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10. März 2002 Die Sonntagsrede gehalten von Anil Kumar "Bhagavans Aussprüche"
OM…OM…OM… Sai Ram! Ich heiße alle Brüder und Schwestern der Sai-Familie auf das herzlichste willkommen und verneige mich in ehrfürchtiger Liebe vor den Lotusfüßen Bhagavans. Warum sollte ich lange sitzen?In der letzten Woche haben wir angefangen uns über all die Gespräche, die dort auf der Veranda stattgefunden haben, auszutauschen. Sechs von diesen Gesprächen haben wir besprochen. Über die restlichen werden wir heute morgen reden. Es ist einigermaßen erstaunlich, dass ich viele, viele Briefe von unseren Freunden bekommen habe. Darüber hinaus gibt es viele, viele mündliche Anfragen – Beschwerden, wenn nicht sogar die Forderung, ich solle alles, was Bhagavan zu den Studenten und Lehrern dort auf der Veranda gesagt hat, mit euch teilen. Kürzlich sagte Bhagavan: “Wozu reden, wenn so viele Mich nicht hören? Wozu sollte ich hier sitzen?“ Das sagte Bhagavan. „Viele sind nicht in der Lage Mich zu hören. Warum sollte ich hier so lange sitzen?“ Dann sagte ich: „Swami, viele sehen Dich ständig . Vielleicht hören sie Dir nicht zu, aber sie sehen Dich doch die ganze Zeit während Du sprichst. Das allein ist schon eine Botschaft , genug für einen Devotee. Bhagavans Darshan an sich ist schone eine Botschaft für einen Devotee. Also, Swami, beachte nicht, dass niemand imstande ist, Dich zu hören. Alle können Dich doch sehen.
Warum habe ich das gesagt? Ich frage mich ernsthaft, ob Er den Gedanken schätzen würde ein Mikrophon zu haben und ein System, mit dem Er sich an die Öffentlichkeit wenden kann. Wenn wir darum bitten, könnte es passieren, dass wir verlieren, was wir jetzt schon haben. Es kann uns abgesprochen werden. Dieses göttliche Risiko möchte ich nicht eingehen, also habe ich es positiv formuliert:“ Es ist genug wenn wir Dich sehen, Swami!“ Ein kurzer Rückblick auf die Gespräche, die in der letzten Woche stattfandenMeine Freunde, ich werde euch jetzt “in einer Nussschale” einen ganz, ganz kurzen Bericht über das geben, was in der letzten Woche diskutiert wurde. Ich glaube es waren sechs Fragen, die wir behandelt haben. Die erste Frage lautete: Gott ist überall, wie drückt sich das aus? Er gab dir deine Zunge, damit du sprechen kannst. Er gab dir Ohren, damit du hören kannst. Dadurch, dass Er dir deine Zunge gab, bist du in der Lage zu schmecken. Er gab dir Augen, damit du Sehvermögen hast. Er ist die Quelle unserer Wahrnehmungssinne, unserer Handlungssinne und noch darüber hinaus. Die zweite Frage lautete: Woher kommt dieses Wissen? Bhagavans Lehre trägt, für gewöhnlich , - auch wenn wir sie auf die leichte Schulter nehmen – die ganze, tiefgründige Antwort in sich: Das Gott in dir ist, mit dir, über dir, unter dir und um dich herum. Die dritte Frage war: Warum kennen wir ihn nicht? Wegen der Illusion oder Maya. Illusion oder Maya ist nichts anderes als das zu fühlen, was gar nicht existiert. Es heißt das Seil für eine Schlange zu halten. Das ist Maya. Ich möchte hier nicht ins Einzelne gehen, weil wir an diesem Morgen noch vieles behandeln wollen. Als nächstes sagte Bhgavan:“ Ihr seid die Welt.“ Wenn ihr euere Augen öffnet, sehr ihr die ganze Welt. Schließt ihr sie, so existiert nichts. Da ist eine unfassbare Leere. In dem Moment, wo ihr eure Augen schließt, gibt es niemanden anderes. Aber du bist noch da. Wenn ich meine Augen schließe, bin ich immer noch da, aber ihr seid es nicht länger. Nur ich bin da. Wenn ich meine Augen wieder öffne, kommt ihr alle wieder ins Bild. Ebenso beginnt die Welt zu existieren, wenn ihr die Augen öffnet, anders existiert sie nicht. Also seid ihr die Welt. Jenseits von euch ist nichts. Um mit Babas Worten zu sprechen: „Das Spiegelbild des Inneren Seins ist das gesamte Universum.” Die vierte Frage beschäftigte sich damit, dass die ganze Welt nichts als Reaktion, Wiederspiegelung und Widerhall ist. Was immer ich tue, es kommt als Reaktion zu mir zurück. All das Gute, das ich tue, wird mir ganz sicher gute Resultate bringen. Ebenso kommt all das Schlechte, das ich tue, als schlechtes Ergebnis wieder zu mir zurück. Wir können niemals den Resultaten (unserer Handlungen) entkommen, wir müssen ihnen ins Auge sehen. Die fünfte Frage befasste sich mit folgendem: Der größte Akt der Nächstenliebe ist der, den ihr mit ganzem Herzen ausführt, der nicht mit klingender Münze abgerechnet wird. Es hat nichts mit Devisenhandel zu tun (wie z.B. ich gebe dir dies und ich erwarte dafür jenes). Es ist der Geist der zählt, es ist das Gefühl, auf das es ankommt. Das Motiv und der Gedanke müssen als Maßstab angesetzt werden. Es hat nichts mit Zahlen zu tun. Die sechste Frage war: Was ist Zivilisation? Zivilisation ist nicht Pomp und Show. Zivilisation ist nicht Besitz. Zivilisation bedeutet, sich in Begrenzung der Wünsche zu üben. Seid zufrieden mit dem, was ihr habt. Lass mich nicht beunruhigt darüber sein, dass ich kein großes Haus mit vielen Stockwerken besitze. Lass mich glücklich darüber sein, dass ich wenigstens ein Dach über dem Kopf habe. Gib, dass es mich nicht stört, kein Auto zu haben. Lass mich glücklich sein über die Beine, die mir helfen problemlos zu gehen, geschmeidig zu gehen, ohne Benzinverbrauch oder Unfallgefahr. Lass mich nicht darüber grübeln, dass ich mir einen Dorn in den Fuß getreten habe. Lass mich glücklich darüber sein, dass ich nicht von einer Schlange gebissen worden bin. Hilf, dass ich mich nicht einmal darüber beunruhige, wenn eine Schlange mich gebissen hat: Lass mich glücklich darüber sein, dass ich nicht an diesem Schlangenbiss gestorben bin! (Lachen) Glücklich zu sein mit dem, was ihr zur Verfügung habt, - das ist der wahre spirituelle Geist. Das ist wirklich Kultur. Demnach ist Kultur die Spiegelung oder Manifestation unserer inneren Werte, was Bhagavan ‘guna sampathi’ nennt. Die Werte, die nicht sichtbar sind, die nicht augenfällig sind, werden sich auf meine Beziehungen auswirken und werden eine Wirkung auf meine Handlungen haben. Damit, denke ich, haben wir alle sechs Punkte berührt, von denen in der letzten Woche die Rede war. Von hier aus werden wir zu den anderen Punkten weitergehen. Ich möchte jedoch für diejenigen, die jetzt gerade zu uns gestoßen sind, wiederholen, dass all diese Punkte, meine Freunde, jeder einzelne Punkt, über den hier gesprochen wird, – in der Vergangenheit, jetzt und in der Zukunft – ausschließlich auf Bhagavans Schriften und Gesprächen basieren. Das, worüber wir hier sprechen, ist das Wesentliche oder sind die wichtigen Punkte seiner Gespräche , die kürzlich dort auf der Veranda zwischen Bhagavan und Studenten stattgefunden haben. Mach dich leerIch fragte Bhgavan: “Trotz meines spirituellen Strebens, trotz meines spirituellen Engagements, meiner Buße, Meditation und Anbetung war es mir nicht möglich, die spirituelle Wirklichkeit zu erleben. Trotz meiner Anbetung und meiner spirituellen Rituale habe ich keinerlei spirituelle Erfahrung. Warum?“ Bhgavan sagt darüber folgendes: Bevor du dich nicht leerst, kannst du dich nicht mit irgend etwas Frischem, Neuen füllen. Der Becher des menschlichen Herzens ist angefüllt mit Gift und Hass. Er ist voll von giftiger Eifersucht, voller Stolz. Das Herz ist bestrebt zu vergleichen und zu konkurrieren. Das Herz ist voll, es hat keinen Platz mehr. Was wir also tun müssen, ist: Wir müssen aus unserem Herzen alles herausschütten. Zuerst müssen wir unser Herzen leer machen, sodass wir sie mit Liebe, Verzicht, Wahrheit, Hingabe, Nachsicht und Toleranz füllen können. Dann werden wir positive Ergebnisse auf dem spirituellen Weg haben. Viele von uns haben auf dem spirituellen Weg keinerlei Erfahrung gemacht , noch sind sie zu irgend einem Ergebnis gekommen. Warum? Obwohl wir alles mit Aufrichtigkeit tun, obwohl wir dem Nagarsankirtan beiwohnen, obwohl wir auch aus voller Kehle singen, machen wir dennoch keine Erfahrung. Der Grund ist, dass der Geist schon voreingenommen und voller Vorurteile ist. Warum sind wir also nicht erfolgreich? Unserer Vergangenheit wegen. Wir müssen uns leer machen; wir müssen vollkommen frei sein ohne jede Voreingenommenheit und ohne jedes Vorurteil, ohne jede Schwäche. Das ist der Grund. Bhagavan möchte, dass wir verstehen und analysieren: Was ist Spiritualität? Manche meinen, Spiritualität sei, wenn man jeden Sonntag in die Kirche geht. Manche meinen, wenn man in der Moschee oder einem Tempel ist, das sei Spiritualität. Für einige bedeutet es zu fasten. Manchen bedeutet es die ganze Nacht hindurch zu wachen, - überhaupt nicht schlafen. Meine Freunde, diese Dinge haben nichts mit Spiritualität zu tun. Wenn ich faste, wird Gott nicht vor mir erscheinen; aber meine Verdauungsprobleme werden verschwinden (Lachen) Halte ich mich die ganze Nacht wach und nutze sie nicht um zu schlafen, wird Gott nicht vor mir erscheinen; aber ich werde während des Tages einschlafen. Wenn das Wachbleiben während der Nacht eine Garantie für die Befreiung ist, würde alles Krankenhauspflegepersonal, alle Eisenbahner, alle Nachtwächter im Königreich des Himmels wieder geboren werden. Wachbleiben während der Nacht ist also nicht der Weg zur Befreiung. Fastet man, wird man vielleicht dünner und dünner, wobei weiteres Fasten sogar euer Leben beenden kann; aber eine Garantie für Befreiung ist es nicht. Es ist also keineswegs alles Spiritualität, was wir dafür halten. Was ist Spiritualität?Was ist Spiritualität? Swami weist auf drei wichtige Punkte hin: Töte das Tier in dir; entwickele die Menschlichkeit in dir; lebe die Göttlichkeit, - die ja schon in dir ist. Diese drei Punkte weisen auf die Tatsache hin, dass du nicht eins bist, sondern drei: Das Tier, der Mensch und das Göttliche. “Warum? Willst du sagen, dass ich ein Tier bin?” Ja, sicher! Wenn ich zornig bin und mein Gesicht im Spiegel betrachte, sehe ich schlimmer aus als ein Tier. (Lachen) Wenn mein Herz voller Eifersucht und Stolz ist, und ich stehe dann vor dem Spiegel, nun, jedes Tier würde sich schämen mit mir verglichen zu werden. „ Nein! Nein, nein, nein! Ich bin besser als ein Wasserbüffel. Ich bin kein Tier.“ Das würden wir sagen. Also, meine Freunde, da steckt ein Tier in uns. Eifersucht ist eine tierische Eigenschaft. Hast du schon einen Hund zu Hause, ein Lieblingstier und du bringst noch einen zweiten mit, wird der Hund anfangen zu kämpfen. Warum? Aus Eifersucht. Die Schlange steht für Rache. Die Schwäche also, wie zum Beispiel Ärger, Stolz und Eifersucht, die wir alle in uns tragen, sind tierische Qualitäten. Jawohl! Obendrein haben wir keinerlei Versuch unternommen, sie zu töten oder zu entfernen, weil wir sie als Qualifikationen halten. Für uns sind es Verdienste. Das ist der Grund dafür, warum wir diese tierischen Eigenschaften nicht erkennen. Lasst sie uns deshalb zunächst diagnostizieren, sie als tierische Qualitäten entlarven und dann versuchen, sie zu entfernen, zu töten, sie total zu vernichten. Dann werden wir die menschlichen Eigenschaften entdecken. Was sind die menschlichen Eigenschaften? Mitgefühl, Nachsicht, Opferbereitschaft, Wahrheit, Verständnis – das alles sind menschliche Qualitäten. Wir müssen sie entwickeln, wachsen lassen. Erst wenn wir alle menschlichen Eigenschaften in uns entwickelt haben, werden wir die Göttlichkeit darunter entdecken, die Göttliche Strömung, die Göttlichkeit, die Nektar ist, unsterblich und immer in uns vorhanden. Diese drei also machen wahre Spiritualität aus, - im strengsten Sinne des Wortes. Was sind Wünsche?Dann wurde eine weitere Frage an Bhagavan gestellt: „ Swami, Du sagst, Wünsche seien schlecht. Du sagst, ich solle an der Begrenzung meiner Wünsche arbeiten. Du sagst, Wünsche seien ein Hindernis, sie seien ein ‚eiserner Vorhang’ zwischen Dir und mir. Ich sollte also keine Wünsche haben. OK. Aber ich wünsche mir Dir nahe zu sein, ganz dicht bei Dir zu sein. Ich wünsche Dich zu sehen. Ist dieser Wunsch negativ? Ist es falsch diesen Wunsch zu haben?“ Verständnisvoll sagte Bhagavan:“ Religion ist kein Wunsch. Spiritualität ist kein Wunsch.“ Was ist ein Wunsch? Lasst uns das erst einmal begreifen. Ihr wünscht euch das, was ihr nicht habt. Ich habe kein Geld, also wünsche ich mir Geld. Ich habe keine Position, also wünsche ich mir eine Position. Wir wünschen uns das, was wir nicht schon haben. Aber in der wahren Religion brauchst du nichts zu wünschen, weil du DAS bereits bist, Thath Twam Asi. Du bist bereits Göttlichkeit. Du bist bereits Gott. Du bist Gott: Thath Twam Asi. Aham Brahmasmi: Ich bin Gott. Deshalb ist das reine Herz der Tempel Gottes. Ich und mein Vater im Himmel sind Eins. Deshalb ist die Idee: „Ich bin Gott” kein Wunsch. Es ist eine Sehnsucht. Es ist kein Gesuch. Es ist eine Aufforderung. Es ist keine flehentliche Bitte. Es ist einfach Bewusstsein. Es ist einfach Vergegenwärtigung. Wenn ich meinen Stift hier in meiner Tasche finde, so ist das nicht irgendein Wunsch. Es ist keine Aufforderung. Ich hatte vergessen, dass ein Stift in meiner Tasche war. Nun erkenne ich, dass ein Stift in meiner Tasche ist. Ebenso ist Spiritualität eine Erkenntnis. Spiritualität ist Vergegenwärtigung. Sie hat nichts zu tun mit irgendeinem Wunsch. Das ist, was Bhagavan gesagt hat. Gott ist innen und ebenso jenseits. Gott ist im Geist, Er ist aber auch jenseits unseres Geistes. Ohne Gott kann der Geist nicht denken. Ohne Gott könnt ihr nicht reden, und dennoch kann dieser Geist Ihn nicht wertschätzen, und Worte können Ihn nicht beschreiben. Yatho Vacho Nivarthanthe Aprapya Manasa Saha Das heißt, alle Worte reichen nicht aus, Ihn zu beschreiben, und man (der Geist, der man ist) kommt vergeblich zurück. Der Geist versagt, er erfasst Ihn nicht und kommt (ohne etwas ausgerichtet zu haben) vergeblich zurück. Weder unsere Worte noch unser Geist begreifen Ihn, laut der Upanishads (heilige Textbücher). Obwohl Er der Erhalter ist, obwohl Er die Ursache ist, obwohl Er die Quelle ist, kann Er nicht eingeschätzt werden; kann man Ihn nicht begreifen und nicht beschreiben. Also ist Gott innen und ebenso jenseits. Ihr denkt ich habe vergessenBei dem nächsten Punkt geht es darum: “Ihr denkt, Ich habe vergessen.” Nun bekommt ihr es mit ein paar Wundern zu tun! Swami schaute sofort einen Jungen aus der 12. Klasse an. Er ist ein ganz schön rundlicher Junge mit einem wohlgestalteten Körper. Er kommt aus dem Teil Indiens, in dem man Weizen isst, nämlich Nordindien. Wir gehören zu Südindien, dem Teil, in dem man Reis isst. Dieser Junge kommt aus dem Teil, wo man Weizen isst. Er ist gut gebaut und sieht recht gut aus. Er kommt aus Himachal Pradesh. Die Menschen von dort haben eine sehr gute Gesichtsfarbe wegen des Wetters. Wir schauen sie immer wieder gerne an. Ja, so ist es! Swami schaute den Jungen an und rief ihm zu:” Komm her!” Und plötzlich versagte Swami die Stimme. Er war bewegt. Ich sah Seine Augen feucht werden. Seine Augen waren feucht und Seine Stimme versagte. Er war buchstäblich gerührt. Warum? Swami fragte ihn:“ In welcher Klasse bist du jetzt?“ Der Junge sagte: “Zwölfte Klasse, Swami.” „Woher kommst Du?“ “Himachal Pradesh, Swami.” In der Zwischenzeit sagte Bhagavan:” Dieser Junge kam im Alter von fünf zu Mir und bat um Aufnahme. Er kam geradewegs nach Brindavan. Zu dieser Zeit bekam er ein Telegramm, das ihn vom Tod seiner Mutter in Kenntnis setzte. Von da an bis heute bin Ich seine Mutter!“ Er rief den Jungen näher und näher zu Sich heran und berührte Seine Wangen. Der Junge fing an zu weinen. Seine Augen waren rot. Tränen begannen ihm die Wangen herunterzulaufen. Swami sagte: „Weine nicht, mein Junge, weine nicht.“ Dann sagte Er:” Oh, wo ist dein älterer Bruder? Ich weiß. Er studiert in Chandigarth Medizin. Er ist dor auf dem College für Medizin, richtig?” Der Junge sagte: „Ja, Swami.“ “Wo ist deine Schwester? Ah! Sie ist in Anantapur und studiert Wirtschaftswissenschaften. Ich weiß.” Dann wandte Er sich all den Jungen zu und sagte:” Ihr Jungen denkt, dass ich mich nicht erinnere, dass ich euch vergesse. Ich vergesse niemanden. Aber ich spreche zu euch , wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Ich spreche zu euch, wenn es notwendig ist. Wenn ich nicht zu euch spreche, sollt ihr niemals den Eindruck haben, ich hätte euch vergessen.“ Das gilt für jeden einzelnen von uns. Einige von uns sind der Meinung, Gott hat nicht mit uns gesprochen. Er hat nicht mit uns gesprochen, weil es nicht notwendig war. Das ist die Antwort, die Bhagavan Selbst gegeben hat. Das habe ich nicht erfunden. Es ist an euch, es zu glauben oder nicht. Ein Lied, das von Ihm komponiert wurdeEinige Jungen legten Swami Kompositionen vor. Sie hatten Gedichte über Swami geschrieben und fingen an Lieder zu singen. Bhagavan Selbst hat vor sechzig Jahren einige der Lieder komponiert, die sie nun sangen. Ich sollte diesen jungen Burschen und Kerlchen gratulieren! Woher konnten sie diese Kasetten mit solchen alten, Originalliedern nur haben? Sieht aus, als ob sie Archäologen sind (wo haben sie die nur ausgegraben) ! (Lachen) Sie sind imstande, in der Geschichte zurückzugehen. Woher sie diese Lieder haben, weiß ich nicht! Wann sie geübt haben, ist auch ein Rätsel! Ihr hättet Swamis Gesicht sehn sollen. Ein Lied, dass Er vor sechzig Jahren komponiert hat, wird ihm jetzt vorgesungen – stellt euch vor wie Er darüber erfreut gewesen sein muss! Er war sehr glücklich. „Wisst ihr, wann Ich dieses Lied komponiert habe?“ Wer von Ihnen sollte es schon wissen? Schließlich sind sie erst 18 oder 19 Jahre alt. „Vor sechzig Jahren habe Ich dieses Lied komponiert!“ “Oh, Swami!” Dann, mittendrin, fing Er auch an zu singen, stimmte in den Chor ein. Das war das Allerschönste. Deshalb fingen die Jungen zu lachen an – weil auch Er zu singen anfing. Und die Zeilen, die sie vergessen hatten, sagte Er ihnen vor. „Was war das? Das war richtiger Chorgesang.” Wir hatten viel Spaß. Swami sang auch und korrigierte sie hier und da. Hier ist ein einfaches Beispiel, wie er uns korrigiert: ‘Donga bhaktulu’ ist der Satz, um den es ging. Er bedeutet: „Ich werde die falschen Devotees erkennen. Ich weiß, wer nur so tut, als sei er ein Devotee, wer Mir nur ein Drama vorspielt. Ich weiss.” Das ist die Bedeutung der Zeile. Als Er jedoch gefragt wurde, sagte Er sofort: “Ich habe niemals ‘donga bhaktulu’ gesagt! (Lachen) Ich habe niemals gesagt, Devotees würden nur so tun als ob. Ich sage so etwas nicht. Ich habe nie gesagt, dass Devotees vor Mir Theater spielen. Das habe ich nie gesagt. Ich meinte ‘donga sanyasulu’, womit ich Mich auf Menschen bezogen habe, die vorgeben sanyasis zu sein und im Zölibat leben, Menschen, die so tun, als hätten sie alles Weltliche aufgegeben. Ich bezog mich auf sie, nicht auf Devotees. Meine Devotees tun nicht so als ob. Das sind sehr gute Menschen,” sagte Er, “meine Devotees sind keine Schauspieler. Sie sind sehr gut und sehr ehrlich. Ihr Burschen habt die Worte vertauscht. Vielleicht ist das eine Reflexion eures inneren Wesens. Ihr sprecht von eurem eigenen Selbst!“ (Lachen) Das hat Bhagavan gesagt. Swami sagte also:” Gut, Jungs! Ich freue mich über eure Kompositionen. Ihr habt Gedichte verfasst und ihr habt Lieder geschrieben. Ich bin so glücklich. Aber …....” Da ist ein langgezogenes ABER! (Lachen) Nun kommt das Problem: ‘kaani’ heißt ‘aber’. “Chaala bhagundi bangaru! Sehr schön! Kaani…, aber…” Dann kommt Seine Anmerkung oder Verbesserung. “Ah, was meinst Du, Swami? Was, was, was?” Swami: “Kaani…aber sie kommen alle nicht von Herzen (wirken gekünstelt, affektiert).” (Lachen) Swami mag von Herzen kommendes (‘heartificial’) und nichts künstliches, vorgetäuschtes (artificial). Künstliches liegt außen; das von Herzen kommende befindet sich innen. Das Künstliche, Vorgetäuschte, außen liegende, ist pravrithi, extern. Das vom innern des Herzen kommende ist nivrithi, intern. Gott will nivritthi, nicht pravritthi. “Täusche nichts vor was nicht vom Herzen kommt, bangaru! Es muss aus dem Herzen kommen,” sagte Er zu uns. Das war, was Er meinte als Er ‘kaani’ (aber) sagte. Beschäftige dich mit guten GedankenDann sagte Er: “Meine Jungen, Ich habe einiges, das ich euch sagen möchte. Beschäftigt euch immer mit satsankalpa, guten Gedanken. Habt immer gute Gedanken. „ Warum? Gute Gedanken helfen, gute Taten zu vollbringen. Warum? Gute Taten werden zu guten Ergebnissen führen. Na und? Ein gutes Schicksal ist (mir) garantiert. Und was dann? Dann kommt das Glück oder Reichtum. Wir sagen: “Er kann sich glücklich schätzen” oder “So-und-So ist glücklich“ . Warum ist er glücklich? Ihn hat das richtige Schicksal ereilt. Wie konnte das geschehen? Er hatte gute Ergebnisse. Wie konnte er sie erreichen? Durch gute Taten. Wie konnte er gute Taten vollbringen? Er hatte guten Gedanken. Richtig! Umgekehrt wird auch ein Schuh draus. Baba, der Mathematiker; Baba, der Wissenschaftler; Baba, der Chemiker: Er spricht von den Dingen mit vollendeter Genauigkeit und in folgerichtiger Ordnung. Das nennt man in der Chemie ‚Kettenreaktion’. In der Mathematik nennt man es ‚Gleichung’ oder ‘Ableitung’. Wie auch immer man es nennt, Bhagavan Baba ist der Wissenschaftler aller Wissenschaftler. Er erklärt es in einer derartigen wissenschaftlich rationalen, logischen, folgerichtigen Art und Weise, die jeden modernen Geist anspricht. Wie entwickelt man gute Gedanken?Diese Frage stellte ich (mir) dann also. Wie ich euch schon des öfteren gesagt habe: Wenn ich euch erzähle, dass ich Swami persönlich Fragen stelle, ist darin nicht der geringste Anflug von Stolz oder Ego zu suchen. Ich bin mir immer bewusst, dass dieses für mich nur eine unerwartete Gelegenheit darstellt, die mir als Geschenk gegeben wurde, eine besondere Gnade, die über mir ausgeschüttet wurde. Ohne diese Gnade hätte ich wohl meinen Platz sonst irgendwo (wie z.B. am Busbahnhof) gefunden (und nicht in Seiner Nähe)! Ich weiß das, Darum wage ich nicht, irgendein göttliches Risiko einzugehen. Dadurch, dass ich Sein Gesicht betrachtete, Seine Stimmung herauszufinden suchte, mich umschaute unter den Leuten dort, sammelte ich langsam den Mut, Ihm eine Frage zu stellen. Das ist alles. Es hat nichts mit meiner Persönlichkeit zu tun, hier findet nichts Großes statt. Ich habe (in dem Augenblick) keine großartige Leistung vollbracht, nein, gar nicht! Wenn ihr diese Gelegenheit gehabt hättet, hättet ihr sie auch wahrgenommen und sie sogar viel besser genutzt, als ich es getan habe. Das ist mein aufrichtiges Gefühl. Die Frage, die ich Swami nun stellte, war diese: “Swami, Du willst, dass die Jungen gute Gedanken entwickeln. Wie entwickelt man sie? Es ist gut, gute Gedanken zu haben. Aber wie? Wie entwickelt man sie? Wie hegt und pflegt man sie?“ Bhagavan sagte:“ Du solltest schon im Kindesalter anfangen, gute Gedanken zu kultivieren.“ Das bedeutet: “Jetzt kannst du ruhig sitzen bleiben! Du kannst sie jetzt nicht mehr kultivieren. Das ist nur im Jungenalter möglich.” (Lachen) Oh! Er sagte das in einer sehr netten Art und Weise. Anstatt direkt zu sagen: „Jetzt brauchst du auch nicht mehr damit anzufangen, ” sagte Er “ (die guten Gedanken) müssen schon von Kindheit an kultiviert werden.“ Ich sagte fragen: “Kindheit?” Swami antwortetet: “Ja, so ist es!” Swami führte als Beispiel den Flaschenkürbis an. Die meisten von euch kennen wohl das Gemüse, das man Flaschenkürbis nennt, oder? Es ist eine rankende Pflanze, die wie eine Schlange auf dem Boden kriecht. Was mach man damit? Damit die Früchte dieser Pflanze (aus denen man auch Kalabassen herstellt) in die Länge wachsen, befestigt man am Ende einen kleinen Stein der mit einer Schnur verbunden ist. Wenn der Flaschenkürbis in die Länge wächst, vergrößert sich auch sein Gewicht. Um nun sicher zu stellen, dass der Kürbis gerade wächst, dass er sich nicht biegt oder krumm wird, hängt man dann ein noch schwereres Gewicht ans Ende. Ich glaube ihr wisst das alle. “Ebenso gleicht jeder Junge einem Flaschenkürbis. Ich habe sie mit dem Gewicht der Disziplin zu beschweren, damit sie gerade wachsen, damit sie später gute Gedanken entwickeln.” Ich fragte:“ Swami! Aha, für mich ist es also zu spät, um gute Gedanken zu entwickeln? Sollte ich es im nächsten leben versuchen?” (Lachen) Mit anderen Worten: Wenn Studenten ihr normales Examen in Mathematik im Juni nicht schaffen, werden sie zum Septemberexamen wieder erscheinen müssen. Kommt also der September, beginnt der Tanz des Lebens von neuem! Also (stellt sich mir die Frage): “Soll ich bis zum nächsten Leben warten?“ Nein, nein, nein! Bhagavan sagte:” Nein, du hast immer noch eine Chance!” “Welche ist das?” “Wenn du dem folgst, was ich sage, wenn du meine Lehren beachtest, ja (dann hast du immer noch eine Chance)! Der Erfolg ist garantiert. In dem Augenblick, wo du mir folgst, in dem Augenblick wo du meine Worte beachtest, wirst du reichlich erfolgreich und glücklich sein. „ Wir können also auch hoffen, - zusammen mit diesen Jungen, dank Swami. Änderung eines hohen AmtesUnd dann begann Bhagavan uns von einem Ereignis zu berichten. Wenn wir den Weisungen von Swami folgen, was geschieht dann? Er führte als Beispiel die Ereignisse an, die einen Außenminister von Sri Lanka betrafen, der am Nachmittag mit uns auf der Veranda saß. Er fragte: “Hast du ihn gesehen?“ Wenn ich jetzt sage ich habe ihn gesehen, dann sagt Er vielleicht:” Bist du gekommen um ihn zu sehen oder Mich?” (Lachen) Das kann ich also nicht sagen. Sage ich, ich habe ihn nicht gesehen, wird Swami sagen: „ Warum bluffst du? Du hast deine Augen weit offen! Du musst ihn deshalb gezwungener maßen gesehen haben!” Also werde ich eine zusätzliche Strafe erhalten, weil ich gelogen habe. Was habe ich also gesagt? (Nichts.) Ich lächelte. Ich lächelte einfach nur. Das ist weder ‚ja’ noch ‚nein’. (Lachen) Sofort sagte Bhagavan:” Weisst du? Der Außenminister von Sri Lanka ist heute morgen angekommen.“ „Ja, Swami.” “Vor drei Monaten habe Ich ihm gesagt: ‘Du wirst später einmal Kabinettsvorsitzender sein.” Mein Gesichtausdruck glich einem Fragezeichen. Außenminister ist ein deutlich höheres, bedeutenderes Amt als das eines Kabinettsvorsitzenden. Ich sagte: „Swami? Außenminister oder Kabinettsvorsitzender?“ “Hey! Du bist still!” (Lachen) “Ok, es ist gut! Natürlich. Ja, einverstanden.” Dann fuhr Er fort: “Als er das Amt des Außenministers inne hatte, war Chandrika als Premierminister im Amt. Jetzt ist Chandrika der Präsident und ein neuer Premierminister muss nun ernannt werden. Als der frühere Premierminister sein Amt wechselte, wechselte auch dieser Mann sein Amt (Swami deutete wohl auf den auf der Veranda sitzenden Außenminister von Sri Lanka). (Lachen) Heute nun kam er hierher, um von Mir die Erlaubnis zu erbitten, das Amt als Kabinettsvorsitzenden einnehmen zu dürfen. Er folgte Mir. Er gehorchte Mir. Hätte er dieses Amt nicht akzeptiert, wäre sein Leben anders verlaufen. Er folgte strikt Meinem Gebot, so solltet ihr es alle halten". Er folgte meinem Gebot“Gut Swami. ” Lasst uns wenigstens dem folgen, d.h. verstehen, was Er sagt! Dann fuhr Bhagavan fort :“Dieser Herr hier, der Außenminister, - beide seiner Nieren hörten auf zu arbeiten. Er hatte doppelseitiges Nierenversagen! Er lief zu allen Ärzten, jedoch hatten sie alle die Hoffnung aufgegeben. Sie sagten sogar, dass eine Nierentransplantation unumgänglich sei! Aber niemand kam und bot sich als Nierenspender an. Selbst seine Frau und seine nächsten und ach so geliebten Verwandten und Freunde weigerten sich ein solches Ansinnen in Erwägung zu ziehen.“ Was war also zu tun? Er kam schnurstracks nach Prashanti Nilayam und hört nun bitte genau hin, denn dieses sind die Worte, die Swami sagte. Swami sagte, dass dieser Mann nach Prashanti Nilayam kam. Sein Leib war aufgedunsen, weil beide Nieren versagten hatten. Es war sehr schwierig für ihn, auf dem Boden zu sitzen. Er hatte schreckliche Schmerzen. Aber es war gerade bhajan – Zeit, der man wagte sich also nicht aufzustehen. Warum? Wenn man während des bhajan – Singens aufsteht, wird man buchstäblich von einem seva dal (Aufsicht ) hinausgetragen und höchst bequem in der Abflugshalle des Flughafens abgesetzt! (Lachen, denn das ist nur ein Scherz) Also wagte er nicht, sich zu erheben! Er hatte aber unerträgliche Schmerzen. Nach einigen Minuten, während des bhajan – Singens, erhob sich unser barmherziger, mitleidsvoller Bhagavan von Seinem Stuhl, ging in den Interviewraum und schickte diesem Herrn einen Stuhl zum Sitzen. Da saß nun der Mann auf diesem Stuhl, vergoss Tränen und nahm dankbar die Gnade Bhagavans an. „Wie konnte Er wissen, (dass ich leide?)“ Er litt immer noch. Dann rief Bhagavan ihn zum Interview, was während das bhajan – Singens sehr ungewöhnlich ist und Baba erzählte: „ Ich berührte nur beide Seiten seines Bauches.” (Anil Kumar demonstriert es, indem er mit seiner Hand zweimal seinen eigenen Bauch berührt). Der Herr kam aus dem Interviewraum und dann, nach dem bhajan – Singen, ging er geradewegs in sein Zimmer. Er hatte Stuhlgang und fühlte sich völlig frei. Am nächsten Morgen ging er ins Krankenhaus und der Arzt sagte:“ Eine Operation ist nicht notwendig. Die Nieren arbeiten wieder erstklassig. Sie arbeiten besser als je zuvor!” (Applaus) Swami sagte:” Ich habe (ihn) nur berührt, das ist alles.” Das ist der Göttliche Klaps! Das ist die Göttliche Berührung! Bhagavan sagte dann noch:“ Warum ich das getan habe? Weil er meinen Lehren folgte. Er befolgte, was immer Ich sagte. Er folgte Meinen Geboten, - deshalb habe Ich ihn gerettet.“ Das sagte Swami. Das soll uns eine Lehre sein. Ihr alle wollt drei DingeUnd dann wandte Er sich an die Jungen und sagte: „Jungs! Ihr alle wollt drei Dinge. Richtig?“ Sie antworteten: “ Ja, Swami,” Ohne zu wissen, was die drei Dinge sind, sagten sie, dass sie diese drei Dinge wollen! (Lachen) Vielleicht erhofften sie sich drei Bonbons, denn du bist” nicht eins, sondern drei” – deshalb braucht man drei Bonbons! (Lachen) Immer wenn wir prasadam verteilen, verlangen die Jungen zwei mehr. Wenn ich sie dann frage, warum, sagen sie:” Swami hat gesagt, ihr seid nicht eins sondern drei: Das, was ihr denkt, das ihr seid, das, was andere denken, das ihr seid, und das was ihr wirklich seid. Deshalb brauche ich drei Bonbons, denn ich bin nicht eins, sondern drei!“ „Sehr gut,“ sagte ich darauf, „ich unterstütze euch, dann bekomme ich auch drei!“ (Lachen) Swami schaute diese Jungen an und sagte: “Jungs! Ihr wollt drei. Ich weiß, um welche drei Dinge es sich handelt. Ihr wollt kalimi : Wohlstand, ihr wollt chelimi: Freundschaft und ihr wollt balini: Stärke.” Meine Freunde, für diejenigen, die kein Telugu können: Wenn ihr diese drei Worte, die sehr oft von Bhagavan wiederholt werden, im Gedächtnis behaltet, werdet ihr imstande sein, Ihn zu verstehen, - sogar bevor ich anfange zu übersetzen. Ja, so ist das. Ihr werdet auch in der Lage sein mich zu verbessern, wenn ich euch etwas unrichtig wiedergebe, ja! Nicht nur Bhagavan kann mich verbessern, sondern auch ihr! Warum denn auch nicht? Ich freue mich immer, wenn ich verbessert werde, weil das Leben ein Lernprozess ist. Wir erreichen niemals einen Punkt, an dem wir sagen können wir wissen alles (wir können immer noch dazulernen). Swami sagte also: „Jederman stirbt nach diesen drei Dingen: kalimi , Wohlstand; chalimi, Freundschaft; balimi, Stärke. Jungs, wollt ihr sie?” “Ja, Swami, wir wollen sie.” Dann sagte Bhagavan: “Wenn ihr diese drei Dinge wollt, dann solltet ihr alles Schlechte, das euch begegnet, von euch entfernen. Alles Schlechte in euch und alles Schlechte in eurer Nähe muss auf der Stelle entfernt werden, dann werdet ihr diese drei Dinge bekommen.” Das gilt auch für jeden einzelnen von uns hier. Wenn wir nach guter Freundschaft streben, wenn wir Wohlstand begehren, wenn wir stark sein wollen, sollten wir nichts und niemanden Schlechtes um uns dulden. Bhagavan gab ein Beispiel: Angenommen da gibt es einen Baum voller Früchte und in seiner Nähe wächst ein dorniger Busch. Was macht ihr? Ihr beseitigt den Dornbusch, um den Obstbaum zu schützen. Obstbäume kann man erhalten. Man kann sie besser pflegen, indem man all die dornigen Büsche, die um sie herum wachsen, entfernt. Man jätet den Boden und sorgt dafür, dass dort nichts Störendes wächst. Ähnlich verhält es sich mit den Früchten des Wohlstands, der Freundschaft und der Stärke: Wollt ihr in ihren Genuss kommen, so müsst ihr die ‚Dornbüsche’ übler Gesellschaft und schlechter Gedanken ausmerzen. Das sagt Bhagavan. Dann erwartet euch ein langes und gesundes Leben. Grossartige alte leuteDann erwähnte Bhagavan die Namen der Devotees aus vergangenen Tagen. Sie haben uns schon vor dreißig Jahren verlassen; einige gingen vor fünfzehn Jahren. Sie alle sind nicht mehr hier. Jene Devotees waren illustre Menschen, großartige alte Leute, ein Vorbild für jeden einzelnen von uns. Es gibt viel von ihnen zu lernen. Die Prüfungen und Herausforderungen, die Schwierigkeiten und Widrigkeiten, denen sie sich gegenüber sahen, nun, das alles ist jenseits unserer Vorstellungskraft. Sie lebten lange, lange Zeit mit Bhagavan. Swami erwähnte einige Begebenheiten über jeden von ihnen. Jeder einzelne lebte 100 Jahre oder länger. Sie hatten ein langes, gesundes Leben. KamavadhaniDa war zum Beispiel ein großer Sanskrit - Gelehrter namens Kamavadhani, der hier in Puttaparthi sehr lange gelebt hat. Er war als Gelehrter der Veden (älteste Texte indischer Literatur, die nach traditioneller Auffassung nicht von Menschen geschaffen sind und denen eine ewige Realität zugeschrieben wird. Lt. Mittwede) in ganz Südindien bekannt. Verse aus den Veden konnte er aus voller Kehle rezitieren. Keiner konnte es ihm gleichtun. Das war die ‚Stimme eines Meisters’ (in Anlehnung an eine bekannte amerikanische Firma >Master’s Voice<, die Grammophone herstellte. Anm.d.Ü.) eine Metro – Goldene Stimme (in Anlehnung an die amerikanische Filmproduktionsgesellschaft Metro Goldwyn Meyer. Anm.d.Ü.) Niemand kann diese Stimme je erreichen. Dieser Kamavadhani lebte hundert Jahre. Swami erzählte einiges über ihn, das es sich zu merken lohnt. Kamavadhani kehrte, nachdem er seinen Geburtsort verlassen hatte um hierher zu kommen, niemals wieder dorthin zurück. In seinem Geburtsort hinterließ er Besitz, Söhne und Schwiegersöhne, Töchter und Schwiegertöchter und Enkelkinder, aber er kehrte niemals dorthin zurück . Das war’s. Einmal hierher gekommen, blieb er. Swami fuhr fort: “Eines Tages, es war vor sechzig Jahren, besuchte Ich Kamavadhanis Geburtsort. Er befand sich in Meiner Begeleitung. Seine Kinder bewirteten Swami und alle die gefolgt waren mit Mittagessen. Herr Kamavadhani saß auch an meiner Seite. Dann kamen seine Kinder und sagten: “ Vater, lass Swami schon heute abreisen und bleibe du noch einen Tag länger. Du warst schon so lange nicht mehr hier.“ Der Vater erwiderte:” Das kommt überhaupt nicht in Frage! Wenn ihr das von mir verlangt, dann kann ich auch die Einladung zum Essen nicht annehmen! Ihr solltet mir erlauben jetzt mit Ihm zu gehen, ansonsten werde ich kein Essen annehmen.“ Sie sagten: “Es ist gut, in Ordnung. Es ist besser, wenn du gehst.” Das hat Swami uns erzählt: „Er wollte nicht einen Tag länger bei seinen Kindern bleiben. Er wollte nur Mir folgen.“ Und was geschah dann? Am ‘Sita Kalyana ’- Tag zelebrierte Kamavadhani die himmlische Hochzeit von Rama und Sita. Er rezitierte und sang die Vedic manthras. Am Ende wurden die Abbilder von Rama und Sita auf einen Wagen gehoben. Der Wagen sollte an einer Prozession teilnehmen. Kamavadhani ging allen Pflichten nach, kam dann zurück , ging zu Swami , berührte Seine Füße (padanamaskar) und sagte zu Ihm:“ Swami, ich gehe jetzt nach Hause. Ich werden dort einige Anbetungsrituale durchführen ( puja). Ich werde etwas essen und sehe Dich dann am Nachmittag, Swami .“ Swami sagte zu ihm: “ Komm nicht zu mir. Geh nach Hause, iss zu Mittag und schlafe.“ Das sagte Swami. Herr Kamavadhani ging nach Hause, führte die Anbetungsrituale aus (puja), aß zu Mittag und schlief – und er kam aus diesem Schlaf nicht wieder ins Leben zurück! Ein schöner Abflug, ohne Bruchlandung! Sathya Sai Inter-Continental Flug! Zap! Abflug zu einem völlig anderem Planeten! “Keine Schmerzen, nichts dergleichen. Kein Krankenhausaufenthalt. Niemand musste ihn jemals pflegen (ihm zu diensten sein). Das ist das Schicksal derer, die Mir folgen.” Das sagte Bhagavan. KasturiEin anderer, großartiger Mensch hieß Kasturi. Es gibt niemanden unter den Sai-Devotees, der seinen Namen nicht kennt. Wir sind ihm sehr dankbar, weil er uns allen, der ganzen Welt der Sai-Devotees, die Sai-Literatur zugänglich gemacht hat. Er hat durch seine harte Arbeit in Form von Büchern, die uns nun allen zugänglich sind, zur Sai-Literatur beigetragen. Bhagavan begann von Kasturi zu erzählen:“ Wisst ihr wie Kasturi starb? Eines Tages wohnte Bhagavan den Proben zu einem Drama bei, das die Studenten aufführen wollten. Swami sah sich das gesamte Stück an. Auf dem Rückweg ging Er in das Krankenhaus, in dem Kasturi schon seit vielen Tagen lag. Swami rief ihn an: “Kasturi!“ und dieser öffnete die Augen und sagte: „Swami!“ Swami half ihm, langsam ein Glas Wasser zu trinken. Er goss es ihm in den Mund. Kasturi erkannte den Sinn dieser Handlung: “ Swami gießt mir Wasser in den Mund. Meine Arbeit auf dieser Erde ist vollendet." Swami kam heraus und sagte zu den Leuten, die dort standen:” Bereitet alles für die Einäscherung vor.“ Sie sagten: “ Es geht ihm doch gut – er lebt noch, nicht wahr, Swami?“ Swami sagte darauf: “ Warum zieht ihr das in Erwägung? Geht und bereitet alles vor!" Und gerade, als Swami den Tempel erreichte, kam die Nachricht, dass Kasturi seinen Körper verlassen hat." Ein sauberer Abflug! Ohne Problem. Warum? Die Art, wie wir unser Leben einmal beschließen hängt davon ab, wie wir bis zu diesem Zeitpunkt unser Leben geführt haben; das Ende des Lebens spricht für die Qualität unserer Lebensweise bis zu dem Augenblick. Deshalb war das Ende von Kasturi so großartig.” Das sagte Swami. Seshagiri RaoDann war da noch Seshagiri Rao. Seshagiri Rao war der Vater von Dr. Padmanabhan aus Bangalore. Einige von euch haben Dr. Padmanabhan vielleicht schon gesehen. Seshagiri Rao, nachdem er hier angekommen war, ging niemals wieder fort. Er sagte:“ Ich mag Bangalore nicht, Swami. Ich möchte nicht nach Bangalore zurückgehen, Swami.“ Wann auch immer Swami von hier nach Bangalore fuhr, er folgte Mir nie. Er blieb hier. Er hatte so ein schönes Ende. Oft ist auch das Ende beneidenswert. Das Ende macht göttlich. Dann sprach Swami von Pujari Kistappa, der auch ein friedliches Ende hatte. Er erwähnte den Namen von Surayya, der eine fast zwei Meter große, gut gebaute, stämmige Persönlichkeit war. Er tat hier Dienst an der Tür. Ohne Swamis Zustimmung erlaubte er niemandem den Eintritt. Er war so ein kräftiger Mann. Während alle im Gespräch vertieft herumsaßen, verstarb er unbemerkt. Das war’s! Das sind also die Namen, die Bhagavan erwähnte. RajasDann sprach Swami noch von einigen Personen, die alle den Namen Raja trugen. Während der britischen Herrschaft gab es bei uns einige Könige oder Rajas , die über ihre Besitztümer, ihre Städte und benachbarten Dörfer regierten. Sie wurden alle Raja genannt, was so viel wie König bedeutet. Bhagavan sprach also über diese Rajas. Swami sagte: “ Wisst ihr, diese Rajas besuchten mich vor langer, langer Zeit, als es hier noch absolut keine Anlagen gab, keine Zufahrtsstrassen, kein Komfort und keine Gebäude. Diese Rajas, die Könige jener Tage, wanderten von Bukkapatnam unter der sengenden Sonne durch den Sand. Sie kamen hier an, richteten sich unter den Bäumen ein und verbrachten ihre Zeit hier, - all diese Rajas oder reichen, königlichen Leute jener Tage.” Der Raja von VenkatagiriEr erwähnte besonders die Namen der Familie Raja von Venkatagiri, den der Familie Raja von Bobbili, den der Familie Raja von Chalapathi, den der Familie Raja of Pithapur und den der Familie Raja von Baroda. All diese Rajas kamen, um Swami wieder und wieder zu sehen. Besonders erwähnte Bhagavan einige Punkte, die den Raja von Venkatagiri betrafen. Ich war in der glücklichen Lage, Venkatagiri schon früher drei- oder viermal besucht zu haben. Ich war damals Ehrengast, um bei den Feierlichkeiten, die zu Bhagavans Geburtstag dort in Venkatagiri stattfanden, zu sprechen. Der Venkatagiri Raja ist nämlich ein ganz hervorragender Devotee von Bhagavan. Nein, nein, nicht hervor ragend! Hervorragend (im Sinne von außergewöhnlich). (Lachen) Wir gehören zur letzten Kategorie – hervor ragend! Dieser Raja von Venkatagiri wurde also von Bhagavan erwähnt. Er ist sehr groß, er misst fast zwei Meter und ist eine stämmige Persönlichkeit. Er war immer kompromissbereit, aber wenn es sich um eine Angelegenheit handelte, die Bhagavan betraf, dann war er kompromisslos. Darin war er so strikt und unbeugsam, dass er heftig reagierte, wenn etwas gegen Bhagavan gesagt wurde. Da war er nicht kompromissbereit. Das sagte Bhagavan. Ein Bursche forderte Bhagavan herausEs geschah also eines Tages, das ist schon eine Weile her, dass ein Bursche Bhagavan herausforderte. Es gab sowohl damals wie auch heute Narren! Solche Leute folgen jeder großen, edlen Seele. Warum? Sie wollen sich selbst verherrlichen, weil sie denken, dass durch sie die Göttlichkeit mehr als je zuvor ausgebreitet wird. Auch Christus wurde herausgefordert; Krishna sah sich Herausforderungen gegenüber; der Prophet Mohammed hatte damit zu tun. Viele große Männer sprachen schon einmal eine Herausforderung aus . Warum? Damit sie die Basis für den eigenen Ruhm legen konnten, sodass ihr Name und ihr Ruhm sich täglich mehr und mehr ausbreiten konnte. Also, dieser Bursche forderte Bhagavan heraus. Was sagte er? Seine Herausforderung war: " Ich kann auf der Wasseroberfläche laufen. Lass Sai Baba auch auf der Wasseroberfläche laufen! Ich kann Glasscherben schlucken. Lass Sai Baba das auch tun. Ich kann problemlos, ganz einfach, Feuer schlucken. Lass Ihn das auch tun.” All das waren absurde Dinge. Raja von Venkatagiri war aufgebracht und sagte:” Swami, Du solltest diesem Mann antworten.” Baba aber sagte:” Das werde ich nicht tun. Mir liegt nichts daran.“ Was aber geschah dort in Bombay? Es wurde ein großer Tank mit Wasser gefüllt. Der Mann wollte gerade anfangen, auf dem Wasser zu laufen. Aber noch bevor er auch nur einen Schritt getan hatte, versank er tief in dem Tank! Die Leute mussten ich herausziehen. In der Zwischenzeit hatte sich eine Menschenmenge angesammelt. Alle hatten Eintrittskarten gekauft, um sich diese Vorführung anzusehen. Nach dem, was sie zu sehen bekamen, waren sie bereit, den Kerl in Stücke zu reißen! (Lachen) Ja, dazu waren sie bereit. Baba ließ ihnen aber sagen: “Tut diesem Mann nichts. Er wollte schließlich doch nur ein wenig Berühmtheit. Er wollte schließlich nur etwas Geld verdienen. Für Mich oder gegen Mich, was kümmert es Mich? Tut ihm nichts. Lasst ihn laufen. Lasst ihn frei.“ Nach einiger Zeit besuchte Bhagavan Venkatagiri und es wurde eine große Konferenz einberufen, an der Gelehrte teilnahmen. Es waren sehr bekannte Sanskrit – Gelehrte unter ihnen. Raja von Venkatagiri bestand hartnäckig darauf: “Swami, Du solltest auf die Herausforderung reagieren. ” Er bestand weiterhin darauf. Swami aber sagte: „Das tue ich nicht.“ Er bestand immer noch darauf: “Swami, bitte!” Daraufhin sagte Baba:“ Ich werde indirekt darauf reagieren.“ Alle göttlichen Botschaften werden auf indirektem Weg übermittelt. Aber wir verstehen das nicht und bekommen dadurch sofort Probleme! (Lachen) Wenn wir indirekte Botschaften nicht verstehen, dann führt uns das direkt zu Problemen. Viele von uns haben diese Erfahrung gemacht, wenn sie eine indirekte Botschaft nicht verstanden haben! Swami reagierte nun auf indirekte Weise während Seiner Rede und sagte:” Das Schwein ernährt sich von Exkrementen und Abfall. Es ist die Kuh, die Gras frisst. Der Mensch nimmt Nahrung anderer Art zu sich. Das Schwein kann die Kuh nicht herausfordern, indem es sagt: Friss so viel wie ich. Die Kuh kann den Menschen nicht herausfordern, indem sie von dem Menschen verlangt: Iss so viel Gras wie ich.“ Damit beendete Er Seine Rede. Er meinte damit, weil ich ein Mensch bin, liegt mir nichts daran einem......... zu antworten – ihr versteht was Er damit gemeint hat! (Lachen) Also sagte Er uns auf diese indirekte Art und Weise: „Ich brauche nicht zu antworten.“ Bhagavan erwähnte auch noch folgendes von diesem Raja von Venkatagiri:“ Immer wenn Swami Venkatagiri in Seinem Wagen verließ, wirbelte Er damit Staub auf. Dieser Raja rollte sich auf der Erde, damit der Staub von Bhagavans Wagen seinen Körper berührte (er sah es als eine Art Bußübung an). Das würde zu seiner Erlösung beitragen. Das würde seine Befreiung sichern. Das war die Intensität des Raja von Venkatagiri .“ Das sagte Bhagavan. Führerschein im Alter von neun JahrenUnd dann erzählte Swami einige Seiner eigenen Erfahrungen. “Wisst ihr, dass ich einen Führerschein habe? Ich könnte Mein Auto fahren. Wisst ihr auch wie alt ich war, als ich ihn bekam? Ich war neun Jahre alt!” (Lachen) Ah! Nur Du bist so (und kannst den Führerschein mit neun Jahren erwerben)! Wie klein magst Du wohl gewesen sein im Alter von neun Jahren, Bhagavan! Wie konntest Du die Bremsen bedienen und all das? (Lachen) “Ich bekam meinen Führerschein mit neun Jahren. Wisst ihr, wer ihn Mir gegeben hat? Zwei Verantwortliche, die im Staatlichen und Regionalem Transportwesen tätig waren. Welcher Staat das war? Er hieß damals ‚ Madras Composite State’ (Zusammenschluss von autonomen Gebieten). Damals gab es keinen Staat der Andhra Pradesh oder Kerala hieß. Auch die anderen Staaten gab es nicht. Ganz Südindien lief unter dem Namen ‘Composite Madras State’. Für den gesamten Staat gab es nur eine Person, die für das Staatliche Transportwesen verantwortlich war. Diese Person war Seshagiri Rao. Es gab da aber noch eine andere Person, die für das Regionale Transportwesen von zehn Bezirken zuständig war und der Name dieser Person war Hanumantha Rao. Diese zwei Burschen gaben mir meinen Führerschein, als ich neun Jahre alt war. Wusstet ihr das?” (Lachen) “Swami, sie gaben ihn Dir?” “Ja!” “Wie? Wie, Swami? Bitte erzähl es uns!” (Ich glaube nicht, dass ich mich jetzt für einen Führerschein qualifizieren könnte. Mir reicht es, wenn ich gut laufe und überlasse das Autofahren lieber anderen.) (Lachen) Wisst ihr was Swami uns dann erzählte? Die zwei Verantwortlichen zogen Linien auf den Boden und forderten Bhagavan auf, den Wagen zwischen den Linien zu fahren. “ Das habe ich fabelhaft gemacht! Sie hielten ihren Mund und gaben Mir einen Führerschein.” (Lachen) “Oh, Swami!” “Anil Kumar, weißt du was ich gemacht habe?” “Swami, was hast Du gemacht?” “Ich forderte die beiden auf in Meinem Wagen Platz zu nehmen und sagte ihnen, dass ich sie nach Madras fahren würde.” (Lachen) ‘Wow! Swami, Madras?” “Ja!” „Aber diese Burschen hatten Angst einzusteigen. (Lachen) Warum? Weil Ich mit einer bedrohlichen Schnelligkeit fahren würde! Alle Leuten würden an der Strasse stehen (Autos waren damals noch sehr selten) weil sie sehen wollten, wie ein Auto aussieht. Alle Dorfbewohner standen zu beiden Seiten der Straße um das Auto und die Geschwindigkeit, mit der Ich fuhr, zu beobachten. Sie dachten wahrscheinlich, ein Betrunkener fährt den Wagen! (Lachen) Er muss wohl betrunken sein! Was soll das, so schnell zu fahren? So dachten sie.” “Und weisst du, Anil Kumar, was dann die zwei Verantwortlichen machten? Sie schlossen ihre Augen und begannen ‘Sai Ram! Sai Ram!’ zu intonieren. (Lachen) Sie beteten, weil sie das Gefühl hatten wegen dieser rasenden Geschwindigkeit jeden Augenblick in den Himmel zu kommen.” Was aber geschah dann? Seshagiri Rao’s Frau erwartete ihn schon in Madras. Ihr Mann sagte:“ Wir fuhren mit Swami von Puttaparthi los, mit geschlossenen Augen! Ich betete zu Swami, Er möge mein Leben retten. Swami sagte: ‘Beunruhige dich nicht ! Wir werden in Madras ankommen – oder auch nicht – ich weiß es nicht’. (Lachen) Frau Rao sagte zu ihrem Mann: „Rede nicht so. Swami sorgt für dich. Weißt du denn nicht das Swami Gott ist? (Man bedenke, dass diese Frau, obwohl Swami erst 9 Jahre alt war, Swami als Gott angenommen hatte und Ihn als Gott verehrte Anm.d.Ü.) Warum hast du dich gefürchtet?“ Er wusste es nicht und sagte nur:“ Ich hatte keine Ahnung wann (und wie) wir hier ankommen.“ Doch seine Frau war sich sehr sicher gewesen, dass Swami um 11:30 Uhr in Madras ankommen würde. Swami verließ Puttaparthi um 07:00 Uhr. Um 11:30 Uhr ist Mittagszeit in Madras! Prrrrt!. Das war’s dann! Ich möchte darauf hinweisen, dass eine schnelle Autofahrt von Puttaparthi nach Madras für gewöhnlich 8 Stunden dauert. Ihr könnt euch vorstellen, mit welcher Geschwindigkeit Er gefahren ist! Swami fuhr fort, von Seinen Erlebnissen zu erzählen: “Anil Kumar, Ich habe Meinen Wagen 15 Jahre lang gefahren , wusstest du das?” “Wirklich Swami, das wusste ich nicht? Wie schön.” “Und damals konnte man, weil es Krieg war, kein Benzin bekommen. Es gab nur etwas weniger als 4 Liter (1 Gallon) pro Monat. Diese Ration war nicht genug für Mich, weil ich jeden Tag hin und her fuhr.” “Ach so, Swami. Was hast Du dann getan?” “Ich bat einen bedientesten Jungen mit Namen Subanna: “Subanna, komm und hole Wasser aus der Quelle dort. Komm und gieße es hier hinein.“ Und das Wasser verwandelte sich in Benzin! Ich benutzte nur dieses Wasser, nicht das vom Staat zugeteilte Benzin!” “Ah!” Das erzählte uns Bhagavan. Alle brachen in Gelächter aus. Swami ist bekannt für Seinen Humor, während wir für unsere Gerüchte bekannt sind, ja! (Lachen) (Engl. Wortspiel mit humor=Humor und rumor=Gerücht). Und Bhagavans Humor ist wirklich ohne Gleichen, so wie es sein sollte. Er sollte das letzte Wort haben. Sitz Du AuchAls Er so mit uns sprach, stand Er die ganze Zeit und ein Herr sagte: “Swami, Du stehst (schon die ganze Zeit). Swami, bitte. Oh, Du musst Dich doch (durch das Stehen) sehr überanstrengt haben! Das tut mir leid, Swami.” Swami sagte: “Ich habe mich nicht überanstrengt. Für Mich ist das keine Anstrengung. Stehst du nicht auch, wenn du in der Klasse unterrichtest? Du unterrichtest dort im Stehen, ist es nicht so? Aus diesem Grund mache Ich das auch so. Während Ich zu euch rede, stehe Ich.” Aber ein Lehrer wollte besonders schlau sein. Wenn wir aber schlau sein wollen, enthüllen wir nur, wie dumm wir sind. Ein Lehrer also sagte: “Swami, in Gurukula, dem alten Erziehungssystem, sitzen die Lehrer und unterrichten.” Swami antwortete: “ Dies ist nicht Gurukula , dies ist samakula: hier gibt es perfekte Einheit. Du bist Gott, Ich bin Gott. Wie könnte dies Gurukula sein? Du liegst falsch.” Dann wollte sich ein anderer Lehrer hervortun. “Swami, obwohl Du sagst, dass wir beide gleich sind, sitzen wir, während Du stehst. Da wir also sitzen, setz Du Dich besser auch hin.” Darauf sagte Baba: „Hmm. Während ich unterrichte, sollte Ich stehen. Andererseits könnte Ich auch bei euch sitzen. Kennt ihr die Bedeutung des Wortes ‘Upanishad’? Upa bedeutet nahe. Ni, bedeutet sitzen. Shad bedeutet nieder. ‘Setz dich nahe (zu mir) nieder’ – das ist die Bedeutung des Wortes Upanishad. Also, Upanishad, setz dich hier nieder.” Dieser Lehrer sagte einfach nur: “Oh, Swami.” Wir haben nichts, was wir Ihm entgegnen können. Swami ist voller Humor. Alle Leute brachen in Gelächter aus. Ich habe noch einige Punkte, die ich besprechen möchte. Ich weiß, dass die Zeit um ist und diejenigen unter euch, die in Eile sind, gehen besser. Also Swami sagte:“ Wenn du (den Lehren) Bhagavans folgst, wenn du in der Gesellschaft von Bhagavan bist, wirst du göttliche Schwingungen erleben.“ Geist, Stellung, Schicksal, besitztumBhagavan machte eines deutlich: „Es ist dein Geist, der dir bestimmte Gedanken eingibt. Geist ist mathi. Der Geist entscheidet über die Position, die sthithi (Erhaltung ) einnimmt, die dich zu deinem Schicksal, gathi, führt, welches wiederum dein Besitztum oder Reichtum, sampati, darstellt. Das sind die Begriffe, die Bhagavan häufig verwendet. Ich möchte, dass ihr euch diese Begriffe merkt und euch an sie erinnert: mathi - Geist, sthithi - Erhaltung, gathi - Schicksal, sampati - Besitztum oder Reichtum. Wir sollten also unseren Geist stets makellos halten, unbefleckt. Dann sagte ich zu Bhagavan:“ Swami, wenn Du sagst alle seien gleich, so fühle ich mich beleidigt. „ Das habe ich gesagt! „Denn wie kann es schließlich sein, dass diese kleinen Junge, die in der neunten oder zehnten Klasse sind, mir gleich sind ? Ich habe 38 Jahre lang als Professor gedient. Ich bin ein Doktorand. Und sowieso, was sind denn diese Burschen? Wie können sie mir gleich sein? Wie können alle gleich sein?” Darauf sagte Baba:” Oh-ho! Du sagst, das du auf Grund deiner Intelligenz anders bist als andere. Das ist falsch. Ein einfaches Beispiel: Wir alle geben dem dhobi, dem Wäscher, Kleidungsstücke. Wir schreiben uns die Zahl der Hosen, der Hemden und T-Shirts auf, wie viele Taschentücher – wir schreiben alles auf. Dieser Mann aber schreibt es keineswegs auf. Er sammelt von vielen Menschen Kleidungsstücke ein und gibt sie exakt wieder zurück. Wer ist nun intelligenter? Bist du intelligenter oder der dhobi?” – Der dhobi. So muss ich also bedingungslos akzeptieren, dass mein Magister der Naturwissenschaften, mein akademischer Grad, nicht im geringsten vor der Intelligenz des dhobi anzusiedeln ist. Deshalb sagt Bhagavan auch, dass es nicht die Intelligenz ist, die entscheidend ist. Es ist einzig und alleine die formlose (atmic) Ebene, der Geist, das Bewusstsein in dir, das auch das gleiche Bewusstsein ist, das anderen Menschen innewohnt. Auf der formlosen Ebene also sind alle gleich. Sivarathri, die heilige NachtMeine lieben Freunde, es dauert nur noch ein paar Minuten. Sivarathri fällt auf den 12. März. Viele Fremde sind mit der Bitte an mich herangetreten, einige Worte über Sivarathri zu sagen. Das, was ich jetzt sage, ist für sie bestimmt. Sivarathri, die Heilige Nacht, hat eine besondere Botschaft für uns alle. Wenn wir vorher erfahren, was es damit auf sich hat, werden wir um die Heiligkeit, die Gnade, das Ziel und die Bedeutung wissen, damit wir Maha Sivarathri in aller Ernsthaftigkeit, in aller Würde und auf eine Art erfahren, die zu unserem Besten ist. Bhagavan sagte, dass Sivarathri immer am 14. Tag der dunklen zwei Wochen eines Monats stattfindet. Jeder Monat ist in zwei Hälften aufgeteilt. Fünfzehn Tage lang (zwei Wochen) helle Nächte und fünfzehn Tage lang (zwei Wochen) dunkle Nächte. Der vierzehnte Tag ist Sivarathri. Das ereignet sich jeden Monat. Aber dieses Fest ist nicht einfach Sivarathri. Es ist Maha Sivarathri und das ereignet sich nur einmal im Jahr. Um was handelt es sich? Der Mond fängt an sich zu erwärmen. Tags über ist es heiß und bei Nacht auch. Der Mond erwärmt sich und die Sonne tritt in das Sternkreiszeichen des Wassermann ein. Die Sonne steht im Sternkreiszeichen des Wassermann. Noch etwas: Betrachtet man die Silben des Wortes ‘Sivarathri’, so ist die Bedeutung der drei Silben ‘si-va-ra’ in der Zahlentheorie folgende: ‘si’ steht für die Zahl fünf, ‘va’ steht für die Zahl vier, ‘ra’ steht für die Zahl zwei. Fünf plus vier plus zwei ergibt elf. Diese Zahl symbolisiert die elf rudras. Was sind diese elf rudras? Rudras sind die, die uns zum Weinen bringen, die, die uns Tränen vergießen lassen. Namentlich sind die elf rudras die fünf Sinne des Handeln, die fünf Sinne der Wahrnehmung und der Geist. Das macht zusammen elf aus. Wir vergießen Tränen wegen dieser elf rudras. Wenn wir während Maha Sivarathri zu Gott beten, wenn wir zu Ehren von Gott Shiva manthra singen, dann beruhigen sich alle diese elf rudras . Sie werden beschwichtigt. Ihre schlechte Auswirkung wird zunichte gemacht. Sie (die rudras) werden verherrlicht; sie werden von diesem Tag an geheiligt sein. Der Kosmische TanzMaha Sivarathri steht auch für den Kosmischen Tanz, wie er in den Epen beschrieben wird. Die Zusammengehörigkeit von Göttlichkeit und Natur ist darin eingeschlossen. Die Göttlichkeit wird von Lord Siva dargestellt und die Natur, Prakrithi, wird von Parvathi dargestellt. Parvathi und Lord Siva sind nicht nur Ehemann und Ehefrau, wie wir von Ihnen annehmen. Sie repräsentieren Göttlichkeit und die Natur. Maha Purusha ist Absolutes Bewusstsein, oder auch Parama Purusha, während die Natur Parvathi, oder auch Prakrithi, ist. Der Kosmische Tanz also weist auf die Bedeutung der Zusammengehörigkeit von Prakrithi, der Gemahlin Parvathi, mit dem Überbewusstsein oder dem Absoluten, Lord Siva, hin. Das ist der Kosmische Tanz von Siva , genannt wird er auch Thandava , der in dieser heiligen Nacht stattfindet. Dieser Siva Thandava, Kosmische Tanz Sivas, ist verantwortlich für die gesamte Schöpfung (Srishti). Während dieser Zeit, da Siva Thandava , der Kosmische Tanz, in rasender Schnelligkeit von Siva getanzt wird, tritt Feuer aus Ihm heraus. Um Ihn zu beruhigen, kühlt die Gemahlin Parvathi Sein Haupt mit dem Wasser des Flusses Ganges und hält die Mondsichel an Seinen Kopf, genau in die Lockenpracht auf dem Haupte Sivas. Um Ihn zu beruhigen reibt sie auch Seinen Körper mit Sandelholzpaste ein. Und kaltblütige Schlangen winden sich nahe Seiner Hände, Gelenke und auch Seiner Füße. Dies alles sind lebhafte Beschreibungen. Nehmt sie nicht für die Realität. Es ist die Beschreibung, die in den Epen zu lesen ist, den Puranas. Mit anderen Worten, und um es in einem Satz zusammen zu fassen, ist Sivarathri die Zusammenfügung von Materie und Energie. Siva ist Kosmische Energie, während Parvathi Materie ist. Materie und Energie sind für das Leben gleichwertig; Materie und Energie ist die Schöpfung. Das ist Maha Sivarathri. Der Mond ist die dem Geist zugeordnete Gottheit. Die Sonne ist die Gottheit, die den Augen zugeordnet ist. Jeder Teil des Körpers hat eine ihm zugeordnete Gottheit. Während Sivarathri siehst du den Mond nicht am Himmel; er ist nur wie ein Strich, eine sehr feine Linie. Der Mond hat 16 kalas (Segmente, die durch die tägliche Abnahme des Mondes, reduziert werden, bis der Mond letztendlich in der Nacht des Neumondes nicht mehr sichtbar ist . Laut „A Glossary of Sanskrit Words gleaned from Sai Literature” compiled by Victor Yap, Singapore). Sivarathri ereignet sich am 14. Tag. Dass heißt, dass sich an diesem Tag nur ein Segment des Mondes am Himmel befindet, nur eine feine Linie. Der Mond ist nicht voll. Was bedeutet das? Wenn wir Maha Sivarathri begehen, indem wir zu Ehren von Siva singen, verschwindet selbst diese feine Linie, dieses letzte Segment des Geistes. Der Geist ist nicht mehr vorhanden, weil er sich vollständig zurückgezogen hat. Der Geist ist (praktisch) vernichtet. Der Geist ist ein Hindernis; der Geist ist Ego. Das ist also der Zustand des Geistes, der den Rückzug angetreten hat, oder amaskar, welches nur eine der Interpretation von Maha Sivarathri ist. ‘Sivam’ bedeutet ‚das was verheißungsvoll’ istSwami erwähnte noch weitere Punkte. Sivam bedeutet das, was verheißungsvoll ist. Rama ist eine Person und Krishna ist eine Person. Aber Siva ist eine Idee; Siva ist eine Philosophie; Siva stellt Perfektion dar, ein Ideal. Siva ist keine Form. Deshalb bedeutet Sivam also: ‘Das was verheißungsvoll ist’. Wir bleiben während Maha Sivarathri wach. Das nennt man jagarana oder Nachtwache. Wir halten Nachtwache. Wir halten uns die ganze Nacht durch wach, halten während der ganzen Nacht Wache. Was bedeutet das? Wir tun dass, um unseren Geist aufmerksam und wach zu halten, um ihn mit dem Namen Gottes zu füllen. Das ist der Grund, aus dem wir uns wach halten. Manche Leute halten sich wach, indem sie sich vier Filme anschauen. (Lachen) Einige Leute halten sich wach, indem sie Karten spielen, oder Zeit im Kasino, Marke Las Vegas, verbringen. Nun ja, das ist nicht der Sinn des nächtlichen Wachseins. Es ist das Denken an Gott , das in dieser Nacht ausgeführt werden soll. Das nennen wir jagarana. Swami erklärte noch etwas. Linga ist das Diagram, das ich hier aufgezeichnet habe (A.K. zeigt auf das Diagram auf der Tafel) Ich bin nicht gut im Zeichnen, aber ihr erhaltet so eine Vorstellung von dem, was ich sagen möchte. Das Siva Linga hat zwei Teile: ein Teil ist horizontal, der andere vertikal. Der horizontale Teil wird panavattam genannt und hat drei Oberflächen (A.K. deutet auf das Diagram und zählt die Oberflächen: Eins, zwei, drei.) Diese drei Oberflächen repräsentieren die drei gunas (Grundeigenschaften, Qualitäten). Welche sind das? Sathwa, die friedvolle Eigenschaft; rajas, die emotionale, aktive Eigenschaft; thamas, die tierische, träge Eigenschaft. Dieser horizontale Teil also (panavattam), in dem sich drei Teile gegenüberstehen, repräsentiert pravritthi , oder die Welt. Die Welt ist dreidimensional, quasi wie ein Dreieck und besitzt drei Eigenschaften: Die des ausgewogenen (friedvollen) Zustandes, die des emotionalen (aktiven) Zustandes und die der Trägheit (tierisch). Das sind unserer Eigenschaften, das ist die Eigenschaft unseres Körpers. Die ganze Welt besteht aus diesen drei Eigenschaften. Man findet diese Eigenschaften in uns allen. Nun kommen wir auf den vertikalen Teil zu sprechen, der Linga genannt wird. Welche Bedeutung hat das? Während der Körper triguna ist (und die Eigenschaften von Sathwa, Rajas, Thamas besitzt), ist Linga etwas, was vertikal einzuordnen ist (das Linga wird oft als eine Säule dargestellt. Aufgehen einer Form ins Formlose. Lt. Mittwede). Dieses vertikale Linga denkt an Gott, an das Göttliche. Die Welt ist horizontal, die Natur ist horizontal, der Körper ist horizontal, doch die Göttlichkeit ist vertikal. So wird Linga von Bhagavan erklärt. Wir sollten dieses Konzept ganz klar verstehen. Das, was jedem von uns innewohnt ist der Geist, das Bewusstsein, die Seele und man nennt das Atma Linga. Es ist die Seele, der Geist in dir. Habe ich mich klar genug verständlich gemacht? Dieses Selbst ist auch voller Verständnis (awareness=Bewusstsein im Sinne von: ich bin mir dessen bewusst und nicht Bewusstsein im Sinne von consciousness) und wird deshalb auch Jnana Linga genannt. Die Lebenskraft in ihm heißt Anda Linga. Das Selbst ist voller Aktivität, voller Göttlichkeit und wird deshalb auch Sada Siva Linga genannt. Es ist das Licht des Wissens, also wird es Jyothi Linga genannt. Das sind die Namen, die dem Linga gegeben werden. Es ist also die selbe Seele, der selbe Geist als Verständnis, dem diese verschiedenen Namen gegeben werden. (Anm.d.Ü.: Die wiederholte Erklärung wurde nicht übersetzt.) Siva hat als Vermittler den Bullen. Warum? Der Bulle steht für Stabilität. Du kannst in jeden Siva-Tempel gehen; der Bulle schaut immer auf Siva, seinen Meister. Genau wie der Bulle, sollten auch wir voller Konzentration sein, wenn wir auf Siva, den Herrn und Meister, blicken. Siva hat drei Augen, deshalb wird Er auch Trinetra genannt (dreiäugig lt. Mittwede tri=drei, netra=Augen). Wir haben nur zwei Augen, während Siva drei hat. Wenn Er wirklich drei Augen hat, muss Er schrecklich aussehen! (Lachen) Die Aussage, dass Siva drei Augen hat, bezieht sich aber nicht auf die physischen Augen. Die drei Augen sind nur symbolisch zu verstehen und repräsentieren die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft , Trinetra. Gott hat das Wissen aller drei Zeitperioden. Die Namen SivasSiva hat noch einen anderen Namen: ‘Digambara’. Dieser Name bezieht sich auf die vier Pole – Osten, Westen, Süden und Norden. Das sind die vier Pole ( die Himmelsrichtungen symbolisch als Stützen gesehen) des Baldachins, unter dem die ganze Welt existiert. 'Dik' bedeutet ‘Pole (oder Stützen)’ und ‘umbara’ bedeutet ‘Baldachin’. Also diese Welt nun besteht unter dem Baldachin mit den vier Himmelsrichtungen als Pol oder Stütze. Das ist ‘Digambara’. Siva wird auch ‘Sankara’ genannt und der Name bedeutet, dass alles Gute, das dir begegnet, von Ihm kommt. Ein weiterer Name von Siva ist ‘Kamahari und er bedeutet, dass Er alle Wünsche zerstört. Wenn erst einmal alle Wünsche besiegt sind, wird man zu ‘Mrutunjaya’, was bedeutet den Tod besiegt zu haben. (Die wiederholte Erklärung wurde nicht übersetzt. Anm. d. Ü.) Gott, der Allwissende, der die Kenntnis der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft hat (Trinetra) reitet auf dem Vermittler der Stabilität, nämlich dem Bullen. Siva wird auch mit vier Gesichtern dargestellt. Welche sind das? Mit unserem einen Gesicht schaffen wir es gerade einigermaßen zu sehen. Wie würden wir wohl mit vier Gesichtern aussehen? Naja, das möchte ich euch lieber nicht sagen. Diese vier Gesichter von Siva sind nicht die Art von Gesicht, das wir haben. Sie sind symbolisch zu sehen. Die vier Gesichter symbolisieren Shantham, nämlich Gleichmut; Roudram, Schrecken; Mangalam, Gnade; Utsaham, aufrichtende Energie. Das sind die vier Gesichter von Göttlichkeit. Es gibt noch viel mehr über Sivarathri zu sagen. Aber soviel möchte ich euch als Information mitgeben, als Richtschnur, damit ihr ein gewisses Grundwissen habt. Damit können wir auf Nutzen bringende Weise das Maha Sivarathri – Fest begehen, indem wir an Siva, den Herrn und Meister und Seine wunderbare, majestätische Art und Weise, denken. Singt von Seinem Ruhm. Wiederholt Seinen heiligen Namen. So können wir in diesen Zustand von Wunschlosigkeit, diesen Zustand , der keinen Tod beinhaltet, diesen Zustand von Unsterblichkeit und Bewusstsein hineintauchen.
Möge Bhagavan mit euch sein, für immer und alle Zeiten! Sai Ram!
Om Asato Maa Sad GamayaTamaso Maa Jyotir GamayaMrtyormaa Amrtam Gamaya
Om Loka Samastha Sukhino BhavantuLoka Samastha Sukhino BhavantuLoka Samastha Sukhino BhavantuOm Shanti Shanti Shanti |