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ANIL KUMARS EXTRA-SATSANG
Babas Gespräche mit den Studenten
¨ Sai-Perlen der Weisheit ¨
Teil 4
13. November 2002
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Sai Ram
Heute abend will ich über die Begebenheiten im Juni 2002 berichten. Vieles ereignete sich während des Sommerkurses, der in den letzten beiden Maiwochen stattfand. Ich hielt einige Kommentare Bhagavâns aus dieser Zeit fest und berichtete im Juni darüber.
Erste Episode
Nichts entgeht meiner AUFMERKSAMKEIT
Nun, es war ein heller, sonniger Tag und Bhagavân gab den in der Sai Ramesh-Halle versammelten Devotees Darshan. Danach wies Er alle Lehrer, Studenten und Gäste an, sich in die Vorlesungshalle des Colleges zu begeben, wo, wie ihr wisst, der Sommerkurs stattfand. Ja, die Vorlesungen waren interessant; nachmittags hielt Bhagavân, wie gewohnt, eine Rede.
An diesem Nachmittag blieb Er auf Seinem Weg zum Podium vor einem älteren Mann stehen. Sein Name ist hier nicht wichtig, die Begebenheit selbst ist von Bedeutung. Swami stand also vor diesem älteren Mann, der die traditionelle Kleidung der Männer in Andhra Pradesh trug - einen Dhoti und ein knielanges Hemd mit Stehkragen. Swami sagte: "He, Ich sah dich heute morgen mit einem roten Punkt auf der Stirn - der war aus Plastik! (Zuhörer lachen) Und nun hast du einen Punkt aus Kumkum (rotes Pulver) aufgetragen. Heute morgen war er aus Plastik, heute Nachmittag ist es ein Kumkum-Punkt. Warum der Unterschied?"
Ich war verblüfft, denn dieser Mann saß weit, weit hinten im Saal, in der 50. oder 60. Reihe. Aber dieser gute Gott bemerkt morgens einen kleinen Punkt auf der Stirn und fragt abends nach, warum der Punkt morgens aus Plastik ist und abends aus Kumkum!
Ich fragte: "Swami, wie kommt es, dass Du diesen kleinen Punkt auf seiner Stirn bemerkt hast? Ich weiß, dass der Mann ganz hinten sitzt. Das ist sehr seltsam!"
Swami lachte und sagte: "Niemand braucht Mir irgendetwas zu erzählen. Ich sehe und bemerke alles. Nichts entgeht Meiner Aufmerksamkeit. Niemand braucht Mich zu informieren." Das ist wirklich eine Enthüllung.
2. Episode
vollkommene hingabe an gott ist dein schicksal
An einem anderen Tag (während des Sommerkurses) fragte Bhagavân mich: "Wie gefallen dir Meine Reden?"
Gott, der die Meinung eines Menschen zu Seinen Reden einholt!! Nun, das ist ein Glücksfall und ein großes Privileg, wenn man Gott selbst sagen darf, wie einem Seine Reden gefallen.
Ich antwortete: "Swami, Deine Reden sind großartig. Du beseitigst alle Zweifel. Du hältst wunderbare Reden."
Swami sagte: "Hmm! Und du willst, dass Ich dir das glaube? Nein! Dein Körper ist voller Zweifel, von Kopf bis Fuß; die werden niemals ausgeräumt werden." (Zuhörer lachen)
Ich erwiderte entschuldigend: "Swami, was soll ich denn tun, wenn mein Körper voller Zweifel ist und diese niemals beseitigt werden können? Was ist dann mit mir? Wie wird mein Schicksal sein?"
In Sanskrit heißt Schicksal 'gati' . Ich fuhr fort: "Swami, was ist mein gati, welches Schicksal ist mir beschieden? Was soll ich tun, wenn mein Körper voller Zweifel ist, die nicht ausgeräumt werden können?"
Bhagavân sagte: "Wie bitte? Wiederhole deine Frage!" (Zuhörer lachen)
"Swami, wie wird mein gati sein? Welches Schicksal ist mir bestimmt?"
Swami sagte: "Sharanâgati ist die Lösung." Sharanâgati heißt 'vollkommene Hingabe'.
"Gib dich Mir vollkommen hin. Sharanâgati - das ist dein gati, das ist dein Schicksal!" Das war Bhagavâns Antwort.
Meine Freunde, unser aller einziges Schicksal oder gati ist sharanâgati, vollkommene Hingabe an Gott.
3. Episode
frage und enthüllung
An einem anderen Tag ging Bhagavân bei den Jungen umher. Er sah einen Jungen an und fragte: "Woher kommst du?"
Der Junge antwortete: "Aus Bangalore, Swami."
Bhagavân fragte sofort ohne Umschweife: "Wie geht es deinem Vater?"
Erst fragt Er ihn, wo er herkommt und dann sofort, wie es seinem Vater geht? Warum diese Neugier?
Bhagavân fragte weiter: "Was macht dein Vater?"
Der Junge antwortete: "Swami, mein Vater ist Dozent für Hindi an Swamis College in Brindavan (Whitefield)."
Ihr alle wisst, dass ich sechs Jahre lang Prinzipal des Colleges in Brindavan war. Ich kenne alle Dozenten dort. Ich war geschockt... sein Vater... dort in Bangalore? Ich musste ihn doch kennen!
Bhagavân fragte nach dem Namen seines Vaters. Doch bevor der Junge den Mund aufmachen konnte, sagte Gott: "Dein Vater heißt Suresh Chand Jain."
"Ooh! Swami!"
Baba wandte sich mir zu: "Weißt du, was vor 20 Jahren geschah?"
"Nein, Swami. Was geschah vor 20 Jahren?"
"Sein Vater fuhr mit seinem kleinen Sohn in höchster Geschwindigkeit auf dem Motorrad und hatte einen Unfall. Das Motorrad war völlig zerschmettert, aber dem Jungen und dem Vater war nichts geschehen. Er ist dieser Junge, verstehst du?"
Ich möchte, dass ihr diesen Vorfall einmal aus diesem Blickwinkel betrachtet. Wenn Bhagavân fragt: "Woher kommst du?", dann heißt das nicht, dass Er nicht weiß, woher ihr kommt. Er weiß es. Er tut es nur, um uns die Freude zu machen, von Ihm angesprochen zu werden. Deshalb fragt Er nach.
Dies hier ist ein typisches Beispiel. "Woher kommst du? Wer ist dein Vater?" Und dann erzählt Er, was vor 20 Jahren geschah. Als erstes kommt die Frage, dann die Enthüllung. Die Frage zu eurer Freude, die Enthüllung, um Seine Göttlichkeit zum Ausdruck zu bringen. Wir waren alle bass erstaunt, als Swami erklärte was geschehen war.
4. Episode
Ich kenne jeden in der ganzen Welt
An diesem Tag erwarteten die Jungen die Prüfungsergebnisse (des Sommerkurses, der immer mit einer Prüfung abgeschlossen wird). Die Ergebnisse waren noch nicht bekanntgegeben worden. Baba ging zu den Studenten und sagte zu einem von ihnen: "Dein Bruder studiert in Whitefield, du studierst in Prashanti Nilayam. Ich kenne euch beide. Und deine Schwester studiert in Anantapur. Auch sie kenne Ich. Dein Bruder hat sein Examen mit Auszeichnung bestanden und du nur mit einer Eins."
Ich fragte: "Swami, Du kennst seinen Bruder und seine Schwester?"
"Ich kenne jeden, nicht nur die Studenten hier. Ich kenne jeden in der ganzen Welt. Ich kenne die Studenten, ihre Brüder und Schwestern, ihre Eltern, ihre Vorfahren; Ich kenne jeden."
Er wandte sich an die Studenten und sagte: "Ihr Jungs, ihr seid so jung. Ihr versteht Mich nicht. Ihr glaubt, Ich spreche nicht mit euch. Ihr denkt: 'Swami sieht mich nicht an!' Aber Ich kenne jeden. Ich kenne alle in euren Familien. Ich weiß alle Noten, die ihr in den verschiedenen Fächern habt. Ich weiß das alles!"
5. Episode
bittet nicht andere, tut es selbst!
An diesem Morgen sprach Bhagavân zu einem Studenten in Betriebswirtschaft. Er hat zuerst Ingenieurwesen studiert und macht nun seinen Betriebswirt. Swami sah ihn an und sagte: "Du hast dich um einen Job beworben. Hmm! Ich weiß das. Aber du hast ihn nicht bekommen. Auch das weiß Ich."
Ich fragte: "Swami, wenn Du wusstest, dass er sich um einen Job beworben hat, warum hast Du nicht dafür gesorgt, dass er den Job bekam? (Zuhörer lachen) Warum sagst Du, dass er den Job nicht bekommen hat?"
Baba wandte sich an den Studenten und fragte: "Soll Ich es ihm sagen?"
Der Student erwiderte: "Swami! Bitte! Ich würde es nicht erzählen!" (Zuhörer lachen)
Swami sagte: "Weißt du, der Junge hat den Bewerbungsbogen nicht ausgefüllt. Seine Mutter füllte den Bogen aus. Deshalb bekam er die Stelle nicht."
An den Studenten gewandt, sagte Er: "Deine Mutter kann den Bewerbungsbogen nicht für dich ausfüllen. Du musst den Bogen schon selbst ausfüllen. Tut so etwas niemals! Wenn ihr euch bewerbt, dann füllt den Bogen selbst aus. Bittet nicht andere, das für euch zu erledigen! Wenn ihr hungrig seid, werdet ihr dann satt, wenn eure Mutter an eurer Stelle isst? Wenn ihr euch das Bein brecht, kann man nicht eurer Mutter das Bein in Gips legen. Nein! Ihr bekommt den Gips ums Bein. Jeder muss für seine eigene Befreiung, für seinen eigenen moksha arbeiten. Wir können niemand anderen bitten, das für uns zu tun."
Das ist eine wichtige Aussage Bhagavâns.
6. Episode
bhagavân ist der herr der fünf elemente
Es war ein bewölkter Tag - Wolken in Hülle und Fülle und es hatte zu regnen begonnen. Bhagavân sah zu den Wolken hoch und sagte: "Stop!" Er informierte die Jungen: "Keine Sorge, das sind nur vorüberziehende Wolken. Es wird nicht regnen. Alles wird bestens sein."
Ob ihr es mir glaubt oder nicht, es hörte sofort auf zu regnen! Als Er 'Stop!' sagte, war die Sache zu Ende. Warum? Zu wem hatte Er 'Stop!' gesagt? Vielleicht hatte Er dem Regengott oder den Wolken befohlen, ihre Arbeit einzustellen. Das war alles. Sofort hörte der Regen auf.
Das macht uns bewusst, dass Baba der Herr der fünf Elemente ist. Er herrscht über den Regen, über das Feuer. Er beherrscht die fünf Elemente. Ihr wisst es sicher oder habt davon gehört - ich selbst war oft genug Zeuge: Häufig regnete es in ganz Puttaparthi, aber nicht in Prashanti Nilayam. Oft begann (und beginnt) der Regen erst nach einer Ansprache Swamis, wenn die Leute alle nach Hause zurückgekehrt sind. Erst nachdem die Devotees ihre Unterkünfte erreicht hatten, begann es zu regnen. Das geschah sehr häufig. Ich habe es selbst erlebt. Bhagavân beherrscht die fünf Elemente.
Die meisten von euch haben von dem Wunder gehört, über das Indra Devi in ihrem Buch berichtet. Ganz Los Angeles brannte, währens sie gerade Yoga-Unterricht hielt. Indra Devi sagte: "Wir sind hilflos. Wir sind von Flammen umzingelt. Setzt euch hin, wo ihr gerade seid und singt: 'Sai Ram'. Alle sangen 'Om Sai Ram. Om Sai Ram'. Was geschah? Nach zehn Minuten ging das Feuer von selbst aus! Das Haus, in dem sie sich befanden, war verschont geblieben. Doch in sonstigen unmittelbaren Umgebung hatte das Feuer viel Schaden angerichtet. Das ist ein weiterer Beweis dafür, dass Baba der Herr der Elemente ist.
7. Episode
Deinem vater wird nichts passieren
Unter den Studenten gibt es einen Sikh-Jungen. Ihr habt ihn sicher schon einmal gesehen - ein junger Sikh, ein Anhänger Guru Nânaks. An einem Tag bat Swami diesen jungen Mann, eine Rede zu halten.
Nun, die Sikhs sind gut gebaut. Sie kommen aus einer Gegend, wo viel Weizen gegessen wird. Sie leben im Norden des Landes, an der Grenze (zu Pakistan) und beschützen dieses Land.
Der Junge erzählte: "Vor 23 Jahren kam eine alte Frau mit ihrem kleinen Enkelsohn nach Prashanti Nilayam. Warum? Um Swamis Segen zu bekommen. Was war geschehen? Die Ärzte hatten ein Loch im Herzen des Enkels festgestellt und nun sollte der kleine Junge operiert werden. Aber die Ärzte sagten, es bestünde wenig Hoffnung, dass die Operation erfolgreich sein und der Junge überleben würde. Die Großmutter betete zu Gott: "Swami, bitte rette meinen Enkelsohn. Die Ärzte sagen, die Situation ist sehr kritisch." Swami segnete sie und gab dem kleinen Jungen Vibhuti. Diese Vibhuti heilte ihn. Der kleine Junge wuchs heran und beendete seine Schulzeit. Er beendete auch seine Collegezeit und spricht heute zu euch." Alle klatschten Beifall.
Dann sagte Swami: "Gute Rede, schön! Hmm! Ich weiß - dein Vater ist in Kashmir stationiert. Dort wird im Augenblick viel gekämpft. Mach dir keine Sorgen, Ich werde Mich um ihn kümmern. Hab keine Angst!"
Dann wandte Er sich uns zu und sagte: "He, ihr armen Burschen. Glaubt ihr, es gibt jetzt einen Krieg? Nein, nein! Es wird keinen Krieg geben. Ihr braucht deshalb keine Angst zu haben. Es ist nur die Gefahr eines Krieges, ein drohender Krieg, aber kein tatsächlicher Krieg." Er wandte sich wieder an den Jungen: " Deinem Vater wird nichts passieren. Nächsten Monat wird er herkommen, um Swamis Darshan zu haben. Mach dir also keine Sorgen. Sei glücklich!" Das sagte Bhagavân zu ihm.
8. Episode
vorgezogene examen
Swami forderte einen anderen jungen Mann, einen Studenten in Betriebswirtschaft, auf, eine Rede zu halten. Der Junge sprach zum ersten Mal vor Swami. Er ist ziemlich hellhäutig, hat große Augen und ist angenehm anzuschauen, ein junger Mann aus der Stadt - sehr zart, sensibel, gut gekleidet und gutaussehend. Er begann mit seiner Rede: "Ich wollte Student der Sathya Sai Universität werden. Das war mein lang gehegter Traum und Wunsch. Doch obwohl es mein sehnlichster Wunsch war, habe ich es all die Jahre nicht geschafft, eine Zulassung zu bekommen. Dafür gab es einen triftigen Grund. Ich war Student an der Universität von Bombay. Immer wenn in Bombay das Examen stattfand und die Examensergebnisse verkündet wurden, begann in der Sathya Sai Universität das Semester. Ich hatte also gar keine Gelegenheit, mich zu bewerben. Ich hätte mich erst nach dem Examen und der Verkündigung der Ergebnisse an der Sathya Sai Universität bewerben können. Es hat also niemals geklappt. Ich war verzweifelt und sehr enttäuscht.
Die Universität von Bombay hat 50 000 eingeschriebene Studenten. Sie ist eine der alten Universitäten im Land. Doch als Antwort auf meine Gebete wurden die Prüfungen zum ersten Mal vorverlegt. Es war wirklich das erste Mal."
In Indien werden Examen immer auf später verschoben (Zuhörer lachen). Klar, den Studenten wäre es am liebsten, sie würden ersatzlos gestrichen. Aber das ist nur ein Traum, das wird niemals geschehen. Doch hier wurden die Prüfungen zum ersten Mal vorverlegt. Nun konnte er sowohl sein Examen machen als auch zum Zulassungstest an der Sathya Sai Universität erscheinen. Er wurde zum Studium zugelassen und stand nun vor uns.
Der Junge fuhr fort: "Könnt ihr euch das vorstellen? Eine Universität, die Prüfungen vorverlegt? Das hat es noch nie gegeben. Doch einmal geschah es, ob ihr es nun glaubt oder nicht. Und das alles nur, weil ich zu Bhagavân betete."
ein zug, der rückwärts fährt
An dieser Stelle muss ich euch von einem persönlichen Erlebnis berichte. Ich habe diese Schwäche, die Zeit zu vergessen, wenn ich über Swami spreche. Das ist nun mal meine Schwäche, ich kann nichts dafür. Es ist zu spät, irgendetwas zu bereuen oder zu korrigieren und ich denke, das ist auch gar nicht nötig. Wenn ich soviel Dinge mit mir herumtrage und die Devotees begierig sind, sie zu hören, warum soll ich sie dann nicht mit anderen teilen?
Einmal wartete ich in der Nähe von Hyderabad auf den Zug, als der Bahnhofsvorsteher mich ansprach: "Anil Kumar, ich habe gehört, dass Sie in der Stadt einen sehr schönen Vortrag gehalten haben. Ich konnte nicht kommen, weil ich Dienst habe. Darf ich Sie zu einer Tasse Kaffee einladen?" Er bat mich in sein klimatisiertes Büro zu kommen. Es war noch genügend Zeit bis der Zug kam und so genoss ich eine Tasse heißen Kaffee. Der Mann fragte: "Worüber haben sie gesprochen?" Das genügte! (Zuhörer lachen) Ich begann zu erzählen." (Zuhörer lachen)
Plötzlich sah der Mann auf die Uhr und sagte: "Anil Kumar, ich denke, der Zug kommt bald. Wir sollten auf den Bahnsteig gehen." Wir gingen beide hinaus. Der Zug war angekommen - und fuhr gerade los! "Oh je! Was für ein Dummkopf ich doch bin. Nun ist der Zug fort!" Ich sagte zu dem Mann: "Sir, das ist Ihre Schuld. Jetzt muss ich auf den nächsten Zug warten. Vielleicht kommt einer, vielleicht auch nicht. Die Züge kommen immer mit Verspätung; darin sind sie pünktlich. Was kann ich tun?"
Der Mann sagte: "Machen Sie sich keine Sorgen!"
"Ist ja nett, dass sie sagen, ich soll mir keine Sorgen machen, aber das Kreuz muss ich tragen." Ich war sehr niedergeschlagen und bat: "Swami, bitte hilf mir. Ich muss doch zurück zum College. Bitte hilf mir."
Soviel ich weiß, hat es das noch nie gegeben, doch dieser Zug fuhr plötzlich rückwärts - zum ersten Mal. (Zuhörer lachen) Ich habe noch nie einen Zug rückwärts fahren sehen. Er fuhr rückwärts und hielt an. Ich stieg ein - ja, und dann fuhr er wieder vorwärts. "Baba, Du kannst also auch Züge rückwärts fahren lassen!"
Das erlebte ich persönlich. Die Leute dort in Kojipet, in der Nähe von Hyderabad, können euch dieses Wunder des rückwärts fahrenden Zuges bestätigen.
9. Episode
ich will euer Geld nicht
Swami saß auf Seinem Stuhl und hielt ein Bündel Briefe in Händen. Er sagte: "Hmm! Komm und nimm diesen Brief heraus!"
Ich stand auf und zog den Brief aus dem Bündel heraus.
"Sieh nach, was drin ist!"
Ich öffnete den Umschlag und fand einen Scheck über 37.500 Rupien (etwa 1 700 DM). Es war ein Scheck, den ein Student Bhagavân geschickt hatte, als Zeichen seiner Liebe und Dankbarkeit; es war sein erstes Monatsgehalt.
Swami sagte: "Der Junge, der den Scheck geschickt hat, ist auch hier. Aber Ich werde seinen Namen nicht nennen, denn das würde ihn verlegen machen und er würde weinen. Seht, ihr Jungs und Lehrer! Ich sage es euch jetzt! Hört mir gut zu! Ich will eure Schecks nicht! Ich will euer Geld nicht! Das ist es nicht, was ich von euch will. Ich will eure Liebe. Ich will eure Liebe, das ist alles. Diese Liebe ist nicht euer Eigentum. Ich gab euch diese Liebe bei eurer Geburt. Ihr seid mit dieser Liebe zur Welt gekommen. Warum? Es ist Mein Geschenk an euch. Ich will, dass ihr Mir das gebt, was Ich euch gab. Gebt sie mir zurück! Das ist alles. Ich will das Geld nicht."
Was geschah dann? Er zerriss den Scheck! In ganz kleine Stückchen zerriss Er ihn. Ich lachte und sagte: "Swami, einmal zerreißen genügt doch! (Zuhörer lachen) Du brauchst ihn nicht in so viele kleine Stückchen zu zerreißen. Wenn Du ihn einmal zerreißt, genügt das. Der Scheck ist dann ungültig."
Swami lachte: "Ich tue das, um euch wissen zu lassen, wie sehr Mir das missfällt." (Zuhörer lachen)
Meine Freunde, wie sieht es in der Gesellschaft weltweit aus? Viele Gurus wollen Geld. Die meisten Gurus reisen in der Welt umher, halten Reden und sammeln dann im Namen der Spiritualität Geld ein. Aber hier in Prashanti Nilayam, wo es einen Gott mit Namen Bhagavân Srî Sathya Sai Baba gibt, sagt dieser: "Ich will euer Geld nicht. Ich will eure Liebe."
Das ist wirklich einzigartig.
10. Episode
alle religionen sind mein
Hier in der Sathya Sai Universität haben wir Studenten aller Religionen, so unter anderem auch zwei junge Moslems. Swami rief einen der jungen Männer: "Hmm! Wie heißt du?"
Der junge Mann nannte seinen Namen.
"Hmm! Gut!" Swami ließ Seine Hand kreisen und materialisierte eine Kette für den Jungen, eine Goldkette mit einem Anhänger aus Diamanten - ein Halbmond mit einem Stern, das Symbol der Moslems. Weil dieser junge Mann ein Moslem ist, gab Er ihm eine Kette mit dem Symbol des islamischen Glaubens.
Dann sah Swami mich an und fragte: "Hast du das gesehen?"
"Ja, Swami!"
"Was hast du gesehen?"
"Swami, ich sah den Halbmond und den Stern, das Symbol des Islam."
"Hmm! Komm her! Nimm es und sieh, was auf der Rückseite des Anhängers geschrieben steht. Es ist in Englisch. Lies vor!"
"Allah Bismilah" steht auf der Rückseite. Das heißt, 'Hab Vertrauen in Gott'."
Baba sagte: "Siehst du, Ich unterstütze und ermutige alle Religionen. Alle Religionen sind Mein. Ich halte nichts vom Konvertieren. Ich halte nichts davon, wenn ihr zu einer anderen Religion überwechselt. Folgt eurer eigenen Religion; ihr werdet Mich erreichen."
Dann rief Er den anderen Moslemjungen und fragte: "Bist du eifersüchtig, dass Ich ihm eine Kette gegeben habe? Eifersüchtig?"
Der junge Mann antwortete: "Nein, Swami."
"Keine Sorge!" Swami materialisierte einen Ring für diesen jungen Mann. Eine Kette für den einen und einen Ring für den anderen. Er machte alle glücklich an diesem Tag. Deshalb singen wir:
sarva dharma priya deva
sathya sai deva
allah eshu buddha aur nanaka
zoroastra mahavira tuma ho
rama hi tuma ho krishna hi tuma ho
vishvarupa tuma ho
Ihr habt das Lied sicher schon gehört - sarva dharma priya deva... - 'O Gott, alle Religionen sind Dein. Du akzeptierst alle Religionen.' Das ist die Bedeutung des Liedes.
12. Episode
du gehörst der ganzen Welt
Einmal beging ich in der Unterhaltung mit Swami unwissentlich einen Fehler. Ich sagte: "Swami, die Leute in unserer Gegend handeln und sprechen nicht so."
Sofort sagte Bhagavân: "Wie bitte? Du sagst 'unsere Gegend', 'meine Gegend'? Nein, nein, nein, nein, nein! Du sollst so etwas nicht sagen! Du gehörst der ganzen Welt. Du solltest nicht sagen, 'meine Gegend'. Sagt man so etwas?"
Ich erwiderte: "Tut mir leid, Swami. Ich werde den Fehler nicht wiederholen. In Wirklichkeit möchte ich dieses Gefühl der Zugehörigkeit zu meinem Geburtsort aufgeben. Ich hänge an meinem Geburtsort. Ich versuche das aufzugeben."
Swami sagte: "Versuchen? Nein, nein, nein! 'Try, try, try, (versuchen) wird zu 'dry, dry dry' (trocken, d.h. ergebnislos). (Zuhörer lachen) Du solltest nicht versuchen, du sollst es tun! Gib dieses Gefühl der regionalen Zugehörigkeit auf."
"Ja, Swami. Ich werde es tun."
Er sagte: "Was tust du, wenn du weißt, dass das, was du da in der Hand hältst, eine Schlange ist? Spielst du dann mit ihr? Oder hältst du sie weiterhin in der Hand? Nein! Du lässt sie sofort fallen, weil du weißt, dass sie giftig ist. Wenn du weißt, dass es nicht gut ist, Gefühle von regionaler Zugehörigkeit zu haben, solltest du sie sofort loslassen."
Das ist eine Botschaft für uns alle. Die Welt ist nach Religionen, Regionen, Sprachen und politischen Systemen aufgeteilt - und das nur aufgrund engstirniger und dummer Überlegungen. Tatsächlich sind alle eins. Die ganze Welt ist eins. Wir gehören der Familie des Universums an. Wir sind nicht voneinander getrennt. Baba sagt: "Gebt diese Gefühle von regionaler Zugehörigkeit auf. Ihr gehört der ganzen Welt." Und - wir sollten niemals sagen: "Ich will versuchen, das aufzugeben!" Nein! Wir müssen es tun. Das lehrt Bhagavân uns.
12. Episode
ich besuchte ein altenheim
Bhagavân war nach dem Sommerkurs gerade von Bangalore nach Puttaparthi zurückgekehrt. Er stand dort und sagte: "Anil Kumar, weißt du, warum Ich so spät komme? Kennst du den Grund für meine Verspätung?"
"Swami, wie kann ich das wissen. Ich weiß es nicht."
Swami sagte: "Ich habe unterwegs das Altenheim besucht, das die Samiti-Leute (Mitglieder der Sai-Organisation) dort eingerichtet haben. Dieses Heim habe Ich besucht."
Und dann berichtete Swami über Seinen Besuch dort. "Ich verbrachte eine Stunde mit den alten Leuten. Ich habe ihnen Kleider und Süßigkeiten gegeben, habe mit ihnen gescherzt und alle glücklich gemacht."
Es war entzückend, Swami zuzuhören! Dann erwähnte Baba einige Einzelheiten. "Die Leute, die das Altenheim leiten, werden mit so vielen Problemen konfrontiert. Da gibt es Widerstände von Seiten der Dorfbewohner. Einige verhalten sich nicht sehr kooperativ."
Ich sagte: "Swami, was kann man da machen? Wie kann man so ein Heim leiten, wenn die Dorfbewohner drohen und Widerstand leisten?"
In Amerika nennt man die Alten "junge Erwachsene", denn niemand will als 'alt' abgestempelt werden. Niemand ist alt, nein, alle sind jung, ewig jung! Sie heißen einfach 'junge Erwachsene'. Das ist alles.
Baba erklärte: "Jedes gute Programm muss mit Herausforderungen und Schwierigkeiten rechnen. Aber man sollte nicht davonlaufen, nur weil man auf Opposition stößt oder Angst vor Kritik hat. Ihr solltet allen Problemen, Schwierigkeiten und Hindernissen mutig begegnen und vorwärts gehen. Ihr werdet Gottes Segen haben."
Das ist eine wundervolle Botschaft für einen jeden von uns. Wir sollten uns nicht von Tadel, Beleidigungen und Angriffen oder was immer es sonst noch sein mag, beeinflussen lassen, sondern im Namen Gottes damit beginnen, Gutes zu tun. Dann können wir des Erfolgs sicher sein, denn Gott wird unsere Bemühungen segnen.
13. Episode
ihr könnt meiner aufmerksamkeit nicht entkommen
An einem Morgen hatte die Darshanmusik schon begonnen und ich kam zu spät. Was sollte ich tun? Der Platz, auf dem ich sitze ist zwar ein sehr geeigneter, vorzüglicher und günstiger Platz, doch er kann sich auch als sehr peinlich und unangenehm erweisen, wenn man z.B. zu spät kommt; dann sitzt man in der Falle, denn alle werden es merken. Es ist also auch ein riskanter Platz.
Ich hörte die Musik und sah, dass Swami bereits unterwegs war. Ich lief los. Nicht geradewegs auf meinen Platz zu. Nein! Ich kam von hinten..., quer über die Veranda. Swami ging dort unten lang und ich hier oben - das war Management. (Zuhörer lachen) Dann ging ich leise, langsam und vorsichtig zwischen den Devotees hindurch... und setzte mich auf meinen Platz, rückte meinen Kragen und mein Haar zurecht und dachte, dass ich die Situation doch ganz erfolgreich gemanagt, um nicht zu sagen manipuliert, hatte.
Unser guter Gott wechselte von der Frauen- auf die Männerseite und kam langsam, ganz langsam, auf uns zu. Dann stand Er vor mir und sagte: "Hmm! Du bist über die Veranda gekommen! (Zuhörer lachen) Du bist zu spät gekommen und sitzt vorne! Chi! - Pfui! Schämst du dich nicht?"
Ich sage nur: "Swami, ich hatte gehofft, Deiner Aufmerksamkeit zu entkommen. Ich dachte, ich bekäme das hin."
Swami lachte: "Das kann noch nicht einmal dein Großvater. Ich sage dir, auch dein Großvater kann Meiner Aufmerksamkeit nicht entgehen. Du willst managen? Unmöglich! Ich weiß alles, was ihr tut. Eure Intelligenz ist für Mich kein Hindernis. Ich finde mit Leichtigkeit alles heraus."
Das erinnert mich an eine Aussage in der Bhagavadgita, wo gesagt wird, dass Gottes Füße, Gottes Hände, Gottes Augen und Gottes Ohren überall sind, so dass er uns hören und sehen und überall hingehen und uns aufpicken kann. Deshalb konnte ich also der göttlichen Aufmerksamkeit nicht entkommen und musste das Lied über mich ergehen lassen - zusammen mit der Darshan-Musik.
14. Episode
verändert euren charakter
Ich machte eine beiläufige Bemerkung: "Swami, die Regierung von Andhra Pradesh versucht, einige Reformen bei der Polizei durchzuführen. Die Regierung will andere Uniformen einführen."
Baba sagte: "Oh! Es genügt nicht, wenn sie nur die Uniform ändern. Sie sollten ihren Charakter ändern! Die Uniformen zu verändern ist einfach, doch den Charakter zu ändern, ist schwierig. Ich will, dass ihr euren Charakter, eure Geistesverfassung ändert und nicht eure Kleidung."
Auch das ist wieder eine Lektion für uns alle.
15. Episode
einige studenten sind besonders privilegiert
An einem Abend sagte Bhagavân etwas Besonderes: "Von den vielen Studenten hier, gibt es einige, die besonders privilegiert sind. Einige Studenten sind besonders gesegnet, denn sie wohnen mit Mir in Meiner Wohnung. Sie schlafen neben Meinem Bett und im Vorzimmer. Sie sind Mir sehr, sehr nahe. Wisst ihr das? Einige Leute sitzen und schlafen in unmittelbarer Nähe meines Schlafzimmers."
Einmal sagte Bhagavân... - bitte hört nun aufmerksam zu. Es geht um die jungen Männer, die im Super Speciality Hospital arbeiten, Swamis Studenten.
Bhagavân sagte also: "Einmal wachten die Jungen mitten in der Nacht auf. Was sahen sie? Nur das Bett. Bhagavân war nicht da. Die Jungen fingen an zu zittern. Sie zitterten buchstäblich am ganzen Körper und weckten ihre Kameraden auf. 'Wo ist Baba? Baba ist nicht da? Nur das Bett!' Sie redeten miteinander und waren sehr überrascht; einige weinten sogar. Gemeinsam - sie waren zu fünft - gingen sie wieder ins Schlafzimmer... und sahen Swami schlafend auf dem Bett liegen."
Ein andermal passierte folgendes - ich zitiere Sai wörtlich. Einmal ruhte Swami in Seinem Zimmer und die Jungen schliefen im Vorraum. Plötzlich hörten sie eine Unterhaltung in Swamis Zimmer. Sie guckten ins Zimmer und sahen, wie Swami mit jemandem sprach - doch den Gesprächspartner sahen sie nicht. Nur Swami sprach. Sie waren sehr überrascht.
Swami sagte: "Meine Mutter kommt Mich hin und wieder besuchen. Ich spreche dann mit ihr. Die Jungen wunderten sich: 'Mit wem spricht Er da? Wir sehen niemanden!' Die Jungen haben viele solche Erfahrungen. Sie sehen Mich mit jemanden sprechen, den sie nicht sehen können. Manchmal finden sie Mich nicht in Meinem Zimmer. Sie haben viele Erlebnisse und sie weinen ziemlich oft. Aber", - und nun kommt die wichtige Aussage - "Ich sorge dafür, dass sie diese Erlebnisse wieder vergessen."
Ich fragte: "Warum, Swami? Warum tust Du das?"
Baba sagte: "Wenn Ich das nicht tue, werden alle Zeitungen diese Erlebnisse veröffentlichen. (Zuhörer lachen) Alle werden es erfahren und das will Ich nicht."
Das sagte Er. Wenn Swami diese Dinge in der ganzen Welt bekannt werden ließe, hätten wir hier in Prashanti Nilayam keinen Platz mehr. Alle Welt würde herkommen.
Ich sagte: "Bhagavân, es ist wirklich überraschend, dass Du Dich manchen Leuten zeigst und Dich für Viele versteckt hältst."
Swami erwiderte: "Das geschieht aus Mitgefühl für euch alle. Aus Mitgefühl sorge Ich dafür, dass viele Leute Mich nicht verstehen. Es ist auch Mein göttliches Spiel."
16. Episode
ich beobachte die Gedanken in euren Köpfen
Dies geschah im Juli 2002, vor Gurupurnima. Die Vorbereitungen für Gurupurnima waren in vollem Gange und alles verlief etwas hektisch. Ihr wisst, dass es in diesem Jahr eine Ausstellung im Hill View Stadium gab. Viele indische Bundesstaaten, aber auch viele ausländische Länder, hatten ihre Stände dort aufgebaut.
Ich sagte: "Swami, die Menschenmassen werden immer mehr, jeden Tag werden es mehr, je näher Gurupurnima rückt."
Swami meinte: "Gut! Gut! Das verursacht dir doch keinerlei Unbequemlichkeit. Mach dir keine Sorgen. Es wird nicht unbequem für dich werden. Lass sie alle kommen."
Ich erwiderte: "Swami, jemand hat mir gesagt, es würden etwa 50 000 Leute zu Gurupurnima erwartet. Stimmt das?"
Swami antwortete: "Sieh! Du gehst nach Zahlen; du zählst die Köpfe, du zählst, wieviel Leute herkommen. Nein, nein, nein!"
'Tala' heißt in Telugu 'Kopf'. "Du zählst die Köpfe, tala. Für Mich aber ist talampulu (Gedanken) wichtig. Ich beobachte talampulu, die Gedanken in euren Köpfen."
Das ist eine wichtige Aussage: Swami ist nicht von der Anzahl der Menschen beeindruckt, die hierherkommen. Für Ihn sind die Gefühle und die Gedanken der Devotees, die herkommen, wichtig.
Er machte eine weitere Bemerkung: "Ein Löffel Kuhmilch ist besser als Fässer voller Eselsmilch. Ich bin nicht an Reklame interessiert. Wenn es einen einzigen Devotee gibt - das genügt Mir!"
Beim nächsten Mal fahren wir mit den Ereignissen im Juli fort. Ich bin euch sehr, sehr dankbar für die wunderbare Gelegenheit, diese Episoden mit euch teilen zu können.
Sai Ram!
Vielen Dank!
Möge Bhagavân Euch segnen!