Professor Anil Kumar berichtet in einem gesonderten Satsang - also nicht während des normalen Sonntagsatsangs - über wichtige Botschaften, die Baba nachmittags auf der Veranda den um ihn herum versammelten Studenten und Lehrern mitteilt. Dieser gesonderte Satsang wird fortgesetzt.

ANIL KUMARS EXTRA-SATSANG

Babas Gespräche mit den Studenten

"Sai-Perlen der Weisheit"

Teil 3

06. November 2002

OM - OM - OM

 

Sai Ram

 

Dies ist unsere dritte Runde "Sai-Perlen der Weisheit". Ich berichte heute über die letzten Ereignisse und gehe, wie die letzten beiden Male, im Datum rückwärts.

 

05. November 2002

 

Nachbarliches Miteinander in den Dörfern

 

Gestern nachmittag sprach Bhagavân über Seine Kindheit. Ich habe es sonst noch niemandem erzählt. Ihr seid die Ersten, die es zu hören bekommen. Er sprach also über Seine Kindheit und über Traditionen und Kultur in den Dörfern in diesem Teil Andhra Pradeshs.

Kultur in den Dörfern bedeutete Einheit unter den Dorfbewohnern. Alle lebten und arbeiteten in Harmonie miteinander, insbesondere in diesem Monat Kârttika (Oktober-November), dem Monat nach Dîpâvali. In diesem Monat nehmen die Leute morgens um fünf Uhr ein kaltes Bad. An Wochenenden machen sie spirituelle Ausflüge in die Umgebung ihrer Dörfer. Das sind Augenblicke, wo alle ausgelassen sind und viel Spaß haben. Man sitzt unter Bäumen und isst, teilt die Nahrung, die man von zu Hause mitgebracht hat, mit den anderen, singt, tanzt, spielt und freut sich einfach. Solche Gelegenheiten bringen die Leute einander näher und fördern das Verständnis füreinander. Man tauscht Meinungen aus und so wird Brüderlichkeit und Einheit unter den Dorfbewohnern gefördert.

Bhagavân sagte: "In diesem Monat nahmen wir morgens früh um fünf Uhr unser Bad im Fluss und kehrten dann nach Hause zurück."

"Swami, ein kaltes Bad in dieser kalten Jahreszeit?"

"Ja, warum nicht? Wenn ihr in den Fluss springt, ist es euch nicht mehr kalt. Ihr friert nur, wenn ihr am Ufer stehen bleibt. Wenn ihr in den Fluss springt, ist euch nicht mehr kalt."

"Oh, ich verstehe, Swami! Ich würde es trotzdem nicht wagen."

Dann fuhr Bhagavân fort: "Wir gingen vors Dorf, saßen dort unter den Bäumen und aßen Hirse mit Chillies, ein sehr schmackhaftes Gericht, das Ich auch heute noch gerne esse. Und köstliche Ragiwürfel (aus einer lokalen Hirsesorte) aßen wir. Die Leute sangen, tanzten und schaukelten. Ein Tanz hieß 'Kollatum'. Man schlug beim Tanzen mit zwei kleinen Stöckchen den Takt und machte zwischendurch Luftsprünge."

Bhagavân erzählte, dass auch Sein Großvater, Kondamaraju, diesen Tanz tanzte und dabei große Luftsprünge machte.

"Swami, und was hast Du getan? Hast du auch 'Kollatum' getanzt? Hast Du auch Luftsprünge gemacht?"

"Nein, nein! Ich habe da nicht mitgemacht. Ich rief die kleinen Jungen aus dem Dorf zusammen und sang Bhajans mit ihnen - Panduranga Bhajans."

Bhagavân führte damals gemeinschaftliches Bhajansingen im Dorf ein. Das alles erzählte Bhagavân.

 

Für Mich sind alle gleich.

 

Dann erinnerte Er sich an eine Begebenheit. Damals gab es noch die Kaste der  'Unberührbaren'. Diese Leute lebten in den Außenbezirken der Dörfer. Inzwischen haben sich die Zustände verändert (die Kasten wurden offiziell abgeschafft), und sie leben in den Dörfern.

Einmal versprach Swami einem Mann aus der Kaste der 'Unberührbaren', dass Er ihn besuchen würde. Der Mann hieß Madiga Narayana. Swami hatte ihm gesagt: "Ich besuche dich in deinem Haus."

Swami machte sich auf den Weg - gefolgt von Karnam Subbamma. Sie war eine Brahmanin. In jenen Tagen besuchten Brahmanen keine Unberührbaren, noch nicht einmal im Traum taten sie das. Wenn es sich schon einmal ergab, dass sie einem von ihnen von Angesicht zu Angesicht gegenüberstanden, nahmen sie hinterher sofort ein Bad. So war das damals.

Doch diese Frau folgte Swami. Bhagavân sagte: "Tu das nicht! Die Dorfbewohner werden das nicht gutheißen. Für Mich sind alle gleich. Ich kann jeden besuchen gehen. Aber es ist nicht recht, wenn du das auch tust."

Sie antwortete: "Swami, die Meinung der Gesellschaft interessiert mich nicht. Ich kümmere mich nicht darum, was die Leute über mich denken. Ich will Dich. Ich werde Dir folgen, wo immer Du auch hingehen magst."

 

es gab keine schlösser, keine schlüssel

 

Swami berichtete auch, dass die Dorfbewohner niemals ihre Häuser abschlossen. So etwas wie Schlösser und Schlüssel gab es nicht. Sie ließen ihre Türen einfach offenstehen; Diebstähle waren unbekannt.

Während die Dorfbewohner am Dorfrand feierten, standen ihre Häuser offen - und blieben unbeschadet. Diese Ehrlichkeit herrschte in jenen Tagen.

Und was taten sie an Festtagen, nachdem sie den ganzen Tag über gesungen und gespielt hatten? Sie legten sich einfach in den Sand und schliefen - ohne weiche Matratze und Kopfkissen, einfach so!

 

Noch etwas erwähnte Bhagavân. Easwaramma und Swamis Schwestern, Venkamma und Parvathamma, waren gute Schwimmerinnen. Sie brachten den Kindern aus dem Dorf das Schwimmen bei. Sie hielten die Kleinen im Wasser fest und brachten ihnen die Schwimmbewegungen bei; nach einer Weile ließen sie die Kinder los. Den Rest lernten sie dann von selbst.

 

Der Arzt aus Deutschland

 

Noch eine Begebenheit von gestern, 5. November. Bhagavân kam aus dem Interviewraum und fragte mich: "Hast du diesen Arzt gesehen?" Ihr alle wisst, wo ich sitze - hinten, auf der Treppe. Wie konnte ich ihn da sehen? Unmöglich? "Nein, Swami, ich habe ihn nicht gesehen."

"Der Arzt kommt aus Deutschland. Er und seine Frau sind Herzspezialisten, Top-Ärzte aus Deutschland. Sie haben etliche Herztransplantationen vorgenommen. Sie sind Experten auf diesem Gebiet. Die australische Regierung hat sie eingeladen und nun werden sie dort dienen. Doch bevor sie weiter nach Australien reisen, wollten sie Babas Darshan haben. Sie haben von Baba gehört. Sie hörten über die Arbeit des Super Speciality Hospitals. Auch deshalb sind sie hergekommen; sie wollen lernen und dann mit Babas göttlichem Segen und Seiner Inspiration nach Australien weiterreisen."

 

 

01. November und 28. Oktober 2002

 

George aus Griechenland

 

An diesen beiden Tagen sprach Swami zu einem Mann aus Griechenland. Der Mann hieß George. Swami rief ihn: "He, George! Komm her!"

Der Mann kam angekrochen. Ich wunderte und fragte mich, ob wohl irgendetwas mit seinen Beinen nicht in Ordnung war.

Swami sagte: "Siehst du, wie er hierher kommt?"

"Swami, er kommt gekrochen."

"Ja, vor lauter Hingabe. Er kommt nicht daher wie ihr Rowdies. Nein, es ist reine Hingabe."

"Ich verstehe, Swami."

Swami fragte den Mann: "Wie heißt du?"

"George, Swami!"

"Oh! George! Hmm! Was machst du?"

"Swami, ich habe einen Buchladen."

"Wie heißt der Buchladen?"

"'Ananda', Swami."

"Hilft dir jemand bei deiner Arbeit?"

"Swami, meine Schwester hilft mir."

"Oh! Ich verstehe! Und was tut ihr?"

"Bücher verkaufen, den Laden putzen, usw., Swami."

"Und was tut ihr noch?"

"Wir singen, Swami."

"Was singt ihr?"

"Sai Bhajans, Swami."

"Wann singt ihr Bhajans?"

"Den ganzen Tag über, Swami."

"Wo singt ihr?"

"Überall, Swami."

Dann drehte Swami sich uns zu und sagte: "Seht ihr seine Hingabe? Ihr seid nicht so. Seht welche Hingabe dieser Mann aus Griechenland besitzt.

Er wandte sich wieder an den Mann und fragte: "Wie bist du letztes Mal nach Puttaparthi gekommen?"

"Swami, ich bin zu Fuß gelaufen, vom Flughafen in Bangalore bis Puttaparthi."

"Wieviel Kilometer sind das?"

"180 km, Swami."

"Wie lange hast du gebraucht?"

"Vier Tage, Swami."

"Was hast du mit deinem Gepäck gemacht?"

"Das hab ich auf dem Rücken getragen, 18 kg."

Swami wandte sich wieder uns zu und sagte: "Seht seine Hingabe! Tut einer von euch so etwas?"

Swami fragte wieder George: "Seit wann kommst du nach Puttaparthi?"

"Seit 29 Jahren, Swami."

"Oh! Was hast du früher gemacht?"

"Swami, ich habe den Sand von Prashanti Nilayam eingesammelt. Wo immer Du gingst, sammelte ich den Sand ein, in den Du getreten warst und nahm ihn mit nach Griechenland, wo ich ihn auf meinem Altar aufbewahre."

Swami neckte die Studenten: "Seht ihr? Ihr seht Swami jeden Tag. Seht diesen Mann aus Griechenland."

Swami fragte George: "Bist du verheiratet?"

"Nein, Swami. Nein!"

"Du brauchst aber doch Hilfe, jemand, der für dich kocht. Warum heiratest du nicht?"

"Nein, Swami! Ich will nicht heiraten!"

"Warum nicht?"

"Nein, Swami!" Er weinte; er weinte tatsächlich. Swami sah mich an und fragte: "Warum weint er?"

"Swami, diejenigen, die Gott verheiratet hat, weinen. Ich bin glücklich, dass derjenige, der nicht verheiratet ist, auch weint. Nun weinen beide. Er weint aus Angst davor verheiratet zu werden und wir weinen, weil wir verheiratet sind", sagte ich.

Swami fragte George: "Bist du alleine gekommen?"

"Nein, Swami. Mein Freund ist auch hier."

"Dein Freund? Wer ist das?"

"Swami, er ist Olympiasieger."

"Olympiasieger?"

"Ja" Er ist Weltmeister im Hochsprung. Er ist auch hier."

Swami rief Georges Freund. Ein großer Mann kam forschen Schrittes auf Swami zu.

"Hmm!", sagte Swami, "erzähl den Jungs von deinen Erfahrungen."

Dieser junge Mann berichtete dann, dass er geheiratet hatte und seine Frau bald danach schwanger wurde. Sie konsultierten die Ärzte und alle versicherten ihr, dass sie einen Jungen bekommen würde. Das Ehepaar kam zu Swami und bat: "Swami, wir möchten keinen Jungen, wir möchten ein Mädchen."

Swami sagte: "Aber die Ärzte sagen doch, dass ihr einen Jungen bekommen werdet."

"Nein, Swami! Du kannst das ändern."

"Habt ihr das Vertrauen?"

"Ja!"

"Dann geht!" Sie kehrten nach Hause zurück und die Frau brachte ein Mädchen zur Welt - so wie sie es sich gewünscht hatten.

Swami wandte sich an die Studenten: "Nun..., Ich hab das geändert!... Wenn ihr Jungs euch nicht benehmt, verwandle Ich euch sofort in Mädchen. Seht euch also vor und benehmt euch anständig!"

Dann sagte Swami: "He, George! Deine Verwandten sind in Griechenland. Warum kommst du hierher, wenn deine Verwandten in Griechenland sind?"

"Swami, ich habe keine Verwandten."

"Du hast keine Verwandten?"

"Nein, Swami."

"Das ist aber seltsam! Du hast keine Verwandten?"

"Swami, Sai devotees sind meine Verwandten und sonst niemand."

Bhagavân war glücklich. "George, bleibst du zum Geburtstag?"

"Nein, Swami, ich muss zurückfliegen."

"Warum willst du zurückfliegen?"

"Weil wir in Griechenland Deinen Geburtstag feiern."

"Wie feiert ihr Meinen Geburtstag?"

"Mit Ballons, mit vielen Kerzen und Lichtern; wir verteilen Süßigkeiten usw."

"Ich verstehe! Wie viele devotees gibt es in Griechenland?"

"Viele, Swami. Du hast viele devotees dort - Minister, Offiziere, viele gebildete Leute..."

"Oh! Fein, sehr gut! Geh zurück nach Griechenland und feiere Babas Geburtstag dort."

Swami ging in den Interviewraum und holte ein Kleiderset, dass Er George anläßlich Seines

Geburtstages schenkte.

Das alles geschah am 1. November und am 28. Oktober.

 

Drei Jungen sind nicht gekommen, Ich weiss es

 

Am 28. Oktober mussten sich alle Schüler und Studenten zurückmelden, denn am 29. begann die Schule wieder. Swami rief den Heimleiter vom Brindavan College (in Whitefield/Bangalore).

"Heimleiter! Sind alle Jungen zurückgekommen? Haben sich alle bei dir zurückgemeldet?"

"Ja, Swami, alle 300 sind zurückgekehrt."

"Eh! Warum bluffst du? Drei Jungen sind nicht zurückgekommen. Ich weiß es. Warum sagst du das nicht?"

Der Heimleiter begann zu zittern: "Tut mir leid, Swami, entschuldige bitte. Ja, drei Jungen sind nicht zurückgekommen."

"Warum sind sie nicht gekommen?" Noch ehe der Heimleiter antworten konnte, sagte Swami: "Ein Junge hat sich was gebrochen, deshalb konnte er nicht kommen. Ein anderer hat Gelbsucht und konnte nicht kommen. Der dritte Junge blieb unterwegs stecken, weil alle Bus- und Zugverbindungen wegen eines Streiks in Karnataka storniert wurden."

Zwischen Karnataka und Tamil Nadu gibt es Probleme wegen der Wasserversorgung. Deshalb wurde gestreikt und der Junge konnte nicht nach Whitefield kommen.

Swami sagte: "Es sind also nicht alle zurückgekommen. Drei kamen nicht."

Wir waren alle sehr verwundert, als Bhagavân das sagte.

 

04. November 2002

 

was immer ich sage, ist in eurem eigenen interesse

 

Er war hilflos. Was sagte Er? "Viele Leute verstehen Meine Handlungen und Meine Worte nicht. Ihr versteht Meine Handlungen nicht. Ihr erkennt nicht die Bedeutung Meiner Worte. Manche Leute missverstehen sie sogar. Sie sind traurig; weil Ich gewisse Worte benutze, fühlen sie sich verletzt. Sie verstehen nicht. Das bereitet Mir große Sorgen. Ich kläre euch nicht über die Bedeutung Meiner Handlungen auf. Ich erkläre niemals die tiefere Bedeutung Meiner Handlungen. Ich bin betrübt, weil ihr den Sinn Meines Tuns nicht versteht. Was immer Ich sage, was immer Ich tue, ist in eurem eigenen Interesse. Ich bin nicht selbstsüchtig."

Warum sagte Baba das, wo ich anwesend war? Ich forschte nach. Morgens war Swami sehr, sehr grob zu mir gewesen. Ich hab mich so mies gefühlt, ich war so verletzt. Und nachmittags sagt Er: 'Einige Leute verstehen Meine Worte und Meine Handlungen nicht. Sie wissen nicht, dass alles, was Ich sage, in ihrem eigenen Interesse ist.' Er meinte nicht 'einige Leute', sondern einzig und alleine mich und niemand sonst. Swami hätte es mir doch auch direkt sagen können. Warum wählte Er den indirekten Weg? So empfand ich.

 

03. November 2002

 

Der Arzt der Ärzte

 

Bhagavân kam aus dem Interviewraum, blieb vor uns stehen und sagte: "Anil Kumar! Weißt du, was gestern in unserem Krankenhaus geschah?

"Nein, Swami. Was ist geschehen?"

"Ein elfjähriger Junge wurde am Herzen operiert. Die Operation war erfolgreich. Doch später gab es Komplikationen. Sein Bauch schwoll an und er hatte keinen Stuhlgang. Er hatte arge Schmerzen im Bauch. Die Ärzte waren sehr besorgt. Sie kamen zu Swami: 'Swami, die Operation war erfolgreich, aber danach traten Komplikationen auf. Was sollen wir tun?' Ich materialisierte Vibhuti für den Jungen. Die Ärzte wandten die Vibhuti bei dem Jungen an, und sein Zustand normalisierte sich wieder. Abends konnte er bereits wieder normal essen."

 

In diesem Zusammenhang möchte ich noch einen wichtigen Punkt erwähnen. Dr. Alreja, der Chefarzt des General Hospitals, geht jeden Tag zu Swami. "Swami, so und so soll operiert werden, so und so muss behandelt werden, so und so soll eingeliefert werden. Wir wollen prasadam." Swami gibt dann für alle Vibhuti und sagt manches Mal: "Operiert nicht, gebt ihm die und die Medizin! Behandelt ihn nicht wegen einer Grippe; er hat eine Lungenentzündung."

Ich bin Zeuge all dieser Geschehnisse. Bhagavân Baba ist der Arzt der Ärzte. Er stellt nicht nur die Diagnose, sondern verschreibt auch Medizin.

 

29. Oktober 2002

 

Kommt, Rezitiert die veden

 

An diesem Nachmittag saßen alle Jungen in der ersten Reihe. Die Temperatur war angenehm kühl. Bhagavân sagte: " Wetter und Temperatur sind wie in Kodaikanal. Ganz Puttaparthi und Prashanti Nilayam ist klimatisiert."

Dann sagte ein Junge: "Swami, wir wollen die Veden rezitieren."

Swami sagte: "Warte!"

Dann warf ich ein: "Swami, die Veden zu singen ist sehr segensreich. Wenn sie die Veden singen, wird das allen guttun. Alle devotees werden glücklich sein, wenn sie die Veden hören können. Bitte, gib die Erlaubnis."

"Hmm!... Also gut! Dieser Mann empfiehlt, dass die Veden gesungen werden sollten."

Die Jungen begannen die Veden zu rezitieren. Am Ende der lange Reihe saßen die Kleinen, die Grundschüler. Sie sangen mit, ich sah es an den Bewegungen ihrer Lippen.

Ich sagte: "Swami, ich sehe, dass sogar die Kleinen die Veden mitsingen."

"Was? Die Kleinen können das sogar viel besser als die großen Jungen."

Er gab den Jungen ein Zeichen mit dem Gesang aufzuhören und rief die kleinen Jungen zu sich: "Kommt, singt die Veden." Sie begannen zu singen - ich sage euch, sie sangen tatsächlich besser als die Großen. Swami sah mich an und sagte: "Kannst du das auch? Kannst du die Veden rezitieren?" Was sollte ich da sagen? "Swami, ich war niemals Student in Deiner Schule. Wie kann ich da die Veden rezitieren? Sie haben es gelernt, weil sie hier zur Schule gehen. Ich bin nicht hier zur Schule gegangen und kann es deshalb nicht."

"Oh! Du sagst, du hast nicht hier studiert. Gut. Aber alle unsere Jungen und Mädchen, alle Kinder, alle erwachsenen Studenten aller drei Universitäten - Brindavan, Prashanti Nilayam und Anantapur - alle können sie die Veden rezitieren."

Ich sagte: "Swami, Du bist das Symbol vedischer Kultur, die Metapher der Veden. Deshalb überrascht mich das gar nicht.

 

namakam und chamakam

 

Im selben Kontext erklärte Baba am 29. Oktober: "Beim Rezitieren der Veden gibt es zwei Teile: Der eine Teil heißt 'namakam', der zweite 'chamakam'. Im ersten Teil, 'namakam', wird gesagt, 'ich will nichts'. 'Na' - 'nicht', 'ma' - 'will'. Ich will nichts. In der zweiten Hälfte, chamakam, heißt es, 'ich will'; da sind Wünsche. Was wird gewünscht? 'O Gott, gewähre uns reine Luft, gutes Trinkwasser und gute Nahrung!' Das ist chamakam; es ist ein Bittgebet."

Ich fragte: "Swami, wenn wir 'namakam', 'ich will nicht', sagen, warum sollten wir hinterher 'chamakam', 'ich will alles', sagen? Warum zwei verschiedene Gebete? Sollten wir nicht entweder das eine oder das andere Gebet sprechen? Entweder 'ich will nichts' oder 'ich will alles'? Warum beide?"

Baba sagte: "Beide sind in den Veden enthalten. Die Leute, die Wünsche haben, werden 'chamakam' rezitieren; diejenigen, die keine Wünsche haben, rezitieren 'namakam'. Das ist alles. Die Veden lassen jedem die Wahl, das zu beten, was ihm genehm ist."

 

Dann fuhr Bhagavân fort: "Seht! Die alten Weisen übten lange Zeit Buße. Sie sagten: 'Wir haben Gott gesehen! Wo? Jenseits der Dunkelheit. Wir haben Gott jenseits der Dunkelheit gesehen. Mit Dunkelheit ist hier die Dunkelheit der Unwissenheit gemeint. Jenseits der Dunkelheit der Unwissenheit ist Gott, das strahlende Licht. Die Weisen verkündeten, dass Gott überall ist, innen und außen. Gott ist überall gegenwärtig, innen und außen." Das sagte Bhagavân über die Veden.

 

22. Oktober 2002

 

operiert sie sofort!

 

An diesem Nachmittag bat Bhagavân einen jungen Mann zu sprechen. Ein brillanter junger Mann, der einen akademischen Grad in Biowissenschaft und in Betriebswirtschaft erlangte. Er arbeitet nun als Techniker im Super Speciality Hospital. Er berichtete über zwei sehr interessante Wunder.

Da kam ein Vater mit seiner kleinen kranken Tochter. Die Ärzte untersuchten sie und rieten wegen eines Herzproblems dringend zu einer Operation. Nach der Operation würde sie allerdings zwei Jahre lang Medikamente einnehmen müssen, die monatlich 200 Rupien kosten. Wir operieren sie jetzt, aber zwei Jahre lang müssen jeden Monat 200 Rupien für Medikamente gezahlt werden.

Der Vater sagte: "Ich kann keine 200 Rupien aufbringen. Doktor, ich habe noch einen Sohn, für den ich sorgen muss. Was wird aus ihm, wenn ich 200 Rupien für das kleine Mädchen ausgebe? Mein Sohn wird später Geld verdienen können; das Mädchen wird kein Geld verdienen. Warum Geld verschwenden?"

Die Angelegenheit wurde Bhagavân vorgetragen: "Swami, der Vater sagt, er kann die 200 Rupien monatlich für die Nachbehandlung nicht aufbringen. Er sagt, es sei Verschwendung, sie für das kleine Mädchen auszugeben, wo er doch einen Sohn hat, den er unterhalten muss und der später Geld verdienen wird."

Swami schmolz dahin, Er war zutiefst berührt. Sofort gab Er den Ärzten Anweisung: "Behandelt sie sofort! Schickt ihr zwei Jahre lang 200 Rupien monatlich für die Medikamente. Das gilt nicht nur für dieses kleine Mädchen, sondern für jeden Patienten, der kein Geld für eine Nachbehandlung hat. Sagt ihnen, dass wir ihnen das Geld für ihre Nachbehandlung regelmässig zusenden werden."

Ich glaube nicht, dass es irgendwo in dieser Welt ein solches Krankenhaus gibt. Kostenlose Operation, kostenlose Behandlung, kostenlose Medizin, kostenlose Nachbehandlung. Wo gibt es so etwas?

 

Er wird dich niemals mit leeren Händen zurückschicken

 

Dann erwähnte er noch ein anderes Wunder. Da kam ein Mann von der pakistanischen Grenze den langen Weg bis hierher. Er hatte Herzprobleme. Dort an der pakistanischen Grenze hatte ihm jemand gesagt: "Geh nach Puttaparthi. Dort ist alles kostenlos - die Operation und auch die Behandlung. Mach dir keine Sorgen." Jemand anders sagte: "Du brauchst dich nicht zu sorgen. Du gehst zu Gott. Er wird dich niemals mit leeren Händen zurückschicken. Du wirst gesund und munter zurückkehren. Mach dir keine Sorgen!"

Der Mann kam hierher. Gott selbst operierte ihn und er kehrte zurück. Als Zeichen seiner Liebe schrieb er Swami einen Brief: "Wie kann ich Dir gegenüber meine Schuld der Dankbarkeit begleichen, wie kann ich Dir danken? Swami, Du hast mein Leben gerettet."

 

21. Oktober 2002

 

Grundschulkinder reden angstfrei

 

An diesem Tag bat Bhagavân zwei junge Männer, zu den Studenten zu sprechen. Der eine junge Mann heißt Sri Ram Parashuram. Er hat gerade eine Ausbildung in Krankenhausmanagement an der Loma Linda-Universität in Kalifornien absolviert. Er erlangte seinen akademischen Grad in Naturwissenschaften und bekam viele Auszeichnungen für herausragende Leistungen, ein smarter Junge.

Er sagte: "Durch Bhagavâns Berührung wird ein Stück Kohle zu einem Diamanten. Wir Studenten sind wie Kohlestücke, wie Holzkohle. Doch in Swamis Händen wurden wir zu unbezahlbaren, höchst wertvollen Diamanten.

 

Dann erwähnte er noch etwas anderes: "Seht die Schulkinder, sie alle sprechen ohne jede Furcht. Ihr habt sicher schon einmal beobachtet, wenn Swami sie sonntags auffordert zu sprechen; sie stehen Schlange! Jedes Kind will eine Rede halten. Sie haben keinerlei Angst, in der Öffentlichkeit zu sprechen. Die großen Jungen haben ihre Vorbehalte und sind nicht so ohne weiteres bereit zu sprechen. Die Kinder sind immer bereit. Warum? Weil Kinder unschuldig sind. Unschuld ist göttlich. Weil sie so unschuldig sind, lieben sie Swami aus tiefem Herzen. Wegen ihrer Liebe zu Bhagavân, haben sie in allem, was sie tun, hundertprozentigen Erfolg. Also, zuerst kommt Unschuld. Unschuld führt zu Liebe und Liebe führt zum Sieg. So ist das im Fall der Kinder. Wie ist das mit den erwachsenen Jungen vom College? Sie haben Ego. Werde ich eine gute Rede halten oder nicht? Wieviel Beifall werde ich bekommen? Wie viele Leute werden mir gratulieren? Wird Swami glücklich sein oder nicht? Die Leute sollten von mir als einem guten Redner sprechen. Das ist also Ego. Wenn wir älter werden, entwickeln wir Ego. Ego führt zu Angst. Angst beruht auf Ego. Diese Angst ist schließlich die Ursache für Misserfolg. So ist das bei den erwachsenen Jungen."

 

SWAMI RETTE MICH!

 

Dann erwähne ich noch zwei andere Begebenheiten, über die ein anderer Redner namens Arun Kumar berichtete. Arun Kumar hat an einer angesehenen Technischen Universität studiert und dort sein Ingenieurexamen abgelegt. Später studierte er zusätzlich Betriebswirtschaft (MBA) und machte sein Examen. Er arbeitet nun bei Radio 'Sai Global Harmony' (Prashanti Nilayam).

Er erzählte, dass einmal ein Betrunkener in einen Zug einstieg. Er stand in einem Abteil, schwankte hin und her und hielt unflätige Reden. Ein junges Mädchen saß ihm gegenüber. Sie fühlte sich gar nicht wohl. "Swami, bitte, rette mich! Vielleicht setzt sich der Mann neben mich, weil da noch Platz ist. Wie soll ich das ertragen, wenn er sich neben mich setzt? Er riecht scheußlich und benimmt sich so schlecht. Was soll ich tun?", so betete sie. Ein Mitreisender sagte zu dem Betrunkenen: "He! Setz dich da hin, da ist noch Platz." Wo war dieser Platz? Neben dem jungen Mädchen, das Baba gerade gebeten hatte, Er möge verhindern, dass der Trunkenbold sich neben sie setzt. Der Betrunkene ging auf den Platz zu und als er sich gerade niederlassen wollte, rief er plötzlich: "Warum sagt ihr, ich soll mich dorthin setzen? Da sitzt doch schon jemand. Seht ihr das denn nicht? Ein kleiner Mann mit einem roten Kleid und langem Haar sitzt dort. Seht ihr ihn nicht?"

Der andere Mann erwiderte: "Unsinn, setz dich. Da sitzt niemand."

"Nein, du bist ja blind. Da sitzt schon jemand."

So bewahrte Swami das junge Mädchen vor Unannehmlichkeiten.

 

 

 

 

Wir sind glückseligkeit

 

Dann sagte Arun Kumar: "Wir sind glücklich mit der Welt. Doch in der Welt gibt es kein Glück. Glück ist im eigenen Inneren zu finden, nicht außen. Glück ist nicht außen, es ist im Inneren. Warum? Weil wir Verkörperungen der Glückseligkeit sind; wir sind Verkörperungen der Wahrheit und des Friedens. Wir sind Glückseligkeit. Es ist völlig falsch zu glauben, man finde Glückseligkeit in der Welt. Glückseligkeit ist in uns. Wir sind Glückseligkeit.

 

19. Oktober 1002

 

Gott ist Liebe - Liebe ist Gott

 

Bhagavân sprach zu den Lehrern. Wie ihr wisst, führen die Jungen jedes Jahr am 22. November - das ist der 'Convocation-Tag' der Sathya Sai Universität - ein Theaterstück vor. Swami fragte beiläufig: "Hmm! Was für ein Stück bereitet ihr vor?"

Ein Lehrer antwortete: "Ein Stück über die verschiedenen Religionen."

"Hmm!" Swami wandte sich an einen Jungen: "Welches Stück bereitet ihr vor?"

"Swami, draußen gibt es viel Gewalt. Wir zeigen, was Liebe ist, was Einheit ist."

Swami sagte: "Seht! Ich will nicht, dass ihr irgendeine Religion kritisiert. Ich will nicht, dass ihr irgendein Land kritisiert. Ich will nicht, dass ihr Unterschiede hervorhebt. Ich will nicht, dass ihr irgendetwas Negatives zeigt. Zeigt dem Publikum niemals negative Dinge. Nein! Konzentriert euch auf das Positive in euch. Ich sage immer: Es gibt nur eine Kaste - das ist die Kaste der Menschheit. Es gibt nur eine Religion - das ist die Religion der Liebe. Ich möchte, dass ihr eure Themen darauf ausrichtet, nicht auf unterschiedliche Religionen, auf Widerstreit, auf unterschiedliche Meinungen und auf Gewalt. Ich will das nicht. Ihr müsst inzwischen begriffen haben, was das Ziel der Sathya Sai-Erziehung und -Philosophie ist, nämlich: Liebe ist Gott. Gott ist Liebe. Lebt in Liebe. Alle Studenten sollten wissen, dass Gott Liebe und Liebe Gott ist. Ihr müsst in Liebe leben. Ein anderes Thema und Ziel gibt es für unsere Institutionen nicht. Ich will also, dass unsere Jungen diese Liebe in ihrem Stück zum Ausdruck bringen. Das sollte das Thema sein; nicht Kampf und Streit."

 

18. Oktober 2002

 

es ist keine besondere leistung, menschen zu töten

 

Mir rutschte an diesem Nachmittag die Zunge aus: "Swami, überall sieht man nur Gewalt. Heute morgen wurde in der Zeitung berichtet, dass wieder so und so viele Leute getötet wurden."

Swami sagte: "Du bist immer hinter den letzten Nachrichten her. Was findest du in den 'news', Nachrichten, außer 'nuisance', Ärgernis? 'News', Nachrichten, sind nichts weiter als 'nuisance', Ärgernis!"

"Ich verstehe, Swami. Aber es gibt so viel Gewalt draußen."

Swami sagte: "Es ist keine besondere Leistung, Menschen zu töten. Eine Kobra kann Menschen töten; ein Löwe, ein Tiger, ein Skorpion, sie alle können Menschen töten. Es ist also keine großartige Leistung, Menschen zu töten. Größe ist, wenn man anderen Menschen hilft, wenn man ihnen dient und sie glücklich macht. Andere zu töten ist nichts Besonderes."

 

Kunti hielt die Familienehre aufrecht

 

Dann brachte Swami eine Begebenheit aus dem Mahabharata. Es ging um Karnas Geburt. Die Jungfrau Kunti gebar Karna als sie noch nicht verheiratet war. Das Ansehen der Familie war in Gefahr und so erzählte sie niemandem über die Geburt des Jungen, der ein Geschenk Suryas, des Sonnengottes, selbst war. Das ausgesetzte Baby wurde von einem Mann einer niedrigen Kaste gefunden und von ihm und seiner Frau großgezogen.

Karna wurde gegen Ende des Krieges Befehlshaber des gegnerischen Lagers.

Nun, eine Mutter ist und bleibt eine Mutter. Kunti ging zu Karna und sagte: "Sieh! Du bist mein ältester Sohn. Die anderen fünf sind deine jüngeren Brüder. Du gehörst dem feindlichen Lager an. Ich möchte, dass du mir als deiner Mutter etwas versprichst. Töte deine Brüder nicht. Du bist der Befehlshaber des feindlichen Lagers:" Sie weinte.

Karna sagte: "Mutter, was hast du da getan? Warum hast du ihnen nicht gesagt, dass ich ihr Bruder bin? Warum hast du mir nicht früher gesagt, dass ich dein Sohn bin? Welch eine Tragödie wird sich nun abspielen?" Karna weinte auch.

Dann fuhr er fort: "Sieh, Mutter! Ich bin der Befehlshaber der Kauravas. Ich muss meinem König gegenüber loyal sein. Das wird sich nicht ändern, nur weil du mir im letzten Augenblick sagst, dass ich dein Sohn bin. Ich muss dem König gegenüber loyal sein. Vier von deinen Söhnen werde ich nicht anrühren. Ich greife nur einen an: Arjuna. Er ist mein Feind. Ihn werde ich töten. Das ist alles. Die anderen Vier werde ich nicht angreifen. Mach dir keine Sorgen." Das erzählte Bhagavân.

Ich fragte: "Swami, war es nicht unrecht von Kunti, dass sie die Geburt von Karna, ihrem ältesten Sohn, verheimlichte?"

Bhagavân ist wirklich der Höchste. Er stellt niemals jemanden schlecht dar, Er wird bei jedem die edlen Züge hervorheben.

"Nein, nein! Du siehst das nicht richtig. Kunti hat nicht falsch gehandelt. Warum enthüllte sie nicht, dass Karna ihr Sohn war? Um dem Ansehen ihrer Familie nicht zu schaden. Sie gebar ihn, als sie nicht verheiratet war. Wäre das enthüllt worden, hätten die Untertanen die Achtung vor der königlichen Familie verloren. Um also dem Ansehen der Familie nicht zu schaden, behielt sie diese Wahrheit für sich." So hob Swami die edle Seite von Kuntis Charakter hervor.

 

Die höchste strafe

 

Dann sagte Er: "In jenen Tagen war die Todesstrafe nicht die höchste Strafe. Es wurde niemand enthauptet oder getötet. Es genügte, wenn man dem Übeltäter den Kopf kahl scherte und ihn für immer des Landes verwies. Das war die höchste Strafe. Man brauchte ihn nicht mit einem Schwert zu töten. Nein, man brauchte ihn nur mit kahlgeschorenem Kopf des Landes zu verweisen. Das war die höchste Strafe in früheren Zeiten."

 

Bhîshmâcârya und dronâcârya

 

Später erwähnte Er zwei Personen aus dem Mahabharatha: Bhîshmâcârya und Dronâcârya. Âcârya heißt Lehrer. Bhîshmâcârya war ein wahrer Lehrer, weil er erst praktizierte, was er dann lehrte. Dronâcâryas Lehrertitel war nur ein Titel, denn er praktizierte nicht, was er lehrte." Das enthüllte Bhagavân zum ersten Mal.

 

ein göttliches spiel

 

Dann erwähnte Swami das Ramayana. "Es gab einen Mann namens Parashurama, der sich geschworen hatte, alle Kshatriyas (die Kaste der Krieger, zu der alle Könige gehörten) zu töten (weil ein Kshatriya seinen Vater brutal getötet hatte). Er tötete sie alle, doch zwei Kshatriyas blieben vom Tod verschont: Dasharatha und Janaka. Dasharatha war Ramas Vater und Janaka der Vater von Sîtâ. Diese beiden wurden gerettet."

"Wie, Swami? Wie konnten diese beiden dem Schicksal entkommen, wo doch alle anderen getötet wurden?"

Swami sagte: "Ein frisch verheirateter Ehemann durfte nicht getötet werden. Dasharatha hatte drei Frauen, die er eine nach der anderen heiratete. Jedes Mal, wenn Parashurama ihn töten wollte, hatte er gerade geheiratet. So wurde sein Leben gerettet."

"Und wodurch blieb Janaka verschont?"

"Wer ein yajna durchführt, darf nicht getötet werden. Er führte ein yajna durch und wurde auf diese Weise gerettet. Sie wurden dann der Vater von Rama und der Vater von Sîtâ. Das alles ist ein göttliches Spiel."

 

16. Oktober 2002

 

richte deinen geist auf gott aus

 

An diesem Nachmittag beantwortete Swami einige Fragen. "Swami, jede Handlung hat eine Reaktion zur Folge, jede Handlung zeitigt ein Ergebnis: Karma, die Handlung und das Ergebnis der Handlung. Ich kann also den Konsequenzen meiner Taten nicht entkommen. Wenn meine Handlungen gut sind, erhalte ich gute Ergebnisse. Sind meine Handlungen schlecht, sind die Ergebnisse schlecht. Ich muss mich ihnen stellen und kann nicht einfach davonlaufen. Das sagst Du uns immer wieder. Aber ich habe einen Zweifel, Swami."

"Welchen Zweifel hast du?"

"Im Advaita, der nicht-dualistischen Philosophie gibt es weder die Handlung noch einen Handelnden, denn gemäß der nicht-dualistischen Philosophie ist das Leben nur ein Traum. Swami, wie kann man erklären, dass es einerseits Handlung und Ergebnis gibt und andererseits, dass es weder einen Handelnden gibt noch eine Handlung? Wie kann man diese beiden unterschiedlichen Ansätze in Zusammenhang bringen?"

Bhagavân sagte: "Geht zu den Wurzeln aller Handlungen. Was ist der Grund für euer Handeln? Der Gedanke! Woher kommt der Gedanke? Aus dem mind (Geist, Verstand, Gemüt d.h. Gedanken und Gefühle). Aus dem mind steigt also ein Gedanke auf. Dieser Gedanke führt zu einer Handlung. Diese Handlung bringt euch ein Ergebnis. So lange ihr euch auf der Ebene des mind befindet, werdet ihr nicht von den Folgen eurer Taten befreit sein. Ihr könnt den Folgen nicht entkommen, denn ihr handelt auf der Ebene des mind. Doch im Shankara-Advaita wird gesagt, dass ihr den mind transzendieren sollt. Ihr solltet euch jenseits des mind begeben."

"Swami, ist es möglich, jenseits des mind zu gehen, den mind zu transzendieren?"

Baba sagte: "Um den mind zu transzendieren, solltet ihr wissen, was der mind ist."

"Ich weiß nicht, was der mind ist. Swami, was ist der mind?"

"Sieh! Der mind ist nichts anderes als ein Bündel von Gedanken. So wie aus miteinander verwobenen Fäden ein Stück Stoff entsteht, so bildet ein Bündel von Gedanken den mind."

"Swami, wie kann man den mind transzendieren?"

"Zieht alle Gedanken zurück. Seid ohne jeden Gedanken, seid gedanken-los, dann gibt es keinen mind mehr. Ohne Fäden, ohne Garn, gibt es keinen Stoff. Ebenso gibt es ohne Gedanken keinen mind."

"Swami, wie ist es möglich, gedanken-los zu sein?" Ist das überhaupt möglich?"

"Ja, es ist möglich."

"Aber wie, Swami?"

"Indem man den mind auf Gott ausrichtet. Richtet euren mind auf Gott aus. Euer mind ist auf die Welt ausgerichtet. Richtet ihn nun auf Gott aus. Wenn der mind einmal auf Gott ausgerichtet ist, verschwinden die Gedanken. Dann ist der mind voller Göttlichkeit; er ist mit Gott angefüllt. Dann gibt es keine Gedanken mehr, keinen mind, keine Handlungen, keine Reaktionen." Das erklärte Bhagavân

 

starkes vertrauen in gott fördert positives denken

 

"Swami, wie kann man positives Denken fördern?"

"Das ist sehr einfach."

"Einfach? Wie kann ich es als positiv betrachten, wenn mich jemand beschuldigt? Wenn mich jemand verletzt, wie kann ich dann positive Gedanken ihm gegenüber haben? Ist das möglich?"

"Es ist sehr leicht!"

"Wie geht das. Sag es mir bitte, Swami!"

"Wenn du denkst, dass alles, was man gegen dich vorbringt, gegen dich sagt oder tut, nur zu deinem eigenen Besten ist - das ist positives Denken. Positiv denken bedeutet also, alles als das Beste für sich selbst zu betrachten. Egal, was die anderen über euch sagen oder euch antun mögen, sagt einfach: 'Es ist zu meinem Besten!' Das ist positives Denken."

"Ich verstehe. Wie kann ich dieses positive Denken entwickeln? Wie stelle ich es an, nur zu denken, dass alles zu meinem Besten ist? Wenn ich dich schlage, sagst du dann, 'es ist zu meinem Besten'?"

Bhagavân antwortete: "Es ist möglich, wenn man felsenfestes Vertrauen in Gott hat. Dieses feste Vertrauen in Gott wird euch helfen, eine positive Denkweise zu entwickeln.

 

Individueller mind und kosmischer mind

 

Jemand fragte: "Was ist der Unterschied zwischen dem individuellen mind und dem kosmischen mind?"

Swami sagte: "Der kosmische mind ist universal; er ist das Göttliche. Der individuelle mind ist eine Wesenheit, eine Identität. Wesenheit und Identität haben Name und Form. Der kosmische mind hingegen ist universal, ohne Namen und ohne Form. Der namenlose, formlose universale mind ist der kosmische mind."

"Swami, gibt es eine Beziehung zwischen den beiden?"

"Ja, beide sind eins."

"Aber das eine hat doch eine Form und das andere nicht. Das eine hat einen Namen, das andere nicht. Das eine ist eine Wesenheit und das andere ist universal und kosmisch. Wie können sie eins sein?"

"Das ist sehr einfach."

"Wieso, Swami?"

"Wenn das Individuum seine Identität vergisst, wenn es nicht an Name und Form denkt, wenn es Name und Form transzendiert und nicht mehr länger daran gebunden ist, dann wird es kosmischer mind. So lange ihr an Form und Namen gebunden seid, seid ihr vom kosmischen mind verschieden. Wenn ihr Namen und Form aufgebt, dann sind individueller mind und kosmischer mind eins.

Nehmen wir z.B. einen Luftballon. Er ist voller Luft und um ihn herum ist auch Luft. Die Luft um den Ballon herum ist der kosmische mind. Die Luft im Ballon ist der individuelle mind. Wenn der Ballon platzt, wird die Luft in dem Ballon eins mit der Luft um ihn herum. Dann gibt es keinen Unterschied mehr. Der Unterschied beruht nur auf Größe, Form und Name des Ballons. Aber zwischen der Luft im Ballon und der Luft um ihn herum, gibt es keinen Unterschied. Nur aufgrund von Name und Form sind der individuelle mind und der kosmische mind verschieden."

 

Was ist der sinn des Lebens?

 

"Swami, darf ich eine weitere Frage stellen?"

"Ja, sag!"

"Was ist der Sinn des Lebens?"

Swami sagte: "Der Sinn des Lebens ist es, Einheit mit Gott zu erreichen, das innewohnende Göttliche zu verwirklichen, zu erkennen, dass ihr Gott seid. So lange ihr euch als von Gott verschieden betrachtet, habt ihr noch einen langen Weg vor euch. Da müsst ihr noch weiter auf dem spirituellen Weg reisen, so lange, bis ihr diese Einheit mit Gott verwirklicht und erfahrt."

 

 

 

 

09. Oktober 2002

 

verteilung von Eiskrem

 

An diesem Tag ließ Bhagavân an alle Schüler und Studenten Eiskrem-Becher verteilen. Plötzlich kam Swami aus dem Interviewraum heraus und rief die Jungen zu sich, die verteilt hatten. "He, Jungs, habt ihr an alle Eiskrem verteilt?"

"Ja, Swami."

"Haben alle bekommen?"

"Ja, Swami."

"Ach! Ihr seid untaugliche Burschen! Zwei Jungen haben nichts bekommen." Dann wandte Er sich an alle und sagte: "Auf dem Podium sagt ihr immer 'Brüder'. Aber seht, Brüder vergessen! Die Mutter vergisst nicht!"

Damit deutet Swami an, dass Er die Mutter ist.

 

ich übernehme eure schmerzen

 

Eine andere Begebenheit. Bhagavân übernimmt die Krankheiten anderer. Was geschieht dann? Leidet Er? Warum nimmt Er die Krankheiten anderer auf sich?

Swami sagt: "Ich nehme sie an, ich übernehme eure Krankheiten. Ich leide an eurer Stelle als Antwort auf eure Gebete und weil ihr alleine die unerträglichen Schmerzen nicht ertragen könntet. Da ihr betet, nehme Ich eure Schmerzen auf Mich."

"Swami, leidest du dann so, wie ich leide? Hast du auch solche Schmerzen?"

"Ja, aber in Meinem Falle dauert es nur einen kurzen Augenblick. Ihr leidet lange; Meine Leidenszeit jedoch ist verkürzt, wenn Ich euer Leiden übernehme."

 

du wirst keinen Asthmaanfall mehr haben

 

Swami gab einem asthmakranken Schüler ein Interview. Der Junge sagte: "Swami, ich kann das nicht mehr ertragen."

"Ja, ich verstehe. Mach dir keine Sorgen, Mein Kind."

Sofort begann Swami nach Luft zu schnappen, denn er hatte das Asthma des Jungen übernommen. Es hielt ein paar Minuten an, dann atmete Swami wieder normal.

"Du wirst keinen Asthmaanfall mehr bekommen. Mach dir keine Sorgen."

Dieser Fall zeigt, wie Baba die Leiden der Leute auf sich nimmt und sie völlig von ihrem Leid befreit.

 

 

 

Vielen Dank!

Möge Bhagavân Euch segnen!

 

 

asato mâ sad gamaya - tamaso mâ jyotir gamaya -mrityor mâ amritam gamaya

 

LOKASAMASTÂH SUKHINO BHAVANTU

 

OM Shanti... Shanti... Shanti...