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16. Juni 2002
"Also sprach Baba"
Teil I
OM…OM…OM…
Sai Ram euch allen!
Die Buddha Purnima FeierlichkeitenDank sei Bhagavan, denn Er hat uns hier wieder nach einer Pause von etwa zwei Monaten zusammengebracht! Während dieser zwei Monate fand der Sommerkurs in Bangalore statt und wir begingen die Buddha - Purnima - Feierlichkeiten in Göttlicher Anwesenheit. In diesem Jahr wurden die Buddha - Purnima - Feierlichkeiten von den Devotees aus Nepal vorbereitet. Es waren sehr viele Menschen zu dieser großen Zusammenkunft angereist; es war so, als ob die ganze Bevölkerung von Nepal per Flugzeug entführt und nach Bangalore gebracht worden wäre. Drei oder vier Tage lang hatte man das Gefühl, dass mehr Nepalesen als Inder anwesend waren! Die Dekorationen waren spektakulär. Der Minister von Nepal, Mauritius und auch der von Ceylon, sie alle hielten am Buddha - Purnima - Tag Reden. Die Reden waren sehr eindrucksvoll. Sie zeigten inhaltlich eine große Tiefe und Überzeugung, denn sie drückten aus, dass Bhagavan und Buddha Ein und Derselbe sind. Sie gaben uns einen Einblick in die Sai Botschaft, die sich überall in der weiten Welt ausbreitet. Und Bhagavans wunderbare Interpretation von Buddha Purnima war auch einzigartig. Buddha, so wie wir es verstehen, ist der Name einer Person, der Name eines großen Meisters, der Name eines großen Lehrers, einer Inkarnation. Bhagavan jedoch erklärte Buddha nicht im Zusammenhang mit einem menschlichen Wesen, sondern als eine Einstellung des Geistes – Buddha - Bewusstsein. Jeder könnte die Ebene von Buddha erreichen. Lasst uns nicht denken, dass Buddha der Name einer Person sei. Buddha ist ein Zustand, in dem man Buddha - Bewusstsein erlangt. Jeder Suchende, jeder Anwärter, jeder Pilger auf dem Wege zur Spiritualität, kann das Ziel von Buddha - Bewusstsein erreichen. Das war Bhagavans Interpretation. Wenn jemand
die Ebene der Unterscheidungskraft (buddhi) erreicht hat, dann wird
er Buddha genannt. (A.d.Ü. buddhi ist diejenige Instanz, die
durch Unterscheidungsvermögen alle Sinneseindrücke zu klassifizieren vermag.
Sie leiht sich gewissermaßen die Intelligenz und das Bewusstsein des Selbst
(atman) und entfaltet alle Fähigkeiten des Menschen bis zur
Intuition. Laut Spirituelles Wörterbuch - Mittwede) Die Unterscheidungskraft
befindet sich auf der Ebene, die unterscheidet, die entscheidet, die
Entschlüsse fasst und die beurteilt. Wenn einmal das Leben der
Unterscheidungskraft zur weiteren Verwendung übergeben wurde, dann erlangt
man Buddha- Bewusstsein -- Buddha, in der Bedeutung von
Unterscheidungskraft. Also derjenige, der seine Unterscheidungskraft
benutzt, ist ein Buddha, denn die Unterscheidungskraft bestimmt, was für uns
gut ist. Die Unterscheidungskraft möchte nicht, dass wir etwas Falsches tun.
Also bedeutet Buddha: Der, der seine Unterscheidungskraft benutzt.
Wenn man sich der Unterscheidungskraft unterworfen hat, fasst man, in dem man sie benutzt, den Entschluss, sich auf dem Pfad des Dienens, der Rechtschaffenheit (Dharma) weiter zu entwickeln. Die Unterscheidungskraft erwartet von uns, dass wir den Pfad des rechten Handels, der Rechtschaffenheit, als eine Art Lebenseinstellung einschlagen und uns dieser ergeben. Der Gesang Buddham Saranam Gacchami bedeutet, sich Buddha (buddhi, der Unterscheidungskraft) zu ergeben. Später dann schreitet man auf dem Weg der Rechtschaffenheit oder Dharma -- Dharmam Saranam Gacchami. Man muss sich der Rechtschaffenheit ergeben. Dadurch, dass wir in die Gesellschaft geboren wurden, in ihr aufgewachsen sind, der Nutznießer all ihrer Vorzüge und Vorteile waren und sind, dadurch haben wir die Verpflichtung in ihr mit einem Ausdruck der Dankbarkeit zu leben, indem wir den Pfad der Rechtschaffenheit (Dharma) beibehalten. Gott unterscheidet sich nicht von der Gesellschaft. Gott ist die Gesellschaft. Die Gesellschaft und Gott sind eine Einheit; sie gehören zusammen. Deshalb muss man sich in die Gesellschaft einfügen - Sangham Saranam Gacchami. Dieses sind die drei Bewusstseinsebenen: Buddham Saranam Gacchami, die persönliche Bewusstseinsebene. Sangham Saranam Gacchami, die universale Bewusstseinsebene (alles einschließende). Dharmam Saranam Gacchami, die Göttliche Bewusstseinsebene – Göttlichkeit. Das ist die wunderbare Erklärung, die Bhagavan in Seiner Botschaft am Buddha - Purnima - Festtag kürzlich in Bangalore abgab. Ich wollte diese Botschaft mit euch teilen, denn vielleicht haben einige von euch diese Interpretation noch nicht gehört. Heute morgen möchte ich eure Aufmerksamkeit auf gewisse Aussprüche Bhagavans lenken, - gewisse Göttliche Äußerungen Bhagavans, - die ich ‘Also sprach Sri Sathya Sai’ nennen möchte. Das wird das Thema am heutigen Morgen sein. Wir werden über gewisse Aussprüche, die Sai gemacht hat, nachdenken und über sie sprechen.
Das Leben ist eine Suche (ein Streben nach....)Für uns ist das Leben ein einziges Fragezeichen. Das Leben wirft in vielen Menschen Fragen auf. Wenn ihr jemanden fragt: Sein oder nicht sein? Das ist die Frage. Was soll ich tun; was soll ich nicht tun? Wo soll ich hingehen; wo soll ich nicht hingehen? Das Leben wirft also für jeden Fragen auf, egal welcher Religion, welchem Berufsstand oder welcher Nation er angehört. Aber Bhagavan sagt uns, dass das Leben nicht so sein soll. Das Leben sollte kein Fragezeichen für uns sein, nein! Das Leben ist eine Suche (engl. Wortspiel mit question= Frage und quest=Suche oder Streben nach..) -- eine Suche nach Ewigkeit. Es ist eine Nachforschung. Das Leben besteht nicht aus einem Fragezeichen, denn auf eine Frage benötigt man eine Antwort. Aber aus Nachforschung gewinnt man Erfahrung. Nachforschung birgt die Antwort in sich. Eine Frage, die eine Antwort bekommt, führt zu einer anderen Frage. Eine Frage enthält eine Schwachstelle, nämlich die, dass sie weitere Fragen erzeugt. Deshalb wird eine Person, die Fragen hat, niemals inneren Frieden haben. Denn während sie der Antwort lauscht, denkt sie schon wieder daran, eine andere Frage zu stellen. Sie sagt: “Mein Herr, ich habe eine Frage” und während du ihr antwortest, denkt sie schon wieder daran, eine andere Frage zu stellen. Aus diesem Grund hast du auch nicht ihre volle Aufmerksamkeit; sie hört nur mit halbem Ohr zu und das erfordert eine erneute Fragestellung; sie muss weiter forschen, suchen, um eine Antwort auf ihre Fragen zu bekommen. Deshalb ist das Leben an sich nicht ein einziges Fragezeichen, sondern eine ewig andauernde Suche, bis du Verwirklichung gefunden hast, bis du erfahren hast, was innerer Frieden ist, bis du Liebe leben kannst. Also von nun an, lasst uns das Leben nicht in Frage stellen, sondern es als ein Suchen, Streben, Nachforschen betrachten.
Löse dich in dem Göttlichen auf(Auflösung im Sinne von verschmelzen. Leg das Weltliche ab und verschmelze mit dem Göttlichen. Löse dich in ihm auf.) Das Leben besteht für uns auch nur aus Problemen. Fragt , wen ihr wollt. Sie alle sagen: "Ich habe ein Problem.” Wenn sie dann fragen: “Wie sieht denn dein Problem aus?”, dann geben sie nur vor, an deinem Problem Interesse zu haben. In Wirklichkeit sind sie aber nur daran interessiert, dir über ihr Problem zu erzählen. In Wirklichkeit wollen sie dein Problem gar nicht hören. Wir stecken voller Probleme. Probleme, Probleme, Probleme und nochmals Probleme. Aber das Leben besteht nicht aus Problemen. Das müssen wir verstehen. Wenn das Leben voller Probleme steckt, wenn es problematisch wird, dann können wir die Hoffnung aufgeben unser Leben in Frieden zu leben. Wir können es dann nicht genießen, wir können die Erfahrung, wie aufregend, erregend und angenehm unterhaltsam das Leben sein kann, nicht machen. Das Leben besteht nicht aus Problemen. Die Probleme sind hausgemacht - von uns selbst. Das Leben ist nur voller Probleme, weil ihr euch welche macht, weil ich mir welche mache. Das Leben an sich jedoch beinhaltet kein Problem. Also aus was besteht das Leben? Das Leben ist kein Problem, das zu lösen ist. Das Leben ist etwas, in dem wir uns auflösen müssen. Nicht lösen, sondern auflösen. Sich in dieses Leben aufzulösen unterscheidet sich von der Lösung der in unserem Leben auftretenden Probleme. Hast du ein Problem gelöst, dann kommt schon das nächste. Wenn du dich auflöst, dann wirst du keine Probleme mehr haben. In was soll ich mich auflösen? Wir sollen uns in dem Göttlichen auflösen. Wir sollen uns im Sein auflösen, im Gegenwärtigen. Wir sollen uns auflösen, indem unsere Gedanken auf Gott ausgerichtet sind, wir Seinen Namen in Gesängen lobpreisen, wir uns über Seine Wunder und Botschaften austauschen. Wenn wir unsere Gedanken auf Gott ausgerichtet halten, wenn wir Seinen Namen in Lobgesängen preisen - nun ja, dann wird es in unserem Leben keine Probleme geben. Doch weil wir das Leben analysieren wollen, weil wir Probleme analysieren und deren Lösung herbeiführen wollen, werden wir keinerlei Klärung finden. Andererseits, wenn wir erkennen, nicht analysieren, dann lösen wir uns in unsere Existenz auf. In diesem Moment erreichen wir den Zustand der Auflösung. Das ist alles, was wir brauchen, es genügt für das Leben. Dieser Moment gibt uns die Erfahrung von Unsterblichkeit, von Glückseligkeit - hier und jetzt. Aber sobald wir über ein Problem nachdenken, verschieben wir die Lösung auf später oder machen es noch komplizierter, als es schon ist. Niemand kann es jemals lösen, nein! Es wird immer komplizierter und zieht noch mehr Probleme nach sich. Andererseits, wenn wir uns in das Göttliche auflösen und nicht ständig versuchen Lösungen zu finden, ja dann wird Er sich des Problems annehmen. Das Leben besteht aus WidersprüchenWir denken, dass das Leben voller Widersprüche sei, ja! Denn am Morgen bin ich glücklich, jedoch am Abend bin ich übel gelaunt. 2001 war ein Jahr, in dem ich Gewinne erzielt habe, jedoch im Jahre 2002 verzeichne ich nur Verluste. 1999 war ein Jahr der Nähe zu Swami, jedoch im Jahre 2000 – na ja, da bin ich nirgends. Ich bin mir im Unklaren darüber, ob Gott überhaupt weiß, dass ich existiere oder nicht. So ist das Leben - voller Höhen und Tiefen; voller Erfolge und Rückschläge. Das Leben wird zu etwas Unberechenbarem, das voller Widersprüche ist. Deshalb sind wir zwischen Glück und Unglück hin und her gerissen. Wir pendeln zwischen Freude und Schmerz. Baba aber sagt: “Akzeptiere die Realität des Lebens.” Welche Realität ist damit gemeint? Sie ist paradox. Das Leben ist widersprüchlich. Es geht gegen die allgemeine Auffassung. Es ist teuflisch. Es ist voller Gegensätze und Polaritäten. Wenn wir das annehmen, erkennen wir seine Schönheit. Akzeptiere die Realität. Ich gebe euch hier ein einfaches Beispiel: Ohne Nacht kann es kein Tag sein. Dem Tag folgt die Nacht. Oh Gott, ich kann die Nacht nicht genießen. Ich will die Dunkelheit nicht. Ich möchte nicht in Dunkelheit leben. Könnte ich nur helles Tageslicht haben? Lass mich nur im Tageslicht leben, denn ich will die Dunkelheit nicht. Was wird passieren, wenn das so wäre? Du wirst nicht in der Lage sein, Erholung zu finden. Und weiter? Du kannst dich nicht des Tages erfreuen. Die Nacht ist also erforderlich, damit du dich des Tages erfreuen kannst. Den Tag brauchst du, um zu funktionieren, um zu arbeiten. Aus diesem Grund gibt uns die Nacht und der Tag gleichermaßen Freude und Glück. Bhagavan geht noch einen Schritt weiter. Ohne Tod kann das Leben nicht wertgeschätzt werden. Ein Beispiel: Eine Mutter sorgt sich, dass ihr Kind auf dem Schulweg einen Unfall haben könnte. Die Mutter sorgt sich mehr und mehr um den Schutz ihres Kindes. Wenn das Kind aber nun den Prüfstempel trägt gegen Unfall, gegen missliche Eventualitäten, gegen Verletzungen und den Tod gefeit - nun ja, dann brauch es keinen Prüfstempel für die Liebe. Die Liebe gibt es, weil es den Tod gibt. Geburt wird gewürdigt, weil es den Tod gibt. Der Tod folgt wie ein Schatten. Jede Frucht
hat eine schützende Haut, Schale oder Rinde, die bitter ist. Die Frucht an
sich ist süß, die Schale jedoch bitter. Ohne die bittere Schale hat die süße
Frucht keinen Schutz. Also gehen Süße und Bitterkeit Hand in Hand. Genau so
wie Erfolg und Niederlage.
Also, meine Freunde, die Schönheit des Lebens besteht in seiner Gegensätzlichkeit, in den Kontrasten. Die Schwierigkeiten, die wir in unserem Leben haben, die Gegensätzlichkeiten, mit denen wir uns auseinandersetzen müssen, die Kontraste, die unser Leben färben - all das gibt unserem Leben Glanz - keinen Schatten. Gegensätzlichkeit wirft keinen Schatten auf unser Leben, sie ist der Glanz, die Schönheit unseres Lebens. Auch in schlechten Zeiten geschieht immer etwas Gutes. Viele, viele Devotees kamen zu Bhagavan, weil sie sich in ihrem Leben gewissen Herausforderungen gegenüber sahen: Vielleicht war es Krankheit; vielleicht Geschäftsverluste; vielleicht ein Sehnen, vielleicht kamen sie mit der Bitte um Beschäftigung in einer höheren Position. Irgendein Wunsch, ein Problem hat sie möglicherweise hierher gebracht. Vielleicht ist es ein großes Problem, eine ernsthafte Krankheit vielleicht oder ein Unglück. Nichts Gutes jedenfalls. Aber diese ernsthafte Krankheit, dieses Unglück brachte ihnen das Glück Gott zu sehen (darshan). Kann man jetzt noch von Unglück reden? Kann man jetzt noch das Unglück verdammen? Nein! Alles Negative trägt auch etwas Positives in sich. Es gibt nichts, was absolut positiv oder negativ ist. Die Zusammengehörigkeit von positiv und negativ läßt die Elektrizität problemlos fließen. Dadurch profitierst du von elektronischen Gerätschaften. Dieses Leben, das voller Gegensätzlichkeit ist, ist in seiner Ganzheit nützlich. Es ist die Gesamtheit , die dem Menschen den größtmöglichen Vorteil beschert. Wir müssen dieses Leben bedingungslos akzeptieren; ohne Groll, Meckern und Klagen. Du bist einzigartigIn dieser modernen Gesellschaft will jeder gleichwertig sein. Junge Leute wollen nicht, dass die Älteren sie dominieren. Junge Leute wollen den Ratschlägen der Älteren nicht folgen. Kinder schenken den Worten ihrer Eltern keine Aufmerksamkeit. Überall wird für Gleichberechtigung gekämpft. Die Emanzipation der Frau - warum nicht? Wir wollen also alle gleichwertig sein. Aber Hindu Vedanta, vielmehr sollte ich lieber Sanatana Dharma (alte, philosophische und religiöse Traditionen, die auf den Inhalt der Veden beruhen ) sagen, die alte Philosophie vom Leben, spricht von einem höheren Status als lediglich gleichwertig zu sein. Warum darum kämpfen gleichwertig zu sein? Ihr seid wirklich dumm, Ihr seid nicht gleichwertig, ihr seid einmalig. Das ist die höchste Stufe, die höchste Ebene. Ihr seid einzigartig. Ihr seid etwas Besonderes. Lasst uns keinen Gedanken daran verschwenden, ob wir gleichwertig sind. Wenn wir anfangen so zu denken, dann gehören wir zur Masse – zum Mob. Wir sind geeignet für die Wahl in einer Demokratie, weil wir als Stimme ein Gewicht haben. Wir sind keine Schafe, die man zählen muss, nein! Wir sind einzigartig, aber nicht gleichwertig. Einzigartig in dem Sinne, dass jeder Mensch ein Ausdruck Gottes ist. Gott hat sich in jedem von uns manifestiert. Wir sind nicht in Gott manifestiert, sondern Gott hat sich in uns manifestiert. (A.d.U.: Wortspiel mit unmanifest=nicht manifestiert und manifest= manifestiert). Ich versuche hier nicht mit Wörtern zu jonglieren, und ich bin kein Student der Literatur. Zu eurer Information: Ich habe Botanik studiert, die Wissenschaft der Pflanzen, der Pflanzen, die nicht sprechen! Gott hat sich als Mensch offenbart. Der Mensch aber nicht als Gott. Deshalb kann ich euch nicht als gleichwertig ansehen. Nein! Jeder ist einzigartig. Sagt, was
findet ihr so besonders an dem Leben, das Bhagavan führt? Er spricht zu
einem Kind, das die Grundschule besucht. Bhagavan spricht zu einem Studenten
,der das ' Institute of Higher Learning' besucht. Er sagt “Hallo” zu einem
Politiker. Zu einem Minister sagt Er: “Wie geht es ihnen?” “Was möchtest du
haben?” fragt Er eine kranke Person. Die Ebene, auf der Bhagavan
kommuniziert, ist immer gleich. Bhagavans Liebe zu jedem ist gleich, weil
Er jeden als einzigartig ansieht. Es gibt keine Einstufung. Jeder ist
einzigartig, ja, jeder ist Ihm wichtig. Ich gebe euch hier ein einfaches Beispiel: Wenn uns das große Glück beschert wurde ein Interview zu bekommen, sind wir verloren. Der Grund liegt in der Art und Weise, wie Bhagavan mit uns spricht. Das Interview ist der Himmel auf Erden - da kannst du alles andere vergessen. Er vermittelt dir den Eindruck, nicht ohne dich leben zu können. (Lachen) Er gibt dir das Gefühl, dass der Avatar nur für dich re-inkarnierte und das Er Seine Hoffnung 100% auf dich setzt. Er gibt dir das Gefühl, dass ohne dich die Göttliche Mission nicht erfüllt werden kann. Diesen Eindruck hinterlässt Er, wenn du mit Ihm im Interview-Raum bist. Aber am
Nachmittag geht Gott an uns vorbei. Mit erhobenen Händen ignoriert Er
erfolgreich genau die Person, der er am Morgen so viel Aufmerksamkeit
geschenkt hat. Dabei wirft Er in der Person die Frage auf, ob Er sie
überhaupt kennt, ob sie sich in diesem Leben denn je begegnet sind. In dem
Moment, wo Er zu dir spricht, bist du wichtig. In dem Moment, in dem Er dich
anschaut, bist du wichtig. Mehr nicht, das ist alles. Du bist für Ihn nicht
die Menschenmenge, die Masse, die Horde. Er sieht dich als einmalig an. Soziologie und die Politische Wissenschaft wollen, das wir für Gleichberechtigung kämpfen. Spiritualität gibt uns das Recht einzigartig zu sein, ohne dafür kämpfen zu müssen. Es ist nicht eine Sache des Glaubens; es ist eine Sache des Rechts. Es ist unser Geburtsrecht und wir befinden uns immer im Recht, wenn wir uns nicht als gleichwertig betrachten, sondern als einzigartig.
Ich gehöre (den Menschen in) allen LändernEs ist auch wichtig , das wir uns von gewissen engstirnigen Einstufungen lösen, die die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Region des Landes, zu einer Kaste oder Gesellschaftsschicht, einer Gemeinde, Nationalität, Religion oder Sprache betreffen. Ja, wir bilden auf Grund dieser Einstufungen keine Einheit sondern sind in viele Gruppen zersplittert. Dieser Zustand wurde aber von uns selbst geschaffen. Christus war niemals ein Christ. Buddha war niemals ein Buddhist. Buddhismus entstand später. Wir müssen folgendes erkennen: Es ist für mich wichtig Buddha zu sein, aber nicht ein Buddhist, lasst mich versuchen Christus zu sein, aber nicht ein Christ. Denn Christentum, Hinduismus, Jainismus, Buddhismus – dies alles sind nur Ideologien. Buddha und Christus jedoch sind Ideale. Lass mich bitte nicht einer Ideologie folgen, sondern dem Ideal; und indem ich dem Ideal folge, lass mich weit entfernt von dessen Schatten sein. Lass mich die Ketten sprengen. Ich will mich emporschwingen jenseits aller Dimensionen und von ihnen unabhängig sein, losgelöst von Kaste oder gesellschaftlicher Stellung, Gemeinde, Geschlecht, Nationalität, Landeszugehörigkeit, Sprache. Dann erst wird verständlich, das es nur EINE Menschheit gibt und EINE Erde. Ich glaube ich habe vor langer Zeit schon einmal diese Geschichte erzählt. Das macht aber nichts, ich wiederhole sie noch einmal für diejenigen, die sie noch nicht kennen: Eines Tages hatte ich die Gelegenheit mit Swami zu sprechen und ich sagte:" In unserem Land geschehen diese und jene Dinge. ” Sofort drehte Bhagavan sich um und schaute mich ernst an: “Warum sagst du UNSEREM Land? Warum schließt du Mich ein?” (Lachen) Ich fragte: „Swami, was soll ich denn sagen?” Er sagte: “Mein Land.” “Doch was ist dann mit Dir, Swami?” Darauf antwortete Baba : “Ich gehöre allen Ländern. Alle Länder gehören Mir.” Das ist die Stufe von Göttlichkeit: “Alle Sprachen sind Meine Sprachen, alle Menschen sind Mein, alle Kasten und gesellschaftlichen Stellungen sind Mein, alle Gemeinden, alle Namen, alle Formen sind Mein.” Das ist Unabhängigkeit von allen Dimensionen. Eine Welt, eine Erde, eine Regierung.
Wo ist Gott?Es ist schon geheimnisvoll und recht amüsant zu denken, dass Gott separat ist. Wo ist Gott? Er ist in einem Tempel und wartet dort auf mich. Wo ist Gott? Er ist in einer Kirche und sucht mich dort am Sonntag. Wo ist Gott? Er ist in einer Moschee und wartet dort Freitags auch mich. Gott ist nicht in einem Tempel. Wo ist Gott? Gott ist das Leben selbst. Gott ist Existenz. Gott ist im Augenblick. Gott ist dieser Augenblick in der Zeit. Ja! Gott ist keine Person. Gott ist Allgegenwärtigkeit. Wenn Gott eine Person ist, kannst du Ihn am Montag treffen, aber nicht am Dienstag, weil Er dann andere Verabredungen hat. Wenn Gott eine Person ist und sich mit dir treffen will, kann Er sich nicht gleichzeitig mit jemand anderem treffen, denn eine einzelne Person kann sich nicht mit allen zur gleichen Zeit treffen. Also ist Er keine Person (im üblichen Sinne), sondern Allgegenwärtigkeit. Du fühlst Gottes Allgegenwart. Gott ist kein Objekt, sondern Er ist Subjekt. Gott ist kein Objekt, das man besitzen kann. Ein Objekt kann man besitzen. Gott aber kann ich nicht besitzen. Ich mag den Eindruck gewonnen haben ihn zu besitzen, jedoch ist das ein Zeichen von Dummheit. Gott ist kein Gegenstand, den man besitzen kann; Er ist Subjekt, etwas an das man denken kann. Er ist Subjekt, etwas über das man Überlegungen anstellen kann. Gott ist keine Person, Er ist Allgegenwart, die man spürt. Das ist eine wunderschöne Erfahrung. Wir sollten auch wissen, dass Gott nicht ein Ziel ist. Manche sagen: "Ich möchte Gott erreichen." Oh-ho, wo ist Er? Ist Er in Argentinien? Dann muss ich mir einen Flugschein kaufen, mir einen Reisepass und ein Visum besorgen. Wo ist Gott? Ist Er auf dem Mond? Armstrong berichtete nicht von der Gegenwart Gottes auf dem Mond. Wo ist Gott? Ist Er im Ozean? U-Boote tauchten in sehr großen Tiefen und haben Gott dennoch nicht an die Wasseroberfläche gebracht. Ist Gott auf dem Gipfel eines Berges? Sherpah Tensing erklomm den Mount Everest und traf Gott dort nicht. Gott ist also nicht auf dem Berggipfel oder im tiefen Tal; Er ist auch nicht im Ozean. Wo ist Gott ? Es ist nicht schwer für uns zu verstehen, dass Gott das Leben ist. Der Fisch lebt im Wasser aber ist sich dessen nicht bewusst. Alles was der Fisch zu tun hat ist zu erkennen, dass er sich im Wasser befindet. Das ist alles. Der Fisch muss nicht auf die Suche nach dem Wasser gehen. Er muss Wasser nicht erst entdecken, herstellen oder erfinden. Der Fisch befindet sich schon im Wasser. Alles, was er tun muss, ist diese Tatsache zu erkennen.
Du bist GottWir befinden uns in einer ähnlichen Situation wie der Fisch. Wir brauchen nicht auf die Suche nach Gott zu gehen. Wir müssen Ihn nicht erst irgendwo finden wollen, denn Gott ist überall. Leben selbst ist Gott. Gott ist nicht ein Ziel. Warum? Ein Ziel ist getrennt von dir. Du brauchst Zeit, um es zu erreichen. Gott ist nicht etwas, was du erreichen willst, kein Ziel, nach dem man strebt. Warum? Du bist Gott. Das sagt Bhagavan: " Du bist Gott!" Wenn du Gott bist, kann Gott nicht ein Ziel sein, nach dem du strebst, das du erreichen willst. Und du bist auch nicht der, der das Ziel erreicht hat. Was also getan werden muss ist fortwährendes Nachfragen, Forschen, mimamsa oder sadhana oder vichaaranam. Durch Nachfragen oder nachforschen wirst du das Wissen erlangen, dass du Gott bist. Du wirst wissen, dass dein wahres Wesen Göttlichkeit ist. Ja! Du wirst dein wahres Selbst erkennen. Ich habe meine wahre Identität verloren. Ich habe meinen wahren Namen vergessen. Ich habe vergessen was ich bin. Ich identifiziere mich mit diesem Körper und spreche über ihn in Begriffen wie Größe, Gewicht und Brustkorb. Ich identifiziere mich mit meinem Namen und stelle mich als Herr oder Frau so-und-so vor. Ich identifiziere mich mit dem Land, in dem ich lebe und stelle mich vor als Inder und so weiter und so fort. Ich identifiziere mich also mit meinem Körper, mit meinem Arbeitsplatz, mit meinem Land. Deswegen habe ich meine wahre Identität vergessen. Ich habe mein wahres Selbst vergessen. Aber tatsächlich ist dein wahres Selbst Göttlich. Ein reines Herz ist der Tempel Gottes. Der Bewohner des Herzens ist Gott. “Ich und mein Vater im Himmel sind Eins.” Das sagte Jesus Christus. Du bist Gott. Gott schuf den Menschen nach Seinem Ebenbild. Also, wenn ich vergessen habe, dass ich das Ebenbild Gottes bin, dann denke ich, dass ich das Ebenbild von irgendwelchen absurden Dingen bin. Einmal sagte
ich zu Bhagavan: “Swami, wenn Du zu mir sagst ‘Du bist Gott,’na ja, dann
kann ich das nicht glauben. Dieser Bursche dort, der eine Schwäche für eine
heiße Tasse Kaffee hat, wie kann er sagen, dass er Gott ist? Das kann ich
einfach nicht glauben!” Baba antwortete darauf in einer sehr lustigen Art
und Weise: “Wenn du denkst, dass du nicht Gott bist, dann denke doch,
du bist ein Büffel. Wenn du nämlich denkst, du seist ein Büffel, dann wirst
du auch zu einem. Du wirst zu dem, was du denkst, das du bist, " sagte
Bhagavan. (Lachen) Also ist Gott
nicht ein Ziel, das man erreicht, nach dem man strebt. Es ist eine
Erkenntnis und eine darauf folgende Erfahrung, die man hat. Wir befinden
uns ständig im Zustand der Argumentation, des Vergleiches, der Hypothese,
Theorie, Idee, Ideologie - darin liegt unser Interesse. Da gibt es welche
die sagen: “Man kann zu dem Schluss kommen, dass es Gott gibt. Das ergibt
sich aus folgenden Gründen: Erster, zweiter, dritter, vierter Grund. Man
kann zu dem Schluss kommen, dass es Gott gibt, denn es gibt die Schöpfung
und deshalb muss es auch einen Schöpfer geben. Da ist Rauch, deshalb muss da
auch ein Feuer sein. Man hat also gewisse Beweise, die das belegen und
einige Argumente, die man vorbringen kann. Deshalb existiert Gott.
Absolut positive Einstellung
Also, meine
Freunde, Gott kann man nicht erkennen, in dem man eine Schlussfolgerung
zieht; Gott kann man nur erfahren. Gott drückt sich durch absolut positive
Einstellung dem Leben, dem Dasein gegenüber aus.
Was bedeutet absolut positive Einstellung? Haben wir wirklich eine
solche Einstellung? Nein! Wir zweifeln an jedem. Wir verdächtigen jeden.
Wir akzeptieren nichts. Wir zögern, aber meditieren nicht (Wortspiel:
hesitate=zögern und meditate=meditieren). Wir hegen nur Zweifel. Wir sind
nicht in der Lage uns jenseits von Zweifel zu bewegen. Das ist die
Situation, in der wir uns befinden. Gott ist anders; Er hat keine Zweifel,
Er zögert nicht, Er verdächtigt nicht, Er akzeptiert; deshalb ist Gott
gleichbedeutend mit einer absolut positiver Einstellung dem Dasein
gegenüber.
Was bedeutet das nun? Diejenigen von euch, die gestern die Zeitung durchgesehen haben, lasen sicherlich auch das Zitat des ernannten Präsidenten Indiens, Herrn Dr. Abdul Kalam. Er machte eine wunderbare Aussage. Ich sagte zu Swami:" Swami, das hat Kalam gesagt." Bhagavan antwortete sofort: “Er hat nur das wiederholt, was Ich ihm während eines Besuches in Bangalore gesagt habe.” (Lachen) Ihr habt bestimmt gestern in der Zeitung gesehen, was Kalam wiederholte. Er wiederholte: “Was auch immer in unserem Leben geschieht, es geschieht zu unserem Besten. Alles ist gut. Gutes geschah, Gutes geschieht und Gutes wird geschehen.” Das ist eine überaus positive Einstellung zum Leben. Ich bin mir sicher, dass niemand von uns das sagen würde. Heute morgen ist mir etwas Gutes widerfahren, was aber wird am Nachmittag sein. (Lachen) Swami schaute mich heute morgen an -- wie schön. Am Abend, na ja, da bin ich mir nicht so sicher, da warte ich erst einmal ab. Es ist verfrüht zu beurteilen ob es jetzt, in diesem Augenblick, gut oder schlecht ist. Abwarten und Tee trinken. (Lachen) Absolut positive Einstellung bedeutet also, bereit sein, vorbereitet sein, bedingungslos anzunehmen, dass alles, was in unserem Leben geschieht, zu unserem Besten ist. Das ist die genaue Definition von Gott.
Eins werden, verschmelzen, auflösenWas ist nun das Geheimnis? Ich werd’s euch sagen. Jemand sagte: “Herr Kumar, ich sitze hier in Meditation.” “Oh?” “Nach kurzer Zeit bin ich verloren. Ich weiß nicht wo ich bin. Ich vergesse mich, während ich mich in Meditation befinde.” Daraufhin sagte ich: “Möglicherweise ist es ein tiefer Schlaf!” (Lachen) Im tiefen Schlaf vergessen wir auch wo wir sind und was wir tun. Es gibt auch Leute, die, wenn sie mit der Meditation anfangen, den Namen wiederholen, die Perlen der Gebetskette wiederholt durch ihre Finger laufen lassen, den Rosenkranz beten, immer und immer wieder. Innerhalb von wenigen Sekunden hört man an Stelle von ‘Sai Ram’ das Geräusch ihres Schnarchens! Sie schnarchen. Könnt ihr das glauben? Das ist nicht der Zustand von samadhi. (A.d.Ü.: Bewusstseinszustand, der über Wachen, Träumen und Tiefschlaf hinausgeht. Lt. Mittwede Sanskrit/Deutsch). Nein! Es ist nicht der endgültige Zustand der Meditation, ganz und gar nicht! Was ist dann also wahre Meditation? Wahre Meditation hat drei Stufen: Eins werden, verschmelzen, auflösen. Das sind die drei Stufen der Meditation. Während du an Gott denkst, berührt dich das, was um dich herum geschieht, nicht im geringsten. Du bist dir deiner gesellschaftlichen Stellung nicht bewusst. Du hast kein Körperbewusstsein und nimmst auch irgend etwas anderes nicht wahr. Deine Gedanken sind nur bei Gott und Seiner göttlichen Lobpreisung. Du bist Eins mit Gott geworden, bist mit Ihm verbunden. Wenn du ganz und gar mit Gott verbunden bist, dann vergisst du Zeit und Raum. Du vergisst alles um dich herum. Das bedeutet, dass du dich jenseits von Zeit und Raum befindest. Das ist verschmelzen. Verschmelze, werde Eins. Und was geschieht dann? Du existierst nicht. Du existierst nicht - das ist es. Du wirst universal oder kosmisch. Das ist die letzte Stufe: Du hast dich 'aufgelöst'. Also der Vorgang der Meditation besteht aus drei Stufen: Verbinden oder Eins werden, verschmelzen, auflösen. So lange das ‘Ich’ existiert, befindest du dich immer noch im Zustand der Verbindung. Derjenige, der mit Gott Eins ist, wird niemals “Ich” sagen. Wie kommt das? Ein Regentropfen fällt in den Ozean. Jetzt gibt es ihn nicht mehr, denn er hat sich mit dem Ozean verbunden und ist jetzt der Ozean. Ja! Der Tropfen existiert nicht mehr. So lange wir noch 'Ich, Ich, Ich' sagen, befinden wir uns noch nicht einmal auf der ersten Stufe der Meditation. Wir befinden uns noch nicht einmal auf der Stufe eines Säuglings oder der eines Kindergartenkindes. Diese 'Ich-Bezogenheit' ist die erste Ursache. Wenn sie erst einmal fallen gelassen wird, dann ist das der Punkt, an dem die wahre Meditation beginnt: Verbinden oder Eins werden, verschmelzen und auflösen. So etwa wie der Regentropfen, der in den Ozean fällt. Ihr seid universal. Ihr seid die Welt. Ihr seid kosmisch. Das ist der Endzustand von Meditation.
Gott ist SeinWir sollten uns auch daran erinnern, dass Bhagavan immer Folgendes sagt: ‚Man wird nicht Gott, man ist Gott‘. Gott ist das, was du schon bist und nicht das, was du noch werden willst. Wenn du Gott werden willst, dann würdest du etwas anstreben, das in der Zukunft liegt, deinen Blick in die Zukunft richten. Es würde Zeit in Anspruch nehmen, um Gott zu werden. Wenn ich den Professorentitel erwerben möchte, dann benötige ich dafür gewisse Qualifikationen. Um diese zu erlangen braucht es eine gewisse Zeit. Erst dann bekomme ich den Professorentitel. Zeit, Qualifikation, Eignung und Erfahrung sind alles Voraussetzungen, um Professor zu werden. Um Präsident oder Premier Minister zu werden benötigt man Eignung, die Unterstützung der Partei, nun, eben gewisse Voraussetzungen. Etwas zu Werden bedeutet, dass das, was man werden will, in der Zukunft liegt. Aber Gott ist nicht Werden. Gott ist Sein. So erklärt es uns Bhagavan. Das wollte Bhagavan damit ausdrücken, als Er sagte: “Ich gewähre euch nicht mehr Meine Füße zu berühren (Padanamaskaar).” Padanamaskaar ist gestrichen. Seine Füße zu berühren ist von Ihm eingestellt worden. Warum? Bhagavan will uns mit Nachdruck vermitteln, dass Gott zu sein ein Zustand ist und nicht ein Zustand wird. Wir sind Gott und müssen es nicht mehr werden. Man kann nicht Gott werden in dem man durch Leistung ein gesetztes Ziel erreicht. Gott ist nicht außerhalb von dir. Er ist in Dir. Du bist Gott. Ihr müsst euer wahres Selbst erkennen, denn Bhagavan hat uns 75 Jahre lang Zeit gegeben, um die Quintessenz dieser Seiner Botschaft zu verstehen. Es gab Tausende und Abertausende von Gelegenheiten Seine Füße zu berühren und es gab uns immer wieder ein Gefühl des Stolzes, wenn wir Seine Füße berühren durften. Wir sahen es als eine Art von Heldentat, Bevorzugung an; es war eine Art von ‚ich stehe im Mittelpunkt’, sich-zur-Schau-stellen, Selbstglorifizierung, sich in der Öffentlichkeit hervorzutun, eine Show abziehen. Wenn der wirkliche Zweck nicht erfüllt wird, ja dann, dann wird eine göttliche Anordnung erlassen. Keine Berührung der Füße mehr. Die Bedeutung dieser Anordnung ist die, dass Er uns absichtlich und mit aller Kraft dazu bewegt in uns zu gehen. Wir haben uns ständig außerhalb des Gebüsches bewegt, aber wir sind nicht in das Gebüsch eingedrungen. Die Aussage , dass wir die Füße nicht mehr berühren dürfen, ist ein klarer Hinweis darauf, dass wir erkennen sollen, dass wir Gott sind und es nicht erst werden müssen.
Religion und ReligiositätBhagavan sagt auch, dass Religion nicht wie ein Kleid ist, das man anzieht. Religion ist nicht nur ein Weg, dem du folgst. Religion ist eine Lebenseinstellung. Religion ist für den Menschen so ähnlich, wie ein Programm für den Computer. Religion ist eine Voraussetzung. Lasst uns nicht einer Religion nachgehen, nein, lasst uns religiös sein. Ein Mensch zu sein, der einer Religion angehört, ist etwas anderes, als religiös zu sein. Religiosität ist wichtiger als Religion. Religion ist nur eine Einstufung. Religion ist ein Zeichen von Identifikation. Religion ist ein Markenzeichen. Religiosität aber bedeutet, dass man den Grundsatz der Religion ausführt, ihm durch das Verhalten Ausdruck verleiht. Es besteht also ein großer Unterschied zwischen Religion und Religiosität. Religiös zu sein ist anders. Wenn du schweigsam bist, wenn du friedvoll bist, wenn du wachsam bist, dann bist du religiös. Mit all der Unruhe, Verunsicherung, all der Widersprüchlichkeit in meinem Geist kann ich doch nicht behaupten religiös zu sein. Ich kann wohl sagen, dass ich einer Religion angehöre, aber nicht, dass ich religiös bin. Ein religiöser Mensch ist immer friedvoll. Er wird sich niemals über irgend jemanden beschweren, noch nachtragend oder feindlich gesinnt sein. Er wird Einfühlungsvermögen und Mitgefühl, Freundlichkeit und Verständnis zeigen. So ist also ein Mensch, der religiös ist. Ein Mensch, der einer Religion angehört, benutzt seine Stimme. Er gibt seiner Stimme Ausdruck. Ein religiöser Mensch jedoch ist schweigsam. Warum? Nur in der Stille, in der tiefen Stille ist es möglich, die Stimme Gottes zu hören. Du erfährst Gott in der Stille. Das ist der Grund, warum jeder spirituelle Lehrer, jeder spirituelle Meister sehr pedantisch wird, wenn es um die Stille geht. Denn nur durch die Stille ist es dir möglich nach Innen zu schauen. In der Stille kannst du das dir innewohnende Göttliche erfahren.
Sind wir wirklich wachsam?Wo auch immer Stille herrscht und wir denken, dass wir wachsam sind, sind wir es wirklich? Sicherlich nicht! Wenn wir in den Abendstunden einen Spaziergang hinter den Rundhäusern machen ist es die kühle Brise, die uns berührt, durch die Gott uns sagt: "Hallo, wie geht es dir?” Es ist Gott , der dich berührt. Gott ist gekommen um dich mit der kühlen Brise zu berühren und zu begrüßen. Die Dämmerung, die den Himmel in verschiedene Farben taucht, ihn mit wunderschönen Malereien überzieht - das alles sind die Vielzahl der Gesichter Gottes, multi-dimensional. Er will uns damit sagen: “Hallo, mein liebes Kind, wie geht es dir?” Die blühenden Blumen, die sich lächelnd in der Brise wiegen, die Rose in voller Blüte und der Tautropfen, der über das Blatt der Lotuspflanze rollt - wie eine Perle schimmernd - das ist das wunderschöne Gesicht Gottes, der sagt: “Hier bin ich, mein Kind! Warum schaust du mich nicht an?” Ja, meine Freunde, wir können die Gegenwart Gottes genießen, wenn wir wachsam sind. Wachsam bedeutet bei vollem Bewusstsein zu sein, hellwach. Sich der fünf Elemente , der Brise, des Sonnenaufgangs, der Dämmerung, der Täler, des Grüns, des Waldes und der mächtigen Berge bewusst zu sein! All diese Dinge sind ein Ausdruck der Göttlichkeit. Ein religiöser Mensch ist also wachsam. Er sieht die kosmische Form Gottes überall. Er lebt im Frieden und er ist immer schweigsam. Darin liegt das Geheimnis des Lebens. Ein spiritueller Mensch ist niemals prahlerisch und stellt sich nicht dar. Es gibt Menschen, die sagen: “Während ich meditiere, sehe ich Bilder. Ich sehe Farben.” Bitte, genieße, was du siehst, denn ich sehe wahrscheinlich nicht das, was du siehst. Nun ja, alles was du sagst, mag für mich ohne Bedeutung sein, deshalb sollte es eine völlig persönliche Erfahrung bleiben. Wir können sie nicht publik machen, sie jedem erzählen. Deine Erfahrung basiert auf der Intensität deiner eigenen spirituellen Übung und der Beschaffenheit deines eigenen spirituellen Weges. Ich möchte hier nicht bewerten, das steht mir nicht zu.
Gewöhnlich (einfach)
zu sein ist außergewöhnlich
(Wortspiel: Ordinary –
gewöhnlich (einfach) / extraordinary –außergewöhnlich)
Wichtig ist es zu wissen, dass ein religiöser Mensch, ein spiritueller
Mensch, sich immer als einfach sieht. Jesus war ein einfacher Mensch. Auch
Sri Ramakrishna Paramahamsa war ein einfacher Mensch. Meistens ist es so,
dass die kostbarsten Dinge in der Welt sehr einfach sind. Der Himmel, die
Sterne, das Mondlicht, das Sonnenlicht, all das ist einfach. Aber ich,
ich will außergewöhnlich sein - darin liegt das Problem! Wer so denkt
macht sich zum Clown, über den alle lachen, wenn er versucht außergewöhnlich
zu sein. Niemand sollte versuchen außergewöhnlich zu sein, denn es liegt
nichts Außergewöhnliches im Außergewöhnlichsein. Schlicht und einfach zu
sein - das ist außergewöhnlich. Was ist nun außergewöhnlich? Schlicht und
einfach zu sein ist außergewöhnlich, denn die meisten Kostbarkeiten sind so.
Einmal sagte Bhagavan und schaute mich dabei an: “Du hast einen neuen Anzug! Hmm! Der ist aber fein!” Du meine Güte, ich war so glücklich, denn von Bhagavan ein Kompliment zu empfangen, gibt einem das Empfinden von Genugtuung und Stolz. Sofort sagte Er: “Ich bin immer gleich, ob es nun am Geburtstag oder einem anderem Tag ist, trage ich das selbe Gewand, während du einen neuen Anzug an deinem Geburtstag trägst.” (Lachen) Wir wollen an unserem Geburtstag außergewöhnlich sein, an besonderen Feiertagen und zu besonderen Gelegenheiten. Gott jedoch verändert sich nicht. Er bleibt immer gleich. Zu besonderen Gelegenheiten, wenn für besonders wichtige Gäste ein Essen vorbereitet wird und ein paar Glückliche von uns Seiner Einladung folgen dürfen, dann gibt es reichlich zu essen. Was isst unser Gott dann bei dieser Gelegenheit? Genau das, was auch die anderen essen; zwei Löffel voll, mehr nicht. Zwei Löffel Reis, Hari Om Tat Sat! Dann steht Er auf. Das gleiche Essen, die gleiche Kleidung – sehr, sehr schlicht und einfach. Während Er zu Devotees spricht, greift Er plötzlich zu Seinem Becher und trinkt einen Schluck. Dann sagt Er: "Es ist kein Kaffee, nur Wasser!” Nichts Außergewöhnliches. Wenn du Ihn während des Essens einmal anschaust, wird Er sagen: "Keine Süßigkeiten, bitte. Ich habe noch nie Süßigkeiten gegessen.”
Ich war nie in einem Zirkus! Vor ein paar Tagen sagte Bhagavan: “Ich bin nie Motorrad gefahren und habe nie eine Reise mit dem Zug gemacht. Ich weiß nicht wie das ist. Ich habe nie einen Zirkus besucht!” “Warum nicht, Swami? Warum nicht? Es ist sehr schön im Zirkus. Sehr interessant. Da gibt es einen Dompteur, der die Löwen springen lässt. Warum schaust Du es Dir nicht einmal an? Als wir Kinder waren, gingen wir in den Parasurama Löwen Zirkus und in den Gemini Zirkus. Warum gehst Du nicht in den Zirkus?” Bhagavan sagte: “Im Zirkus leiden die wilden Tiere. Diesem Leiden während einer Vorstellung zuzusehen, bereitet euch Freude. Ich will so etwas nicht sehen. Welchen Grund gibt es, die Tiere zu schlagen? Welchen Grund gibt es sie mit der Peitsche zu züchtigen? Warum zwingt man die Tiere gewisse Kunststücke vorzuführen? Nur um euch glücklich zu machen? Diese Kunststücke führen die wilden Tiere vor, weil der Dompteur sie dazu zwingt und sie leiden. Das gefällt mir ganz und gar nicht und deshalb schaue ich mir auch keine Zirkusvorstellungen an. Ich bin ein schlichter, einfacher Mensch!” “Swami, bist Du schlicht und einfach?” “Ja!” “Bitte begründe das!” Dieses Gespräch fand erst gestern statt. Was sagte Bhagavan gestern? “Ich war vor langer Zeit einmal in Ost-Afrika. Ich lief dort herum und bemerkte, dass dort auch Löwen und Tiger herumspazierten.” "Herumspazierten?” “Ja!” “Oh Swami, nur der Gedanke daran flößt mir Furcht ein. Wenn ich mir das so bildlich vorstelle, macht es mir Angst.” “Ja! Ich hatte keine Angst vor ihnen.” “Warum hattest du keine Angst, Swami?” Bhagavan sagte: “Ich habe keine Angst vor den Löwen, weil sie wissen, dass Ich ihnen kein Leid zufüge. Ihr habt Angst vor ihnen und sie haben Angst vor euch, weil sie vermuten, dass ihr sie tötet. Wenn die Löwen wissen, dass ihnen nichts geschieht, dann sind sie unbefangen und bewegen sich frei. “Swami, warst Du die einzige Person, die sich im Walde frei und ohne Furcht bewegte?” “Nein, die Bewohner Ost-Afrikas bewegen sich auch frei im Walde. “ “Wirklich, oh!” “Tiger mit
ihren Jungen und Löwen, sie liefen dort herum und wir auch. Nichts
passierte. Nachts liefen dort auch Elefanten in großer Zahl herum. Ein
Elefant steckte einmal seinen Rüssel durch das Fenster, nahm eine Frucht und
verschwand.” „Wirklich??“ Gott sei Dank. Ich konnte letzte Nacht trotz dieser Geschichten gut schlafen und hatte keine Albträume. Die wilden Tiere leben dort also in Freiheit, denn sie leben dort in Freiheit und sind deshalb einfach nicht misstrauisch. Wenn du dich Eins mit der Schöpfung fühlst, mit dem Leben, dann brauchst du keine Angst zu haben. Du wirst niemals Angst verspüren. Dein Leben wird nie und nimmer in Gefahr sein. Also - fühle dich nicht nur schlicht und einfach, sei es. Ich fühle mich nicht nur schlicht und einfach. Ich bin es. Warum? Im gleichen Moment, in dem ich mich besonders fühle, bin ich der So-und-so. Aha, und weiter? “Ich komme schon seit 20 Jahren hierher.” Was tust du um etwas beizutragen? Nichts! “Ich bin schon seit 30 Jahren hier.” Aus welchem Grund? Du bist eine Belastung für den Ort. In dem Moment also, in dem du dich besonders fühlst, hast du den Kontakt zum Leben und der Liebe aufgegeben und zur Realität. Bleibt immer sehr, sehr schlicht und einfach - denn das ist eine außergewöhnliche Eigenschaft. Gold kann nicht wertvoller als du sein. Ihr seid wertvoller als das Gold - versteht das bitte! Die Leistung kann nicht herausragender sein als derjenige, der sie vollbracht hat. Das zu verstehen ist sehr wichtig.
Vernunft und HerzMan kann es von zwei Seiten sehen: die Menschen im Westen lassen sich mehr von der Vernunft leiten, während die Menschen im Osten sich mehr vom Herzen leiten lassen. Baba sagt, dass wir eine Mischung aus Herz und Vernunft brauchen. Beide sind wichtig. Vernunft sitzt im Kopf und Gefühl im Herzen. Im Westen werden Dinge mehr hinterfragt - das ist Vernunft . Das ist der Grund, warum Wissenschaft und Technology im Westen ihren Anfang hatte. Im Osten findet man häufiger, dass das Herz der treibende Motor aller menschlichen Handlungen ist. Deshalb findet man dort Spiritualität in Fülle. Aber Bhagavan zeigt uns eine wunderschöne Mischung, eine Synthese von beiden, wenn Er sagt: “Vernunft bewährt sich in der Welt von Objekten, während sich das Herz in der Welt des Bewusstseins bewährt. Deshalb, wachse in deinem Herzen und schärfe deine Vernunft. Wenn du das in perfekte Harmonie bringen kannst, dann bist du ein Genie“. Als Letztes nun, bevor wir uns trennen: Bhagavan will nicht, dass wir als Missionare auftreten. Nein! Wir haben Menschen, die Bhagavans Botschaft verbreiten. Es gibt Missionare verschiedener Schulen und Philosophien, verschiedener Religionen. Sie sind auch ziemlich damit beschäftigt, die Menschen zu bekehren. Deshalb ist es nicht notwendig, dass wir Sai Devotees das auch noch tun. Wir Sai Devotees sind nicht dazu da, irgend jemanden zu bekehren, zu faszinieren, unter Druck zu setzen oder irgend jemanden zu belästigen, nein, ganz und gar nicht! Bhagavan will nicht, dass wir zum Missionar werden oder irgend jemand anderes es wird. Bhagavan will, dass du die wahre Botschaft Seines Lebens reflektierst, aber Er will nicht, dass du ein Missionar Seiner Botschaft wirst. Mit diesem Gedanken verabschiede mich von euch. Ich danke euch sehr! Sai Ram!
Om Asato Maa Sad Gamaya Tamaso Maa Jyotir Gamaya Mrtyormaa Amrtam Gamaya
Om Loka Samastha Sukhino Bhavantu
Loka
Samastha Sukhino Bhavantu
Loka
Samastha Sukhino Bhavantu
Om
Shanti Shanti Shanti
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