wie sie in unserem Leben geschehen, nun ja, dann nehmen wir die Chance wahr, die Worte der Weisheit, die von den göttlichen Lippen Bhagawan Babas fließen, zu hören. Aus diesem Grund fragen die erfahrenen, Bhagawan wahrlich hingegebenen devotees nach nichts, was ihnen persönlichen Vorteil einbringt. Sie fragen einfach nicht danach. Sie sitzen nur und hören Ihm zu. Auf die Frage: “Was möchtest du?” antworten sie: “Swami, ich bin glücklich hier zu sein.”

Hier mag ein Nierenleiden vorliegen, dort ein Problem mit dem Herzen; dennoch wird ein devotee mit der richtigen Einstellung zu seinem Leiden nur glücklich sein bei Bhagawan zu sein. Das ist die richtige Einstellung! So denkt ein wahrhafter devotee, weil er mit dieser Denkweise von Bhagawan lernen kann. Er wird in der Lage sein von den göttlichen Lippen höchst  wertvolle, kostbare Worte der Weisheit zu empfangen. Das ist wichtig. Unser Herz sollte wie die Schale für Reis des Bettelmönches sein, bereit zu empfangen. Was zu empfangen? Bereit die Perlen und Edelsteine der Weisheit von Bhagawan Baba zu empfangen. 

 

Begegne dem Meister in einem Zustand völliger Leere

Wie sollte ich denn zu Bhagawan Sri Sathya Sai Baba gehen? Mit welchem Gefühl sollte ich denn die Kulwant Halle betreten? Nicht mit dem Gefühl außergewöhnlich zu sein; ich bin dieses oder das. Ich habe eine hohe Position oder ich bin wohlhabend. Das ist eine dumme, törichte Einstellung; eine Einstellung völliger Ignoranz und Unwissenheit. Wenn du zu deinem Meister gehst, dann solltest du das mit dem Gefühl tun, dass du nichts, gar nichts weißt. "Gott, ich weiß gar nichts." So sollte unsere Einstellung sein. Denn, ob das, was wir wissen richtig ist oder nicht, dass wissen wir wirklich nicht.

Also lasst uns dem Meister gegenübertreten. Lasst uns Bhagawan Sri Sathya Sai Baba in einem Zustand völliger Leere gegenübertreten. “Ich bin in einem Zustand völliger Leere, oh Gott. Ich weiß gar nichts. All mein Wissen ist weg.” Möglicherweise ist es in der Gegenwart des göttlichen Meisters wichtiger zu verlernen als zu lernen. Man muss verlernen, was man gelernt hat. Man muss sich leeren. In dem Zustand der Leere und Stille kann man die Stimme Gottes erfahren. Das ist nur in Stille, im Nichts, in Leere möglich. 

Wenn wir uns in einem Tal befinden und schreien, dann werden wir ein Echo wahrnehmen. Hier, bei Bhagawan, kann man so laut schreien wie man will, ein Echo wird man nicht hören. Warum? Weil wir hier nicht leer, sondern vollgestopft mit Dingen sind. Ein Tal ist leer und deshalb hören wir dort ein Echo. Um also die Stimme Gottes zu hören, muss man sich völlig leer machen. Man muss Gott mit der Einstellung, dass man gar nichts weiß, entgegentreten. So sollte die Haltung eines devotees sein.

Wenn wir nun Bhagawan von Angesicht zu Angesicht gegenüber stehen, ist es angebracht die Kunst des Zuhörens zu lernen und nicht die des Sprechens. Es gibt auch Menschen, die dann anfangen zu sprechen. Wenn es eine ältere Person ist, wird Swami sagen: “Manchidi, manchidi. Gut, gut. Geh auf deinem Weg weiter.” Es bedeutet dann so viel wie: Du weigerst dich an dir zu arbeiten, dich zu verbessern. Du bist schon geformt, bist voreingenommen und beeinflusst und nicht bereit dich zu ändern. Sich von etwas zu befreien, was man für sich selbst als gut befunden hat, ist ein schweres Unterfangen, denn man ist weniger gerne bereit zu lernen. Deshalb ist es gut in der Gegenwart Bhagawans still zu sein. 

 

Worte erzeugen Distanz

Wie lerne ich zu hören und nicht zu sprechen? Ihr wundert euch sicherlich, wenn einige Leute vor Bhagawan sprechen. Sie sprechen, um noch mehr Gelegenheiten zum Zuhören zu bekommen. Sie stellen Bhagawan Fragen, damit Er spricht um sie zu beantworten. Das gibt ihnen die Gelegenheit, die Erklärung auf die Frage aus Seinem göttlichen Mund zu hören, denn niemand kann Dinge so gut erklären wie Bhagawan. Das ist eine einzigartige, seltene Gelegenheit. Warum sprechen? Stell Fragen, wenn sich schon einmal die Gelegenheit dazu ergibt, damit Er dir die umfassende göttliche Weisheit zuteil werden lassen kann. Zuhören ist eine Kunst, die größer ist als sprechen. Gewöhnlich sagen Leute, dass es eine Kunst ist zu reden, sich zu artikulieren, die richtigen Worte zu finden. Aber in der Spiritualität ist das Zuhören eine Kunst; vom Zuhören kann man nur profitieren. (Reden ist Silber, schweigen ist Gold.)

Darüber hinaus wird gesagt, dass die Worte eines Schülers eine Distanz schaffen. Fährst du fort zu sprechen, wird Swami sagen: “Manchidi (Gut).” Er geht an dir vorbei - sonst passiert nichts. Es entsteht eine Distanz und diese Distanz wurde durch das unaufgeforderte Sprechen hergestellt. Aber Worte des Meisters, des Lehrers, sie bringen dich näher zu Ihm. Die Nähe Gottes spürst du stärker wenn Er spricht. Deshalb heißt es: “Höre zu und schweig.” Anstatt durch unaufgefordertes Reden Distanz herzustellen, höre auf die Stimme des Meisters, damit sie dich näher, näher und näher zu Ihm bringt. Das ist das Geheimnis. Lasst uns anfangen auf die Stimme Bhagawans zu hören und schweigsam zu sein. Das ist der Ratschlag dem wir folgen sollen.

 

Imitiere nicht

Es gibt auf unserem spirituellen Weg einen Punkt, an dem wir anfangen zu imitieren. Oh ja, ich möchte gerne so singen wie einige der Studenten hier. Na gut, ich will also sein wie sie. Aber die Halle wird sich leeren, wenn ich erst anfange zu singen, weil ich einfach nicht so wie diese Studenten singen kann! Es gibt da auf dem Campus einen Sportler, dem gelingt einfach alles. Er spielt fantastisch Kricket. Das will ich auch. Doch ich habe nicht seine Begabung. Aus der Traum! Versuche niemals zu imitieren, - sei nie die Kopie eines anderen! Nein! Jemanden zu imitieren, sich mit jemandem zu vergleichen, sein zu wollen wie er, sich mit jemanden zu messen, in Wettstreit zu treten, das ist völlig menschlich. Doch es ist ohne Bedeutung, ohne Nutzen, vergebliche Mühe und albern. Es ist eine alberne Bemühung jemanden zu imitieren, ihn nachzumachen, sich mit jemanden zu vergleichen oder gar beweisen zu wollen, gleich gut oder besser als der andere zu sein. Das sind alles Zeichen von Schwäche. 

Du bist selbst eine Größe. Du selbst bist einmalig. Warum willst du dich mit anderen vergleichen? Deshalb ist der Wunsch wie jemand anders sein zu wollen nichts anderes als verrückt. Mit diesem Wunsch im Herzen wirst du nicht in der Lage sein dein eigenes, wahres Selbst, dein wahres Wesen zu erkennen. Bei dem Versuch so wie jemand anderer zu sein verlierst du dein wahres Wesen, deine eigenen Identität und deine Einmaligkeit und das, was dich besonders macht. Also - versuche nie jemanden zu imitieren oder zu kopieren.

Bhagawan gibt uns ein einfaches Beispiel: Eine Krähe beobachtete einen Schwan. Als der Schwan sich in seiner sanften, majestätischen, wunderschön anzusehenden Art und Weise in Bewegung setzte, wollte die Krähe es ihm nachmachen. Es gelang ihr für eine Weile die Bewegungen des Schwanes zu imitieren. Dadurch vergaß sie jedoch völlig, wie sich eine Krähe bewegt. Sie hatte vergessen, dass sie eine Krähe war und das Krähen ihr eigenes Wesen haben. Sie gab ein Bild ab, als ob sie auf einmal irre geworden sei!

Jeder von uns, meine Freunde, wurde mit seiner eigenen Art zu denken, seiner eigenen Art sich zu geben, seiner eigenen Art sich auszudrücken, seiner eigenen Art sich in voller Größe zu entfalten, beschenkt. Es gibt nicht Zwei die sich gleichen! Das ist das Naturgesetz. Alle Biologen würden mir da zustimmen - es gibt nicht Zwei die sich gleichen. Nicht einmal Zwillinge sind gleich, kein Blatt gleicht dem anderen und keine Blume gleicht der anderen. Das ist unmöglich, so etwas gibt es nicht! Vielfalt ist also die Würze des Lebens. In diesem Leben, so voller Vielfalt, jemanden zu imitieren oder zu kopieren, ist so billig. Das sagt Bhagawan. Der Wunsch jemand anders zu sein ist verrückt und wenn ihr ihm nachgebt, dann werdet ihr euer eigenes Wesen euer eigenes Selbst nicht erkennen. Wie schön ist die Erkenntnis dieser Wahrheit!

Versteht und begreift: Ihr seid einmalig! Ihr seid besonders! Ihr seid mit nichts vergleichbar. Ihr seid so wie ihr seid. Jeder von uns hier ist es. Stimmt das? Natürlich! Denn weil wir diese Wahrheit nicht erkannt haben, vergleichen wir uns mit anderen,  wollen wir uns mit anderen messen und begeben uns auf eine Stufe, die so niedrig ist. So etwas sollte nicht geschehen. Du bist so wie du bist - einzigartig! Deshalb vergleiche dich niemals mit jemanden anders.

Wenn jemand sagt: “Swami, So-und-So ist so-und-so! Er hat das-und-das gemacht, aber wir können es besser," dann wird Er sagen: "Stelle niemals Vergleiche an. Die Schöpfung ist göttlich, imitieren ist menschlich.” Denkt nur immer daran, dass jeder von uns einzigartig ist. Es ist einfach nicht notwendig, wie jemand anderes sein zu wollen.

Eine Rose erstrahlt in ihrer Schönheit und das tut auch die Lotusblüte. Die Rose muss nicht zu einer Lotusblüte werden und umgekehrt. Jede Blume erstrahlt in ihrer eigenen Schönheit, sei sie nun groß oder klein, ihrer Schönheit tut es keinen Abbruch. Die kleine Blume und auch die große Blume ist schön auf ihre eigene Art und Weise. Demzufolge ist eine Rose eine Rose und eine Lotusblüte eine Lotusblüte. Jede ist schön so, wie sie ist.

 

Die Vergangenheit muss begraben werden

Wenn wir von Angesicht zu Angesicht vor Bhagawan stehen, dann muss die ganze Vergangenheit völlig begraben, vergessen sein. Es gibt Menschen, die denken, dass sie demütig sind. Sie denken, sie sind aufgeschlossen und behaupten: “Ich habe in der Vergangenheit viele schlechte Dinge getan. Ich war ketzerisch, kritisch und ein Atheist. Ich habe nicht an Sai geglaubt.” Hör mal, ich will keinerlei Mitteilung von dir. Wenn du es früher warst und jetzt nicht mehr, warum sprichst du denn noch von der Vergangenheit? “ Wenn du damals ein Ungläubiger warst und Baba nicht akzeptiertest, es heute aber anders ist, dann denk nicht mehr an die Vergangenheit. Denn die Vergangenheit kann nicht mehr zurückgeholt und geändert werden und die Zukunft, die ist ungewiss. Warum sich dann darüber den Kopf zerbrechen?

 Ein idealer devotee, ein idealer Suchender, der begräbt die Vergangenheit. Niemand sollte sagen: “Vor zehn Jahren habe ich einen Tempel erbaut.” Vor zehn Jahren war das? Warum sprichst du dann heute noch davon?  Oder:  “Vor fünfzehn Jahren gab Bhagawan mir ein Interview. Was geschah war folgendes....." Bitte behaltet es für euch; es interessiert nicht! Es gibt auch einige Leute, die belegen alles aus der Vergangenheit mit Daten: "Es war am 15. Februar 1980." Das interessiert doch niemanden. Warum? Weil die Vergangenheit unabänderlich vorbei ist, nicht mehr zurückzuholen. Warum beschäftigst du dich noch mit ihr? Ein Punkt kommt sehr klar zum Vorschein: Wir müssen sofort damit anfangen unsere Vergangenheit zu begraben, anfangen zu akzeptieren, dass wir völlig unwissend sind.

Bhagawan, ich bin naiv. Ich bin unwissend. Swami, ich weiß gar nichts. Alles was ich in der Vergangenheit gelernt habe, ist nicht mehr präsent. Einfach weg - noch nicht einmal ein Hauch einer Erinnerung. Nichts ist übrig geblieben! Alles ist begraben (ich bin leer). Die bedingungslose Akzeptanz von Unwissenheit, ist der erste Schritt von Weisheit.

Wenn ich sage: "Ich weiß nichts," dann bedeutet es, dass ich doch etwas weiß, doch es ist nicht wichtig genug, es zu erwähnen. Es war Sokrates, der sagte: "Ich weiß nur eines, -  dass ich nichts weiß." In Abwandlung dieser Aussage könnte man auf uns bezogen sagen: Wir wissen nicht, dass wir nichts wissen. Welch eine Tragödie!t wissen, dass wir krank sind, kann uns nicht geholfen werden.  Wir wissen gar nichts, es sei denn, dass wir Bhagawan annehmen. Wenn wir das tun, ist das eine Gelegenheit zu neu zu lernen, anders geht es nicht. 

 

Befreie dich von Ehrgeiz (Ambitionen)

In der Spiritualität gibt es noch einen anderen , wichtigen Punkt, den wir nicht außer Acht lassen sollten:  Befreit euch von Ehrgeiz!  Der Gedanke: " Na ja, ich möchte es in dieser Welt zu etwas bringen. Ich möchte Rektor der Fachhochschule werden, oder sogar Präsident meines Landes. Ich will das höchste Amt bekleiden, irgend eine Position, in der ich etwas darstelle." Im Leben gibt es ständig Anstrengungen es zu etwas zu bringen. Spiritualität ist nicht  der Prozess des Werdens - nein! Spiritualität ist Sein - nicht Werden! Deshalb ist es richtig sich von Ehrgeiz zu befreien. 

„Ich sollte bei den Leuten bekannt sein, - eine tolle Position haben, - einen Namen haben, - berühmt sein, - Unsinn! All das ist nicht spirituell und nicht religiös. Befreien wir uns vom Ehrgeiz. Trotzdem Leute sagen: " Wenn ich nicht ehrgeizig bin, dann kann ich es auch zu nichts bringen. Ich brauche Ehrgeiz um reich zu werden,  um eine hohe Position mit Autorität einzunehmen. Wenn ich keinen Ehrgeiz habe, wie kann ich dann vorankommen?" Doch in der Spiritualität ist Ehrgeiz ein Hindernis. In der Welt wird uns Ehrgeiz einem Ziel näher bringen, er wird uns helfen das zu erreichen, was wir noch nicht erreicht haben. Was wir heute nicht sind, das werden wir morgen sein. Ehrgeiz ist weltlich, in der Spiritualität sollen wir jedoch das sein, was wir schon sind! Warum sollten wir also unseren Ehrgeiz behalten wollen? Befreien wir uns von ihm!

Zu wissen, dass ich Anil Kumar bin, hat nichts mit Ehrgeiz zu tun. Ich bin es doch schon. Na ja, wenn ich sage, dass mein Ehrgeiz mich drängt Anil Kumar zu sein, dann werden die Leute mich bemitleiden und sagen: "Anil Kumar, es ist an der Zeit, dass Bhagawan eine  Psychiatrische Abteilung im Krankenhaus einrichtet!” (Lachen) Jemand fragte mich einmal: "Herr Kumar, wie kommt es, dass wir eine Kardiologie- Abteilung, aber keine Psychiatrische Abteilung haben? Warum ist das so? "  Meine Antwort lautete: " Die Abteilung für ambulante Patienten sollte sich in der Sai Kulwant Halle befinden, denn sind wir nicht alle auf die gleiche Weise verrückt! (Lachen) Alle Ärzte dieser Welt würden nicht ausreichen , denn es sind Tausende  devotees und Patienten hier!”

Also, meine Freunde, es ist eine Art von Verrücktheit zu denken, dass ich mich kennen lernen möchte. Nein! Ich muss mich nicht kennen lernen, sondern ich muss wissen wer ich bin. Ich bin Gott! Thath Thwam Asi: Das bist du. Aham Brahmasmi: Ich bin Gott. Ayam Atma Brahma, Prajnana Brahma. Das sind die wichtigen Aussagen (Mahavakyas), die uns versichern, dass wir Gott sind. Wir sind Gott! Wir müssen es nicht erst werden. Ich muss also nicht den Ehrgeiz haben Gott zu werden. Wenn ich erst so wie Gott werden müsste, würde das bedeuten, dass ich es jetzt nicht bin und auch niemals war. So ist das aber nicht - nein! Wir sind bereits Gott. Wir müssen es nur erkennen, es muss uns nur bewusst sein. Es ist nichts, was wir erst erreichen müssen. Es ist kein mechanischer oder technischer Vorgang. Ganz und gar nicht! Also, befreien wir uns von Ehrgeiz - weg damit!  

Vergleiche? Oh ja! Wir stellen sie an und fühlen, dass die Person dort drüben mehr Hingabe hat, als ich. Wie will ich das aber wissen? Gibt es ein Thermometer, ein Barometer, das Hingabe messen kann?  Oder vielleicht eine Waage, mit der man Hingabe in Pfund oder Kilo ausdrücken kann? (Lachen) Wie kann man Hingabe vergleichen? Wie kann man Vergleiche anstellen, indem man sagt, dass jemand ein devotee und ein anderer ein großartiger devotee ist? Wie kann man einen Vergleich anstellen, indem man sagt, dass  jemand schon seit langer Zeit ein devotee ist und jemand anderer nicht? Wird das etwa in einer Kartei festgehalten? (Lachen) Woher weiß man, ob jemand ein leidenschaftlicher devotee ist? Nein, nein, nein! Wir sind nicht da um Vergleiche anzustellen - bestimmt nicht! Wenn man anfängt sich mit anderen zu vergleichen, indem man sagt: "Er ist ein großartiger devotee ," oder: " Er ist ein leidenschaftlicher devotee," dann bedeutet das, dass man sein eigenes Selbst beleidigt und ihm nicht den nötigen Respekt zollt. Warum sollte ich mich nicht respektieren? Warum sollte ich mich entehren? Warum sollte ich mich verletzen? Warum sollte ich mich mir Schaden zufügen? Nein - und nochmals nein! Deshalb - befreien wir uns von Ehrgeiz und hören wir damit auf, uns mit anderen zu vergleichen. Wir respektieren uns nicht und beleidigen uns selbst, -  hören wir damit auf! Deshalb sagt Bhagawan: Befreit euch von Ehrgeiz.

 

Rotte die Wünsche aus, die das Leben in dir erweckt

Da ist noch ein anderer Punkt: Rotte die Wünsche aus, die das Leben in dir erweckt!  "Ach so! Wenn das Leben keine Wünsche in mir wachruft,  was sollte ich denn dann haben ?”  Jeder Wunsch ist an Zeit gebunden. Ihn zu erfüllen erfordert Zeit. Ein Wunsch ist eine Hoffnung, ein Versprechen für die Zukunft.

Spiritualität ist kein Wunsch. Auch Religion ist es nicht, denn Wünsche sind etwas Zukünftiges, Futuristisches. Wünsche sind mit einem Zeitfaktor verbunden. Spiritualität spricht vom Leben hier und jetzt. Gott hier und jetzt ist nicht eine Frage des Wunsches. Wünschen bedeutet etwas aufschieben, es in der Zukunft wahr werden zu lassen. Deshalb: Rotte die Wünsche aus, die das Leben in dir erweckt!

Diesen Wunsch gibt es häufig: “Ich möchte ein langes Leben.” Einmal sagte jemand zu Bhagawan (es war eine bedeutende Persönlichkeit): “Swami, ich möchte wiedergeboren werden um Dir zu dienen, wenn Du als Prema Sai zurück kommst ." Ein Narr erster Klasse! (Lachen) Auf diese Art und Weise meinte er seiner Hingabe Ausdruck zu geben - es war wie ein Springbrunnen der Hingabe. Aber wisst ihr, was Bhagawan darauf antwortete? Er sagte: “Es reicht schon, wenn du Mir jetzt dienst. Du musst nicht erst auf die Ankunft von Prema Sai warten.” (Lachen) Also lassen wir erst gar nicht in uns den Wunsch auf ein langes Leben aufkommen oder gar den Wunsch der Wiedergeburt. Weg damit!

Ich lebe jetzt und weil ich jetzt lebe, bin ich voller Lebenskraft. Ich bin voller Enthusiasmus und Dynamik. Ich bin voll von der Gnade Gottes. Lasst uns in Gottes Gnade baden.  Wir stehen unter dem Schirm der göttlichen Gnade. Wir befinden uns in einem Magnetfeld, in dem uns die göttliche Kraft anzieht und uns zusammenhält. Wenn das so ist, warum sollte ich da noch weitere Wünsche haben? Sobald ich also anfange mir etwas zu wünschen, verliert der Wunsch seine Anziehungskraft, seine Schönheit, seine Großartigkeit. Denn - das Leben ist hier und jetzt. Und so ist es auch mit Gott. Er ist hier im Jetzt. Es hat nichts mit der Zukunft zu tun.

 

Sei glücklich!

Vielen von uns sagt Bhagawan: "Sei glücklich." Ihr habt es sicherlich schon gehört, wenn Bhagawan sagt: "Sei glücklich, sei glücklich!" Warum sagt Swami das immer? Auch wenn ich Ihm berichte, dass die Studenten dieses und jenes Unrecht verzapften, sagt er immer: " Oh, glücklich, glücklich." Ach so, Swami.  Du bist immer glücklich und Du willst, dass wir auch immer glücklich sind. Warum? 

Der Grund ist ganz einfach der: Er will, dass wir glücklich sind, weil wir unglücklich sind. Wir sind unglücklich und wollen das haben, was wir noch nicht besitzen. Es ist so, dass wir unser Glück darin finden, dass wir unglücklich sind! Ich kann da Tausende von Beispielen geben. Aber darüber möchte ich lieber doch nicht sprechen, denn ihr könntet euch angesprochen fühlen. In den Beispielen, die ich kenne, haben die Menschen wirklich keinen Grund unglücklich zu sein. Die Kinder sind sehr gut versorgt, ganz zu schweigen von ihrem Bankkonto - wow! Ganz schön viel drauf und dennoch, sind sie nicht glücklich. Denn - für ein hohes Einkommen muss man eine hohe Steuer bezahlen. Eigentlich wissen sie nicht, was sie mit dem vielen Geld machen sollen, denn sie leben schon mit allen Bequemlichkeiten und allem Luxus, den es im Leben geben kann. Und trotzdem - sie laufen mit einem Gesichtsausdruck herum, als ob sie gerade Rizinusöl getrunken hätten. So drückt Bhagawan es aus. Nicht der geringste Anflug eines Lächelns im Gesicht und warum? Weil sie ihr Glück darin finden, unglücklich zu sein.

Warum ist das so? Wenn man jemanden fragt: "Wie geht es dir?", dann antwortet er mit höchster Wahrscheinlichkeit:" Ich habe hier und dort Schmerzen." 

“Nun ja, wie kann ich dir helfen?”

“Ich bin unglücklich, denn ich bin schon drei Wochen hier, und Bhagawan hat mich noch kein einziges Mal angeschaut.” Es steht mir nicht zu zu sagen: "Bhagawan, bitte schau ihn doch an.”  (Lachen) Warum inszenieren wir solche Dramen? Ich sage euch, meine Freunde: Solange wir nicht damit aufhören unser Glück darin zu finden unglücklich zu sein, werden wir nie glücklich werden. Niemand kann uns dann helfen. Nein!

Tatsächlich haben wir gar keinen Grund unglücklich zu sein! Von den vielen, Millionen Menschen auf dieser Erde sind wir es, die in diesem Augenblick hier in Seiner göttlichen Gegenwart verweilen, ihn sehen, Seinen göttlichen darshan empfangen und der Melodie Seiner Worte lauschen. Welches größere Glück könnten wir denn noch in dieser Welt finden?  Welche größeren Gewinne könnten wir denn noch in dieser Welt erzielen? Welche größere Segnung könnten wir denn noch in dieser Welt empfangen als die, in Seiner göttlichen Gegenwart zu sein? Wir haben keinen Grund unglücklich zu sein.

Wir sind das Glück! Wir sind das personifizierte Glück, wir sind die Verkörperungen des Glücks, wir sind Glückseligkeit! Unglücklicherweise jedoch bringt es offenbar mehr Gewinn unglücklich zu sein. (Lachen) Es scheint bequemer.

 

Nur um die Aufmerksamkeit anderer zu erwecken

Hier ist ein einfaches Beispiel: Nehmen wir einmal an, dass sich die ganze Familie rund um glücklich fühlt. Im Fernsehen läuft ein gutes Programm. Plötzlich fängt das Kind, um Aufmerksamkeit zu erwecken, an zu weinen: “Ich habe Bauchschmerzen, Mammi!” Es lag aber kein Grund für Bauchschmerzen vor. Das Kind wollte wohl nur von allen Aufmerksamkeit. Es wollte von der Mammi auf den Schoß genommen werden und getröstet werden.”  So kann man die Aufmerksamkeit anderer auf sich lenken. (Lachen)

Wenn sich dieses Kind jedoch in einer Umgebung ohne die Anwesenheit der Eltern befindet, wird es, auch wenn es Bauchschmerzen hat, nicht in dem Maße die Aufmerksamkeit auf sich lenken wollen. Die Anwesenheit der Eltern verleitet die Kinder, oftmals ohne offensichtlichen Grund, ihre Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Warum? Die Aufmerksamkeit, die sie durch das Unglücklichsein bekommen, macht sie glücklich. Wenn Gäste zu Besuch da sind, ist das Kind oftmals unglücklich, weil es die Aufmerksamkeit der Eltern mit den Gästen teilen muss und fängt an zu weinen. Bekommt es dann genügend Aufmerksamkeit, dann findet es durch Unglücklichsein Glück.

So etwa ist es auch mit der Ehefrau, die die Aufmerksamkeit ihres Gatten, der nach einem langen, schweren Arbeitstag nach Hause kommt, auf sich lenken möchte. Sie täuscht vor, sie fühle sich nicht gut, weil sie Kopfschmerzen hat, obwohl sie den ganzen Tag mit ihren Nachbarinnen getratscht hat.  Durch Unglücklichsein empfängt sie das Glück der Fürsorge ihres Gatten. (Lachen)

Ist es nicht so, meine Freude, dass wir bevorzugen unglücklich zu sein, weil es uns viele Vorteile einbringt? Vielleicht ist das der Grund, warum  wir nicht glücklich sein wollen. Wir finden den Weg zum Glücklichsein nicht, weil wir unterwegs über das stolpern, was zweckdienlicher ist.

Viele Dinge, die wir tun, werden als Sünde betrachtet. Zum Beispiel stehlen, Alkoholkonsum und Ehebruch. Und was sagt Baba? Er sagt, dass es eine Sünde ist unser Leben mit einer  unglücklichen Einstellung zu leben. Andere unglücklich zu machen ist eine noch größere Sünde, die schlimmste aller Sünden, die es gibt. Manche sind glücklich, wenn andere unglücklich sind. Vielleicht ist das so, weil sie dadurch ihr eigenes Gefühl des Unglücklichseins vergessen können. Es scheint, als ob sie dadurch ihr eigenes Leid, ihre Trauer und ihre Probleme vergessen würden, schaffen aber durch ihre Einstellung  für andere noch mehr Probleme. Halten wir einfach fest: Bhagawan sagt, es sei eine Sünde mit einer  Einstellung herumzulaufen, unglücklich zu sein mache glücklich .Die schlimmste Sünde aber sei, andere unglücklich zu machen. Das ist, was wir zu lernen haben.

 

Spiritualität ist kein Ideal

Die Suche nach Spiritualität ist nicht eine Suche nach Idealen. Spiritualität ist Realität, ist  Wahrheit. Sie ist das dir eigene Wesen. Was wir also tun sollen, ist damit anzufangen, unser Selbst zu erkennen, - einzutauchen in die Kunst der Entdeckung des Selbst, - die Kunst  in der Realität sein Selbst zu begreifen.

Spiritualität ist also kein Ideal,  nur weil viele Leute sagen, es gäbe so viele davon in unserer Religion. Solche Ideale gehören in einen Stahlschrank. Ideale mögen erreicht werden, sie können verwirklicht werden, oder auch nicht. Aber dein eigenes Wesen  - mit dem bist du verbunden. Du bist das Selbst. Deshalb ruft  es geradezu nach Entdeckung.

Ich verrate  euch jetzt mal ein kleines Geheimnis. Bhagawan hat etwas Wunderschönes gesagt, was wir verstehen sollten. Warum kommen wir zu Bhagawan Sri Sathya Sai Baba? Wenn mich das jemand fragt, dann antworte ich: „Ich kam zu Bhagawan Sri Sathya Sai Baba wegen der Philosophie, wegen der Spiritualität. Er macht philosophische Lehren so einfach verständlich, dass alle sie verstehen. Der Mensch kompliziert Dinge, während Gott sie vereinfacht. Wir mögen denken, dass jemand, der die Dinge in komplizierter Weise darlegt, ein großer Mann ist. Aber Bhagawan wird niemals die Dinge komplizieren. Nein! Er wird auch dir niemals erlauben irgend eine Situation oder ein Problem zu komplizieren, weil Er das auch nicht tut. Er erklärt alles in einfacher Art und Weise.“

 

Der äußere Umstand

Nehmen wir einmal an, du maßregelst mich. Das hinterlässt bei mir ein unschönes Gefühl. Jetzt bin ich sehr wütend. Diese Wut war vorher nicht da und kam erst, nachdem du mich gemaßregelt hast. Ein äußerer Umstand war also für meine Wut verantwortlich. Er ist auch für Neid und Eifersucht verantwortlich. Viele Dinge werden durch äußere Umstände hervorgerufen. Was sagt nun Bhagavan darüber?

Wenn du von Eifersucht heimgesucht wirst, jage sie fort. Sie wohnt nicht in dir, sondern ist etwas, das von außen kommt. Wenn du Gäste hast, dann gehen sie auch wieder. Sie bleiben nicht und besetzen dein Haus. Es gehört ihnen nicht und deshalb bleiben sie auch nicht für immer. Sie kommen und gehen.

Ähnlich ist es mit  Wut, Begierde, Eifersucht und Neid. Sie wohnen alle nicht bei dir und gehören nicht zu dir. Sie sind nicht die Bewohner deines Hauses und deshalb schmeiße sie alle raus. Sie sind nicht dein wahres Wesen. Sie haben nichts mit deinem ewahren Selbst zu tun. Deshalb muss das, was von außen eindringt wieder rausgeworfen werden, wie zum Beispiel Wut und Stolz. Deshalb halte Leid, das von äußerlichen Umständen erzeugt wird, von dir fern. Du bist glücklich, du bist Glückseligkeit. Alles andere halte fern.  Das Leben brennt darauf dich glückselig zu machen.

 

Die Natur ist der beste Lehrer

Wenn ich zum Beispiel um 18:30 Uhr spazieren gehe, dann erfreue ich mich an einer kühlen Brise ! Wenn ich den Sonnenaufgang beobachte, dann erfreue ich mich an dem farbenfrohen Bild am Himmel, das der göttliche Maler dort hingezaubert hat. Mit welch wunderschönen Lächeln im Gesicht lässt Gott die Blumen blühen. Die blühenden Blumen sind das Lächeln Gottes. Der sanfte Wind, den wir spüren, ist die Berührung Gottes. Der Regenbogen am Himmel zeigt Seine Schönheit und Seine Herrlichkeit. Die Natur ist der beste Lehrer, das Leben der beste Prediger. 

Wenn du also die Natur betrachtest, spürst du Gott: Sarvam Vishnu Mayam Jagat. Alles ist  grundsätzlich und unabdingbar göttlich. Das Leben ist also bereit dich glücklich zu machen. Hörst du den Kuckuck rufen? Lausche dem Gezwitscher der Vögel am Morgen - sie nehmen am nagarsankirtan teil. 

Die Menschen sind immer in Eile, immer auf dem Sprung. Sie sind bereit ein paar schnelle Runden um Ganesha zu drehen: “Hari, Hari, Hari!” Ich weiss nicht,  was es ist, - als ob ein Chirurg in den Operationssaal eilte, um einen Patienten zu retten. Warum seit ihr alle nur so in Eile? Wenn ihr am Morgen zum nagarsankirtan geht, warum lauscht ihr nicht auf die Melodie der Vögel, der Nachtigall? Wow! Welch eine Musik bekommst du da zu hören! Warum genießt ihr nicht den Sonnenaufgang in all seiner Schönheit? Die Natur und das Leben , - sie sind immer eifrig dabei, uns glücklich zu machen, aber wir sind einfach nicht bereit,  es wahrzunehmen. Das ist wirklich eine Tragödie. Glückseligkeit ist unser wahres Wesen, -  wir sind Glückseligkeit.

 

Die Kunst das Selbst zu  entdecken

Gott, was soll ich nun machen? Was, mein lieber, über alles geliebter Bhagawan? Bhagawan gibt uns ein einfaches Beispiel:  Wo befindet sich Gold? In der Erde. Was tust du um an das Gold heranzukommen? Tief genug graben. Entferne alle Felsbrocken, alles Gestein, alle Kieselsteine, allen Sand und Staub  - dann findest du das kostbare Gold, das schon immer da war. Niemand hat es dort versteckt. Es war nur von Felsbrocken, Geröll, Kieselsteinen, Sand und Staub verdeckt. Alles, was du tun musst, ist, diese Dinge zu entfernen und das Gold einsammeln.

Der Mensch ist Glückseligkeit. Gott ist Glückseligkeit. Du bist Glückseligkeit. Das ist alles. Wir müssen die Felsbrocken aus Arroganz, das Geröll aus Stolz,  den Schmutz aus Besitzgier, den Staub von Anhaftung und  die Kieselsteine aus Ego entfernen. Dann wird das Gold in dir für dich automatisch und bereitwillig verfügbar. Das ist spirituelle Disziplin (sadhana). Sie bedeutet nicht, dass du etwas aus einem fremden, fernen Land importieren  musst. Sie kann nicht importiert werden. Denn sie ist die Kunst das Selbst zu erforschen , sein eigene, wahre Identität zu finden.

Möge Gott uns mit dem Geist der Nachforschung segnen, mit dem Geist des Bewusstseins, der Wissbegierde, der Weisheit, damit wir durch die Kunst das Selbst zu erforschen unser wahres Wesen finden.

 

Vielen Dank!

Sai Ram!

 

 

(Anil Kumar beendete den satsang mit dem Bhajan

“Sai Narayana, Narayana..”)

 

Om Asato Maa Sad Gamaya

Tamaso Maa Jyotir Gamaya

Mrtyormaa Amrtam Gamaya

 

Om Loka Samastha Sukhino Bhavantu

Loka Samastha Sukhino Bhavantu

Loka Samastha Sukhino Bhavantu

 

Om Shanti Shanti Shanti