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Geht nach Innen
Unser
aufrichtiger Dank geht an Bhagavan Baba, der uns heute Morgen
wohlbehalten hierher geführt hat.
Ich
möchte mit euch einige von Bhagavan Sri Sathya Sai Babas Lehren teilen.
Viele sind hierher gekommen um Bhagavan zu sehen und dann wieder nach
Hause zurückzukehren. Einige bitten hier bleiben zu dürfen. Viele fühlen
sich nicht wohl bei dem Gedanken, dass sie nicht bleiben können. Wir
planen jahrelang unser Kommen und reisen dann wieder ab. Wir kennen
Bhagavans Plan nicht und wissen deshalb nicht, wie unser Aufenthalt
verlaufen wird. Die Reise nach Puttaparthi war ein Ziel in meinem Leben;
ich habe sie mir ein Leben lang gewünscht und von ihr geträumt. Wir sind
hier, um Seine Gegenwart zu genießen. Aber was sagt Bhagavan über unser
Hiersein?
“So
lange die Reise nach Innen nicht stattgefunden hat, ist es
bedeutungslos, ob die äußere Reise angetreten wird oder nicht.” Welch
wunderbare Aussage! So lange wie wir uns nicht nach Innen wenden, ist
die Reise nach Puttaparthi nicht von Wichtigkeit. Dann kann man auch
gleich zu Hause bleiben. Mit anderen Worten will Bhagavan von uns, dass
wir nach innen gekehrt sind, wenn wir hier sind. Wir sollen Ihn mit
unserem Inneren erleben.
Vor
vielen Jahren sagte Howard Murphet vor seiner Abreise: “Bhagavan, es tut
mir leid Dich verlassen zu müssen. Es macht mich so traurig jetzt diesen
Ort zu verlassen. ” Bhagavan sagte: “Du gehst nicht für immer! Du gehst
nur um zurückzukommen.” Sich zu trennen heißt nicht, dass man sich nicht
wieder sieht. Wir trennen uns, um uns wieder zu sehen. Diese Art von
Gefühl, das Bhagavan zeigt , diese Art von Gefühl, das jeder hier hat,
nämlich Bhagavan im Inneren zu erfahren, ist viel wichtiger als die
Reisen zu diesem Ort. Das meinte Bhagavan mit dem, was Er Howard Murphet
sagte.
Es ist gleichermaßen
bedeutend zu wissen, dass ihr wichtiger seid als der Weg, dem ihr folgt.
Es gibt viele Menschen, die Dinge sagen wie: “Sir, meditieren sie?” Eine
Dame fragt eine andere: “Wie viele Male gehst du um den Gayathri Tempel?
Wie viele Male gehst du um die Lord Ganesha Statue? Wie viele Male
nimmst du an nagarsankirtan teil?”
Wir
bemühen uns eifrig herauszufinden, welchem Weg andere folgen, welcher
Form von Anbetung andere nachgehen. Diese Details bin ich sehr bemüht
von Freunden und Devotees zu erfahren.
Der Reisende ist
viel wichtiger als der Reiseweg
Was
will Bhagavan damit sagen? Er will euch wissen lassen, dass ihr viel
wichtiger seid als der Weg, den ihr eingeschlagen habt. Der Reisende ist
viel wichtiger als die Reise an sich. Es nicht der Weg, der den
Reisenden zum Ziel führt , es ist der Reisende selbst , der die Wahl
trifft.
Ja,
ich habe mein Ziel im Auge. Dieses ist der Weg, der mich zu den
Nord-Gebäuden dort drüben führt. Ja, den Weg kenne ich. Aber um zu den
Nord-Gebäuden zu kommen muss ich mich, nicht der Weg, in
Bewegung setzen. Der Weg wird nicht für mich gehen, nein - unmöglich! Um
an mein Ziel zu kommen muss ich das schon alleine machen. Richtig?
Bhagavan möchte uns verständlich machen, dass wir an unser Ziel
ankommen müssen. Der Weg ist nur eine Hilfe für uns und wir müssen ihn
beschreiten. Insofern ist der Reisende viel wichtiger, als der Reiseweg.
In
diesem Zusammenhang möchte ich doch bemerken, meine Freunde, dass wir so
mit dem Weg beschäftigt sind, dass wir das Reisen vergessen. Wir kennen
den Weg, aber wir fangen die Reise nicht an. Das ist der Grund, warum
wir auch weiterhin da bleiben, wo wir gerade sind. Wir machen auch nicht
einen Millimeter Fortschritt. Wir kommen auch nicht einen Schritt
vorwärts. Wir kennen den Weg, aber wir denken, dass das Wissen darum
schon alles ist. Wir glauben zu wissen und wir sind überzeugt, dass
schon das uns ans Ziel bringt. Nein!
Ich
gebe euch hier ein einfaches Beispiel: Bhagavan sagt, dass wir unsere
Bücher über wissenschaftliche Themen, die wir zu Hause im Bücherschrank
haben, wiederholt durchlesen können. Wir können ein Kochbuch studieren
und dessen köstliche Rezepte und Zubereitung. Wir werden aber mit lesen
und studieren nicht unseren Hunger stillen können. Stimmt's?
Also,
meine Freunde, ähnlich verhält es sich mit dem Weg, dem Wissen, der
Technik oder dem Können - nichts von all dem kann dich an das Ziel
bringen, wenn du nicht anfängst die Reise anzutreten, denn du
musst das Ziel erreichen.
Bhagavan gab noch ein anderes Beispiel: Eine Mutter liebt ihr Kind sehr.
Wenn es sich aber das Bein bricht, kann sie nicht sagen: "Herr Doktor,
bitte, ich möchte nicht, dass mein Kind leidet, deshalb bandagieren sie
bitte mein Bein.” Kann eine Mutter sich zu Gunsten ihres Kindes
das Bein bandagieren lassen? Unmöglich! Obwohl die Mutter ihr Kind sehr
liebt, kann sie nicht sagen: “Mein Kind isst nicht genug, deshalb esse
ich jetzt an seiner Stelle für ihn.” Das ist einfach nicht möglich!
Deshalb sind wir diejenigen, meine Freunde, die die Reise
antreten müssen. Wir müssen den Anfang machen, früher oder
später. Das bloße Wissen oder Können, das bloße Bewusstsein - hilft uns
keinen Schritt weiter. Wenn wir erst einmal die Strecke kennen, brauchen
wir früher oder später auch keine Karte mehr.
Wir
sollten auch eine andere, grundlegende Tatsache erkennen. Wenn wir erst
einmal unsere Reise angefangen haben, dann erreichen wir auch unser
Reiseziel. Wenn wir einen Versuch starten, genießen wir den Zustand der
Glückseligkeit. Warum? Weil wir den Versuch unternommen haben.
Wir können unsere Kräfte nicht an irgend jemand anderen überschreiben
oder übertragen um sie für uns einzusetzen. Wir sind das
Samenkorn. Das Samenkorn sprießt und entwickelt sich zu einem
Schössling, der sich dann zu einem Baum in voller Blütenpracht
entfaltet. Wenn die Blüten ihren Duft verströmen, sind wir in diesem
Blütenduft. Wenn der Baum Früchte trägt, sind wir in der Süße der
Frucht. Ja!
Wir
sind das Samenkorn und wir sind der Baum. Heute ein Samenkorn und morgen
ein Baum. Ich verbreite selbst diesen Duft. Ich bin die Süße. Ich bin
alles. Dieses ‘Ich’ haben alle gemeinsam. Nehmt es bitte nicht zu
wörtlich! ‘Ich’ ist das ‘Ich’, das in uns allen wohnt. Also bin ich
alles. Ich bin die Glückseligkeit. Das möchte Bhagavan uns wissen
lassen.
Wer ist ein idealer Schüler?
Wie
ist es nun möglich zu wissen, dass ich alles bin? Woher weiß ich,
welchen Weg ich zu gehen habe? Was habe ich zu tun? Bhagavan sagt: “Sei
ein Schüler.“ Was muss ein Schüler tun? Bedeutet es, dass man sich in
der physischen Nähe des spirituellen Meisters aufhalten soll? Bedeutet
es, dass man sehr oft hier ist? Nein! So verhält sich kein idealer
Schüler.
Wer
ist ein idealer Schüler? Wie verhält man sich als Schüler? Ein idealer
Schüler zu sein ist eine Kunst für sich, es erfordert Geschick. Von
einem Meister als Schüler angenommen zu werden ist ein Geschenk. Es ist
eine Segnung, die nicht freizügig vergeben wird. Deshalb antwortet
Bhagawan, wenn ich sage: “Ich bin Dein Schüler," „Gewiss nicht, das
habe Ich niemals gesagt!” Mich selbst als einen devotee (Schüler
oder Anhänger) Bhagawans zu bezeichnen ist eine Sache des Egos, - nur
Er sollte uns das bescheinigen.
“Ich
bin ein Schüler von Bhagawan.“ Wer hat das gesagt? Du verkündest das. Es
ist ein Status, den du dir selbst gegeben hast. So sollte es nicht sein.
Es sollte keine Ankündigung sein, keine Selbsternennung, kein Vorschlag,
sondern eine Bestätigung von Gott, - von Bhagawan. Deshalb lasst uns
lernen Schüler zu sein. Das ist hier der springende Punkt. Wie geht
das? Wie ich schon anfangs sagte, ist es eine Kunst, eine Fertigkeit.
Eine
Person muss lernen, sich vor dem Göttlichen Meister zu verbeugen. Wissen
wir, in welcher Form das zu geschehen hat? Ich glaube nicht. Sich zu
verbeugen bedeutet Demut und Disziplin zu haben und folgsam zu sein. Man
sieht Menschen, die sich in Ehrerbietung und voller Respekt verbeugen.
Vor dem spirituellen Lehrer hat man respektvoll und ehrerbietig zu
sein. Seid also bereit, euch zu verbeugen.
Ihr
werdet feststellen, dass buddhistische Mönche sich wiederholt verbeugen.
Die Schüler von Zen Meistern tun das auch. Zu jeder Zeit, wo immer sie
ihren Meister sehen, verbeugen sie sich vor ihm. Das ist keinesfalls ein
Ritual, auch keine Zurschaustellung. Sie tun es auch nicht weil sie eine
Schau abziehen wollen. Es ist ein Ausdruck von Ehrerbietung und Respekt
seinem eigenen Meister gegenüber. Die vornehmlichste Eigenschaft eines
Schülers ist einfach und demütig zu sein. Da gibt es keinen Platz für
Ego und Arroganz - aber auch rein gar keinen.
Die
Kunst und die Fertigkeit des Lernens erwirbt man, indem man Schüler ist.
Wenn jemand Bürgermeister werden will, dann muss er sich bewähren, um
diese Position zu erreichen. Um ein Ingenieur zu werden, muss man ein
Studium absolvieren um diesen Titel zu erwerben. Das ist auch so, wenn
man den Doktortitel anstrebt. Ähnlich verhält es sich, wenn man ein
guter Schüler seines Meisters werden will. Man muss studieren und sich
bewähren und hart dafür arbeiten. Man wird nicht als guter Schüler
geboren. Er ist nicht verborgen in uns, sondern er entwickelt sich durch
lernen und studieren. Man muss sich aneignen ein guter Schüler zu sein.
Um diese Kunst und Fertigkeit zu erlernen, sei bereit dich zu beugen.
Der
Schüler sollte bereit sein Weisheit zu erwerben. Weisheit ist wichtiger
als das eigene Ego. Ich kann euch das ganz einfach illustrieren:
Bhagavan ist so voller Gnade mir ein Interview zu gewähren. Ich gehe in
den Interviewraum und was mache ich da? Ich sage: “Bhagavan, dieses sind
meine Probleme. Bhagavan, wann bekomme ich Geld? Wann werde ich
Millionär? Wann werde ich wenigstens Premier Minister?”
Ich
bin so beschäftigt die lange Liste meiner Wünsche vorzutragen. “Oh mein
Gott, befreie mich von Krankheit, mach, dass meine Kinder zu den Größen
dieser Welt gehören - unübertroffen, ungeschlagen, unvergleichbar. Oh
mein Gott, lass mich niemals sterben, damit ich ewig lebe. Oh mein Gott,
lass mich keine Gelenkschmerzen haben, keine Arthritis oder Bronchitis.”
Wahrscheinlich werden nach dem 60. Lebensjahr diese kleinen
Unpässlichkeiten an der Türschwelle warten und wir werden sie als
reguläre Gäste willkommen heißen müssen, ob es uns gefällt oder nicht,
wir müssen damit leben.
Die Seele zahlt
die Miete für die Krankheiten
Der
springende Punkt ist also der, wenn ich erst einmal weiß, dass Bhagawan
da ist um auf meine Forderungen einzugehen, kommt mir die Weisheit
abhanden. Ich gebe euch ein Beispiel: Es gab da einen großartigen Mann
in Andhra Pradesh. Sein Name war Sri Rama Sharan und in ganz Andhra
Pradesh kennt man ihn als großen Gelehrten. Es gibt etwa 100 Bücher über
Sri Rama von ihm. Er lebte 90 Jahre und war ein großer Anhänger von
Bhagawan. Er konnte den Inhalt der Veden sehr genau wiedergeben,
besonders den Teil über den Rama Avatar.
Er
hatte Probleme mit seinen Gelenken und seine Füße waren geschwollen. Er
war wirklich krank. Ich ging zu ihm, berührte seine Füße und sagte:
“Sir, warum bitten sie Bhagawan nicht sie zu heilen? Warum bitten sie
Bhagawan nicht um Medizin? Warum bitten sie Bhagawan nicht um
vibhuti? Warum nicht? Wir wollen, dass sie lange leben. Wir wollen,
dass sie gesund sind, denn sie sind ein hervorragender Redner und
jemand, der dem folgt, was er sagt. Sie sind für uns alle ein Vorbild
und ihr Leben liegt uns allen am Herzen. Warum, Sir, bitten sie Bhagawan
nicht um Hilfe?”
Wisst
ihr was Sri Rama Sharan darauf geantwortet hat? Es ist mir wichtig, dass
ihr alle hört, was er dazu gesagt hat, nämlich folgendes: “Herr Anil
Kumar, man muss Leid und Schmerzen erfahren. In einem Mietshaus zu
wohnen bedeutet Miete zu bezahlen. Wohnst du aber in dem Haus und
bezahlst keine Miete, dann bist du der Schuldner und wirst verklagt. Das
Gericht verurteilt dich dann deine Miete zu zahlen. Wenn du in dem
Mietshaus wohnst, musst du auch regelmäßig deine Miete entrichten, so
wie es im Mietvertrag vereinbart ist."
"In
ähnlicher Weise kann der Körper mit einer Mietwohnung verglichen werden.
Der Körper ist die Wohnung, in der die individuelle Seele wohnt - nicht
als Besitzer der Wohnung, sondern als Mieter. Also muss die individuelle
Seele regelmäßig die Miete bezahlen. In welcher Form geschieht das? Die
Miete wird nicht in englischer, amerikanischer oder indischer Währung
bezahlt, nein, sondern in Form von Krankheiten, Beschwerden und Leiden.
Die individuelle Seele bezahlt also ihre Miete in Form von Krankheiten
und Beschwerden, weil sie in dieser gemieteten Wohnung wohnen durfte -
dem menschlichen Körper.”
Also
wenn wir Bhagawan nicht bitten: “Swami, ich will dieses und
jenes, bitte kuriere mich”, wenn wir das nicht sagen, dann
werden Worte der Weisheit von Ihm zu uns fließen. Weise, philosophische
und spirituelle - viele, äußerst kostbare Worte werden wir
glücklicherweise von Ihm hören. Aber wenn wir anfangen von unseren
Krankheiten zu sprechen, den Problemen mit unseren Kindern, dann wird Er
sagen: “Manchidi bangaroo, sehr gut! Ich werde Mich um
dich kümmern. Es ist Zeit darshan zu gewähren, geh jetzt.” Aber
eigentlich ist es immer noch eine Stunde bis zum darshan! (Lachen)
“Es ist jetzt die Zeit für bhajans, geh jetzt.” Aber eigentlich
sind es noch anderthalb Stunden bis dahin!
Er
möchte, dass wir Seinen Weisheiten Aufmerksamkeit schenken. Er möchte,
dass wir auf dem spirituellen Weg wachsen. Er möchte, dass wir mit
spirituellen Übungen anfangen, - sadhana - und uns nicht nur
immer um die Gelenke, den Körper, den Kopfschmerz und den Magenschmerz
Sorgen machen. Die Schmerzen sind da wegen des Körpers. Auch wenn dieser
oder jener Teil unseres Körpers schmerzt, - wir können es nicht ändern.
Sri
Rama Sharan sagte also: “Wenn ich zu Bhagawan bete und Ihn bitte mir
meine Krankheit oder die Schmerzen zu nehmen, dann würde Er sie mir nur
für den Augenblick nehmen um sie auf einen anderen Zeitpunkt zu
verschieben. Anstatt heute zu leiden, wird Er gestatten es im nächsten
Jahr zu tun. (Die Miete muss bezahlt werden). ”OK? Prüfungen können
verschoben werden - aber spätestens nach einem Jahr müssen sie
nachgeholt werden, denn sie können nicht aufgehoben oder ganz abgesagt
werden.
Ähnlich ist es mit dem Leid - es wird auf einen anderen Zeitpunkt
verschoben, aber niemals aufgehoben werden. Warum? Weil das Leid (egal
ob es physisch oder psychisch ist) auf Grund unserer Handlungen
entsteht. So wie die Handlungen ist auch deren Ergebnis. Wenn die
Handlung gut ist, ist auch das Ergebnis gleichermaßen gut. Sind
Handlungen bösartig, dann ist das Ergebnis Leiden. Wurden schlechte
Handlungen während verschiedener Lebensabschnitte ausgeführt, dann muss
als Konsequenz Leid ertragen werden. Nun ja, dann kann nicht gesagt
werden: "Ich will aber nicht leiden.” Wenn ich schuldig bin gestohlen zu
haben, wenn ich einen Bankraub begangen habe und nicht hinter Gitter
gebracht werden möchte, was würden die Leute wohl über mich sagen? Sie
würden sagen: "Ob es ihm nun passt oder nicht, er gehört hinter Gitter.”
Genauso
hat jeder die Konsequenz seines eigenen Handelns zu tragen. Man nennt es
auch die Früchte des Handelns (karma) oder prarabdha, die
Konsequenz bzw. der Preis, der für die eigenen Handlungen bezahlt werden
muss. Schmerz und Freude kommen also nicht von Gott.
Man ist selbst
für seine Schmerzen verantwortlich
Ich
erzähle euch jetzt eine Begebenheit: Vor einigen Jahren wurden einige
der Studenten gebeten vor Bhagawan zu sprechen. Einer nach dem anderen
erzählte seine Erfahrungen mit Bhagawan. Sie erzählten von den Wundern,
die Er bewirkte und sie priesen Ihn, wie sie durch Seine Gnade, - schon
auf der Schwelle des Todes, - entkamen. Sie nutzten diese Gelegenheit
ihrer Hingabe und
Loyalität Ausdruck zu geben und wir erfuhren, wie sie durch Bhagawans
wunderbare Hände gerettet wurden.
Danach
hielt Bhagawan Seine göttliche Rede: “Denkt immer daran, Gott wird
niemals retten und Gott wird niemals bestrafen.”
Was soll
das heißen? Du bestrafst nicht und du rettest nicht? Was machst Du denn
hier? Welche Aufgabe kamst du zu erfüllen? Warum sollte ich hierher
kommen und aus vollem Halse Dich lobpreisen? Soll mir das nur Schmerzen
im Hals oder anders wo einbringen?
Wisst ihr
was Bhagawan uns sagte? Er sagte: “ Der Schmerz und die Freude sind
nicht Mein Geschenk an euch. Sie kommen nicht
von Mir. Freude und Schmerz sind das Resultat eurer
Handlungen. Ihr seid verantwortlich für euren Schmerz
und ihr seid verantwortlich für eure Freude. Ihr
tragt die Verantwortung für euer Glück und ihr tragt die
Verantwortung für euer Leid. Die Verantwortung dafür liegt nicht
bei Gott.”
Welche
Rolle spielst Du dabei, Gott? “Ich bin der Zeuge.” Gott ist der
unbeteiligte Zeuge. Der ewige Zeuge, der an der Peripherie Stehende, der
Überbringer, der Erfahrende. Er sorgt dafür, dass du vor der Konsequenz
der Handlungen nicht davonläufst. Er ist nicht bestechlich. Er trägt
Sorge dafür, dass du dich den Handlungen des Lebens stellst. Gott ist
also der ewige Zeuge und nicht verantwortlich für Schmerz und
Freude. Das sind wir alleine.
Ich gebe dir
Kraft das Leid zu ertragen
Wie kommen
wir aus dieser Situation heraus, Bhagawan? Swami gab ein kleines
Beispiel: Obwohl wir Einkommenssteuer zahlen müssen, gibt es die
Möglichkeit der Steuerermäßigung oder sogar der Steuerbefreiung. Es ist
wohl klar, dass Steuerhinterziehung und Steuerbefreiung nichts mit
einander zu tun haben. Steuerhinterziehung ist kriminell, während
Steuerbefreiung legal ist. Ja, so ist das! Wenn es im Februar oder März
an der Zeit ist die Steuererklärung zu machen, dann sind die Leute sehr
beschäftigt herauszufinden, wie sie Steuern sparen können. Ähnlich, wie
mit der Steuerschuld, die wir an den Staat zu zahlen haben, ist es auch
mit der hohen Steuerschuld des Leides, die wir für alles Unrecht, das
wir begangen haben, für alle Sünden, die wir begangen haben, bezahlen
müssen.
“Swami,
was sollen wir tun?”
“Ich gebe
euch Steuerermäßigung!”
“Wie
sieht das aus?”
“Erwirb
dir Steuerermäßigungen durch Dienst am Nächsten. Erinnere dich an Gott
durch Wiederholung Seines Namens (Namasmarana) und erwirb dir
dadurch eine Steuerermäßigung. Führe Handlungen der Nächstenliebe aus,
hilf den Bedürftigen, zeige Initiative und erwirb Steuerermäßigung oder
Steuerbefreiung.”
“Swami,
all das mache ich doch schon und dennoch leide ich! Ich diene den
Menschen. Ich gebe den Armen Geld, denen, die es wirklich brauchen. Ja,
ich diene und dennoch leide ich. Was ist das für eine Ermäßigung, die
Du mir gewährst? Im Gegenteil, Du legst mir noch eine zusätzliche
Steuerschuld auf! Wenn ich nicht hier wäre, würde ich glücklicher sein!”
Manchmal denke ich so.
Dann sagt
unser geliebter Herr: “Mein liebes Kind, vergiss nie, dass ich dir die
Kraft gebe dein Leid zu tragen.” Menschen leiden, jedoch sollen sie das
Leid mit dem Wissen ertragen, dass Gott an ihrer Seite ist und der
festen Überzeugung sein, dass Gott ihnen hilft. Das macht es einfacher.
Welche
Rolle spielt Gott dabei? Gott hilft, indem Er uns die richtige
Einstellung zum Leid gibt. Die richtige Einstellung wird uns daran
hindern nachtragend und rachsüchtig zu sein; sie wird uns daran hindern
mit Gewalt und emotionell zu reagieren; sie wird uns helfen das Gefühl
von Gleichmut zu entwickeln. Die richtige Einstellung verhilft dem Geist
zu Ausgeglichenheit. Haben wir die richtige Einstellung erlangt, dann
werden wir in der Lage sein Freude und Schmerz in der gleichen Weise zu
empfangen. Sie ist ein Geschenk Gottes.
Meine
Freunde, wenn wir bereit sind die Dinge so zu akzeptieren, wie sie in
unserem Leben geschehen, nun ja, dann nehmen wir die Chance wahr, die
Worte der Weisheit, die von den göttlichen Lippen Bhagawan Babas
fließen, zu hören. Aus diesem Grund fragen die erfahrenen, Bhagawan
wahrlich hingegebenen devotees nach nichts, was ihnen
persönlichen Vorteil einbringt. Sie fragen einfach nicht danach. Sie
sitzen nur und hören Ihm zu. Auf die Frage: “Was möchtest du?” antworten
sie: “Swami, ich bin glücklich hier zu sein.”
Hier mag
ein Nierenleiden vorliegen, dort ein Problem mit dem Herzen; dennoch
wird ein devotee mit der richtigen Einstellung zu seinem Leiden
nur glücklich sein bei Bhagawan zu sein. Das ist die richtige
Einstellung! So denkt ein wahrhafter devotee, weil er mit dieser
Denkweise von Bhagawan lernen kann. Er wird in der Lage sein von den
göttlichen Lippen höchst wertvolle, kostbare Worte der Weisheit zu
empfangen. Das ist wichtig. Unser Herz sollte wie die Schale für Reis
des Bettelmönches sein, bereit zu empfangen. Was zu empfangen? Bereit
die Perlen und Edelsteine der Weisheit von Bhagawan Baba zu empfangen.
Begegne dem
Meister in einem Zustand völliger Leere
Wie sollte
ich denn zu Bhagawan Sri Sathya Sai Baba gehen? Mit welchem Gefühl
sollte ich denn die Kulwant Halle betreten? Nicht mit dem Gefühl
außergewöhnlich zu sein; ich bin dieses oder das. Ich habe eine hohe
Position oder ich bin wohlhabend. Das ist eine dumme, törichte
Einstellung; eine Einstellung völliger Ignoranz und Unwissenheit. Wenn
du zu deinem Meister gehst, dann solltest du das mit dem Gefühl tun,
dass du nichts, gar nichts weißt. "Gott, ich weiß gar nichts." So sollte
unsere Einstellung sein. Denn, ob das, was wir wissen richtig ist oder
nicht, dass wissen wir wirklich nicht.
Also lasst
uns dem Meister gegenübertreten. Lasst uns Bhagawan Sri Sathya Sai Baba
in einem Zustand völliger Leere gegenübertreten. “Ich bin in einem
Zustand völliger Leere, oh Gott. Ich weiß gar nichts. All mein Wissen
ist weg.” Möglicherweise ist es in der Gegenwart des göttlichen Meisters
wichtiger zu verlernen als zu lernen. Man muss verlernen, was man
gelernt hat. Man muss sich leeren. In dem Zustand der Leere und Stille
kann man die Stimme Gottes erfahren. Das ist nur in Stille, im Nichts,
in Leere möglich.
Wenn wir
uns in einem Tal befinden und schreien, dann werden wir ein Echo
wahrnehmen. Hier, bei Bhagawan, kann man so laut schreien wie man will,
ein Echo wird man nicht hören. Warum? Weil wir hier nicht leer, sondern
vollgestopft mit Dingen sind. Ein Tal ist leer und deshalb hören wir
dort ein Echo. Um also die Stimme Gottes zu hören, muss man sich völlig
leer machen. Man muss Gott mit der Einstellung, dass man gar nichts
weiß, entgegentreten. So sollte die Haltung eines devotees sein.
Wenn wir
nun Bhagawan von Angesicht zu Angesicht gegenüber stehen, ist es
angebracht die Kunst des Zuhörens zu lernen und nicht die des
Sprechens. Es gibt auch Menschen, die dann anfangen zu sprechen. Wenn es
eine ältere Person ist, wird Swami sagen: “Manchidi, manchidi.
Gut, gut. Geh auf deinem Weg weiter.” Es bedeutet dann so viel wie: Du
weigerst dich an dir zu arbeiten, dich zu verbessern. Du bist schon
geformt, bist voreingenommen und beeinflusst und nicht bereit dich zu
ändern. Sich von etwas zu befreien, was man für sich selbst als gut
befunden hat, ist ein schweres Unterfangen, denn man ist weniger gerne
bereit zu lernen. Deshalb ist es gut in der Gegenwart Bhagawans still zu
sein.
Worte erzeugen
Distanz
Wie lerne
ich zu hören und nicht zu sprechen? Ihr wundert euch sicherlich, wenn
einige Leute vor Bhagawan sprechen. Sie sprechen, um noch mehr
Gelegenheiten zum Zuhören zu bekommen. Sie stellen Bhagawan Fragen,
damit Er spricht um sie zu beantworten. Das gibt ihnen die Gelegenheit,
die Erklärung auf die Frage aus Seinem göttlichen Mund zu hören, denn
niemand kann Dinge so gut erklären wie Bhagawan. Das ist eine
einzigartige, seltene Gelegenheit. Warum sprechen? Stell Fragen, wenn
sich schon einmal die Gelegenheit dazu ergibt, damit Er dir die
umfassende göttliche Weisheit zuteil werden lassen kann. Zuhören ist
eine Kunst, die größer ist als sprechen. Gewöhnlich sagen Leute, dass es
eine Kunst ist zu reden, sich zu artikulieren, die richtigen Worte zu
finden. Aber in der Spiritualität ist das Zuhören eine Kunst; vom
Zuhören kann man nur profitieren. (Reden ist Silber, schweigen ist
Gold.)
Darüber
hinaus wird gesagt, dass die Worte eines Schülers eine Distanz schaffen.
Fährst du fort zu sprechen, wird Swami sagen: “Manchidi (Gut).”
Er geht an dir vorbei - sonst passiert nichts. Es entsteht eine Distanz
und diese Distanz wurde durch das unaufgeforderte Sprechen hergestellt.
Aber Worte des Meisters, des Lehrers, sie bringen dich näher zu Ihm. Die
Nähe Gottes spürst du stärker wenn Er spricht. Deshalb heißt es:
“Höre zu und schweig.” Anstatt durch unaufgefordertes Reden Distanz
herzustellen, höre auf die Stimme des Meisters, damit sie dich näher,
näher und näher zu Ihm bringt. Das ist das Geheimnis. Lasst uns anfangen
auf die Stimme Bhagawans zu hören und schweigsam zu sein. Das ist der
Ratschlag dem wir folgen sollen.
Imitiere nicht
Es gibt
auf unserem spirituellen Weg einen Punkt, an dem wir anfangen zu
imitieren. Oh ja, ich möchte gerne so singen wie einige der Studenten
hier. Na gut, ich will also sein wie sie. Aber die Halle wird sich
leeren, wenn ich erst anfange zu singen, weil ich einfach nicht so wie
diese Studenten singen kann! Es gibt da auf dem Campus einen Sportler,
dem gelingt einfach alles. Er spielt fantastisch Kricket. Das will ich
auch. Doch ich habe nicht seine Begabung. Aus der Traum! Versuche
niemals zu imitieren, - sei nie die Kopie eines anderen! Nein! Jemanden
zu imitieren, sich mit jemandem zu vergleichen, sein zu wollen wie er,
sich mit jemanden zu messen, in Wettstreit zu treten, das ist völlig
menschlich. Doch es ist ohne Bedeutung, ohne Nutzen, vergebliche Mühe
und albern. Es ist eine alberne Bemühung jemanden zu imitieren, ihn
nachzumachen, sich mit jemanden zu vergleichen oder gar beweisen zu
wollen, gleich gut oder besser als der andere zu sein. Das sind alles
Zeichen von Schwäche.
Du bist
selbst eine Größe.
Du selbst bist einmalig. Warum willst du dich mit anderen
vergleichen? Deshalb ist der Wunsch wie jemand anders sein zu wollen
nichts anderes als verrückt. Mit diesem Wunsch im Herzen wirst du nicht
in der Lage sein dein eigenes, wahres Selbst, dein wahres Wesen zu
erkennen.
Bei dem Versuch so wie jemand
anderer zu sein verlierst du dein wahres Wesen, deine eigenen Identität
und deine Einmaligkeit und das, was dich besonders macht. Also -
versuche nie jemanden zu imitieren oder zu kopieren.
Bhagawan
gibt uns ein einfaches Beispiel: Eine Krähe beobachtete einen Schwan.
Als der Schwan sich in seiner sanften, majestätischen, wunderschön
anzusehenden Art und Weise in Bewegung setzte, wollte die Krähe es ihm
nachmachen. Es gelang ihr für eine Weile die Bewegungen des Schwanes zu
imitieren. Dadurch vergaß sie jedoch völlig, wie sich eine Krähe bewegt.
Sie hatte vergessen, dass sie eine Krähe war und das Krähen ihr eigenes
Wesen haben. Sie gab ein Bild ab, als ob sie auf einmal irre geworden
sei!
Jeder von
uns, meine Freunde, wurde mit seiner eigenen Art zu denken, seiner
eigenen Art sich zu geben, seiner eigenen Art sich auszudrücken, seiner
eigenen Art sich in voller Größe zu entfalten, beschenkt. Es gibt nicht
Zwei die sich gleichen! Das ist das Naturgesetz. Alle Biologen würden
mir da zustimmen - es gibt nicht Zwei die sich gleichen. Nicht einmal
Zwillinge sind gleich, kein Blatt gleicht dem anderen und keine Blume
gleicht der anderen. Das ist unmöglich, so etwas gibt es nicht! Vielfalt
ist also die Würze des Lebens. In diesem Leben, so voller Vielfalt,
jemanden zu imitieren oder zu kopieren, ist so billig. Das sagt
Bhagawan. Der Wunsch jemand anders zu sein ist verrückt und wenn ihr ihm
nachgebt, dann werdet ihr euer eigenes Wesen euer eigenes
Selbst nicht erkennen. Wie schön ist die Erkenntnis dieser
Wahrheit!
Versteht
und begreift: Ihr seid einmalig! Ihr seid besonders! Ihr seid mit nichts
vergleichbar. Ihr seid so wie ihr seid. Jeder von uns hier ist es.
Stimmt das? Natürlich! Denn weil wir diese Wahrheit nicht erkannt haben,
vergleichen wir uns mit anderen, wollen wir uns mit anderen messen und
begeben uns auf eine Stufe, die so niedrig ist. So etwas sollte nicht
geschehen. Du bist so wie du bist - einzigartig! Deshalb vergleiche dich
niemals mit jemanden anders.
Wenn
jemand sagt: “Swami, So-und-So ist so-und-so! Er hat das-und-das
gemacht, aber wir können es besser," dann wird Er sagen: "Stelle niemals
Vergleiche an. Die Schöpfung ist göttlich, imitieren ist menschlich.”
Denkt nur immer daran, dass jeder von uns einzigartig ist. Es ist
einfach nicht notwendig, wie jemand anderes sein zu wollen.
Eine Rose
erstrahlt in ihrer Schönheit und das tut auch die Lotusblüte. Die Rose
muss nicht zu einer Lotusblüte werden und umgekehrt. Jede Blume
erstrahlt in ihrer eigenen Schönheit, sei sie nun groß oder klein, ihrer
Schönheit tut es keinen Abbruch. Die kleine Blume und auch die große
Blume ist schön auf ihre eigene Art und Weise. Demzufolge ist eine Rose
eine Rose und eine Lotusblüte eine Lotusblüte. Jede ist schön so, wie
sie ist.
Die
Vergangenheit muss begraben werden
Wenn wir
von Angesicht zu Angesicht vor Bhagawan stehen, dann muss die ganze
Vergangenheit völlig begraben, vergessen sein. Es gibt Menschen, die
denken, dass sie demütig sind. Sie denken, sie sind aufgeschlossen und
behaupten: “Ich habe in der Vergangenheit viele schlechte Dinge getan.
Ich war ketzerisch, kritisch und ein Atheist. Ich habe nicht an Sai
geglaubt.” Hör mal, ich will keinerlei Mitteilung von dir. Wenn du es
früher warst und jetzt nicht mehr, warum sprichst du denn noch von der
Vergangenheit? “ Wenn du damals ein Ungläubiger warst und Baba nicht
akzeptiertest, es heute aber anders ist, dann denk nicht mehr an die
Vergangenheit. Denn die Vergangenheit kann nicht mehr zurückgeholt und
geändert werden und die Zukunft, die ist ungewiss. Warum sich dann
darüber den Kopf zerbrechen?
Ein
idealer devotee, ein idealer Suchender, der begräbt die
Vergangenheit. Niemand sollte sagen: “Vor zehn Jahren habe ich einen
Tempel erbaut.” Vor zehn Jahren war das? Warum sprichst du dann heute
noch davon? Oder: “Vor fünfzehn Jahren gab Bhagawan mir ein Interview.
Was geschah war folgendes....." Bitte behaltet es für euch; es
interessiert nicht! Es gibt auch einige Leute, die belegen alles aus der
Vergangenheit mit Daten: "Es war am 15. Februar 1980." Das interessiert
doch niemanden. Warum? Weil die Vergangenheit unabänderlich vorbei ist,
nicht mehr zurückzuholen. Warum beschäftigst du dich noch mit ihr? Ein
Punkt kommt sehr klar zum Vorschein: Wir müssen sofort damit anfangen
unsere Vergangenheit zu begraben, anfangen zu akzeptieren, dass wir
völlig unwissend sind.
Bhagawan,
ich bin naiv. Ich bin unwissend. Swami, ich weiß gar nichts. Alles was
ich in der Vergangenheit gelernt habe, ist nicht mehr präsent. Einfach
weg - noch nicht einmal ein Hauch einer Erinnerung. Nichts ist übrig
geblieben! Alles ist begraben (ich bin leer). Die bedingungslose
Akzeptanz von Unwissenheit, ist der erste Schritt von Weisheit.
Wenn ich
sage: "Ich weiß nichts," dann bedeutet es, dass ich doch etwas weiß,
doch es ist nicht wichtig genug, es zu erwähnen. Es war Sokrates, der
sagte: "Ich weiß nur eines, - dass ich nichts weiß." In Abwandlung
dieser Aussage könnte man auf uns bezogen sagen: Wir wissen nicht, dass
wir nichts wissen. Welch eine Tragödie!t wissen, dass wir krank sind,
kann uns nicht geholfen werden. Wir wissen gar nichts, es sei denn,
dass wir Bhagawan annehmen. Wenn wir das tun, ist das eine Gelegenheit
zu neu zu lernen, anders geht es nicht.
Befreie dich von
Ehrgeiz (Ambitionen)
In der
Spiritualität gibt es noch einen anderen , wichtigen Punkt, den wir
nicht außer Acht lassen sollten: Befreit euch von Ehrgeiz! Der
Gedanke: " Na ja, ich möchte es in dieser Welt zu etwas bringen. Ich
möchte Rektor der Fachhochschule werden, oder sogar Präsident meines
Landes. Ich will das höchste Amt bekleiden, irgend eine Position, in der
ich etwas darstelle." Im Leben gibt es ständig Anstrengungen es zu etwas
zu bringen. Spiritualität ist nicht der Prozess des Werdens -
nein! Spiritualität ist Sein - nicht Werden! Deshalb ist es
richtig sich von Ehrgeiz zu befreien.
„Ich
sollte bei den Leuten bekannt sein, - eine tolle Position haben, - einen
Namen haben, - berühmt sein, - Unsinn! All das ist nicht spirituell und
nicht religiös. Befreien wir uns vom Ehrgeiz. Trotzdem Leute sagen: "
Wenn ich nicht ehrgeizig bin, dann kann ich es auch zu nichts bringen.
Ich brauche Ehrgeiz um reich zu werden, um eine hohe Position mit
Autorität einzunehmen. Wenn ich keinen Ehrgeiz habe, wie kann ich dann
vorankommen?" Doch in der Spiritualität ist Ehrgeiz ein Hindernis. In
der Welt wird uns Ehrgeiz einem Ziel näher bringen, er wird uns helfen
das zu erreichen, was wir noch nicht erreicht haben. Was wir heute nicht
sind, das werden wir morgen sein. Ehrgeiz ist weltlich, in der
Spiritualität sollen wir jedoch das sein, was wir schon sind! Warum
sollten wir also unseren Ehrgeiz behalten wollen? Befreien wir uns von
ihm!
Zu wissen,
dass ich Anil Kumar bin, hat nichts mit Ehrgeiz zu tun. Ich bin
es doch schon. Na ja, wenn ich sage, dass mein Ehrgeiz mich
drängt Anil Kumar zu sein, dann werden die Leute mich bemitleiden und
sagen: "Anil Kumar, es ist an der Zeit, dass Bhagawan eine
Psychiatrische Abteilung im Krankenhaus einrichtet!” (Lachen)
Jemand fragte mich einmal: "Herr Kumar, wie kommt es, dass wir eine
Kardiologie- Abteilung, aber keine Psychiatrische Abteilung haben? Warum
ist das so? " Meine Antwort lautete: " Die Abteilung für ambulante
Patienten sollte sich in der Sai Kulwant Halle befinden, denn sind wir
nicht alle auf die gleiche Weise verrückt! (Lachen) Alle Ärzte
dieser Welt würden nicht ausreichen , denn es sind Tausende devotees
und Patienten hier!”
Also,
meine Freunde, es ist eine Art von Verrücktheit zu denken, dass ich mich
kennen lernen möchte. Nein! Ich muss mich nicht kennen lernen, sondern
ich muss wissen wer ich bin. Ich bin Gott! Thath Thwam Asi: Das
bist du. Aham Brahmasmi: Ich bin Gott.
Ayam Atma Brahma, Prajnana
Brahma.
Das sind die wichtigen
Aussagen (Mahavakyas), die uns versichern, dass wir Gott sind.
Wir sind Gott! Wir müssen es nicht erst werden. Ich muss also
nicht den Ehrgeiz haben Gott zu werden. Wenn ich erst so wie Gott
werden müsste, würde das bedeuten, dass ich es jetzt nicht bin
und auch niemals war. So ist das aber nicht - nein! Wir sind
bereits Gott. Wir müssen es nur erkennen, es muss uns nur
bewusst sein. Es ist nichts, was wir erst erreichen müssen. Es ist
kein mechanischer oder technischer Vorgang. Ganz und gar nicht! Also,
befreien wir uns von Ehrgeiz - weg damit!
Vergleiche? Oh ja! Wir stellen sie an und fühlen, dass die Person dort
drüben mehr Hingabe hat, als ich. Wie will ich das aber wissen? Gibt es
ein Thermometer, ein Barometer, das Hingabe messen kann? Oder
vielleicht eine Waage, mit der man Hingabe in Pfund oder Kilo ausdrücken
kann?
(Lachen) Wie kann man
Hingabe vergleichen? Wie kann man Vergleiche anstellen, indem man sagt,
dass jemand ein devotee und ein anderer ein großartiger
devotee ist? Wie kann man einen Vergleich anstellen, indem man sagt,
dass jemand schon seit langer Zeit ein devotee ist und jemand
anderer nicht? Wird das etwa in einer Kartei festgehalten? (Lachen)
Woher weiß man, ob jemand ein leidenschaftlicher devotee ist?
Nein, nein, nein! Wir sind nicht da um Vergleiche anzustellen - bestimmt
nicht! Wenn man anfängt sich mit anderen zu vergleichen, indem man sagt:
"Er ist ein großartiger devotee ," oder: " Er ist ein
leidenschaftlicher devotee," dann bedeutet das, dass man sein
eigenes Selbst beleidigt und ihm nicht den nötigen Respekt zollt. Warum
sollte ich mich nicht respektieren? Warum sollte ich mich entehren?
Warum sollte ich mich verletzen? Warum sollte ich mich mir Schaden
zufügen? Nein - und nochmals nein! Deshalb - befreien wir uns von
Ehrgeiz und hören wir damit auf, uns mit anderen zu vergleichen. Wir
respektieren uns nicht und beleidigen uns selbst, - hören wir damit
auf! Deshalb sagt Bhagawan: Befreit euch von Ehrgeiz.
Rotte die
Wünsche aus, die das Leben in dir erweckt
Da ist
noch ein anderer Punkt: Rotte die Wünsche aus, die das Leben in dir
erweckt! "Ach so! Wenn das Leben keine Wünsche in mir wachruft, was
sollte ich denn dann haben ?” Jeder Wunsch ist an Zeit gebunden. Ihn zu
erfüllen erfordert Zeit. Ein Wunsch ist eine Hoffnung, ein Versprechen
für die Zukunft.
Spiritualität ist kein Wunsch. Auch Religion ist es nicht, denn
Wünsche sind etwas Zukünftiges, Futuristisches. Wünsche sind mit einem
Zeitfaktor verbunden. Spiritualität spricht vom Leben hier und jetzt.
Gott hier und jetzt ist nicht eine Frage des Wunsches. Wünschen bedeutet
etwas aufschieben, es in der Zukunft wahr werden zu lassen. Deshalb:
Rotte die Wünsche aus, die das Leben in dir erweckt!
Diesen
Wunsch gibt es häufig: “Ich möchte ein langes Leben.” Einmal sagte
jemand zu Bhagawan (es war eine bedeutende Persönlichkeit): “Swami, ich
möchte wiedergeboren werden um Dir zu dienen, wenn Du als Prema Sai
zurück kommst ." Ein Narr erster
Klasse! (Lachen) Auf diese Art und Weise meinte er seiner Hingabe
Ausdruck zu geben - es war wie ein Springbrunnen der Hingabe. Aber wisst
ihr, was Bhagawan darauf antwortete? Er sagte: “Es reicht schon, wenn du
Mir jetzt dienst. Du musst nicht erst auf die Ankunft von Prema
Sai warten.” (Lachen) Also lassen wir erst gar nicht in uns den
Wunsch auf ein langes Leben aufkommen oder gar den Wunsch der
Wiedergeburt. Weg damit!
Ich lebe
jetzt und weil ich jetzt lebe, bin ich voller Lebenskraft. Ich bin
voller Enthusiasmus und Dynamik. Ich bin voll von der Gnade Gottes.
Lasst uns in Gottes Gnade baden.
Wir stehen unter dem Schirm der göttlichen Gnade. Wir befinden uns in
einem Magnetfeld, in dem uns die göttliche Kraft anzieht und uns
zusammenhält. Wenn das so ist, warum sollte ich da noch weitere Wünsche
haben? Sobald ich also anfange mir etwas zu wünschen, verliert der
Wunsch seine Anziehungskraft, seine Schönheit, seine Großartigkeit. Denn
- das Leben ist hier und jetzt. Und so ist es auch mit Gott. Er
ist hier im Jetzt. Es hat nichts mit der Zukunft zu tun.
Sei glücklich!
Vielen von
uns sagt Bhagawan: "Sei glücklich." Ihr habt es sicherlich schon gehört,
wenn Bhagawan sagt: "Sei glücklich, sei glücklich!" Warum sagt Swami das
immer? Auch wenn ich Ihm berichte, dass die Studenten dieses und jenes
Unrecht verzapften, sagt er immer: " Oh, glücklich, glücklich." Ach so,
Swami. Du bist immer glücklich und Du willst, dass wir auch immer
glücklich sind. Warum?
Der Grund
ist ganz einfach der: Er will, dass wir glücklich sind, weil wir
unglücklich sind. Wir sind unglücklich und wollen das haben, was wir
noch nicht besitzen. Es ist so, dass wir unser Glück darin finden,
dass wir unglücklich sind! Ich kann da Tausende von Beispielen
geben. Aber darüber möchte ich lieber doch nicht sprechen, denn ihr
könntet euch angesprochen fühlen. In den Beispielen, die ich kenne,
haben die Menschen wirklich keinen Grund unglücklich zu sein. Die Kinder
sind sehr gut versorgt, ganz zu schweigen von ihrem Bankkonto - wow!
Ganz schön viel drauf und dennoch, sind sie nicht glücklich. Denn - für
ein hohes Einkommen muss man eine hohe Steuer bezahlen. Eigentlich
wissen sie nicht, was sie mit dem vielen Geld machen sollen, denn sie
leben schon mit allen Bequemlichkeiten und allem Luxus, den es im Leben
geben kann. Und trotzdem - sie laufen mit einem Gesichtsausdruck herum,
als ob sie gerade Rizinusöl getrunken hätten. So drückt Bhagawan es aus.
Nicht der geringste Anflug eines Lächelns im Gesicht und warum? Weil sie
ihr Glück darin finden, unglücklich zu sein.
Warum ist
das so? Wenn man jemanden fragt: "Wie geht es dir?", dann antwortet er
mit höchster Wahrscheinlichkeit:" Ich habe hier und dort Schmerzen."
“Nun ja,
wie kann ich dir helfen?”
“Ich bin
unglücklich, denn ich bin schon drei Wochen hier, und Bhagawan hat mich
noch kein einziges Mal angeschaut.” Es steht mir nicht zu zu sagen:
"Bhagawan, bitte schau ihn doch an.” (Lachen) Warum inszenieren
wir solche Dramen? Ich sage euch, meine Freunde: Solange wir nicht damit
aufhören unser Glück darin zu finden unglücklich zu sein, werden wir nie
glücklich werden. Niemand kann uns dann helfen. Nein!
Tatsächlich haben wir gar keinen Grund unglücklich zu sein! Von den
vielen, Millionen Menschen auf dieser Erde sind wir es, die in diesem
Augenblick hier in Seiner göttlichen Gegenwart verweilen, ihn sehen,
Seinen göttlichen darshan empfangen und der Melodie Seiner Worte
lauschen. Welches größere Glück könnten wir denn noch in dieser Welt
finden? Welche größeren Gewinne könnten wir denn noch in dieser Welt
erzielen? Welche größere Segnung könnten wir denn noch in dieser Welt
empfangen als die, in Seiner göttlichen Gegenwart zu sein? Wir haben
keinen Grund unglücklich zu sein.
Wir
sind das Glück! Wir sind das personifizierte Glück, wir sind
die Verkörperungen des Glücks, wir sind Glückseligkeit!
Unglücklicherweise jedoch bringt es offenbar mehr Gewinn unglücklich zu
sein. (Lachen) Es scheint bequemer.
Nur um die
Aufmerksamkeit anderer zu erwecken
Hier ist
ein einfaches Beispiel: Nehmen wir einmal an, dass sich die ganze
Familie rund um glücklich fühlt. Im Fernsehen läuft ein gutes Programm.
Plötzlich fängt das Kind, um Aufmerksamkeit zu erwecken, an zu weinen:
“Ich habe Bauchschmerzen, Mammi!” Es lag aber kein Grund für
Bauchschmerzen vor. Das Kind wollte wohl nur von allen Aufmerksamkeit.
Es wollte von der Mammi auf den Schoß genommen werden und getröstet
werden.” So kann man die Aufmerksamkeit anderer auf sich lenken.
(Lachen)
Wenn sich
dieses Kind jedoch in einer Umgebung ohne die Anwesenheit der Eltern
befindet, wird es, auch wenn es Bauchschmerzen hat, nicht in dem Maße
die Aufmerksamkeit auf sich lenken wollen. Die Anwesenheit der Eltern
verleitet die Kinder, oftmals ohne offensichtlichen Grund, ihre
Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Warum? Die Aufmerksamkeit, die sie
durch das Unglücklichsein bekommen, macht sie glücklich. Wenn Gäste zu
Besuch da sind, ist das Kind oftmals unglücklich, weil es die
Aufmerksamkeit der Eltern mit den Gästen teilen muss und fängt an zu
weinen. Bekommt es dann genügend Aufmerksamkeit, dann findet es durch
Unglücklichsein Glück.
So etwa
ist es auch mit der Ehefrau, die die Aufmerksamkeit ihres Gatten, der
nach einem langen, schweren Arbeitstag nach Hause kommt, auf sich lenken
möchte. Sie täuscht vor, sie fühle sich nicht gut, weil sie
Kopfschmerzen hat, obwohl sie den ganzen Tag mit ihren Nachbarinnen
getratscht hat. Durch Unglücklichsein empfängt sie das Glück der
Fürsorge ihres Gatten. (Lachen)
Ist es
nicht so, meine Freude, dass wir bevorzugen unglücklich zu sein, weil es
uns viele Vorteile einbringt? Vielleicht ist das der Grund, warum wir
nicht glücklich sein wollen. Wir finden den Weg zum Glücklichsein nicht,
weil wir unterwegs über das stolpern, was zweckdienlicher ist.
Viele
Dinge, die wir tun, werden als Sünde betrachtet. Zum Beispiel stehlen,
Alkoholkonsum und Ehebruch. Und was sagt Baba? Er sagt, dass es eine
Sünde ist unser Leben mit einer unglücklichen Einstellung zu leben.
Andere unglücklich zu machen ist eine noch größere Sünde, die schlimmste
aller Sünden, die es gibt. Manche sind glücklich, wenn andere
unglücklich sind. Vielleicht ist das so, weil sie dadurch ihr eigenes
Gefühl des Unglücklichseins vergessen können. Es scheint, als ob sie
dadurch ihr eigenes Leid, ihre Trauer und ihre Probleme vergessen
würden, schaffen aber durch ihre Einstellung für andere noch mehr
Probleme. Halten wir einfach fest: Bhagawan sagt, es sei eine Sünde mit
einer Einstellung herumzulaufen, unglücklich zu sein mache glücklich .Die
schlimmste Sünde aber sei, andere unglücklich zu machen. Das ist,
was wir zu lernen haben.
Spiritualität
ist kein Ideal
Die Suche
nach Spiritualität ist nicht eine Suche nach Idealen. Spiritualität ist
Realität, ist Wahrheit. Sie ist das dir eigene Wesen. Was wir also tun
sollen, ist damit anzufangen, unser Selbst zu erkennen, - einzutauchen
in die Kunst der Entdeckung des Selbst, - die Kunst in der Realität
sein Selbst zu begreifen.
Spiritualität ist also kein Ideal, nur weil viele Leute sagen, es gäbe
so viele davon in unserer Religion. Solche Ideale gehören in einen
Stahlschrank. Ideale mögen erreicht werden, sie können verwirklicht
werden, oder auch nicht. Aber dein eigenes Wesen - mit dem bist du
verbunden. Du bist das Selbst. Deshalb ruft es geradezu nach
Entdeckung.
Ich
verrate euch jetzt mal ein kleines Geheimnis. Bhagawan hat etwas
Wunderschönes gesagt, was wir verstehen sollten. Warum kommen wir zu
Bhagawan Sri Sathya Sai Baba? Wenn mich das jemand fragt, dann antworte
ich: „Ich kam zu Bhagawan Sri Sathya Sai Baba wegen der Philosophie,
wegen der Spiritualität. Er macht philosophische Lehren so einfach
verständlich, dass alle sie verstehen. Der Mensch kompliziert Dinge,
während Gott sie vereinfacht. Wir mögen denken, dass jemand, der die
Dinge in komplizierter Weise darlegt, ein großer Mann ist. Aber Bhagawan
wird niemals die Dinge komplizieren. Nein! Er wird auch dir niemals
erlauben irgend eine Situation oder ein Problem zu komplizieren, weil Er
das auch nicht tut. Er erklärt alles in einfacher Art und Weise.“
Der äußere
Umstand
Nehmen wir
einmal an, du maßregelst mich. Das hinterlässt bei mir ein unschönes
Gefühl. Jetzt bin ich sehr wütend. Diese Wut war vorher nicht da und kam
erst, nachdem du mich gemaßregelt hast. Ein äußerer Umstand war also für
meine Wut verantwortlich. Er ist auch für Neid und Eifersucht
verantwortlich. Viele Dinge werden durch äußere Umstände hervorgerufen.
Was sagt nun Bhagavan darüber?
Wenn du
von Eifersucht heimgesucht wirst, jage sie fort. Sie wohnt nicht in dir,
sondern ist etwas, das von außen kommt. Wenn du Gäste hast, dann gehen
sie auch wieder. Sie bleiben nicht und besetzen dein Haus. Es gehört
ihnen nicht und deshalb bleiben sie auch nicht für immer. Sie kommen und
gehen.
Ähnlich
ist es mit Wut, Begierde, Eifersucht und Neid. Sie wohnen alle nicht
bei dir und gehören nicht zu dir. Sie sind nicht die Bewohner deines
Hauses und deshalb schmeiße sie alle raus. Sie sind nicht dein wahres
Wesen. Sie haben nichts mit deinem ewahren Selbst zu tun. Deshalb muss
das, was von außen eindringt wieder rausgeworfen werden, wie zum
Beispiel Wut und Stolz. Deshalb halte Leid, das von äußerlichen
Umständen erzeugt wird, von dir fern. Du bist glücklich, du bist
Glückseligkeit. Alles andere halte fern. Das Leben brennt darauf dich
glückselig zu machen.
Die Natur ist
der beste Lehrer
Wenn ich
zum Beispiel um 18:30 Uhr spazieren gehe, dann erfreue ich mich an einer
kühlen Brise ! Wenn ich den Sonnenaufgang beobachte, dann erfreue ich
mich an dem farbenfrohen Bild am Himmel, das der göttliche Maler dort
hingezaubert hat. Mit welch wunderschönen Lächeln im Gesicht lässt Gott
die Blumen blühen. Die blühenden Blumen sind das Lächeln Gottes. Der
sanfte Wind, den wir spüren, ist die Berührung Gottes. Der Regenbogen am
Himmel zeigt Seine Schönheit und Seine Herrlichkeit. Die Natur ist der
beste Lehrer, das Leben der beste Prediger.
Wenn du
also die Natur betrachtest, spürst du Gott: Sarvam Vishnu
Mayam Jagat. Alles ist grundsätzlich und unabdingbar göttlich. Das
Leben ist also bereit dich glücklich zu machen. Hörst du den Kuckuck
rufen? Lausche dem Gezwitscher der Vögel am Morgen - sie nehmen am
nagarsankirtan teil.
Die
Menschen sind immer in Eile, immer auf dem Sprung. Sie sind bereit ein
paar schnelle Runden um Ganesha zu drehen: “Hari, Hari, Hari!”
Ich weiss nicht, was es ist, - als ob ein Chirurg in den Operationssaal
eilte, um einen Patienten zu retten. Warum seit ihr alle nur so in Eile?
Wenn ihr am Morgen zum nagarsankirtan geht, warum lauscht ihr
nicht auf die Melodie der Vögel, der Nachtigall? Wow! Welch eine Musik
bekommst du da zu hören! Warum genießt ihr nicht den Sonnenaufgang in
all seiner Schönheit? Die Natur und das Leben , - sie sind immer eifrig
dabei, uns glücklich zu machen, aber wir sind einfach nicht bereit, es
wahrzunehmen. Das ist wirklich eine Tragödie. Glückseligkeit ist unser
wahres Wesen, - wir sind Glückseligkeit.
Die Kunst das
Selbst zu entdecken
Gott, was soll ich nun
machen? Was, mein lieber, über alles geliebter Bhagawan? Bhagawan gibt
uns ein einfaches Beispiel: Wo befindet sich Gold? In der Erde. Was
tust du um an das Gold heranzukommen? Tief genug graben. Entferne alle
Felsbrocken, alles Gestein, alle Kieselsteine, allen Sand und Staub -
dann findest du das kostbare Gold, das schon immer da war. Niemand hat
es dort versteckt. Es war nur von Felsbrocken, Geröll, Kieselsteinen,
Sand und Staub verdeckt. Alles, was du tun musst, ist, diese Dinge zu
entfernen und das Gold einsammeln.
Der Mensch
ist Glückseligkeit. Gott ist Glückseligkeit. Du bist Glückseligkeit. Das
ist alles. Wir müssen die Felsbrocken aus Arroganz, das Geröll aus
Stolz, den Schmutz aus Besitzgier, den Staub von Anhaftung und die
Kieselsteine aus Ego entfernen. Dann wird das Gold in dir für dich
automatisch und bereitwillig verfügbar. Das ist spirituelle Disziplin (sadhana).
Sie bedeutet nicht, dass du etwas aus einem fremden, fernen Land
importieren musst. Sie kann nicht importiert werden. Denn sie ist die
Kunst das Selbst zu erforschen , sein eigene, wahre Identität zu finden.
Möge Gott
uns mit dem Geist der Nachforschung segnen, mit dem Geist des
Bewusstseins, der Wissbegierde, der Weisheit, damit wir durch die Kunst
das Selbst zu erforschen unser wahres Wesen finden.
Vielen Dank!
Sai Ram!
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