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ANIL KUMARS EXTRA-SATSANG
Babas Gespräche mit den Studenten
¨ Sai-Perlen der Weisheit ¨
Teil 7
11. Dezember 2002
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Sai Ram
Liebe Brüder und Schwestern,
heute abend werden wir die Unterhaltungen mit Bhagavân im Monat August 2002 beenden.
Es freut mich, dass diese Gespräche eine gute Resonanz bei den Devotees finden. Ich bin mir sehr bewusst, dass dies nicht mein persönliches Verdienst ist. Die Devotees wollen wissen wollen, was dort auf der Veranda so alles vor sich geht. Da sie sonst keinen Zugang dazu haben, gebe ich das weiter.
Ihr seid nicht der Körper
Nun, an einem Abend sprach Bhagavân über gewisse spirituelle und tief philosophische Themen. Jeder Satz ist für jeden von uns sehr wichtig.
Ich betrachte diesen Körper als ein Instrument
Seine erste Aussage lautete: "Ich betrachte diesen Körper als ein Instrument."
Diese Feststellung ist aus mehreren Gründen bedeutsam. Wir identifizieren uns mit diesem Körper. Das ist falsch, denn der Körper verändert sich und kann sogar, ohne jegliche vorherige Ankündigung, einfach hinfallen. Wie kann ich mich da als identisch mit dem Körper betrachten?
Welchen Wert soll man dem Körper beimessen? Die Antwort ist einfach. Der Körper ist ein Instrument; das ist alles. Der Körper soll als Instrument zur Verwirklichung, die unser wahres Ziel ist, genutzt werden. Wir werden geboren, um nicht wieder geboren zu werden. Mit diesem Ziel muss der Körper als kraftvolles Instrument in der göttlichen Mission genutzt werden.
Wisset, dass Gott der Herr des Körpers ist
Babas zweite Feststellung war: "Wisset, dass Gott der Herr des Körpers ist!"
Gott ist der Eigentümer dieses Körpers. Das bedarf einer Erklärung, um uns den Ernst und die Tiefe dieser Aussage bewusst zu machen. Betrachte ich Gott als den Herrn meines Körpers? Ich sage das vielleicht, ohne jedoch zu wissen, was es in Wirklichkeit bedeutet. Wenn ich Gott als den Herrn dieses Körpers betrachte, werden auch alle meine Handlungen, alle meine Gedanken göttlich sein. Alles was ich sage, wird voller Wahrheit sein. Doch in Wirklichkeit ist das nicht der Fall. Unsere Worte sind Lügen, unsere Handlungen sind selbstsüchtig, unsere Gedanken kreisen nur um unser kleines Selbst - und dennoch verkünden wir, dass Gott der Herr dieses Körpers ist. Das ist absolut lächerlich. Wir müssen Gott also nicht nur in Worten, sondern auch im Geiste als Herrn dieses Körpers betrachten und akzeptieren. Dann werden auch unsere Gedanken, Worte und Taten entsprechend göttlich sein.
Reduziert eure Bindung an den Körper
Die dritte Feststellung Bhagavâns lautete: "Reduziert eure Bindung an den Körper."
Was bedeutet das? Wir leiden mehr als wir leiden sollten, nur weil wir an diesen Körper gebunden sind. Wenn der Glaube nachlässt, dass ich nicht dieser Körper bin, dann lässt auch die Intensität des Leidens nach. Nicht dass es dann gar kein Leid mehr gäbe, nein - Leid wird noch da sein, aber es wird weniger schmerzhaft sein, weil unsere Einstellung sich verändert. Wenn die Bindung an den Körper nachlässt, wird sich unsere Einstellung dem Leben gegenüber verändern. Das sagte Bhagavân.
Die falsche Identifikation mit dem Körper
"Swami, warum identifizieren wir uns mit dem Körper? Was führt dazu? Wohin führt es?"
Bhagavân antwortete: "Unsere Illusion ist für diese Bindung an den Körper verantwortlich; sie hat unweigerlich Kummer, Elend und Traurigkeit zur Folge. Diese Bindung an den Körper mit ihrem Leid und Elend bringt keinerlei vorteilhaften Gewinn. Das ist alles. Die Bindung an den Körper beruht auf Illusion; es ist eine Täuschung."
"Swami, was ist Illusion?"
An diesem Nachmittag erwähnte Bhagavân das berühmte Beispiel aus den Upanishaden.
"Da liegt ein Seil, aber ihr glaubt, es sei eine Schlange. In Wirklichkeit aber ist es keine Schlange, sondern nur ein Seil. Ihr identifiziert es falsch, deshalb seid ihr verwirrt und bekommt Angst. Ihr lauft fort, weil ihr glaubt, es sei eine Schlange, dabei ist es gar keine Schlange, sondern nur ein Seil. Diese falsche Identifizierung ist eine Illusion, eine Täuschung. Ihr seht die Wirklichkeit nicht, sondern haltet die falsche Wahrnehmung für Realität. Das ist eine Täuschung, die Angst zur Folge hat."
Er gab ein Beispiel. Ein junger Mann weinte. Eine edle, weise Seele kam des Weges und fragte ihn: "Warum weinst du, mein Junge?" Der junge Mann sagte: "Ich habe meine Mutter verloren. Sie hat mich so geliebt und nun ist sie nicht mehr. Deshalb weine ich."
Der weise Mann sagte: "Wohin ist sie gegangen? Sie liegt doch hier? Deine Mutter ist doch hier. Du hast sie gar nicht verloren. Warum weinst du also?"
Das bedeutet, der Körper ist da, aber er ist ohne Leben. Wenn man den Körper als das Leben betrachtet, dann hat er seine Mutter nicht verloren, denn der Körper ist ja da. Der Junge weint, obwohl der Körper seiner Mutter da ist. Warum weint er? Weil das Leben diesen Körper verlassen hat.
Die falsche Identifikation mit dem Körper ist also eine Illusion, die Angst und Trauer hervorruft.
Bhagavân brachte ein weiteres Beispiel: "Es ist eine Illusion, wenn man glaubt, man sei ein Inder, ein Russe oder ein Amerikaner. Es ist auch eine Illusion zu glauben, man sei Amerikaner, nur weil man in Amerika geboren wurde. Ihr seid nicht Amerika. Ihr seid amerikanische Staatsbürger, aber ihr seid nicht Amerika. Nun seid ihr hier in Indien. Ihr seid also nicht euer Geburtsort. Ihr seid nicht der Beruf, den ihr ausübt. Ihr seid nicht das Geschlecht, dem ihr angehört. Das alles ist nicht die Wirklichkeit. Ihr seid jenseits davon. Das wahre Selbst ist jenseits von alledem."
Dann gab Bhagavân noch ein sehr schönes Beispiel.
Die ganze Welt ist wie ein wunderschönes, herrschaftliches Haus. Jeder Raum in diesem Haus ist ein Land. Es ist meine Dummheit, wenn ich glaube, ein Raum in diesem Haus sei gleich das ganze Haus. Es gibt viele ähnliche Räume in dem Haus. Alle Räume zusammen machen es zu einem Haus. So ist die ganze Welt ein Haus und die Räume in dem Haus sind die verschiedenen Länder.
Was trennt uns voneinander? Nur die Wände von Kaste, Gemeinschaft, Rasse, Nationalität - das ist alles. Wenn die Wände beseitigt werden, dann sind wir alle eins - die Kaste der Menschheit, die Religion der Liebe. Die Erkenntnis, dass alles eins ist, das ist die Wahrheit. Illusion ist, wenn man statt Einheit Vielfalt und Dualität erlebt.
Bhagavân beendete Seine Ausführungen und sagte: "Ihr Jungen, entwickelt Weitherzigkeit! Ausdehnung ist Leben. Seid weitherzig, habt einen weiten Geist. Versteht das! Darin findet ihr Glückseligkeit, nicht in Engherzigkeit."
Geld und Sai Baba gehören niemals zusammen
Nun die nächste Episode. Bhagavân saß auf Seinem Sessel und rief plötzlich einen Devotee, einen älteren Mann, der einen Dhoti trug und ein langes Hemd; ein schon ziemlich betagter Mann.
Swami rief ihn also zu sich und der Mann kam. Swami stellte ihn uns vor. Er sagte, dass dieser Mann eine Kette von Schulen in Karnataka unterhält. Dann sah Er den Mann sehr ernst an und sagte: "Was tust du dort in diesen Schulen? Du hast deine Schulen nach Mir benannt. Du nennst alle deine Schulen 'Sri Sathya Sai Schule' - aber du nimmst Geld ein. Du forderst Schulgebühren. Du nimmst Gebühren für Prüfungen, für Sport, für die Bücherei und für alles andere. Das ist sehr schlecht. Du kannst nicht Meinem Namen benutzen und dann Geld fordern. Geld und Sai Baba gehören niemals zusammen. Wenn du Geld einsammeln willst, kannst du nicht Meinen Namen benutzen. Ich bin strikt gegen jegliches Ansammeln von Kapital. Versteh das!"
Der Mann begann am ganzen Körper zu zittern: "Swami, ich bitte um Verzeihung."
"Nach deiner Rückkehr wirst du sofort alles eingenommene Geld zurückerstatten. Zahle es den Leuten zurück und dann schreib Mir! Nur dann werde Ich dir erlauben, Prashânti Nilayam zu betreten - sonst nicht! Handelst du richtig, wenn du Ausbildung so verkaufst wie man Zahnpasta und Streichhölzer verkauft? Du kannst Ausbildung nicht verkaufen. Ich mag das nicht! Tu so etwas nicht!" Das sagte Er.
Ihr verteilt alte Kleider - das ist keine Wohltätigkeit
Dann fuhr Swami fort: "Manche Leute geben ihre alten, gebrauchten Kleider an andere weiter und nennen das 'Dienen'. Was tut ihr? Ihr verteilt alte Kleider. Das ist keine Wohltätigkeit, es ist kein Opfer. Ihr befreit euch nur von Ramsch. Das ist alles. Wenn ihr Kleider als Spende oder als Opfer oder als Seva geben wollt, dann gebt nagelneue Kleider. Gebt nicht alte, abgewetzte, gebrauchte Kleider und nennt das dann Wohltätigkeit. Das ist alles Schauspielerei. Ich will nicht, dass ihr so etwas tut!"
Erziehung und Ausbildung sind zu einem Geschäft geworden
"In diesem Zusammenhang muss ich folgendes erwähnen. Im Staate Karnataka müssen 25 lakhs (etwa 62 000 Euro) für jeden medizinischen Ausbildungsplatz gespendet werden. Die regulären Gebühren werden gesondert berechnet. Erst muss eine Spende von 25 lakhs gegeben werden; hinzu kommen Gebühren für Unterkunft, Verpflegung, College-Gebühren. Dann erst bekommt man einen Studienplatz fürs Medizinstudium."
Swami lachte und lachte und sagte: " Wenn ihr statt Medizin zu studieren die 25 lakhs Spende, die 5 lakhs College-Gebühren, Unterrichtsgebühren, Sportgebühren, Prüfungsgebühren, Bibliotheksgebühren plus zuzüglich noch einmal 5 lakhs für Unterkunft und Verpflegung - also insgesamt 35 lakhs bei der Bank anlegt, bringt euch das 35 000 Rupien Zinsen und ihr könnt euch bequem zurücklehnen - ohne zu studieren. Dann könnt ihr wie ein Maharaja, wie ein König leben. Warum College, warum studieren?
In Bangalore muss man 25 000 Rupien (etwa 620 Euro) als Spende zahlen, wenn ein dreijähriges Kind zum Kindergarten zugelassen werden will. 25 000 Rupien!
Erziehung und Ausbildung sind zu einem Geschäft geworden."
Ich bin ein Vorbild für euch alle
Und schließlich sagte Bhagavân: "Wenn ihr Meinen Namen für eure Institutionen nutzen wollt, dann nehmt Mich als Vorbild. Nehmt Mich als Vorbild und wisset, dass alles was Ich sage die Wahrheit ist. Ihr könnt das überall überprüfen. Mein Weg ist sehr klar und rechtschaffen. Meine Worte sind nur Worte der Wahrheit. Ich bin ein Vorbild für euch alle."
Warum es so viele verschiedene Versionen des Epos Ramayana gibt
An einem anderen Nachmittag saß Bhagavân in entspannter Laune in Seinem Sessel. Er sah mich an und sagte: "Stell eine Frage!"
"Swaamii...?
"Ja, stell Fragen!"
Ich dachte, am gescheitesten und am wenigsten riskant sei es, eine Frage über das Ramayana zu stellen. Wenn ich hoch philosophische Fragen stelle, könnte Er sagen: 'Du bist ein selbstsüchtiger Bursche. Hier sind so viele Studenten. Stell Fragen, die nützlich sind für die Studenten.' Deshalb fragte ich also: "Swami, es gibt so viele Epen im hinduistischen Vedânta. Das Bhagavatam ist Krishnas Geschichte. Das Ramayana ist Ramas Geschichte. Das Mahabharata ist die Geschichte des Krieges zwischen den Pandavas und den Kauravas. Das sind drei wichtige Epen unter so vielen anderen. Ich habe eine Frage."
"Ja, was ist es? Frag!"
"Es gibt so viele Versionen des Ramayana. Ein großer Weiser mit Namen Tulsidas schrieb ein Ramayana, das 'Ramacharitamanasa'. Vâlmîki verfasste das Original Ramayana. Eine Frau namens Molla schrieb das 'Molla Ramayana'. Ein anderer, Kamban mit Namen, verfasste das 'Kamba Ramayana'. Der Weise Vyasa schrieb das 'Adhyatma Ramayana', ein spirituelles Ramayana. Welche Fassung ist die wahre Fassung? Warum gibt es so viele? Warum? Warum gibt es nur vom Ramayana so viele Versionen, warum nicht auch von den anderen Epen? Warum gibt es nicht mehrere Mahabharatas oder Bhagavatams? Warum gibt es nur vom Ramayana mehrere Fassungen? Welche Version ist die Richtige? Welcher soll ich folgen? Welche Fassung ist authentisch?"
Bhagavân lachte und sagte: "Der Grund, warum es so viele Versionen des Ramayana gibt, ist folgender: Das Ramayana vermittelt eine Botschaft - sowohl auf der individuellen Ebene, als auch was das soziale Verhalten und die Ethik eines Haushälters, eines Bruders, eines Herrschers, eines Ehemannes, eines Freundes und eines idealen Menschen angeht. Alle diese Aspekte werden ausgezeichnet im Ramayana behandelt. Alle Auffassungen in sozialer, ethischer, moralischer, individueller und politischer Hinsicht, wurden in diesem heiligen Epos Ramayana behandelt. Jeder Verfasser hat sich auf ein Thema spezialisiert. Darum gibt es so viele verschieden Versionen des Ramayana. Einige haben in aller Tiefe den spirituellen Aspekt hervorgehoben. Andere haben den sozialen oder den individuellen Gesichtspunkt ausführlich behandelt. Der multidimensionale Aspekt des Ramayana wurde von vielen Leuten zu verschiedenen Gelegenheiten, zu verschiedenen Zeiten behandelt. Deshalb gibt es so viele Versionen des Ramayana!"
Warum Krishna für die Pandavas 'Partei ergriff'
Ich sah, dass Er in guter Stimmung war und ich einiges riskieren konnte.
"Swami, wenn Krishna Gott ist, wie kann Er sich da erlauben, Partei zu ergreifen? Darf Gott parteiisch sein? Die Kauravas sind auch seine Kinder. Er sollte unparteiisch sein. Das ganze Mahabharata handelt nur von der Voreingenommenheit Krishnas. Wie kann Er Gott sein? Ich kann mich nicht damit abfinden. Ich weiß sehr wohl, dass Du Krishna verteidigen wirst, denn Du selbst warst ja dieser Krishna in Deiner vorherigen Inkarnation. Ich weiß, dass Du Ihn verteidigen wirst. Und dennoch kann ich mich nicht so einfach damit abfinden. Bitte, erkläre mir das!"
Bhagavân sagte: "Alle deine falschen Vorstellungen und Missdeutungen sind ein Zeichen deiner völligen Unwissenheit. Deine Unwissenheit ist für diese Verwirrung, für diesen bemitleidenswerten Zustand verantwortlich. Zweitens: Du glaubst nicht im geringsten, dass Krishna Gott ist. Wenn du Gott absolut vertraust, wirst du niemals Sein Tun in Frage stellen. Wenn du sagst, Er sei parteiisch und fragst, ob Er dann Gott sein kann, dann bedeutet das: Du glaubst nicht, dass Krishna Gott ist. Dein fehlendes Vertrauen, deine mangelnde Hingabe und deine Ignoranz sind verantwortlich für deine Missdeutungen und falschen Vorstellungen."
"Ich verstehe, Swami!" Nun bekam ich's aber! "OK Swami, aber wie begründest du, Krishnas Voreingenommenheit den Pandavas gegenüber? Das ist meine Frage. Ich bin unwissend, habe keine Hingabe und bin ziemlich dumm. Ich akzeptiere das alles... aber wie lautet Deine Antwort auf meine Frage, warum Krishna für die Pandavas Partei ergreift? Kann Er so etwas tun?
"Gut! Ich werde dir eine klare Antwort geben. Die Pandavas folgten Krishna blindlings und absolut bedingungs- und vorbehaltlos. Sie waren Ihm völlig hingegeben. Sie hatten keine bedingte oder Teilzeit-Hingabe. Sie hatten totale Hingabe - in Zeiten der Freude wie auch in Zeiten des Leids, in schwierigen Augenblicken und im Krieg. Auch in Augenblicken von Erniedrigungen und Demütigungen folgten sie Krishna ohne auch nur einen Augenblick zu zögern. Deshalb unterstützte Krishna sie und half ihnen. Wie kannst du da sagen, Er sei voreingenommen?"
"Gut Swami, ich habe verloren. Ich verstehe nun: Gott kann nicht parteiisch sein. Es mag so aussehen, als sei Er voreingenommen, aber dieser Eindruck beruht nur auf meiner Unwissenheit. Wenn wir wollen, dass Gott uns unterstützt und uns zur Seite steht, müssen wir Seinen Befehlen absolut bedingungslos folgen. Wir müssen bedingungsloses Vertrauen in Ihn entwickeln."
"Wenn du das gewusst hättest, hättest du diese Frage nicht gestellt."
"Swami, Du selbst hast gesagt, ich sei unwissend, da ist es doch nur normal, dass ich eine solche Frage stelle. Meine Frage ist also berechtigt. Aber Deine Antwort hat mich von dieser Unwissenheit befreit."
Alle lachten und damit war die nachmittägliche Unterhaltung beendet.
Ekam eva dvithyam brahma
An einem anderen Nachmittag begann Bhagavân mit einigen ernsten spirituellen Bemerkungen.
Er sagte: "Ekam eva dvithyam brahma" - das ist eine wunderbare Aussage, die jeder kennen, wiederholen und auswendig lernen sollte. Was heißt das? 'Ekam' - eins, 'eva' - nur, 'dvithyam' - nicht zwei, 'brahma' - Brahman, Gott. Es gibt nur einen Gott, nicht zwei."
"Swami, ich habe einen Zweifel."
"Welchen?"
"Swami, genügt es nicht, wenn Du sagst, 'Es gibt nur einen Gott'? Warum solltest Du hinzufügen, 'nicht zwei'? Warum sagst Du das?"
Swami sagte: "Um es zu unterstreichen, um die Wichtigkeit der Aussage zu betonen, um sie hervorzuheben, damit keine Zweifel aufkommen. Deshalb sagt Gott: 'Ekam eva dvithyam brahma' - Es gibt nur einen Gott, nicht zwei."
Die Bedeutung von jnâna, vijnâna, sujnâna und prajnâna
"OK Swami! Da gibt es einen weiteren Lehrsatz: 'Prajnânam brahma'. Das ist auch ein mahâvâkya, ein Lehrsatz. Ein sehr schöner Lehrsatz; alle Lehrsätze sind schön. Aber diese hier sind einfach und wir können sie gut behalten. Swami, bitte erkläre, was 'prajnânam brahma' bedeutet."
Swami fragte: "Wie verstehst du es?" Er will, dass ich spreche und dadurch bekunde, wie wenig ich weiß. Gut, wenn ich zum Objekt der Heiterkeit für Gott und meine Studenten werde - was will ich mehr? Ich will ihnen nicht den Spass verderben. Warum sollen Gott und die Jungen nicht auf meine Kosten lachen? Warum nicht? Lachen ist Religion, Ernsthaftigkeit ist Krankheit. Glückseligkeit ist Gott. Elend ist die Welt. Warum sollten wir also nicht lachen?
Bhagavân sagte: "Sag mir, wie verstehst du 'prâjnanam brahma'?"
"Swami, 'Wissen ist Gott'. 'Prajnânam' - Wissen, 'brahma' - Gott."
Wie immer sagte Swami: "Da liegst du völlig falsch!"
Sehr gut. Das schockierte mich nicht, denn ich liege ja immer falsch. Ich beglückwünschte mich zu meiner falschen Antwort, denn sie veranlasste Ihn weiter zu sprechen.
Bhagavân erklärte: "Es gibt mehrere Arten von Wissen: jnâna, vijnâna, sujnâna und prajnâna. Als erstes ist da jnâna. Was ist jnâna? Alle Information, alles weltliche Wissen ist jnâna. Jeder besitzt dieses Wissen. Materielles Wissen, weltliches Wissen, Ausbildung - all das ist jnâna."
"Ich verstehe."
"Als zweites vijnâna. Vijnâna ist Wissen, Nachforschen, Ursache und Wirkung, Experimentieren, Beobachten und Schlussfolgerung. Vijnâna ist Wissenschaft und Technologie.
Drittens sujnâna: Sujnâna ist spirituelles Wissen.
Und viertens: prajnâna. Prajnâna ist dein Selbst. Prajnâna ist Bewusstsein, es ist 'Ständiges integriertes Bewusstsein'. Das höchste Selbst, das Wissen vom Selbst, das Gewahrsein des Selbst, der Kern des Lebens selbst - das nennt man prajnâna. Dieses prajnâna ist göttlich - prajnânam brahma. Darum wird im Vedânta gesagt: 'Ihr seid Kinder der Unsterblichkeit.' Ihr seid Kinder der Ewigkeit. Ihr seid Verkörperungen des göttlichen Atman. Warum? In eurem tiefsten Inneren seid ihr göttlich, äußerlich seid ihr menschlich. So wie eine Orange eine Schale hat und in ihrem Inneren süßer Saft ist, so trennen euch der äußere Name und die äußere Form von eurem wahren Selbst. Die wahre Wirklichkeit des Selbst ist prajnâna - Bewusstsein.
Wenn ihr die Augen schließt, nach innen geht, an euer Selbst denkt und euch die Frage stellt: 'Wer bin ich?' und dann antwortet: 'Ich bin nicht der Körper, ich bin nicht der Intellekt, ich bin nicht der mind, ich bin nicht die fünf Handlungsorgane, ich bin nicht die fünf Lebenshüllen, ich bin nicht die fünf Elemente - ich bin der ewige Atman, ich bin der höchste Geist' - dann nennt man das 'Theorie der Verneinung'. Indem ihr das verneint, was ihr nicht seid, erreicht ihr das, was ihr wirklich seid: das höchste Selbst. Diese Erfahrung des höchsten Selbst nennt man prajnâna. Wenn ihr dieses prajnâna, dieses individuelle Selbst einmal erfahrt, dann dehnt es sich aus und wird kosmisch. Der ganze Kosmos, das ganze Universum ist göttlich. Aus der Sicht des Selbst erscheint jede Wesenheit, jedes Objekt in der Welt, sei es Makrokosmos oder Mikrokosmos, göttlich. Durch die Linsen von prajnâna, das Bewusstsein des Selbst, das Wissen vom Selbst, erreichen wir eine kosmische Sichtweise."
Das sagte Bhagavân an diesem Nachmittag.
Nun die letzte Episode im Monat August 2002. Ich bekam den Auftrag, sofort im Mandir zu erscheinen. Ich hatte noch nicht einmal Zeit, wie gewohnt meinen sehr, sehr heißen Kaffee zu trinken. Ich mag Kaffee nur, wenn er sehr, sehr heiß ist und mache keine Kompromisse, was die Temperatur angeht. Ich ließ ihn also stehen, lief los und setzte mich. Es waren schon viele Leute im Mandir versammelt. Später erfuhr ich, dass alle Anwesenden Ärzte aus Bombay waren - 200 Frauen, 300 Männer -, die nach Prashânti Nilayam gekommen waren, um Bhagavân zu sehen. Am Tag zuvor hatten sie das Super Speciality Hospital in Bangalore besucht und am Morgen dieses Tages das Super Speciality Hospital in Prashânti Nilayam. Alle warteten auf ein Interview. Bhagavân gab ihnen ein Gruppeninterview und ich bekam die Chance Bhagavâns Worte zu übersetzen. Beim Übersetzen kommt Freude auf. Obwohl es eine schwierige Aufgabe und eine Herausforderung ist, ist es all dieser Mühe wert, denn ich bin auch ein Student in Sai-Literatur, die mich nun mal sehr interessiert. Es ist mir egal, was die Leute über mich denken mögen, ich will jede Gelegenheit wahrnehmen, gleichgültig wie viele Fehler ich mache. Es macht nichts, wenn ich, zu eurer Erheiterung ziemlich oft korrigiert werde. Manchmal vergesse ich sogar das Übersetzen und sage: 'Abba! Welch eine Aussage, Swami!' Swami sagt dann: 'Was ist los? Du bist hier um zu übersetzen, was Ich sage! Was soll diese Ekstase? Komm zu Sinnen!' Dann antworte ich: 'Ich bin kein mechanischer Lautsprecher oder ein elektronisches Spielzeug. Ich bin auch ein Devotee. Ich liebe Deine Botschaften. Es tut mir leid!" Und dann übersetze ich weiter.
Ich mag zwar physisch hier sein, aber Ich weiß, was überall geschieht
An diesem Tag also sprach Er zu diesen Ärzten. Plötzlich wandte Er sich an einen 70jährigen Arzt und sagte: "Du hattest eine Herzoperation, nicht wahr?"
Der Arzt antwortete: "Ja, Swami."
"Gut. An diesem Morgen hast du das Super Speciality Hospital besucht und hattest dort eine weitere gründliche Untersuchung, stimmt's?"
"Ja, Swami."
"Ich weiß. Du bist Arzt und auch Patient. Ich weiß. Die Ärzte haben gesagt, alles sei in Ordnung, nicht wahr?"
"Ja, Swami."
"Ich mag zwar physisch hier sein, aber Ich weiß, was überall geschieht. Ich weiß es."
Der Arzt sagte: "Swami, ich habe einen Herzschrittmacher. Mit diesem Herzschrittmacher bin ich in der Lage weiterzumachen. Er ist künstlich, Swami."
Swami sagte: "Jeder in dieser Welt ist künstlich. Nicht nur du. Heutzutage ist das ganze Leben künstlich. Mach dir keine Gedanken, nicht nur dein Herzschrittmacher ist künstlich. Jeder ist künstlich. Das ganze Leben ist künstlich. Mach dir deswegen keine Sorgen."
Und dann fuhr Er fort: "Wo ist das Herz."
"Swami, es ist im Inneren."
"Oho! Das Herz (heart) ist innen, Kunst (art) ist außen. Wenn die Kunst aus dem Herzen kommt, ist sie interessant. Doch heute ist sogar die Kunst künstlich. Sie kommt nicht aus dem Herzen. Darum ist das Leben künstlich."
Das sagte Swami und alle lachten.
Ich weiß nicht, was Hunger ist
"Ihr Ärzte, seht Mich an! Ich bin 77 Jahre. Ich brauche keine Brille. Ich kann jedes noch so entfernte Ding sehen. Ich habe zu keiner Zeit irgendwelche Leiden oder irgendwelche Schmerzen. Ich nehme keine Tabletten, keine Aufbaumittel oder sonstiges ein; nichts dergleichen. Ich esse nur ein wenig Ragi, das ist alles. Ich trinke keinen Kaffee, keinen Tee, nehme kein Frühstück zu mir mit Idli, Vada, Dosa (das übliche südindische Frühstück) usw., wie ihr alle das tut. Nur Ragi. Und am nächsten Tag esse Ich wieder dasselbe. Keine Zwischenmahlzeiten. Ich bin stark und voller Energie. Ihr müsst das verstehen.
Und mein Gewicht? Das ist seit 55 Jahren unverändert: 108 Pfund (49 kg). Prüft Meinen Blutdruck: völlig normaler Blutdruck. Ich mögt euch fragen, wie das möglich ist.
Als erstes halte Ich strikte Diät. Ich esse keine scharfen Sachen wie ihr.
Ich weiß gar nicht was Appetit ist. Ich weiß nicht, was Hunger ist. Ich bin niemals hungrig. Aber weil manchmal Gäste kommen tue Ich so als esse Ich, um ihnen Gesellschaft zu leisten. Ich sitze da, da ist alles."
Meine Freunde, bitte glaubt mir. Ich habe tausende Male mit Swami am Esstisch gesessen. Ich sage das nicht voller Stolz, sondern in aller Bescheidenheit und mit viel Respekt. Wenn wir so essen wie Bhagavân isst, dann leben wir morgen nicht mehr. Informiert eure Familie und alle anderen und dann fangt an, so zu essen wie Er. Ich weiß nicht, wie Er das macht. Es ist ein Wunder der Wunder! Er mischt ein wenig Reis mit Rasam (Suppe) und - Hari Om Tat Sat - das war's! Er steht auf und geht.
Da ist der Mann, der Swami bedient. Er bekommt von Ihm zu hören: "Geh bitte. Ich will nichts. Ich will nichts." Er wird niemals sagen: "Tu es auf den Teller." Wir sagen niemals: "Ich will nichts." Bei uns ist es genau umgekehrt. Wir sagen immer: "Sehr gerne, mein Lieber." Wir sind so höflich und heißen alle Gerichte willkommen, denn wir sind überzeugt, dass Nahrung Gott ist. Wir sollten Gott willkommen heißen. Aber Gott selbst sagt 'nein' zur Nahrung. Es ist wirklich interessant.
Gâyatrî-Mantra
Ein Arzt fragte: "Swami, erkläre uns bitte das Gâyatrî."
"Oh, Doktor, du willst Gâyatrî erklärt bekommen. Was ist denn Gâyatrî?"
Wenn man euch oder mir diese Frage stellt, werden wir antworten: "Gâyatrî ist innen." - "Wo?" - "In Prashânti Nilayam." - "Wo dort?" - "Vor der Post." - "Wo noch?" - "Vor einem Rundhaus." - "Oh! Ich verstehe." Das ist also der Ort, wo Gâyatrî sich befindet.
Aber Swami sagt: "Gâyatrî ist überall - in euch, mit euch, über euch, unter euch, um euch herum, überall."
Diese Feststellung sollte uns überzeugen, dass Gott überall ist. Gott ist allgegenwärtig. Gott ist allmächtig. Gott ist überall. Es ist lächerlich zu sagen, Gâyatrî befinde sich gegenüber von der Post. Gâyatrî ist in uns, mit uns, über uns, überall.
Dann begann Er das Gâyatrî-Mantra zu erklären: "Das Gâyatrî-Mantra besteht aus drei wichtigen Teilen. Der erste Teil bezieht sich auf die Gesundheit des Körpers. Der zweite Teil behandelt die Lebensspanne und der dritte Teil bezieht sich auf die Seele oder Atman. Das sind die drei Aspekte, die im Gâyatrî-Mantra behandelt werden. Der erste Aspekt, der sich auf den Körper bezieht, ist Gâyatrî, der zweite Aspekt, der unsere Lebensspanne oder das Lebensprinzip betrifft, ist Savitrî und der dritte Aspekt, der Atman, die Seele ist Sarasvatî.
Gâyatrî besteht also aus diesen drei: Gâyatrî, Savitrî und Sarasvatî - Körper, Leben und Atman."
Gâyatrî hat noch eine andere Dimension. Om bhûr bhuvah svah - tat savitur varenyam - bhargo devasya dhîmahi - dhîyo yo nah pracodayât. Kommt! Wiederholt! (Alle wiederholen gemeinsam den Gâyatrî-Mantra)
Das ist das Gâyatrî-Mantra. Ich bin froh, ihr habt es richtig gesungen. Perfekt. Besser als die Inder. Ja, das macht mich froh. Ich betrachte das als ein Sai-Wunder. Ich sage das nicht, um euch zu loben und zu schmeicheln. Dank Babas Gnade seid ihr fähig, das Gâyatrî-Mantra richtig zu singen. Gut.
Nachdem Swami Gâyatrî, Savitrî und Sarasvatî erklärt hatte, sprach Er über weitere Aspekte: 'Bhûr' - der Körper; das wird 'Materialisation' genannt, Gâyatrî. 'Bhuvah' - das Leben, das ist Vibration, Schwingung, Savitrî und 'svah' - die Seele, der Atman, Ausstrahlung, Sarasvatî.
Materialisation, Vibration, Ausstrahlung - Gâyatrî, Savitrî, Sarasvatî - der Körper, das Leben, der Atman. Das erklärte Bhagavân.
Lebt in der Gegenwart, denkt an die Gegenwart
Plötzlich sage Er: "Stoff besteht aus Fäden. Wenn man die Fäden entfernt, gibt es keinen Stoff mehr. Ebenso: Wenn ihr nicht an die Vergangenheit denkt, gibt es keine Vergangenheit. Wenn ihr nicht an die Zukunft denkt, gibt es keine Zukunft. Vergangenheit und Zukunft sind - ähnlich wie die Fäden - Produkte eurer Gedanken. Wenn man die Fäden von Vergangenheit und Zukunft entfernt, dann verschwindet das Stück Stoff 'mind' völlig."
Bhagavân fuhr fort: "Lebt in der Gegenwart, denkt an die Gegenwart! Die Gegenwart ist göttlich. Die Gegenwart ist Leben. Die Vergangenheit ist tot und die Zukunft ungewiss. Denkt in der Gegenwart daran, dass Pflicht Gott ist und Arbeit Gottesverehrung. Das ist die Botschaft der Gegenwart. Die Zukunft ist lediglich eine Hoffnung, aber keine Botschaft. Gibt es die Gewissheit, dass man in Zukunft leben wird? Die Vergangenheit hat keine Botschaft, denn sie ist vorüber. Die Gegenwart hat eine Botschaft. Was für eine Botschaft? Pflicht ist Gott, Arbeit ist Gottesverehrung."
In dieser Welt ist alles negativ
Und weiter sagte Bhagavân: "Versteht gut, dass euer Körper, euer mind und eure Sinne alle negativ sind, ihr selbst aber der atmaparabrahman seid. Dieser atmaparabrahman, das Bewusstsein, die Seele ist positiv. In dieser Welt ist alles negativ. Ich, Brahman, Atman, Gott, Seele und Bewusstsein sind Synonyme; sie bedeuten alle dasselbe."
Wir erwarten kein Dankeschön
Plötzlich sah er einen Arzt an und sagte: "Du hast heute morgen das Super Speciality Hospital hier in Puttaparthi besucht. Du musst dort einen Patienten gesehen haben, dem wir eine Injektion gegeben haben, die 75 000 Rupien kostet - ohne dass wir etwas dafür erwarten, noch nicht einmal ein Dankeschön. Das solltest du wissen.
Ihr Ärzte solltet auch wissen, das zwei Graduierte unserer Universität dort in unserem Krankenhaus als Techniker arbeiten. Die Mädchen aus Anantapur arbeiten als Diätassistentinnen. "
Ich habe diese Frau vor 40 Jahren in Bombay getroffen.
Dann wandte Er sich einer Frau zu und sagte: "Wisst ihr, Ich habe diese Frau vor 40 Jahren in Bombay getroffen. Ihr Haus ist in der Nähe des Dharmakshetra (Babas Ashram in Bombay). Sie verlor ihren Ehemann. Nach einiger Zeit wollte sie wieder heiraten. Ich sagte ihr: 'Heirate nicht wieder. Du hast ein Baby. Kümmere dich um das Kind!' Stimmt das?"
Die Frau begann zu weinen. Swami fuhr fort: "Heute ist sie Ärztin und leistet hervorragenden Dienst in Dharmakshetra in Bombay. Sie ist eine herausragende Ärztin."
Er sah sie an: "Hättest du damals wieder geheiratet, wärest du heute nicht Ärztin und könntest nicht so dienen, wie du es nun tust. Du hättest dich auch nicht um dein Baby gekümmert."
Dann sah Er eine junge Frau an und sagte: "Sie ist deine Tochter. Sie ist auch Ärztin. Ich weiß, du bist auch Ärztin. Damals warst du ein Baby."
Alle waren sehr überrascht. Er sagte zu der jungen Frau: "Deine Mutter hat viel geopfert. Es ist deine Pflicht, dich um sie zu kümmern. Du bist ihr Leben. Diene ihr also. Es ist deine Pflicht, sie glücklich zu machen, so dass sie niemals Tränen vergießt. Das ist deine Pflicht."
Dann materialisierte Er Ohrringe für die Tochter und eine Kette für die alte Ärztin und segnete beide: "Möget ihr ein langes, gesundes und friedliches Leben haben."
Abschließend verteilte Er an alle prasadam und ließ Gruppenfotos machen.
Das waren die Ereignisse aus dem Monat August.
Persönliche Erlebnisse in Alike
Der 29. November war ein besonderer Tag in meinem Leben; ich möchte euch davon berichten.
Am 29. November sollte in Alike, (im westlichen Karnataka), ein Krankenhaus eingeweiht werden, das Bhagavân für ein crore Rupien (ca. 250 000 Euro) hatte bauen lassen. Alike liegt etwa eineinhalb Autostunden von Mangalore in Karnataka entfernt. Die Leute aus Alike kamen und baten Bhagavân, das Krankenhaus einzuweihen. Alles war fertig. Swami sagte: "Ich bin so sehr mit den Devotees hier beschäftigt. Ich schicke Anil Kumar. Er soll das Krankenhaus einweihen."
Ich fuhr also nach Alike, um im Namen von Bhagavân Sri Sathya Sai Baba dort das Krankenhaus zu eröffnen. Der Empfang, der mir bereitet wurde, die Gastfreundschaft, die Aufmerksamkeit und die Höflichkeit, die mir entgegengebracht wurden, waren so, als sei Bhagavân physisch präsent.
Ich flog bis Mangalore und fuhr von dort mit dem Auto weiter nach Alike. Swami selbst hatte mir das Flugticket gegeben: "Hier ist dein Flugticket. Geh! Sie werden dich dort mit dem Auto abholen."
Die Reise von Mangalore nach Alike war wie unsere Reisen nach Kodaikanal. Überall Bergketten, alles saftig grün, wunderschöne Bäume, angenehm kühle Temperaturen, Wolken... es war wunderbar, wie im Paradies. Diese großen Bäume... Casuarinas, Betelnuss-Bäume, Plantanen, Kokospalmen und Wasserfälle. Ich war sehr glücklich.
Eineinhalb Stunden dauerte die Fahrt durch zahlreiche Dörfer. Überall sah ich wie die Leute die Hände falteten und 'Sai Ram, Sai Ram' sagten - alle sagten es, ausnahmslos, jung und alt, reich und arm, Männer und Frauen, Bauern, Tagelöhner, Hindus, Moslems, Christen.
Später erfuhr ich, dass sich dort alle so grüßen. Ich sah nicht einen Raucher oder Trunkenbold. Niemand schrie laut herum oder benutzte grobe Worte. Alle waren friedlich und glückselig. Einfach unglaublich.
Dann kamen wir in Alike an. Dort stehen fünf Ausbildungsinstitute an verschiedenen Plätzen, jedes auf einem Hügel. Das ganze Gebiet umfasst 200 acres (809 400 qm). Die Gebäude sind so weit voneinander entfernt, dass man von einem Gebäude zum anderen im Auto fahren muss, um sie zu erreichen.
Auch das Gästehaus steht auf einem Berg. Dazwischen gibt es Täler, Stadien, Spielfelder.
Als ich von meinem Zimmer im Gästehaus auf die Terrasse trat, konnte ich morgens den Sonnenaufgang und abends den Sonnenuntergang genießen. Im Rücken waren die Berge und vorne die Täler und auf den anderen Bergkuppen standen die Lehrgebäude.
Morgens früh... Nebel und Wolken... grandios... wie am Kailash! Der Himmel kann nicht schöner sein. Jawohl, ich meine hundertprozentig was ich sage.
Dann wurde ich bedient. Alles stand bereit, sauber und perfekt. Ich bekam meinen Morgenkaffee serviert. Er war nicht sehr, sehr heiß (Zuhörer lachen). Ich trank einen Schluck und ließ ihn auf dem Tisch stehen. Nach zehn Minuten brachte ein Mann einen sehr, sehr heißen Kaffee. Den genoss ich dann. Ich begann Erkundigungen bei den Studenten einzuziehen. "Wer sind diese beiden Leute?" Sie sagten: "Der eine ist der Prinzipal des Colleges und der andere der Leiter des Studentenwohnheims." Beide waren Promovierte.
Meine Freunde, ihr könnt alles überprüfen. In Alike sind alle brahmâcâryas, samnyâsins, also unverheiratet, wie Mönche in einem Kloster, wie in der katholischen Kirche. Alle sind unverheiratet. Sie tragen einen Dhoti und ein langes Hemd darüber, wie die Tamilen. Es ist sehr schwierig zu wissen, wer von ihnen einen Doktortitel hat oder sonstige Auszeichnungen - alle sind sehr einfach.
Dann zeigten sie mir die Lehrinstitute, die sehr schön sind. Alle Jungen, alle Kinder sagten: 'Sai Ram, Sir, Sai Ram, Sir!" Alle können die Veden singen. Alle singen ausgezeichnet Bhajans. Sais Vision, Sais Vorstellungen, Sais Ideale - sie haben hier in Alike zu hundert Prozent Form angenommen. Das ist meine persönliche Erfahrung.
Ich nahm an den Bhajans teil und sprach mit den Kindern. Die brahmâcâryas (Lehrer) zeigten mir, wo sie wohnen. Es sind ganz kleine, enge Räume - ein dicker Mann kann nicht dort eintreten. Sie schlafen auf einer Matte - es gibt kein Bett, kein Kopfkissen. Sie legen sich einfach hin. Alles ist sehr spartanisch einfach. Ich habe das bis heute noch nicht richtig verdaut. Seitdem ich von dort zurückgekommen bin, spreche ich nur über diesen Ort.
Als ich wieder in Prashânti Nilayam war, fragte Swami: "Komm, Anil Kumar, komm! Wie hat es dir gefallen?"
"Swami, alles hat erzieherischen Wert, es ist eine spirituelle Stätte, kein Ort für Picknick oder Wochenendvergnügen. Es ist ein Ort, der erleuchtet; eine aufregende Erfahrung."
Baba sagte: "Deshalb habe ich dich dort hingeschickt.
Ich zeigte Ihm alle Fotos. Das Krankenhaus steht auch auf einem Berg. Es ist ein kleines Gebäude, umgeben von Rasen und Blumen. Die Ärzte sind hochqualifiziert. Ich konnte es nicht fassen.
Es gab einmal einen Devotee - er ist inzwischen verstorben und war auch ein brahmâcârya -, der als Sevadal hier nach Prashânti Nilayam kam und von Bhagavâns Göttlichkeit inspiriert das gesamte Land - 200 acres auf denen heute die Lehrinstitute stehen - Sri Sathya Sai Baba spendete.
Auch andere Leute wurden durch Seinen vorbildlichen Charakter inspiriert und so sehen wir heute viele Lehrinstitute.
Damit verabschiede ich mich von euch. Möge Gott euch segnen.
Vielen Dank!
asato mâ sad gamaya - tamaso mâ jyotir gamaya -mrityor mâ amritam gamaya
LOKASAMASTÂH SUKHINO BHAVANTU
OM Shanti... Shanti... Shanti...