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ANIL KUMARS EXTRA-SATSANG

Babas Gespräche mit den Studenten

ª Sai-Perlen der Weisheit ª

Teil 6

04. Dezember 2002

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Sai Ram

 

Liebe Brüder und Schwestern,

 

heute machen wir weiter mit Begebenheiten aus den Monaten Juli und August.

 

Ich bin nicht der Körper, deshalb fühle Ich keine Schmerzen

 

Wir alle sahen während dieser Gurupûrnimazeit (Gurupûrnima war am 24. Juli), dass Swamis linke Gesichtshälfte stark geschwollen war. Die meisten von euch haben das gesehen. Gegen Ende der Gurupûrnima-Feierlichkeiten gab Swami in einer Rede eine Erklärung hierfür. Die Schwellung war sehr schlimm, ganz rot war sie, und wir fragten uns, wie Er damit zurecht kam. Wir fragten Bhagavân: "Was ist das? Warum hast Du das? Was können wir aus dieser Erfahrung lernen? Es ist schon schmerzhaft, nur zuzusehen. Wie erträgst Du das?"

Bhagavân sagte: "Jeder Arzt wird euch bestätigen, dass die Schmerzen unerträglich sind. Die Krankheit wird 21 Tage andauern; in schlimmeren Fällen befällt sie auch das Gehirn."

So ernst war Sein Problem. Und wir können noch nicht einmal zusehen. Trotz der Schwellung und der schrecklichen Schmerzen hielt Bhagavân vier Reden in dieser Zeit. Wie war das möglich? Ich weiß, dass es einen Moment gab, da konnte Er noch nicht einmal den Mund öffnen. Er konnte nicht essen.

 

"Bhagavân, warum befreist Du Dich nicht von den Schmerzen und von der Schwellung. Warum heilst Du Dich nicht selbst?"

Bhagavân antwortete: "Ich werde Mich niemals selbst heilen. Ich heile eure Gesundheitsprobleme, aber Ich werde nicht eines Meiner Probleme heilen. Doch als Antwort auf eure Gebete, als Antwort auf eure Wünsche und euer Sehnen heile Ich Mich selbst. Nur dann tue Ich das."

"Fühlst Du die Schmerzen nicht Swami? Ist das nicht schmerzhaft für Dich?"

Seht Bhagavâns Antwort - sie ist sehr wichtig. "Ich identifiziere Mich nicht mit dem Körper. Ich bin nicht dieser Körper. Darum nehme Ich die Schwellung oder irgendwelche sonstigen Beschwerden des Körpers nicht ernst. Es sind keine wirklichen Schmerzen für Mich, weil Ich Mich nicht mit diesem Körper identifiziere. Ich bin nicht der Körper, deshalb fühle Ich keine Schmerzen."

 

Es war für alle eine Überraschung zu sehen, wie Bhagavân Sein Tagespensum erledigte, wie Er im Auditorium umherging und mit den Delegierten der Konferenz sprach. Wir konnten nicht glauben was da geschah, wie Er umherging, mit allen sprach, ohne irgendwelche Nahrung zu sich zu nehmen... - das ist das Geheimnis Seiner Göttlichkeit.

 

Dann, nach einigen Tagen, war keine Schwellung mehr zu sehen. Alles war wieder normal. Ich nahm all meinen Mut zusammen und fragte: "Swami, bist Du jetzt wieder in Ordnung? Ich sehe keine Schwellung mehr. Fein Swami, wir sind glücklich."

Wisst ihr was Baba sagte?

"Sieh Anil Kumar, eine kleine Schwellung wurde so groß wie eine Orange und mit zunehmender Schwellung nahmen auch die Schmerzen zu. Heute, nachdem sich alles wieder normalisiert hat, sieht man noch nicht einmal die geringsten Anzeichen. Bei Schwellungen oder Schnittwunden bleiben nach dem Abheilen Spuren. Doch obwohl diese Schwellung enorm war, ist keine Spur mehr davon zu sehen."

Das ist Göttlichkeit. Was Baba da gesagt hatte, überraschte uns sehr.

 

Niemand kennt Mein Alter!

 

An einem anderen Tag kam ein älterer Mann zu Bhagavân, ein VIP. Der Name des Mannes ist nicht wichtig, die Botschaft ist wichtig. Er hatte die 83 Jahre überschritten und sagte: "Swami, segne mich, ich habe 83 Lebensjahre vollendet. Ich möchte an meinen Geburtsort reisen. Bitte segne mich."

Swami segnete ihn und gab ihm neue Kleider, inklusive Geld für den Schneider. (Zuhörer lachen). Die Frau des VIP bekam einen Sari von Swami.

Nach einer Weile sagte ein anderer Mann: "Swami, ich werde mein 60. Lebensjahr vollenden."

"Oh! Ich verstehe!" Er ist auch ein VIP. Gut, wir sind alle VIPs. Aber dieser VIP saß nun mal gerade dort. Er sagte: "Swami, ich habe mein 60. Lebensjahr vollendet. Nächste Woche habe ich Geburtstag." Er ist ein sehr eleganter, gut gekleideter und aktiver Mann. Swami sagte zu einem jungen Mann: "Hmm! Geh hol es!" Swami übergab ihm einen schönen schokoladenbraunen Anzugstoff und Geld fürs Nähen - 3 000 Rupien. Er gab ihm auch ein schönes neues Hemd.

Ich nahm die Chance wahr und sagte: "Swami, ich beende auch bald 60 Lebensjahre!"

Bhagavân erwiderte: "Oh! Bis dahin ist noch Zeit. Keine Sorge!" (Zuhörer lachen)

In diesem Zusammenhang machte Bhagavân eine für alle interessante Feststellung: "Hier ist ein Mann, der die 83 Jahre und ein anderer, der die 60 Jahre überschritten hat. Aber Ich sage euch: Niemand weiß, wie alt Ich bin. Niemand kennt Mein Alter!"

Bhagavân kommentierte diese Feststellung nicht weiter.

 

Ich dachte darüber nach, was Er früher einmal gesagt hatte. Er sagte: "Gott hat weder Anfang noch Ende. Für Ihn gibt es weder Geburt noch Tod. Er ist nicht-dual. Gott ist Sein. Für Ihn gibt es kein Erscheinen und Verschwinden."  Wenn Baba sagt: "Niemand kennt Mein Alter", dann heißt das: Er ist unendlich. Der sogenannte 23. November ist der Geburtstag Seines Körpers, nicht Seiner Göttlichkeit.

 

Verschwendet nichts!

 

An einem Nachmittag saß Er vor uns und begann Briefe zu lesen. Er nahm einen Umschlag und zog den Brief heraus. Dort hatte ein Student zwei Zeilen geschrieben - ganz oben auf einem langen Blatt Papier. Es standen nur zwei Zeilen oben auf dem Bogen; der Rest des Papiers war leer. Was tat Baba? Er riß den unbeschriebenen Teil des Blattes ab und gab das Stück Papier einem Jungen: "Benutze du es. Ich will nicht, dass ihr weißes Papier verschwendet!"

Dann fuhr Er fort: "Verschwendet keine Nahrung - Nahrung ist Gott! Verschwendet keine Zeit - verschwendete Zeit ist verschwendetes Leben! Zeit ist Gott. Verschwendet keine Energie! Verschwendet kein Wasser! Verschwendet kein Geld! Geldverschwendung ist von Übel."

So erinnerte Er die dort versammelten Studenten an diese Lehren.

 

Ich erinnere mich an eine Begebenheit als Bhagavân einmal das Studentenwohnheim besuchte. Er stieg aus dem Auto und sagte sofort zu einem in der Nähe stehenden Studenten: "Du! Komm her! Da oben im dritten Stock hat jemand den Wasserhahn im Badezimmer laufen lassen. Geh hoch und dreh den Wasserhahn zu! Ihr solltet den Wasserhahn nach Gebrauch schließen. Lasst ihn nicht offen und verschwendet auf diese Weise Wasser!"

 

Ihr habt sicher auch bemerkt, dass Bhagavân selbst im Interviewraum erst dann den Ventilator einschaltet, wenn alle Platz genommen haben. Er selbst schaltet ihn ein und schaltet ihn auch sofort wieder aus, wenn ihr den Raum verlasst. Warum tut Er das? Verschwendet keine Energie! Verschwendet keine Elektrizität! Bhagavân ist das beste Beispiel. Darum sagt Er: "Mein Leben ist Meine Botschaft." Er verschwendet nichts. Auch von uns wird erwartet, dass wir nichts verschwenden.

 

Was immer Ich tue, was immer Ich sage, sind ein und dasselbe

 

An einem Tag sprach Bhagavân über das Waisenheim. Bhagavân adoptierte 61 Waisenkinder. Er kümmert sich um sie, versorgt sie mit Nahrung und Kleidung, einem Dach über dem Kopf und bildet sie auch aus. Er hat 100 000 Rupien (ca. 2 500 Euro),  als Festgeld angelegt. Dieser Betrag mit Zinsen wird ihnen helfen, ihr Leben zu leben.

 

Am Tag ihrer Ankunft hier verteilte Bhagavân an alle Jungen Koffer. Wunderschöne Koffer! Und alle Koffer enthielten Kleider, Teller, Trinkglas, Spiegel, Zahnpasta, Zahnbürste, Unterwäsche - kurz, es war alles drin, was die Jungen brauchen würden. Er gab jedem Jungen solch einen Koffer. Die Jungen öffneten die Koffer, zählten auf was alles drin war, schlossen sie wieder - sie öffneten und schlossen sie immer wieder... (so unfassbar war das alles für sie).

Als ich abends während meines Abendspazierganges an den Rundhäusern vorbeikam, guckte ich vorsichtig durch die Fenster. Ich sah, wie außerordentlich glücklich Bhagavân die Jungen mit den Koffern gemacht hatte.

Mein Temperament ist es alles, was ich sehe, Bhagavân mitzuteilen

Ich sagte: "Swami, die Jungen sind ganz aufgeregt."

"Warum? Du selbst scheinst aufgeregt zu sein." (Zuhörer lachen)

"Ja, Swami, ich bin aufgeregt. Warum? Wenn ich sehe, wie aufgeregt die Jungen sind, dann bin auch ich aufgeregt."

"Was ist denn geschehen?"

"Swami, sie haben ihre Koffer immer wieder geöffnet und geschlossen und jedesmal den Inhalt inspiziert; sie zeigten einander, was sie in ihren Koffern hatten. Die Koffer haben verschiedene Farben. Es sind wunderschöne Koffer."

Bhagavân sagte: "Ich habe ihnen drei Anzüge gegeben."

"Drei Anzüge, Swami? Ich denke, das ist nicht nötig."

"Wieso nicht? Drei Anzüge sind sehr notwendig!"

"Warum, Swami?"

"Ein Anzug für zu Hause, ein Anzug für Nagarasamkîrtana und Bhajan und ein Anzug für die Schule. Drei Anzüge!"

"Oh, Swami! Sehr gut." Ich wollte, dass Swami noch weiter erklärt und fügte hinzu: "Ausgezeichnet."

Bhagavân sagte: "Es wurden zu Beginn zwei crores, (1 crore = 10 Mio., etwa 250 000 Euro), für dieses Projekt ausgegeben, das Festgeld inbegriffen."

"Swami, ist das nicht ein großer Rahmen?"

"Ja, es ist ein sehr großer Rahmen." Und dann sagte Er etwas, das für alle wichtig ist: "Alles, was Ich sage, tue Ich. Alles, was Ich tue, sage Ich. Was immer Ich tue, was immer Ich sage, ist ein und dasselbe. Ich sage nicht das Eine und tue etwas anderes. Nein! Was immer Ich sage und tue ist eines. Es ist voller Wahrheit. Das ist Mein Lebensstil."

Es ist wichtig, dass wir das alle lernen, damit Gedanken, Worte und Taten in Harmonie sind.

 

Die Ärzte aus Madras

 

Nach einigen Tagen sah ich, wie Bhagavân an einige Frauen Saris verteilte. Danach kam Er langsam auf uns zu. Unterwegs sprach Er noch mit einigen Männern und ich war natürlich neugierig und wollte wissen, wer sie wohl waren. Aber ich wagte nicht zu fragen: 'Wer sind sie, Swami?' Ich habe so etwas nicht zu fragen. Aber Bhagavân sah mein Fragezeichengesicht (Zuhörer lachen) und begann von selbst zu erklären: "Hast du die Frauen dort gesehen?"

Ich konnte schlecht sagen, dass ich sie gesehen hatte, denn dann würde Er sagen, ich komme nur hierher, um Frauen zu sehen (Zuhörer lachen), und ich konnte auch nicht sagen: 'Ich habe sie nicht gesehen', denn ich hatte sie gesehen (Zuhörer lachen). Ich lächelte also nur (Zuhörer lachen).

Dann sagte Er: "Das sind Ärztinnen. Die Ärzte sitzen auf der anderen Seite. Ich habe Kleider an sie verteilt. Es sind Ärzte, Chirurgen, hochqualifizierte Ärzte."

Nun war der Moment gekommen, wo ich mehr Informationen aus Bhagavân hervorlocken konnte. "Swami, woher kommen sie?"

"Sie kommen aus Madras."

"Oh, aus Madras, Swami?! Das sind viele Ärzte, Swami."

"300 Ärzte sind aus Madras gekommen."

"Oh! 300?!

"Ja, 300!"

"Swami, warum sind sie hier?"

"Sie sind auf einer Rundreise!"

"Ausflug?" (Zuhörer lachen)

"Chi, chi! - Pfui! Kein Ausflug! (Zuhörer lachen) Nein, nein! Auf ihrem Weg hierher haben sie alle Dörfer besucht und die Leute behandelt, bis sie schließlich hier ankamen, um Swamis Segen zu bekommen. Sie kamen für Swamis Segen hierher. Aber erst haben sie in verschiedenen Dörfern Dienst getan und die Leute medizinisch versorgt."

"Ich verstehe, Swami. Ich dachte, es ist nur ein Wochenendbesuch."

"Nein, nein. Sie sind nicht zum Vergnügen hier."

"Swami, was noch...?"

"Ja! Und weißt du auch, dass sie alle Bhajans singen können?

"Wie soll ich das wissen? Wann haben sie gesungen? Sie singen doch sicher nicht im OP, oder?"

"Nein, sie singen nicht während sie in den Dörfern Dienst tun; sie singen abends."

"Swami, ich verstehe. Sie singen also auch abends Bhajans."

"Einige der Ärzte können sogar die Veden singen."

"Ärzte?...die Veden singen...?"

"Ja."

Inzwischen musste Swami verstanden haben, dass dieser Bursche nichts von dem glaubte, was Er da sagte (Zuhörer lachen), denn wir können keinen Gedanken vor Ihm verheimlichen.

Sofort rief Swami eine Ärztin herbei. Frau Hemadri oder so ähnlich. Ich erinnere mich nicht mehr genau. Sie hat auch ein Buch geschrieben. Sie kam.

"Wieviel seid ihr?"

"300, Swami."

"Was habt ihr getan?"

"Die Leute behandelt und medizinisch versorgt."

"Wo?"

"In den Dörfern, unterwegs hierher."

Alles, was Er mir vorher gesagt hatte, wurde nun bestätigt, wie auf dem Kommissariat (Zuhörer lachen), wie vor Gericht. Er ließ sie das alles sagen.

"Habt ihr die Leute nur ärztlich betreut?"

"Nein, Swami. Wir haben auch Bhajanabende organisiert."

"Oh, auch Bhajans?"

Er sah mich von der Seite an (Zuhörer lachen) und zog die Augenbrauen hoch.

Dann sagte Er: "Heutzutage ist Geld der Gott, besonders für die Ärzte. Geld ist Gott. Dass diese Ärzte nicht auf Geld achten und kostenlos medizinische Hilfe in den Dörfern geben und für alle Bhajans singen - das ist nur in der Sathya Sai-Organisation möglich. Nur Sai-Devotees können so etwas tun, niemand sonst." Das sagte Bhagavân. 

 

Besuch im Super Speciality Hospital

 

Im August musste ich zu einem medizinischen check-up ins Krankenhaus. Die Ärzte hatten gesagt: "Es ist besser, du lässt dich gründlich untersuchen." Ich hatte Schmerzen in den Gelenken. "Lass dich im Super Speciality Hospital untersuchen."

Nun, ich ging zum Krankenhaus. Es war mein erster Besuch. Ich war noch nie zuvor dort gewesen - außer natürlich am Eröffnungstag um Swamis Rede zu übersetzen. Warum ich noch nie dort war? Weil ich Angst vor Krankenhäusern habe. Ich habe Angst vor Ärzten. Ich will keine Ärzte sehen; sie könnten mich an meine nicht vorhandenen Krankheiten erinnern. (Zuhörer lachen) Und ich mag die Patienten nicht leiden sehen. Warum also unnötige Selbstfolterung? Deshalb gehe ich nicht in Krankenhäuser. Aber in diesem Fall musste es wohl sein, weil man mir dazu riet.

Abends fragte Bhagavân mich: "Wo warst du?"

"Wo, Swami?"

"He, wo bist du hingegangen?"

"Swami, ich ging ins College." Ich bin immer noch im Amt.

"Nein, nein! Danach!"

"Ich war erst im College und bin danach ins Krankenhaus gefahren."

"Was ist los?"

Ich fand, dass es nun an der Zeit war, Bhagavân zu berichten, wie schön Sein Krankenhaus ist. (Zuhörer lachen) "Swami, mein Zustand ist nicht so schlecht, dass ich beim Betreten des Krankenhauses anfangen müsste zu weinen. Es geht mir ganz gut. Ich habe nur Schmerzen im Zeh. Deshalb rieten sie mir, mich untersuchen zu lassen. Und so ging ich ins Krankenhaus. Aber das Gebäude, seine Kuppeln, der Rasen, die Blumenbeete, die Gärten - das alles sieht gar nicht aus wie ein Krankenhaus."

"Was ist es dann, wenn es kein Krankenhaus ist?", fragte Er.

"Der Buckingham Palast. (Zuhörer lachen) Das war als ginge ich zu einem Hochzeitsempfang, so schön ist es. Patienten und Betreuer lächeln alle. Ich habe nicht ein langes Gesicht gesehen, das auf den kritischen Zustand eines Patienten hätte schließen lassen. Allen ging es gut, alle lachten. Deshalb hatte ich den Eindruck, ich sei eher auf einer Hochzeit, als in einem Krankenhaus.

 

Und dann sah ich die Statue von Gott Vigneshvara (Ganesha). Ich habe ihn begrüßt. Es ist ein so schöner Vinayaka dort in der Eingangshalle unter der großen Kuppel. So einen schönen Vinayaka habe ich noch nirgendwo gesehen, Swami."

"Was ist so schön daran?", fragte Er.

"Er ist so groß und so dunkel. Er ist aus poliertem Granit und glänzt. Was für eine schöne Statue, Swami!"

Ich fuhr fort: "Und unter der großen Kuppel befinden sich große Fotos, sehr schöne Fotos von Swami, sechs Fuß, acht Fuß (1,80 - 2,40m), eine wunderschöne Sammlung. Wunderschöne Bilder von Swami."

"Oho! Bist du zum ersten Mal dort gewesen?"

"Ja, Swami, es war das erste Mal...und ich bete, dass es auch das letzte Mal sein möge. (Zuhörer lachen).

Er lachte und sagte: "Gut! Wo warst du noch?"

"Swami, ich bin die Flure entlang gegangen. Die Farbe des Bodens ist der Farbe der Wände angepasst - einfach prachtvoll! Der Boden glänzt so sehr, dass ich mich darin spiegeln konnte. Er ist so sauber, dass man verschüttete Milch getrost wieder aufsammeln und ins Glas zurückschütten kann."

"Oh! Es gefällt dir also?" Gott ist so glücklich, weil es Seine eigene Schöpfung ist. Es ist Sein.

"Ja, Swami. Nicht nur der Boden war tadellos sauber, auch die Wände waren sehr sauber. Der Boden sauber, die Wände sauber! Ich war sehr beeindruckt und glücklich. Nicht ein Grashalm, nicht ein Stück Papier lag herum. Alles war sehr sauber, Swami.

An den Türen der Ärztezimmer und OPs waren schwarze Tafeln angebracht, auf denen in goldenen Buchstaben die Namen der Ärzte standen. Alles ist farblich gut aufeinander abgestimmt. Der Boden aschefarben, die Wände ockerfarben, schwarze Tafeln mit goldenen Buchstaben. Es ist ein farbenfrohes Krankenhaus. Es ist so schön, Swami!"

"Ja, ich verstehe! Es gefällt dir also? Was hast du dort getan? Oder hast du dir nur die Fußböden angesehen?"

"Oh nein, Swami. Ich ging auch ins biochemische Labor."

"Was hast du dort getan?"

"Ich ließ mein Blut untersuchen. Sie hatten nämlich einen Bluttest angeordnet."

"Und was geschah dort?"

"Nun, gewöhnlich riecht es in einem biochemischen Labor abscheulich nach Tinkturen, Dettol und ähnlichem schrecklichen Zeug. Es wird einem regelrecht schlecht in diesen Labors. Wir mögen zwar gesund sein, aber in diesen Labors wird uns schlecht werden. Sie sind alle gleich."

"Und wie war dieses Labor?"

"Dieses Labor roch überhaupt nicht."

"Hmm! Ich verstehe."

"Da lag kein Verbandmaterial auf dem Boden. Ich sah niemanden weinen. Und die Laborschwester entnahm fein säuberlich Blut. Ich hatte ziemliche Angst, sie würde nach meinem Arm grabschen und die Nadel reinhauen - zack! Aber sie machte alles auf sanfte Weise und verwickelte mich in eine Unterhaltung: 'Wie geht es Ihnen, Sir? Wir haben gehört, sie halten gute Vorträge.' - und zopp! - das war's! (Zuhörer lachen) Bevor ich überhaupt antworten konnte, war das Blut bereits raus. Ich hatte gar keine Zeit mehr zu antworten. Sie hat das sehr gut gemacht. Swami, das ist hingebungsvoller Dienst. Ich bin sehr glücklich darüber.

Draußen vor dem Labor sah ich viele Leute auf den Bänken sitzen. Sie mussten alle in der Reihe sitzen und warten, um ihr Blut untersuchen zu lassen. Aber ich konnte nicht ausmachen, wer Patient und wer Betreuer war; alle lächelten gleichermaßen. Dein Krankenhaus ist ein Ort des Lächelns, der Annehmlichkeiten und der Gesundheit."

"Ah! Gefällt es dir?"

"Ja, sehr, Swami!"

"Was hast du noch gemacht?"

"Swami, ich ging zum Knochenspezialisten - wegen meines Zehs. Der Arzt unterhielt sich so liebenswürdig mit mir, dass ich mein Anliegen völlig vergaß. (Zuhörer lachen) Er musste mich fragen: 'Was hat Sie hierher geführt?' Swami, so etwas gibt es nirgendwo sonst.

Später besuchte ich dann die Herz- und die Augenabteilung. Beide sind ebenfalls sehr leistungsfähig. Die Leute, die hierher kommen, dienen Dir sehr hingebungsvoll, Swami. Ich weiß, dass auch Jungen und Mädchen des 'Sri Sathya Sai Institute of Higher Learning' (Swamis Universität) mit hohen akademischen Graden und Auszeichnungen im Super Speciality Hospital arbeiten. Sie arbeiten dort freiwillig aus Hingabe zu Dir. So etwas gibt es nirgendwo sonst. Ich bin sehr glücklich, Swami.

 

Ich muss Dir noch etwas anderes erzählen. Ich wollte meinen Blutdruck überprüfen lassen. Wenn ich schon mal da war, warum nicht den Blutdruck auch gleich überprüfen lassen, statt später vielleicht dazu aufgefordert zu werden. Ich ging also zu einem großen Saal, wo Herzpatienten aufgenommen werden. Es ist eine sehr große Halle mit dunkelblauem Fußboden und weißen Wänden. Ein sehr großer Saal. Nur vier Betten standen darin. Das war alles. Die meisten indischen Krankenhäuser - kommerzielle Krankenhäuser - würden aus diesem großen Saal mindestens sechs bis zehn Zimmer mit jeweils zwei Betten machen. Und hier stellt Bhagavân nur vier Betten rein."

"Das hat dir also auch gefallen?"

"Sehr, Swami. Dann muss ich Dir noch etwas erzählen, was geschah."

"Was war das?"

"Ich sprach mit einer Krankenschwester."

"Bist du dort hingegangen, um mit jedem zu sprechen?"

"Nein, ich wollte nur noch mehr über Dein Krankenhaus wissen. Ich rief eine Krankenschwester und fragte sie: 'Schwester, wo haben sie gearbeitet bevor Sie hierher kamen?' Sie sagte: 'Sir, bevor ich hierher kam, habe ich in Bangalore gearbeitet.'

"Was hast du dann gefragt?"

"Swami, als nächstes fragte ich sie: 'Warum haben Sie Ihre Arbeit dort aufgegeben und sind hierher gekommen? Warum haben Sie Bangalore verlassen? Warum sind Sie nun hier?'

'Weil ich Swami hier direkt dienen kann. Es ist eine großartige Gelegenheit für mich zu dienen und deshalb bin ich hier.'

Meine dritte Frage war: 'Worin besteht der Unterschied zwischen ihrer Arbeit in Bangalore und ihrer Arbeit hier in Prashanti Nilayam?'"

"Sag Mir, was sie gesagt hat!"

"Swami, sie sagte: 'Die Arbeit, die Qualität und Ernsthaftigkeit der Arbeit an beiden Orten ist gleich. Der Unterschied hier ist, dass man nicht müde wird. Obwohl wir viel arbeiten, sind wir nicht müde. Wir sind gesund und sehr glücklich. Die Arbeit ist ermüdend, aber ich bin nicht müde. Ich bin immer voller Energie. Das ist der Unterschied zwischen diesem Krankenhaus hier und dem in Bangalore.'

 

Dann ging ich in die dortige Kantine, Swami, in die Krankenhauskantine."

"Oh! Du denkst auch immer nur ans Essen!" (Zuhörer lachen)

"Swami, ich glaube daran, dass Nahrung Gott ist und Nahrung verehrt werden muss. (Zuhörer lachen) In der Kantine traf ich einen älteren Mann von 74 Jahren. Ich fragte ihn: 'Warum arbeiten Sie in ihrem Alter hier?'

'Wenn ich hier arbeite, bin ich gesund. Zu Hause bin ich krank. Deshalb bin ich hier.'

'Oh, ich verstehe! Das ist also das Geheimnis guter Gesundheit. Und welche Arbeit tun Sie hier?'

'Ich habe drei Aufgaben: Abrechnung der Kantine, den Betreuern der Patienten Unterkunft vermitteln und Buchführung."

'Oh! Sir! Mit 74 Jahren! Wie haben Sie da wohl gearbeitet, als Sie noch jung waren, mit dreißig oder vierzig Jahren? Wie schaffen Sie es, in diesem Alter zu arbeiten?'

Der Mann sagte: 'Sehen Sie, Anil Kumar, ich nehme jeden Morgen an Nagarasamkîrtana teil, und die Energie, die ich durch Nagarasamkîrtana erlange, lässt mich so aktiv sein.'"

 

Um ehrlich zu sein: Ich nehme nicht an Nagarasamkîrtana teil, denn ich habe so viel Arbeit, so viel zu lesen und vorzubereiten...; Artikel und Bücher müssen geschrieben werden. Wenn ich an Nagarasamkîrtana teilnehme, schlafe ich im Klassenzimmer ein. Dann kann ich nicht so lehren, wie ich es jetzt tue. Aber es ist schon ein interessante Feststellung, wenn der alte Mann sagt, dass er seine Energie durch Nagarasamkîrtana bekommt. Das ist die Macht von Nagarasamkîrtana.

 

"In einem der Krankenzimmer sah ich eine junge Frau am Bett eines kranken Jungen sitzen. Aus Neugier ging ich hin und fragte den Jungen: 'Hallo, Junge, was für ein Problem hast du?'

'Atemprobleme, deshalb wurde ich eingeliefert.'

Ich fragte die junge Frau: 'Sind Sie eine Verwandte?'

Die Frau sagte: 'Sir, dieser Junge ist Schüler in unserer Schule - Sri Sathya Sai Primary School (Grundschule). Ich bin seine Lehrerin und kümmere mich um ihn.'

'Sie kümmern sich um ihn?'

'Ja. Wir sind vier Lehrerinnen und wechseln uns ab bei der Betreuung des Jungen.'

Bhagavân, nirgendwo betreuen Lehrer kranke Schüler. Nirgendwo! Das ist einfach unmöglich! Hier tun sie es aus Liebe. Und der Junge lächelte obwohl er krank war. 'Liebe' - das ist es, was wir in den Sri Sathya Sai Lehrinstituten finden. Die Lehrerin kümmerte sich besser um den Jungen, als die Mutter des Jungen.

 

Später kamen einige Mädchen zu mir. 'Sir, wir kommen aus dem Mädchencollege in Anantapur und arbeiten hier im Krankenhaus.' 

'Oh, fein! Und was macht ihr sonntags? Was tut ihr an den freien Sonntagen?' Ich dachte, sie kämen in den Mandir zum Bhajansingen. Doch sie sagten: 'Nein, Sir. Hinter dem Krankenhaus liegt ein kleines Dort namens Bidupalli. Sonntags organisieren wir dort Bâlvikâs-Unterricht. Wir lehren sie, die Veden und Bhajans zu singen.'

Diesen Dienst leisten sie sonntags, nach sechs Tagen hektischer Arbeit. Der siebte Tag der Woche ist dem sozialen Dienst gewidmet. Gibt es so etwas irgendwo anders? Das ist etwas Besonderes an den Sri Sathya Sai Lehrinstituten. Bhagavân, dann sagte ich mir: 'Du bist unvergleichlich, beispiellos. Nur Du bringst es fertig, jeden zu inspirieren und zu veranlassen, Dienst zu tun an einem freien Tag, zu einer Zeit, wo einem eher nach Ausruhen zumute ist. Du bist Gott. Da gibt es keinen Zweifel. Niemand sonst kann das!'"

Das dachte ich und teilte diese Gedanken mit Swami.

 

Ihr solltet Eure Lehrer und die Älteren respektieren

 

An einem anderen Nachmittag saß Swami auf Seinem Stuhl auf der Veranda. Plötzlich sagte Er zu einem Studenten: "Gib mir den Brief!" Der junge Mann sprang auf und lief los. Er lief so nahe an mir vorbei, dass er mich fast berührte. Bhagavân war sehr ernst und sagte: 'Ihr Jungs, ihr solltet lernen, euch korrekt zu benehmen! Wenn eure Lehrer dort sitzen, könnt ihr nicht einfach über sie hinwegspringen. Sollt ihr so gehen und sie belästigen? Ihr solltet so etwas nicht tun! Unsere Institution ist eine moralische Institution. Ihr solltet eure Lehrer respektieren. Ihr solltet die Älteren respektieren. Ihr solltet nicht mit ihnen zusammen sitzen, sondern in einiger Entfernung."

Und dann sagte Er etwas sehr Schönes, womit Er darauf hinwies, dass die Studenten Sein Eigentum sind: "Ihr könnt Mich schubsen, ihr könnt Mich berühren, aber Älteren, Respektspersonen, Lehrern wie auch der Gesellschaft gegenüber solltet ihr in der rechten Weise respektvoll sein. Und wenn ihr zum Darshan kommt, solltet ihr langsam gehen, in einer Reihe. Ihr sollt die anderen nicht schubsen!"

Dann sah Er mich sehr ernst an und sagte: "Du sagst den Jungen all diese Dinge nicht. Du bist für ihr Missverhalten verantwortlich!"

"Ja, Swami, ich weiß."

"Du musst ihnen sagen, wie sie sich korrekt zu verhalten haben. Ihr Lehrer sagt es ihnen nicht. Die Eltern lehren es nicht. Wie könnt ihr da erwarten, dass sie das lernen?"

'Nun, Swami, Du bist hier, um es ihnen zu sagen', dachte ich bei mir. Denn Bhagavân macht es sich zur Pflicht, die Jungen das zu lehren, was Eltern und Lehrer nicht lehren: Gutes Benehmen und Höflichkeit. Es war schockierend, das an diesem Nachmittag zu lernen.

Was das gesellschaftliche Verhalten betrifft: Die Studenten konkurrieren miteinander in bezug auf Noten und Auszeichnungen. Aber sie konkurrieren nicht in gutem Benehmen und korrektem Verhalten. In den Sri Sathya Sai Ausbildungsinstituten lehrt man sie Idealismus und wie man sich in der Gesellschaft verhält. In dieser Hinsicht sind diese Institutionen einzigartig.

 

Das ganze Leben ist Marketing: Essen, Trinken, Atmen - alles ist Marketing

 

An einem anderen Nachmittag betrachtete Bhagavân die Studenten: "Ihr Jungs, ihr seid alle MBA-Studenten, stimmt's?" (MBA - Betriebswirtschaft)

"Ja, Swami."

"Was habt ihr heute morgen gelernt?"

Die Studenten antworteten: "Swami, wir hatten eine sehr gute Vorlesung über 'Marketing'."

"Oh! Marketing? Gut! Worin spezialisierst du dich?", fragte Er einen Studenten.

"Marketing, Swami."

"Und du?", fragte Er einen anderen Studenten.

"Marketing, Swami."

"Ja, und was ist Marketing? Sagt mir, was Marketing ist."

Obwohl sie sich in Marketing spezialisiert hatten, waren sie nicht in der Lage zu erklären, was das ist.

Ein Student sagte: "Swami, Marketing ist der Ort, wo Waren verkauft werden."

"Falsch!", sagte Swami

Ein anderer antwortete: "Marketing ist Produktion, Verteilung und Verkauf."

"Auch falsch!"

Und nun seht, wie Baba die weltlichen Dinge spiritualisiert. Er macht sie göttlich. Wie? Er sagte: "Das ganze Leben ist Marketing: Essen, Trinken, Atmen - alles ist Marketing."

"Swami, alles ist Marketing?"

"Ja! Du atmest Sauerstoff ein und Kohlendioxyd aus. Das ist Marketing. Jede Aktivität in eurem Leben, in eurem Körper, ist Marketing. Essen - Ausscheiden, Laden - Entladen. "

 

Ich wollte, dass Swami weiter auf Seinem Stuhl sitzen blieb; ich wollte Ihn dort festhalten, so dass viele Devotees Darshan haben und ich viel Material bekomme, das ich mit den Devotees teilen kann. Ob es nun mein Thema ist oder nicht, mein Ziel ist es, den Dialog durch Intervention zu verlängern. Ich sagte: "Swami, die Leute sagen, dass Marketing heutzutage nicht den richtigen Weg geht. Kannst Du uns bitte sagen, warum das so ist! Warum geht Marketing nicht gesunde Wege?"

Bhagavân sagte: "Heute wird Marketing nicht richtig gehandhabt. Da läuft etwas falsch. Es wird mehr importiert als exportiert. Wir importieren immer weiter, aber die Exporte nehmen ab. Das ist der Fehler beim Marketing. Die Leute gehen nach der Mode, nach dem Äußeren. Sie denken nicht an die Realität."

Ich sagte: "Swami, ist Mode etwas Falsches? Ich möchte gerne modisch gekleidet sein. Warum nicht? Ist das falsch?"

"Nein, es ist nicht falsch, modisch sein zu wollen. Aber es ist völlig falsch, andere zu imitieren, nur weil du modisch-elegant sein willst. Imitation ist falsch."

 

Nehmen wir z.B. Jeanshosen. Im Westen tragen die Leute Jeanshosen, weil man sie dort halt trägt. Wenn ihr sie hier tragt, bekommt ihr Hautprobleme, weil es für diese Art von Bekleidung zu heiß ist. Jeanshosen sind dem hiesigen Klima nicht angemessen. Wer sie trotzdem trägt, imitiert. Deshalb sind Jeans so teuer - 300 oder 400 Rupien. (Zwei junge Inder, die Anil Kumar begleitet hatten, korrigierten ihn: 900 Rupien) 900 Rupien für Jeans! Warum? Weil sie aus den USA kommen. Das ist Imitation. Deshalb sind die Dinge so teuer.

 

Es ist nur damit Du weißt, dass Ich weiß

 

Dann fragte Er einen Jungen: "Junge, was studierst du?"

Er antwortete: "MBA, Swami, Betriebswirtschaft."

"Und was hast du vorher gemacht?"

"Swami, da hab ich mein Ingenieurstudium abgeschlossen."

"Oh, ich verstehe."

Ich wunderte mich, warum Er all diese Einzelheiten erfragte.

"Vier Jahre Ingenieurstudium?"

"Ja, Swami."

"Nein, nein, nein! Du hast fünfeinhalb Jahre gebraucht, um dein Studium zu beenden, weil du einmal durchgefallen bist."

Swami fuhr fort: "Das ist nicht schlimm. Es ist nur, damit du weißt, dass Ich weiß. Es war nicht dein Fehler. Die Prüfungen wurden immer wieder verschoben und fanden schließlich zu einer Zeit statt, als du nicht vorbereitet warst. Es ist also nicht dein Fehler, sondern der Fehler der Universität, die die Prüfungen immer wieder aufschob."

So verteidigte Er den Studenten.

 

Euer Name sollte nicht irreführend sein, sondern klar und eindeutig

 

Dann wurde eines Tages über etwas Interessantes gesprochen. Swami fragte einen Studenten: "Wie heißt du?"

Der junge Mann nannte seinen Namen. Swami fragte auch die anderen Studenten und alle nannten ihre Namen. Und dann sagte Er: "Ich will euch eine kleine Geschichte über Namen erzählen. Euer Name sollte andere nicht in die Irre führen."

Ich wunderte mich: Namen, die in die Irre führen? Können Namen irreführend sein?"

 

Dann erzählte Bhagavân folgende Geschichte: Ein frisch verheiratetes Paar lebte in der Stadt. Eines Tages brachte der Postbote einen Brief, den der Ehemann entgegennahm. Der Brief war an seine Frau adressiert. Aber der Ehemann öffnete den Brief und las ihn. Was stand darin: "Ich liebe dich so sehr. Wir waren so lange zusammen und ich kann unsere gemeinsame Zeit nicht vergessen. Wann werden wir uns wiedersehen? Wir sollten irgendwann gemeinsam zu Abend essen. All die Jahre waren wir niemals voneinander getrennt. Ich werde dich sehr bald besuchen kommen." Der Ehemann dachte: "Meine Frau... - da gibt es jemanden, der sie mehr liebt als ich?" Er war sehr verwundert. Dann sah er die Unterschrift: Lakshmi Narayan. Lakshmi ist ein Frauenname, Narayan ein Männername. "Oho! Meine Frau hat also ein Verhältnis mit Narayan. Das werde ich nun vorsichtig beobachten."

Er wartete auf den Montag, an dem Lakshmi Narayan kommen würde. Er stand mit einem Stock hinter der Tür, bereit, beide zu schlagen - seine Frau und Lakshmi Narayan.

Plötzlich hörte er jemanden kommen und mit seiner Frau sprechen. Er lauschte. "He, Lakshmi, wann bist du gekommen?"

"Soeben. Ich bin froh, dich wiederzusehen! Ich hatte dir einen Brief geschrieben, hast du ihn bekommen?"

"Nein!" - denn der Ehemann hatte den Brief ja konfisziert. "Nein, ich habe keinen Brief bekommen."

"Du musst aber meinen Brief bekommen haben. Wie geht es dir? Ich bin so glücklich, dass du nun verheiratet bist. Ich will wissen wie es dir geht."

"Oh, gut! Bist du nun auch verheiratet?"

"Ja, ich habe auch geheiratet. Mein Mann heißt Narayan. Ich heiße jetzt Lakshmi Narayan."

Nun verstand der Ehemann. Lakshmi Narayan - Narayan war der Name des Ehemannes. Er hatte das missverstanden und geglaubt Narayan habe ein Verhältnis mit seiner Frau. Narayan war der Name des Ehemannes und Lakshmi der Name der Frau.

Swami erzählte also diese Geschichte und fügte abschließend hinzu: "Seid achtsam, wenn ihr euren Namen wählt und seht zu, dass ihr durch eure Namenswahl keine Probleme bekommt. Achtet darauf, dass eure Frau euch nicht missversteht!"

 

 

 

 

 

Wenn ihr euer Selbst erkennt, wisst ihr auch alles andere

 

Dann geschah im August noch etwas. Bhagavân gab mir die Gelegenheit mit Ihm zu sprechen - so wie Er es jeden Tag tut, aus Seiner großen Güte heraus, nicht, weil ich das besonders verdiene.

Ich fragte: "Ramana Maharshi erwähnte einmal den Ton in der Stille - nishabdabrahman. Nishabda - Stille, shabdabrahman - Ton. Dem Ton in der Stille zuhören - ist das möglich, Swami?

Ramana Maharshi sagte auch: 'Die beste Kommunikation ist Stille - mauna.' Ich verstehe das nicht, Swami. Ramana Maharshis Botschaft ist: 'Stellt euch die Frage und ergründet sie dann sehr genau: Wer bin ich?' Das ist die Essenz der Lehre Ramana Maharshis. Swami, ich verstehe gar nichts. Bitte erkläre mir das."

 

Bhagavân gab eine wunderbare Erklärung. Meine Freunde, die meisten von euch verstehen kein Telugu und können meinem Samstagsatsang nicht folgen. Ich halte jeden Samstagabend um 19:30 Uhr einen Vortrag. Ich sprach über Bhagavân Ramanas und Bhagavân Sri Sathya Sai Babas Lehren und die Parallelen zwischen beiden. Wenn wir diese Serie hier beendet haben, werden wir - so Gott will - auch darüber sprechen. Ich habe alles festgehalten. Mein Ziel ist es, das Wissen mit so vielen Leuten wie möglich zu teilen. So, eines Tages werden wir also auch darüber sprechen.

 

Swami gab folgende Erklärung: "Wenn man in der Stille ergründet, öffnet sich das Herz und ihr versteht, wer ihr seid. Wenn das Herz sich öffnet, erkennt ihr euer wahres Selbst - nur dann, nicht vorher. In der Stille, wenn der mind zurückgezogen wurde, wenn wir ohne Gedanken und Worte sind - dann öffnet sich das Herz. Dann hört ihr OMKAR aus dem Inneren kommen und ihr erkennt euer wahres Selbst."

"Swami, was bringt es mir, wenn ich weiß, wer ich bin? Was für Vorteile habe ich dadurch? Wir denken alle weltlich und wollen folglich wissen, was für einen Gewinn das bringt. Ich mache bei Nagarasamkîrtana mit - was bringt mir das? Ich sitze dort - was bringt mir das?"

Bhagavan sagte: "Bevor wir nicht aufhören, so zu denken, bekommen wir nicht das, was wir erwarten. Wir bekommen nicht das, was wir bekommen sollten. Denn das ist eine transzendentale Erfahrung. Wenn wir uns nach innen wenden, ist das eine transzendentale, psychologische Erfahrung. Das ist eine höhere Stufe, die wir erklimmen müssen. Wenn ihr euer Selbst erkennt, wisst ihr auch alles andere."

"Aber wie, Swami?"

"Da sind zwei Zahlen: Nummer 9 und Nummer 1. Welche ist höher?"

Wir alle sagten: "Nummer 9!"

Baba sagte: "Nein! 1 ist höher als 9!"

Ich bin schon so nicht gut in Mathematik, wenn Swami nun so etwas sagt, muss ich sogar meine elementaren arithmetischen Kenntnisse in Frage stellen.

"Swami, 1 soll höher sein als 9? Wie ist das möglich?"

"Sieh!  Eins und eins und eins und eins und eins und eins und eins und eins und eins ergibt neun. Ohne diese 1 kann es keine 9 geben. Darum ist die 1 größer als 9. Ohne 1 gibt es keine 9. Ohne Eins gibt es Keins. Der Eine, der einzige Eine - das ist euer wahres Selbst. Wenn man dieses einzige Eine, dieses wirkliche Eine, erkennt - dann erkennt man auch alle anderen Dinge in der Welt."

 

Man sollte von Hanumân die Kunst des Sprechens erlernen

 

Dann erwähnte Bhagavân noch eine andere Sache: Hanumân. Nachdem wir über Ramana Maharshi gesprochen hatten, sprach Er über Hanumân. Hanumân ist bekannt für seine Intelligenz, für seinen Intellekt und für seine Geschicklichkeit in der Kommunikation. Er ist das Juwel im Ramayana-Epos.

Swami sagte: "Man sollte von Hanumân die Kunst der Sprache erlernen. Als die Feinde ihn fragten, wer er sei, sagte er nicht einfach: 'Ich bin so und so.'

Nein, er sagte vielmehr: 'Ich bin der Diener von Gott Rama.' Er ist so bescheiden und spricht so leise, sanft und süß mit jedem. Man sollte wissen, wie man zu sprechen hat. Wenn ihr gut sprecht, verdient ihr euch einen guten Namen und habt gute Freunde. Sprechen ist eine Kunst, es ist ein Talent. Ihr solltet ohne Ärger, Emotion und Erregung sprechen. Eure Worte sollten voller Wahrheit sein; sie sollten angenehm und süß und zum Wohle Anderer sein. Was wir sagen, sollte die Anderen nicht aufregen oder beunruhigen. Es sollte wahr und akzeptabel sein und dem Wohle Anderer dienen und sie nicht ruinieren."

Das sagte Bhagavân.

Wir sollten also nicht wie eine Schlange mit gespaltener Zunge reden. Die Schlange mit gespaltener Zunge ist giftig. So solltet ihr nicht sein. Ihr solltet sehr vorsichtig sein, wenn ihr etwas sagt.

 

So, beim nächsten Mal machen wir weiter.

 

VIELEN DANK!

 

SAI RAM